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Mercedes-Benz

Mercedes B-Klasse mit dem Premiumanspruch

1997 stieg Mercedes-Benz mit der A-Klasse in das Segment der Kompaktwagen ein, 2005 bauten die Stuttgarter ihr Portfolio mit der B-Klasse weiter aus. Mit der nun zweiten Generation des sogenannten Sports Tourer möchten die Macher nicht nur an vergangene Erfolge anknüpfen, sondern mit einem verbesserten Konzept auch die letzten Zweifler überzeugen. Zudem dient die neue Plattform als Grundstock für künftige Modelle, wie zum Beispiel ein kleines Crossover-SUV, eine Limousine, einen Kombi und, und, und. Die Stuttgarter haben in jedem Fall einiges vor, doch zunächst sollten Sie sich den 19. November vormerken, denn dann rollt die neue B-Klasse in den Handel.

Immer noch ein Kompaktwagen, aber jetzt wesentlich schnittiger und regelrecht athletisch tritt die neue B-Klasse selbstbewusst den Kampf an und lässt bereits optisch erahnen, hier hat sich einiges getan.

Die gestreckte und um fünf Zentimeter geducktere Karosserie lässt das Fahrzeug satt und breit dastehen, die mutige Gestaltung der Seitenpartien verbindet harmonisch die Front mit dem Heck.

Der typische Van-Charakter wich erfreulicherweise einem sportiven Auftritt, sowohl der trapezförmige Lufteinlass, umrandet vom schicken LED-Tagfahrlicht, als auch der steil stehende Kühlergrill, umfasst von scharf gezeichneten großen Scheinwerfern, wie auch die zweigeteilten Heckleuchten und die Diffusoroptik sprechen ganz deutlich eine agile Formensprache.

Während die Optik meist reine Geschmackssache ist, so kann beim Blick ins Innere wahrlich niemand leugnen, dass die Stuttgarter hier eine ordentliche Schippe draufgelegt haben. Selten haben wir ein Kompaktklasse-Fahrzeug mit so viel Premium-Flair gesehen. Wenn man auch bedenken muss, dass sich Mercedes einige Annehmlichkeiten auchordentlich entlohnen lässt. Nichts desto trotz, hat das gesamte Cockpit an Anmutung und Wertigkeit enorm gewonnen.

Im gesamten wesentlich harmonischer, stechen gerade die neuen Details hervor. Die großen, chromausgeführten Lüftungsdüsen im Look des SLS oder aber zum Beispiel der frei stehende, nicht versenkbare Bildschirm mittig auf der Armatur. Er erinnert stark an die Optik eines Tablet-PC, dem iPad. So kommt es nicht von ungefähr, dass man gewillt ist sich einfach per Wisch mit dem Finger durchs Menü zu manövrieren – allerdings erfolgt die Menüführung per Dreh-Controller in der Mittelkonsole. Was aber keineswegs eine Kritik an der Bedienung darstellen soll, diese gelingt ebenso intuitiv wie über die Steuerung mittels großer Tasten sowohl an der Mittelkonsole als auch am 3-Speichen-Lenkrad.

Je nach Ausstattung und Geschmack sind die Zierteile in hochglänzendem Schwarz, in Strukturmuster „Matrix“, in Echtholz-Furnier Wurzelnuss matt oder Esche schwarz glänzend ausgeführt.

Einen guten Überblick auf das schicke Cockpit ist uns ebenso garantiert wie eine angenehme, leicht erhöhte Sitzposition. Und auch in diesem Punkt hat sich die B-Klasse verbessert, der Einstieg ist nun etwas tiefer, aber immer noch sehr bequem und die Sitzposition nicht mehr ganz so hoch, aber dafür aufrechter.

Das Gestühl nimmt die Insassen perfekt auf und lässt sich flexibel auf die unterschiedlichsten Typen anpassen. Die Seitenwangen halten uns dabei gut im Sattel. Doch nicht nur in der ersten Reihe nehmen wir gerne Platz, auch beim Betreten des Fond fühlen wir uns wohl. Platzmangel kommt zu keiner Zeit auf, selbst wenn das Fahrzeug über das 833,- Euro teure Easy-Vario-Plus-System verfügt und somit über eine Längsverstellung der hinteren Sitzbank von bis zu 14 Zentimeter.

Damit steigt der 488Liter große Kofferraum auf bis zu 666 Liter an und verfügt zudem über einen höhenverstellbaren Ladeboden und eine umklappbare Beifahrersitzlehne. Unter dem Ladeboden finden wir einen zusätzlichen Stauraum von 72 Litern. Ohne das leider nicht ganz preisgünstige System befindet sich der Ladeboden stets auf der unteren Stellung, ist aber auch hier herausnehmbar. Dank einer um fünf Millimeter abgesenkten, erfreulich niedrigen Ladekante ist das Ladeabteil optimal erreichbar.

Im Fahrzeug finden wir des weiteren Verstaumöglichkeiten in Form von Taschen in den Türen, 1,5 Liter-Flaschenhaltern sowie kleineren Ablagen. Wem dies nicht ausreicht, der kann gegen ein Entgeld seine B-Klasse um ausklappbare Ablagen unter den vorderen Sitzen, Klapptischen für die Fondpassagiere sowie einen Einsatz für einen Zweifach-Getränkehalter in der Mittelkonsole aufrüsten.

Die Ingenieure haben auch hier Hand angelegt und das Fahrzeug mit einer neuen Vierlenker-Hinterachse sowie der jüngsten Generation des elektronischen Stabilitäts-Programms ESP versehen. Daraus resultiert eine vorbildliche Abstimmung und so konnte sich die B-Klasse den bekannt guten Komfort bewahren und zugleich aber die Agilität erheblich steigern.

Der abgesenkte Schwerpunkt und die reduzierte Fahrzeughöhe kommen uns gerade bei flotterer Kurvenfahrt spürbar entgegen, zudem reduziert die Torque Vectoring Brake dabei das Untersteuern des Fahrzeuges. Mühelos lässt sich die B-Klasse mit hohen Geschwindigkeiten präzise durch die Kehren zirkeln, die elektrisch unterstützte Lenkung wird auch hohen Anforderungen gerecht und sorgt zudem in der City in Verbindung mit einem Wendekreis von elf Metern für leichtes Handling. Die bekannte Direktlenkung steht in Kombination mit dem Sportpaket auch dem neuesten Sprössling zur Seite.

Einenstets verlässlichen Eindruck konnte auch die Bremsanlage mit Scheibenbremsen rundum, Faustsättel an der Hinterachse sowie Bremskraftverstärker aus Aluminium hinterlassen. Die serienmäßig verbaute elektrische Parkbremse fungiert zudem als Notbremse.

Für gesteigerten Komfort sorgt die HOLD-Funktion, treten wir das Bremspedal einmalig etwas tiefer durch hält diese Funktion das Auto und löst sich beim Gasgeben automatisch. In Verbindung mit dem Schaltgetriebe verhindert der Hill-Holder zudem das unbeabsichtigte Zurückrollen beim Anfahren an einer Steigung.

Mit 803,25 Euro leider auch alles andere als ein Schnäppchen, bietet Mercedes-Benz den aktiven Park-Assistenten als Option. Der erkennt mittels zwei Ultraschallsensoren eine potenzielle Parklücke und weist den Fahrer nicht nur darauf hin sondern unterstützt ihn durch Steuerung der Lenkung beim Einpark-Manöver. Das Gasgeben und Bremsen bleibt dabei weiterhin dem Fahrer überlassen.

Es gibt keinen Punkt, den Mercedes bei der B-Klasse beim Alten belassen hat – mal abgesehen vom Namen – so wurde auch das Motorenportfolio mit Blick auf Effizienz deutlich überarbeitet.

So begnügen sich der B 180 CDI BlueEFFICIENCY (80 kW / 109 PS) und der B 200 CDI BlueEFFICIENCY (100 kW / 136 PS) laut Hersteller nun mit lediglich 4,4 Liter auf 100 km. Und in der Tat pendelte sich während unserer Testfahrt der ermittelte Durchschnittsverbrauch bei 4,8 Litern ein. Am Beispiel des kleinen Diesels in Kombination mit dem Automatikgetriebe konnten die Ingenieure den CO2-Ausstoß von 146 g auf 115 g pro Kilometer reduzieren.

Doch auch die Ottomotoren können trotz einer Leistungssteigerung auf 90 kW / 122 PS bzw. 115 kW / 156 PS eine erhebliche Reduzierung verbuchen und gehen in diesem Segment erstmals mit einer neuen Direkteinspritzung ans Werk.Turboaufladung und eine ECO Start-Stopp-Funktion fehlen in der neuesten Generation ebenfalls nicht, wobei letztere auch in den Dieselaggregaten ihren Einsatz findet.

Die Verbrauchswerte liegen bei den Benzinern unter sechs Liter und der CO2-Ausstoß bei 137 g bzw. 138 g pro km. Dabei zeigt sich selbst der Einstiegsmotor ausreichend agil und wirkt keineswegs untermotorisiert.

Das Schalt- wie auch das Automatikgetriebe haben sich ebenfalls einer Überarbeitung unterzogen. Die sechs Schaltstufen des manuellen Getriebes lassen sich exakt und leichtgängig einlegen, allerdings sind die Wege wie auch die Übersetzung etwas länger – was wiederum eine Folge der Effizienzsteigerung ist.

Das optionale Doppelkupplungsgetriebe 7G-DCT ist in jede Fall perfekt. Ohne Zugkraftunterbrechung werden die Gänge schnell und sanft eingelegt. Je nach Schaltprogramm ist die Gangwahl bei Economy noch komfortabler und ökonomischer oder aber im Programm „Sport“ knackiger und schneller, mittels Paddles am Lenkrad können wir auch manuell eingreifen. Apropos, der Wahlhebel ist ebenfalls an die Lenksäule gewandert.

Sieben Airbags, darunter ein Kneebag für den Fahrer und Thorax-Pelvisbags für die vorderen Passagiere, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer sowie Isofix-Kindersitzbefestigungen plus „Top Tether“ auf den äußeren Sitzplätzen im Fond lesen sich für ein Kompaktmodell bereits überdurchschnittlich gut. Doch damit allein geben sich Stuttgarter nicht zufrieden.

Aus diesem Grund rüstet Mercedes-Benz die neue B-Klasse serienmäßig mit einer Müdigkeitserkennung (ATTENTION ASSIST), der Hold-Funktion und einer Berganfahrhilfe wie auch der Kollisionswarnung COLLISION PREVENTION ASSIST aus. Droht ein Aufprall, wird der Fahrer nicht nur optisch und akustisch gewarnt, sondern der Assist bereitet den adaptivenBremsassistenten auf eine punktgenaue Bremsung vor.

Des weiteren kann der Kunde je nach Wunsch und nötigem Kleingeld sein Fahrzeug mit Sidebags für den Fond, dem präventiven Insassenschutzsystem PRE-SAFE, dem adaptiven Fernlicht Assistenten, dem Totwinkel- und Spurhalteassistenten, oder dem Geschwindigkeitslimit-Assistenten aufrüsten. 2.754,85 Euro sind jedoch für die genannten Assistenzsysteme insgesamt zu veranschlagen.

Das Design, die gesamte Qualitätsanmutung und gerade der Sicherheitsstandard der neuen B-Klasse sind deutlich in Richtung „Premium-Anspruch“ gerückt und so ist es Mercedes-Benz zweifelsohne gelungen, sich spürbar von seinen Mitbewerbern, zu denen u.a. der VW Golf Plus zählt, abzuheben.

So zunächst auch beim Preis, der wiederum ganz auf Niveau des Vorgängers liegt. Doch ein genauer Blick in die Preisliste relativiert die Preisdifferenz etwas. Denn bereits die Basis in der Einstiegsmotorisierung B 180 BlueEFFICIENCY für 26.001,50 Euro weist eine manuelle Klimaanlage, elektrische Fensterheber rundum, das Audio CD 20 Infotainment, die ECO-Start-Stopp-Funktion, ein Komfort-Multifunktionslenkrad, LED-Tagfahrlicht und vor allen Dingen die erwähnten Sicherheits- und Assistenzsysteme, darunter der Collision Prevention Assist, auf.

Was aber keineswegs ausschließt, seine B-Klasse individuell um diverse Annehmlichkeiten zu erweitern und somit den Preis erheblich nach oben zu treiben. Aus der unendlichen Fülle der Sonderausstattungen möchten wir Ihnen hier und jetzt mit den folgenden Optionen nur einen kleinen Vorgeschmack geben.

Seien es die Ausstattungspakete „Chrom, Sport, Exklusiv oder Night“ die den Sports Tourer sowohl im Interieur als auch äußerlich erheblich aufwerten und sich preislich von 351,05 Euro bis 1.921,85 Euro erstrecken, oder aber dasDoppelkupplungsgetriebe 7G-DCT für 2.165,80 Euro, das Panorama-Schiebedach für 1.362,55 Euro, das 1.666,- Euro teure Intelligent Light System und das Comand Online Multimedia-System, das mit 3.117,80 Euro zuschlägt.

Stand: November 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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