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Lada Kalina 16V

Zumindest für Lada fast schon ein Quantensprung, denn wo unser letzter Testwagen – der Lada Granta – in vielen Punkten passen musste, da kann dieser hier schon vieles besser. Statt eines in die Jahre gekommenen 8-Ventil-Motors hat er einen modernen 16 Ventiler Benziner, geöffnet wird mit einer Zentralverriegelung mit Fernbedienung, er kann mit einer Klimaanlage verwöhnen, hat silbergraue Applikationen innen und die Schalter und Drehregler sind jetzt wesentlich moderner, eine moderne Soundeinheit ersetzt das Uraltradio, das Lenkrad ist zwar noch immer aus Kunststoff, aber der ist nicht mehr bretthart, fasst sich schon ganz gut an und ist auch griffig ausgeformt. Was bleibt sind ein günstiger Kaufpreis und die eingeschränkte Sicherheitsausstattung.

Die zweite Generation Lada Kalina ist ein gefälliger Kleinwagen, der aber im Straßenbild nicht weiter ins Auge sticht. Und das obwohl die Frontschürze direkt dynamisch auftritt und die breite Chromspange in der oberen Kühleröffnung besonders dann richtig auffällt, wenn auch um die Nebellampen herum eine Chromblende eingesetzt ist – fehlte leider bei unserem Testwagen.

Die Seitenansicht hat jetzt nichts Markentypisches, kommt glattflächig und ohne nennenswerten Höhepunkt aus, auffälliger wird erst die harmonische Linienführung mit der das hintere Seitenfenster in die D-Säule und weiter in die markanten Heckleuchtenübergehen, die sich nach oben bis an den Rand des Heckfensters und nach unten weit in die Seite ziehen.

Das Heck ist ebenfalls schlicht gezeichnet, in der Heckschürze wurde ein angedeuteter Diffusor eingepasst, der auch den Auspuff aufnimmt. Ich hätte mir wenigstens die Chromspange der Front hier hinten an der Heckklappenblende über dem Nummernschild vorstellen können.

Innen wirkt der Kalina schon mal rein optisch deutlich hochwertiger und auch moderner. Das liegt nicht nur an den angreiffreundlicheren Kunststoffen, auch die Aluapplikationen rund um die äußeren Luftaustrittsöffnungen, das griffgünstig ausgeformte Lenkrad mit der silbergrauen Blende und vor allem die jetzt moderner gezeichnete Mittelkonsole mit der Soundeinheit statt eines Uraltradios wie auch den gefälliger gezeichneten Bedienelementen der auch optisch etwas abgesetzten Heizungs-/Lüftungsbedienung, zu der jetzt sogar eine Klimaanlage gehört.

Das Lenkrad ist zwar noch immer aus Kunststoff, aber der ist relativ weich und somit auch ganz schön angreifbar. Das Radio läuft auch ohne Zündung und auch dann, wenn man den Schlüssel abzieht, man muss es also immer manuell ein- und ausschalten.

Vorne sind die Sitze ausreichend groß, aber nur ganz wenig ausgeformt, geben wenig Seitenhalt und können nicht in der Höhe verstellt werden, dafür werden aber die Sitzlehnen fein mit einem Drehrad verstellt. Nicht erwartet hätten wir auch die Sitzheizung, die hier serienmäßig verbaut ist. Und auch wenn die zwar nicht die schnellste ist, so heizt sie dochso ordentlich, dass man daraus glatt zwei Stufen hätte machen können. Rein und raus geht vorne ganz gut.

Auch der Einstieg hinten ist so weit bequem, für die Füße wird es aber schon etwas eng. 1,80 m hinter einem 1,80 m großen Fahrer geht gerade so, die Beine liegen aber nicht ganz auf und drei Erwachsene nebeneinander wird eng. Der Kopfraum ist auch hinten noch üppig und die Kopfstützen können zumindest für eine Körpergröße von 1,80 m weit genug ausgefahren werden.

Die Sitzfläche hinten kann geteilt hochgeklappt werden, dann lassen sich die Lehnen vorklappen, dazu müssen aber erst die Kopfstützen raus. Die Ladefläche ist fast eben.

Der Kofferraum kann entweder mit dem Schlüssel im Schloss oder durch einen Druck auf den Schlüssel geöffnet werden – in dem Zusammenhang sei auch noch mal explizit erwähnt, dass der Kalina jetzt auch für die Türen eine Fernbedienung besitzt !!! – dann springt die Heckklappe leicht hoch und kann einfach geöffnet werden. Sie schwingt weit auf, auch als 1,90 m Mensch stößt man sich noch nicht an. Dann könnte aber die recht harte Verkleidung im Weg stehen. Beim Schließen muss man recht fest ziehen und meist noch irgendwo nachdrücken. z.B. an der Scheibenwischerverankerung, sonst schließt er nicht richtig.

Die Ladekante ist gut geschützt (die Stoßstange nicht) und angenehm niedrig, danach geht es gute 12 cm nach unten, dann kommt ein eher lappriger Boden mit dem Ersatzrad darunter, im Normalzustand fasst das Ladeabteil 240 Liter. Auf der Seite ist ein kleinesLämpchen, das aber nur brennt, wenn das Licht am Auto an ist.

Schon allein durch die beschriebenen Features wie Klimaanlage, Sitzheizung etc. ist der gebotene Komfort schon um etliches höher. Hinzu kommt eine im Vergleich zum Granta komfortablere Fahrwerksabstimmung.

Auch folgt er so weit willig der Lenkung, die ist angenehm straff, dürfte aber gerne noch eine Spur direkter sein. Der Kalina geht flott durch enge Kurven und gibt sich auch im Slalom ganz gut, das Fahrzeug untersteuert und schwenkt dann mit dem Heck nach legt sich auch mit der Karosserie deutlich zur Seite.

Jenseits der Tempo 100 wird es insgesamt lauter, dann mehren sich auch die Windgeräusche, er liegt dann noch ganz gut auf der Straße, kleinere Lenkkorrekturen sind aber häufig nötig.

Negativ fällt auf, dass er im Schnee zwar eine gute Traktion vorweisen kann, doch wird die Schneemenge auf der Straße zu groß, dann hat er Probleme sich durchzudrücken, man kommt schwer aus der eingefahrenen Spur und ebenso schwer wieder dort hin zurück. Auch beim Überholen auf der Autobahn wird der Spurwechsel schon bei wenig Schnee zum Abenteuer. Dafür ist der Kalina einfach zu leicht (nur 1.090 kg) und will vorne quer gehen, man muss oft Gas wegnehmen und durch Lenkeingriffe versuchen die Richtung und den Wagen auf der Straße zu halten.

Im Vergleich zum Granta zeigt sich der Scheibenwischer jetzt wesentlich besser ohne Rubbeln, allerdings wird noch immer das Beifahrersichtfeld vom Restwischwasser wieder verdreckt. Glänzen kann der Lada Kalina mit seinemHeckscheibenwischer, so was nenne ich mal ein wirklich großes Wischerfeld, da bleibt kaum was ungewischt. Dafür funktioniert der Warnton für den nicht angelegten Gurt nur beim Fahrer.

Er hat zwar keine Einparkhilfe oder ähnliches, aber er macht das Radio leiser, sobald man den Rückwärtsgang einlegt!?! Scheinbar gibt es auch irgendwo auf der Welt eine Luxusversion mit elektrisch verstellbaren Außenspiegeln, denn die Masken und Knopfattrappen dafür sind schon da.

Die Bremsanlage mit ABS, Bremsassistent, innenbelüfteten Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten spricht gut an und ist gut zu dosieren, bei einer Vollbremsung taucht er vorne ein und wenn die Straße nass ist wird er auch etwas schwammig.

Ein moderner 16-Ventiler ist der ganze Stolz von Lada. Aus ebenfalls 1,6 Litern Hubraum holt der neue Vierzylinder jetzt 72 kW / 98 PS gegenüber den 87 PS des alten 8-Ventilers. Er läuft kultivierter und auch leiser, zeigt sich aber nicht wirklich spritziger.

Ein wenig sparsamer waren wir mit dem 16-Ventiler im Kalina unterwegs, als wir es mit dem 8-Ventiler Granta bei ansatzweise gleicher Fahrweise waren, statt 6,4 haben wir 6,3 Liter verbraucht, diesmal fast identisch mit der Werksangabe. Okay, wir wollen fair bleiben, der Kalina hatte bei Testbeginn noch keine 200 km gelaufen, war also noch absolut jungfräulich und die Temperaturen während der Testphase lagen permanent um oder wenig unter Null Grad. Der CO2-Ausstoß liegt bei 148 g/km, er erfüllt die Abgasnorm Euro 6.

Trotz 12 Mehr-PS und etwas mehrDrehmoment (145 Nm) zeigt sich in Sachen Topspeed (169 km/h) und einer Beschleunigung von Null auf 100 in 12,4 Sekunden kein Unterschied. Die Fünfgang-Handschaltung arbeitet ordentlich, die Wege sind ausreichend kurz und exakt geführt, die Abstufung geht in Ordnung, ein sechster Gang wird allenfalls auf der Autobahn vermisst.

Im Kapitel Sicherheit zeigt sich auch beim Kalina kein wirklicher Fortschritt, sieht man mal davon ab, dass das aktuelle Modell jetzt auch ISOFIX mit an Bord hat.

Außerdem gibt es eine Kindersicherung an den hinteren Türen und neben Dreipunktsicherheitsgurten und höhenverstellbaren Kopfstützen auch wieder nur Fahrer- und Beifahrer-Frontairbags.

Sie haben die Wahl: Neben dem neuen 16-Ventiler wird der Lada Kalina auch noch mit dem 8-Ventiler mit 87 PS angeboten, die Ausstattung ist fast identisch, lediglich die Klimaanlage bleibt dem 16 V vorbehalten. Bei nur unwesentlich geringerem Verbrauch und praktisch identischen Fahrleistungen kostet der 8 V aber nur 7.490,- Euro, während für den 16 V mit 98 PS 8.990,- Euro hingeblättert werden müssen.

Das neue Audiosystem mit Bluetooth und Freisprecheinrichtung, USB-Anschluss, elektrische Fensterheber vorne, Zentralverriegelung, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, Metallic-Lack und Alufelgen im 15 Zoll Format sind immer serienmäßig.

In der Aufpreisliste tauchen dann z.B. eine Ladekantenschutzfolie für 90,- Euro, die Verdunklungsfolie für die hinteren Seiten- und das Heckfenster für 340,- Euro, Nebelscheinwerfer für 200,- Euro,Seitenschutzleisten für 80,- Euro, eine abnehmbare Anhängerkupplung für 690,- Euro und die Autogasanlage für 2.500,- Euro auf. Beide Modelle besitzen die 3 Jahre Fahrzeug-Herstellergarantie und 6 Jahre gegen Durchrostung.

Stand: Februar 2016, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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