// Fahrbericht / Kia Sorento 2.4 CVVT 2WD

Kia

Kia Sorento 2.4 CVVT 2WD

Mit dem Sorento hat Kia ein echtes Erfolgsmodell auf die Räder gestellt, das dem Image der Marke sehr gut getan hat. Jetzt wurde das Modell komplett überarbeitet, sieht aus wie ein ganzer Kerl, fährt sich angenehm straff mit genügend Komfort, bietet viel Platz auch fürs Gepäck, ein gefälliges, modernes Cockpit und wirft in Sachen Bedienung keine Fragen auf. Optional wird das Bild einer Rückfahrkamera in den Innenspiegel projiziert. Der Preis ist super, zumal weder bei der Ausstattung noch bei der Sicherheit gespart wurde. Der 2,4-Liter Benziner läuft kultiviert, die Lenkung arbeitet gefühlvoll, die Bremsen lassen aber zu wünschen übrig.

Optik ist ja immer eine Frage des Geschmacks, und der Vorgänger war eine gefällige, edle Erscheinung. Aber das KIA-Familiengesicht hat sich in der Zwischenzeit gewandelt, die neue Linie wird vor allem durch die eigenwillige Form des Kühlergrills mit dem breiten Chromrand dominiert, also braucht auch der Sorento ein neues Gesicht.

Und die Designer haben ganze Arbeit geleistet, der Neue ist natürlich rundum neu, die im unteren Bereich geschwungene Kühlerform wird von der Frontschürze und den Scheinwerfern übernommen, die sich weit in die Seite zeihen, dazu ein aufgesetzter Unterfahrschutz und markant integrierte Nebelleuchten und fertig ist ein dynamisch-aggressives SUV.

Ganz anders als der Vorgänger zeigt der neue Sorento auch optisch was er kann, ein echter Kerl, dabei war unser Testwagen nur mit Frontantrieb bestückt, was dem Ausflug ins Gelände ebenso schnell ein Ende setzt, wie die mangelnde Bodenfreihiet. Aber er sieht so als ob, und für die meisten genügt das ja auch vollkommen. An den Radkästen laufen in dunklem Kunststoff abgesetzte Schutzleisten, auch dieSeitenschweller sind entsprechend verkleidet. Die Seitenlinie ist betont glattflächig und geradlinig, Schwung bekommt er durch die schräg stehende A- und C-Säule.

Ohne viel Schnörkel auch das Heck, glattflächig, klar gezeichnet mit einer nach unten hin schwungvoll gebogenen Heckscheibe, an deren Form sich die Rückleuchten anlehnen. Einen Schuss Offroad-Optik bringt dann die Heckschürze mit mehr oder weniger angedeutetem Unterfahrschutz, alles in dunklem Kunststoff gehalten. Sie sorgt auch dafür, dass die Ladekante inkl. Stoßstange gut gegen Ladekratzer geschützt ist.

Weit öffnet die Heckklappe und gibt einen großen Laderaum frei, unter dem soliden Boden steckt ein Extrafach und das sauber verstaute Werkzeug, So lassen sich im Heck des neuen Sorento 528 Liter (plus 87 Liter gegenüber Vorgänger) Gepäck unterbringen, ein Griff, und die Rücksitzlehne klappt geteilt nach vorne, die Sitzfläche senkt sich automatisch mit ab und es bleibt ein fast ebener Ladeboden und bis zu 1.582 Liter Ladevolumen zurück. Hier war der alte Sorento etwas besser, allerdings mussten bei ihm noch die Kopfstützen vorher entfernt werden.

Oder Sie nutzen den Sorento als Siebensitzer, dann können Sie aus dem Gepäckraumboden zwei weitere Sitze ausklappen, das geht recht einfach, nur muss dazu die Gepäckraumabdeckung raus und damit weiß man dann nicht so recht wohin. Der Weg zu den beiden Zusatzsitzen ist beschwerlich und eng, und auf langen Strecken sollte man auch keine Erwachsenen hier hinten unterbringen.

Die sitzen wesentlich besser in der Reihe davor. Hier kommt man – wie in Reihe eins – bequem rein und raus und findet dann auf angenehm straffen Sitzen ein gutes, im Kopfbereich sogar üppiges Platzangebot, und das trotz des Glasdaches. Auch hinter großen Fahrern sitzt man als 1,80 mMensch noch ganz bequem.

Noch besser sitzt man vorne, die beiden Sitze sind groß dimensioniert, gut ausgeformt und straff gepolstert, ein wenig störend macht sich die aktive Kopfstütze bemerkbar, die zur optimalen Erledigung ihrer Sicherheitsarbeit im Normalfall zu nahe am Kopf steht und bei eher aufrechter Sitzposition den Fahrer zur vorgebeugten Kopfhaltung zwingen.

Natürlich ist auch im Innenraum alles neu, geblieben sind aber die hochwertige Materialwahl, die solide Verarbeitung und der gefällige Materialmix. Dazu gesellen sich moderne, gut ablesbare, ineinander verschachtelte Rundinstrumente mit breitem Chromrand, moderne und einfach zu bedienende Schalter und ein zweifach verstellbares Lenkrad mit Radiofernbedienung und schicker Aluapplikation.

Über allem thront ein schönes, zweigeteiltes Glasdach, das für einen lichtdurchfluteten Innenraum sorgt. Für den richtigen Durchblick beim Einparken sorgt eine Rückfahrkamera, deren Bild in den Rückspiegel projiziert wird. Man muss sich zwar erst kurz daran gewöhnen, dann aber ist es sehr praktisch, das Bild des Rückspiegels und das Kamerabild gleichzeitig im Blick zu haben. Nachdem die C-Säule auch sehr breit ausgefallen ist, kann man diese zusätzliche Hilfe ganz gut gebrauchen, auf der anderen Seite lässt sich der Sorento aber auch prima mit den großen Außenspiegeln einparken.

Er fährt sich wie ein Pkw, bietet guten Komfort und hält für sportlicheres Fahren noch genügend Straffheit bereit. So legt sich die Karosserie auch nur dezent zur Seite, wenn man mit dem Sorento schneller durch die Kurven räubert. Dabei schiebt der Fronttriebler deutlich über die Vorderräder, ESP greift im Notfall ein, hält sich aber zum Glück selbst bei nasser Fahrbahn erfreulich zurück und bevormundet nicht den Fahrer.

Abroll- undWindgeräusche fallen nicht störend ins Gewicht und auch der 2,4-Liter-Benzinmotor läuft angenehm kultiviert. So lässt sich der KIA auch bestens als Reiselimousine benutzen. Im Slalomtest folgt er willig der angenehm straffen Lenkung, die sich auch sonst ausreichend direkt und mit genügend Rückmeldung in Szene setzt.

Die Bodenfreiheit schrumpfte auf 184 mm und hilft dem Fahrer wenn es ins Gelände gehen soll wenig, nur mit Frontantrieb bestückt setzt sich der Sorento ohnehin selbst schnell ein Ende. Und auch beim normalen Straßenbetrieb hat der fehlende Allradantrieb natürlich gewisse Nachteile. Die Antriebsräder drehen besonders bei nasser Fahrbahn schnell durch, und da der Vierzylinder-Benziner am Start etwas schwer loskommt und nach ein wenig mehr Gas verlangt, sind quietschende Reifen zumindest bis zur endgültigen Eingewöhnung an der Tagesordnung. Falls nicht, muss man sich auch immer wieder mal mit einem Abwürgen abfinden.

Die Bremsanlage des neuen Sorento ist gut zu dosieren und spricht schnell an. Dank ABS, elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent sind auch bei nasser Fahrbahn Vollbremsungen kein Problem, trotz Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten steht der Koreaner aus Tempo 100 aber erst nach fast 41 Metern.

Kleinigkeiten, die aber doch stören und den Komfort etwas mindern: Will man den Tempomat aktivieren, muss immer erst Set- gedrückt werden, dann erst reagiert die Anlage auf Set+. Und das Fahrzeug verriegelt sich während der Fahrt automatisch, was zwar im Prinzip prima ist, aber auch einen Nachteil birgt, denn steigt man z.B. kurz aus um was aus dem Kofferraum zu holen oder dort zu verstauen, ist nach dem Öffnen der Fahrertür – vorausgesetzt der Schlüssel bleibt im Zündschloss stecken – auch nur die Fahrertür entriegelt, dassorgt für unnötige Lauferei.

Ein SUV wie der Kia Sorenta ist eigentlich mit einem Diesel am besten bestückt, hier fallen auch die für gewöhnlich doch höheren Verbräuche weniger ins Gewicht. Trotzdem haben wir uns für unseren Testwagen für den überarbeiteten Einstiegsbenziner mit 2,4 Litern Hubraum entschieden.

Der Vierzylinder springt kultiviert an und bleibt im normalen Fahralltag auch angenehm leise. Erst wenn die 174 PS (128 kW) voll gefordert werden, entwickelt der Motor einen kernigen Sound, wird aber nie störend laut. Das erwähnte etwas schwere Loskommen und die geringe Traktion der Vorderachse sorgen dafür, dass er laut Kia nach 10,5 Sekunden die Tempo 100 erreicht. Dazu braucht es aber viel Übung, um das optimale Verhältnis von Gas und Kupplung zu erreichen, meist gelingt der Sprint auf 100 nur in 12 und mehr Sekunden. Laut Kia soll der Allradler aber noch gut eine halbe Sekunde langsamer sein.

Bleibt man am Gas und schaltet fleißig die sechs Vorwärtsgänge durch, schafft der Sorento 2.4 eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. Dabei zeigen sich die Längen der Schaltwege als ganz okay, allerdings wirkt die Führung etwas lapprig und kann sich einen Holperer über die Leerlaufstellung nicht verkneifen.

Die Abstufung der unteren Gänge ist recht kurz, die oberen sind dagegen zunehmend lang übersetzt, und so wirkt der Kia unten rum recht spritzig, oben rum eher zäh, dabei verfügt der 16-Ventiler über ein maximales Drehmoment von 225 Nm bei 3.750 U/min.

Der Verbrauch fällt entsprechend der Fahrwiese aus. Begnügt man sich mit defensivem Cruisen, kann man den Sorento 2,4 mit 8 bis 9 Litern bewegen, sobald es über Tempo 130 geht, sind 10,5 und auch mal noch drei Liter mehr pro 100 km weg, in der Stadt sind es ebenfalls stolze 11,3 Liter für denSiebensitzer. Auf unsere Normstrecke haben wir 8,5 Liter Super im Mix benötigt. Der CO2-Ausstoß des Euro 5-Motors liegt im Mix bei 205 g/km.

Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie durchgehende Kopfairbags sorgen für Ihre Sicherheit. Hinzu kommen aktive Kopfstützen vorne, Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen, vorne mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern und ISOFIX-Halterungen an den beiden Außenplätzen in Reihe zwei.

Unabhängig von der Ausstattungsvariante sind ESC (elektronische Stabilitätskontrolle), ABS mit Traktionskontrolle, Bergan- und –abfahrhilfe serienmäßig an Bord des Fahrzeugs, das sich fünf Sterne im Euro-NCAP Crashtest geholt hat.

Den Einstieg in die Sorento-Welt bildet der 2.4 CVVT 2WD, den es nur in der Version „Attract gibt, und der für 28.505 Euro in der Preisliste auftaucht. Seine Grundausstattung ist dabei schon ziemlich umfangreich, umfasst u.a. elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Radio-CD-Kombination mit 6 Lautsprechern und Dachantenne, Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern vorn und hinten, Zentralverriegelung mit Fernbedienung etc.

Einige angenehme Dinge gibt es dann gegen Aufpreis in diversen Paketen, damit kam bei unserem Testfahrzeug – eine europäische Spezifikation, die es so wohl für den deutschen Markt nicht geben wird – auch die Rückfahrkamera, das Panorama-Schiebedach, Teilledersitze, die 3. Sitzreihe etc. an Bord, Zubehör, dass laut Preisliste für den Attract eigentlich gar nicht vorgesehen sind. Es lohnt sich hier für Sie, mal detailliert mit Ihrem Händler zu sprechen und einen Blick in die Preisliste zu werfen.

Abnehmen können wir Ihnen diesen Blick wenn es um die umfangreichen Garantieleistungen von Kia geht. Ganz neu ist hier die 7-Jahres-Garantie auf Fahrzeug, Lack undMobilität, altbekannt die 12 Jahre gegen Durchrostung. Noch immer knapp bemessen sind dagegen die Wartungsintervalle von 15.000 km bzw. einmal pro Jahr. Die Versicherungseinstufungen lauten HPF und TK 23, VK 24.

Stand: März 2010, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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