// / Kommen wir zum Thema, dem Lancia Thema.

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Kommen wir zum Thema, dem Lancia Thema.

Zwei Jahre ist der Lancia Thema nun schon bei uns auf dem Markt, der Durchbruch ist dem italienischen Flaggschiff hierzulande jedoch noch nicht gelungen. Leider, denn das Zeug dazu hätte der Thema allemal. Das einzigartige Karosseriedesign trifft auf einen eigenständigen Innenraum mit üppigem Platzangebot, der Komfort ist dabei ebenso tadellos wie die Antriebe. Der Ausstattungsumfang mit seinen unendlichen Features entspricht nicht nur höchsten Ansprüchen sondern sucht auch seinesgleichen. Selbst mit allen Extras an Bord kommt der Lancia Thema auf gerade mal 53.290,- Euro.

Das extravagante Blechkleid des Thema sticht gelungen aus dem gängigen Bild auf unseren Straßen hervor. Mit einer Länge von 5.066 Millimetern, einer Höhe von 1.488 Millimetern und einer Breite von 1.902 Millimetern spielt er zudem größentechnisch eindeutig bei den ganz Großen mit.

Die Front, stolz und selbstbewusst, mit sehr großem in Chrom glänzendem Kühlergrill und den schicken Bi-Xenon-Scheinwerfern inklusive markanter LED-Grafik verleihen dem Thema einen einmaligen Auftritt.

Ebenso unverkennbar die Silhouette mit der hohen Gürtellinie in Verbindung mit der flachen Fenstereinheit – hier setzt man wie auch am Heck auf weitere Chromakzente – den ausgeprägten Kotflügeln und den darin hervorstechenden 20 Zöllern, die das Flaggschiff mehr als satt dastehen lassen.

Nicht weniger einzigartig und markant präsentiert sich das Heck mit den ebenfalls in LED-Technologie ausgeführten Rückleuchten. Nicht zu vergessen, die oval geformten und ebenfalls in Chrom hervorgehobenen Endrohre, die harmonisch in den unteren Stoßfänger integriert sind.

Anmutend, komfortorientiert und großzügig könnte man den Wohlfühlinnenraum des Thema kurz und knapp beschreiben. In unserem Testwagen umschmeichelte weichstes Nappaleder nicht nurdas gut ausgeformte Gestühl, auch die Armaturentafel ist beledert. In der Executive-Ausstattung ist diese Ausführung außerdem zweifarbig und sorgt für ein wunderbar luxuriöses Ambiente.

Ein Eindruck, der von zahlreichen Holzelementen, silberfarbenen Applikationen sowie Chromdetails, der eingearbeiteten Analoguhr und den schicken Doppelnähten an der gesamten Armatur, der Mittelkonsole, am Lenkrad bis hin zur Tür oder der Saphire blauen Instrumenten- und Schalterbeleuchtung untermalt wird.

Überraschenderweise kommt trotz der Farbwahl für die Beleuchtung keine unterkühlte Stimmung im Innenraum auf, dagegen erfreuen wir uns an der Einzigartigkeit vieler Finessen, so beispielsweise bei der Instrumenteneinheit, die den Eindruck erweckt, als seien hier kleine Kristalle angebracht.

Und so versucht Lancia mit Liebe zum Detail, eigenen Ideen und durchaus hochwertigen Materialien wie auch einer guten Verarbeitung den Thema auf das Niveau eines BMW oder Mercedes zu hieven. Wenn Ihnen dieser Versuch auch nicht ganz gelingen mag, so sollte im direkten Vergleich doch stets die enorme Preisersparnis bedacht werden. Denn gegenüber einem deutschen Pendant sprechen wir ausstattungsbereinigt nicht nur von einem Vorteil von drei, vier oder fünftausend Euro. Stattdessen bewegen wir uns im Bereich von mehreren zehntausend Euro!

Als eine weitere Annehmlichkeit erweist sich das serienmäßige Infotainment-System Uconnect, dass eine übersichtliche und spielerische Bedienführung ermöglicht. Mittels sehr großem 8,4 Zoll Touchscreen lassen sich diverse Funktionen steuern, gar bis hin zur Sitzheizung, was eine deutliche Einsparung an herkömmlichen Schalterelementen zur Folge hat.

Um sich in die Vorgehensweise des Uconnect hineinzuarbeiten ist zwar eine kurze Eingewöhnungsphase von Nöten, doch letztlich wirft die Menüführung keine großen Fragen auf. Außerdem lassen sicheinige Positionen auch per Spracheingabe oder über Tasten am Lenkrad steuern. Eine Bluetooth-basierte Freisprechanlage, ein Lesegerät für SD-Speicherkarten, ein USB-Port mit iPod-Bedienung sowie ein DVD- und CD-Player runden das umfangreiche Paket ab. Abgesehen von der Einstiegsvariante Gold, umfasst das Uconnect auch ein Navigationssystem von Garmin.

Die Großzügigkeit macht sich beim Lancia Thema allerdings nicht nur an der Anzahl der Komfortelemente bemerkbar, auch die Platzverhältnisse sind sehr gastlich. So nehmen Großgewachsene vorn auf den stets vollelektrisch justierbaren Sitzen wunderbar Platz, und während im Winter stets für einen wohlig-warmen Sitz gesorgt ist, kann der Thema ausgenommen von der Basisvariante auch mit einer aktiven Sitzkühlung aufwarten.

Die Getränkehalter verwöhnen in den Versionen Platinum und Executive zudem mit einer Kühl- und Heizfunktion und nicht zu vergessen in diesen Ausstattungen, die Sitzheizung für die hintere Sitzreihe. Und so reisen wir auch im Fond ohne Komforteinbußen, vom üppigen Platzangebot ganz zu schwiegen.

Das Kofferraumvolumen stellt mit 462 Litern ausreichend Stauraum bereit, kann hier aber nicht mit überdurchschnittlichen Werten überraschen und eine hohe Ladekante sowie eine darauf folgende Schwelle müssen leider hingenommen werden. Ein kleiner Schwachpunkt, der den positiven Gesamteindruck des Thema jedoch keineswegs zu Nichte macht.

Abhängig von der gewählten Ausstattung, ist der Thema in der Gold- bzw. Platinum-Variante mit einem komfortbetonten Fahrwerk in Verbindung mit 18-Zoll-Rädern versehen. Für Platinum optional verfügbar, im Executive stets serienmäßig, ist die sportlichere Touring-Fahrwerksauslegung gekoppelt an grandiose 20-Zoll-Leichtmetallräder.

Trotz dessen ist der gebotene Komfort auf schlecht ausgebauten Strecken souverän und wenn auch insgesamt etwas straffergefedert, wie von einer Premium-Limousine erwartet. Einzig die weitere Reduzierung der Windgeräusche bei höherem Tempo könnten wir dem Thema als Verbesserungsvorschlag bezüglich des Komforts mit auf den Weg geben.

Ansonsten sagt uns die ausgewogene aber agile Auslegung sehr zu und macht sich gerade im Kurvenverhalten positiv bemerkbar. Das heckangetriebene Fahrzeug ist alles andere als behäbig und das Spiel mit dem sich meldenden Heck bereitet einem immer wieder Freude und stellt einen vor keine großen Aufgaben. Gar unbeeindruckt von seiner Größe lässt sich die Limousine knackig sportlich und wankfrei durch die Kurven manövrieren.

Die beim Thema Executive zudem präziser ausgelegte elektrohydraulische Servolenkung soll dieses Potential zusätzlich unterstreichen. Wenn wir auch den direkten Vergleich zu den komfortbetonteren Varianten nicht ziehen konnten, so können wir dem Thema ein erfreulich direktes und angenehmes Handling attestieren. Einzig beim Rangieren fällt die Lenkung etwas schwergängig auf, was wiederum auch an der großen Bereifung liegt.

Verlassen konnten wir uns während der Testphase auch auf die fest zupackende Bremsanlage, die neben vier großen und innenbelüfteten Scheibenbremsen auch elektronische Unterstützung in Form von Ready Alert Braking die den Bremsdruck automatisch erhöht und dem Rain Brake Support, entfernt den Wasserfilm von der Bremsscheibe, erhält.

Die begehrteste Motorvariante des zur Wahl stehenden Portfolios, bestehend aus einem 3,6-Liter-V6-Benziner mit 210 kW (286 PS) sowie den zwei 3,0-Liter-Turbodiesel dürfte wohl die leistungsstärkere Dieselvariante mit 176 kW / 239 PS sein.

Mit diesem Topdiesel bestückt, leistet der Selbstzünder 49 PS mehr als die schwächere Motorisierung. Gekoppelt an ein maximales Drehmoment von üppigen 550 Newtonmetern, das zwischen 1.800 und 2.800 Touren bereit steht, absolviertdas Schwergewicht den Sprint von Null auf Tempo 100 in guten 7,8 Sekunden. Die kraftvolle Leistungsentfaltung bewahrt sich das Flaggschiff bis zum Erreichen der Höchstgeschwindigkeit von 232 km/h.

Zu hören bekommt man dabei einen sonoren Motorensound, der sich aus wenig Diesel aber reichlich Sechszylinder zusammensetzt. Ein weiteres Lächeln zaubert uns der Verbrauch auf die Lippen, wenn auch die angegebenen 7,2 Liter von uns nicht ganz erreicht wurden, so pendelten wir uns selbst bei flotter Fahrweise bei immer noch effizienten neun Litern ein. Die CO2-Emissionen belaufen sich laut Hersteller auf 191 Gramm pro Kilometer.

Im Vergleich zu den deutschen Mitbewerbern sieht der Thema allerdings was das Getriebe anbelangt etwas alt aus. Zumindest was die Dieselaggregate angeht, denn statt der acht Schaltstufen wie beim Ottomotor, müssen sich diese mit lediglich fünf Gängen begnügen. Dennoch wechseln diese auch hier sanft und zeitnah.

An serienmäßigen Sicherheitsfeatures wie auch Assistenzsystemen mangelt es dem Thema dagegen keineswegs. Und damit stellt er alle anderen Mitwerber deutlich in den Schatten. Denn während diese teils horrende Aufpreise verlangen, kann Lancia eine lange Liste aufführen:

Antiblockier-Bremssystem mit Schlechtwege-Erkennung, Bremstraktionskontrollsystem, Bremsassistent, Bremsbereitschafts-Assistent, Regen-Bremsunterstützung, Brems-Vorrangsteuerung, Berg-Anfahrhilfe (Hill Start Assist, HSA), Automatisches Antibeschlagsystem, Hintere Querbewegungserkennung, Einparkhilfe ParkSense, Rückfahrkamera ParkView, Regensensor, Reifenluftdruckkontrolle, mehrstufig auslösende Airbags – sieben an der Zahl, aktive Kopfstützen, Gurtstraffer, Gurtkraftbegrenzer und Gurtwarner, eine energieabsorbierende Lenksäule, der Fußgängerschutz (APP), das Unfall-Reaktionssystem und ISOFIX-Befestigungssysteme – und das alles serienmäßig.

Einzig dieTotwinkel-Überwachung, die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandskontrolle und Auffahrwarnsystem sowie die hintere Bewegungserkennung sind „nur“ in der höchsten Ausstattungslinie inbegriffen, allerdings für die Platinium-Variante gegen einen Aufpreis von 1.390,- Euro erhältlich.

Doch der Thema hat nicht nur betreffend der Sicherheit unendliche Features serienmäßig zu bieten. Bereits die Basisvariante Gold ab 41.400,- Euro ist mit Bi-Xenon-Scheinwerfern inklusive LED-Tagfahrlicht und Kurvenlicht, dem Infotainment-System Uconnect Touch, einem schlüssellosen Komfortzugangs- und Startsystem, der automatischen Öffnungsfunktion für die Heckklappe, einer Zweizonen-Klimaautomatik, elektrisch verstell- und beheizbaren Ledersitzen sowie einer Geschwindigkeitsregelanlage sehr vorbildlich ausgestattet.

Diese Ausstattungslinie ist jedoch ausschließlich mit dem kleinsten Diesel kombinierbar, so starten wir bei dem von uns gefahrenen 3.0 V6 MultiJet mit 239 PS in der Platinum-Variante zu attraktiven 46.900,- Euro und werden mit Sitzbezügen aus perforiertem Nappaleder, einem beheizbaren Lenkrad aus Leder und Wurzelholz mit elektrischer Neigungs- und Höhenverstellung, elektrisch verstellbaren Pedalen, kühl- und beheizbaren Getränkehaltern in der Mittelkonsole vorn wie auch aktiv belüftbaren Vordersitzen, beheizbaren Fondsitzen und dem Navigationssystem von Garmin verwöhnt.

Wunschlos glücklich, sind in jedem Fall die Käufer der Topversion Lancia Thema Executive. Denn für 50.900,- Euro wird der Innenraum mit der Alpine Audioanlage mit neun Lautsprechern und Subwoofer beschallt, das Gestühl sowohl die Armaturentafel in Leder der Manufaktur Poltrona Frau gehüllt und der Fahrer hält ein beheizbares Lenkrad aus zweifarbigem Leder in Händen, während das Fahrzeug auf 20-Zoll-Leichtmetallräder daherrollt und mit dem Fahrerassistenz-Sicherheitspaket SafetyTecversehen ist.

An möglichen Extras bleibt da lediglich das große Panorama-Glasschiebedach für 1.350,-Euro, die mit 950,- Euro berechnete Metallic-Sonderlackierung und ein Notrad für 90,- Euro.

Stand: Dezember 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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