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Honda Civic Tourer 1.6 i-DTEC

Vorne mit der Limousine identisch, spielt der Tourer seine ganzen Vorteile natürlich im Heck aus. Und das beginnt mit der besseren Kopffreiheit schon auf den Rücksitzen. Dass die Kapazität des Ladeabteils ebenfalls deutlich gegenüber der Limousine gesteigert wurde, sollte nicht verwundern, die zudem bessere Rücksicht dank fehlender Querstrebe im Heckfenster auch nicht. Der Civic Tourer hat erstmals ein adaptives Dämpfersystem an Bord, das wirkt zwar nur auf die Hinterachse, sorgt aber für richtig gute Ergebnisse und so geht der etwas längere Kombi mindestens ebenso spritzig um die Ecken wie die Limousine. Dass dabei die nur 88 kW/120 PS des 1.6 Liter Turbodiesel ganze Arbeit leisten und trotzdem sparsam sein können, erhöht den Reiz zusätzlich. Unser Testwagen in der Ausstattungslinie Lifestyle kostet stolze 27.425,- Euro, ist dafür aber auch gut ausgestattet.

Honda Civic – das hieß beim Vorgänger futuristische Optik pur. Der neue Civic ist da ein wenig zurückhaltender, aber nicht minder auffällig und zudem auch noch richtig schick. Vor allem, wenn er das langgezogene, dynamische Heck des Tourers, also des Kombis trägt.

Der Tourer übernimmt natürlich die Front und auch die Seitenansicht bis zur zweiten Tür von der Limousine, steht entsprechend sportlich da und kann mit der von einer schwarzen Blende zu einer markanten Einheit zusammengefassten Scheinwerfern und Kühlergrill gefallen.

Ebenso unverwechselbar gibt sich die Seitenansicht mit den schwungvoll angesetzten Radläufen und auch die Sicke unten an den Türen verfolgt diesen Schwung, den die hinteren Radhäuser ebenfalls wieder aufnehmen. In Verbindung mit der sanft ansteigenden unteren und ebenso sanft abfallenden oberen Fenster- und Dachlinie streckt sich der Kombi auf 4.535 mm Länge und diese 23,5 cm mehr schaffen nicht nur Platz im Laderaum sondern bringen diesen Schuss Eleganz.

Wie auch die ab der zweiten Tür dunkel getönten und sich nach hinten nur noch zu einem schmalen Spalt verjüngenden Seitenscheiben, die D-Säule scheint gar nicht vorhanden. Und wo bisweilen das Kombiheck in praktischer Nüchternheit versinkt, da baut der Civic Tourer mit geschwungenen Linien und markanten Rückleuchten sportliche Emotionen auf. Und wer jetzt annimmt, dass damit der Stauraum auf ein Minimum reduziert wird, der muss sich eines Besseren belehren lassen.

Ein ebenfalls recht großer Vorteil des Tourers neben dem praktischen Ladeabteil liegt im Nichtvorhandensein der bei der Limousine mitten im Blick steckenden Querstrebe, die das Heckfenster in zwei Teile zerstückelt und damit die freie Rücksicht. Nicht schön gemacht ist, wie unten die Seitenschweller mit Schweißnaht und Ansatz so gar nicht schön anzusehen sind.

Bleiben wir mal gleich hinten beim Laderaum. Die Heckklappe schwingt schön weit hoch, wenn man größer als 1,85 m ist, stößt man sich allenfalls an der schön abgerundeten Kunststoffverkleidung, nicht aber am Schloss. Bei der Gepäckraumabdeckung muss man nur ein wenig die Griffmulde drücken, und schon löst sich die Verriegelung und sie fährt nach vorne, also auch mit vollen Händen kein Problem.

Der Laderaum selbst ist groß (624 Liter) und glattflächig, seine Ladekante ist schön, die Stoßstange nicht gegen Ladekratzer geschützt. Unser Testwagen hatte kein Reserverad, dafür steckte ein zusätzliches großes Fach unter dem Boden mit solidem Klappmechanismus und einer Schnur, die selbigen hoch hält. Dazu vier Verzurrösen – aufklappbar und verchromt im Boden – und vor der großen Klappe ist noch mal eine kleine, unter der sich das Gepäcknetz, das Werkzeug, der Verbandskasten und das Reifenreparaturset befinden.

Auf grund der gebogenen Form der Heckklappe würde durch die Gepäckraumabdeckung nicht alles vor fremden Blicken geschützt, darum ist in der Heckklappe eine zusätzliche kleine Abdeckung angebaut, die genau diesen Spalt abdeckt. Honda hat da wirklich an alles gedacht.

Und so lässt sich auch beim Tourer die Rückbank einfach umlegen, zweigeteilt natürlich – die Sitzfläche fährt dabei automatisch mit nach unten, die Ladefläche ist eben, der entstehende Schlitz wird mit einer Klappe überdeckt. Genau so einfach geht es wieder zurück. Der Gurt kann dank einer Halterung dabei normalerweise nicht eingeklemmt werden.

Zum Glück wurde auch beim Tourer nicht auf das praktische Deatil verzichtet, mit dem man die Sitzfläche auch nach oben klappen und so hohe Ladung über die gesamte Fahrzeugbreite stellen kann. Durch das Vorklappen des Bügels, auf dem die Sitze normalerweise ruhen, wird diese in der Klappstellung fixiert.

Eines haben die Entwickler leider vergessen, die Lehne des Beifahrersitzes kann nicht vorgeklappt werden, das hätte die gute Laderaumvariabilität noch mal deutlich verbessert.Die Sitze an sich sind ausreichend groß und straff, gut ausgeformt und bieten so in Verbindung mit dem Stoffbezug ordentlich Seitenhalt. Die Lehnenverstellung hätte ich mir mit Drehrad gewünscht, statt mit Hebel, das wäre etwas feinrastriger gewesen.

Die Sitzheizung arbeitet schnell und gut, aber je nachdem in welchem Gang man gerade steckt, kommt man nicht gut an deren Schalter heran. Schön gelöst: Für den Fahrer gibt es im Bereich Knie/Unterschenkel an der Mittelkonsole eine belederte Polsterung, die ist aber recht hart. Außerdem tauchte, zumindest in unserem Fahrzeug, dieses Leder nicht nochmals auf – dazu muss man dann wohl die Lederausstattung ordern.

Dieser Civic bimmelt übrigens nur, wenn man nicht angeschnallt ist, die Limousine, die wir zuvor im Test hatten, sagte mit einer angenehmen Stimme: „Bitte schnallen Sie sich an!“ Das Bong Bong Bong ist zudem nur sehr dezent und hört auch schnell wieder auf.

Die Anzeige des Bordcomputers kann man sich selbst konfigurieren. Außentemperatur, Uhrzeit und Tageskilometer stehen immer da, darüber hat man dann die Wahl z.B. mit Reichweite, Momentanverbrauch mit Balkenanzeige etc. Ich hätte mir hier Durchschnittgeschwindigkeit und -verbrauch sowie Reichweite gewünscht. Das ging leider nicht, dabei wäre genügend Platz dafür gewesen.

Der Lichtassistent, der auch das Fernlicht automatisch ein- und ausschaltet, arbeitet an sich okay, nur manchmal machte er auf freier Strecke ohne ersichtlichen Grund mal kurz für 100 Meter das Fernlicht aus. Warum bleibt wohl sein Geheimnis. Das Fernlicht wird dabei in Abhängigkeit von der Helligkeit draußen beeinflusst. Und ist das Fahrzeug vor einem schlecht beleuchtet, verkneift sich die Automatik das Ausschalten auch schon mal. Auf langen geraden hält sie für meine Begriffe das Fernlicht zu lange an, zumindest hätte ich es selbst früher ausgemacht. Und auch wenn es um Linkskurven geht bemerkt sie erst relativ spät den Gegenverkehr. Manchmal fragt man sich auch, warum sie das Fernlicht gar nicht einschaltet und es auch schon mal bis zu einem Kilometer Fahrstrecke nicht aktiviert.

So wie der Lichtsensor sehr gut arbeitet und sich durch gutes, will heißen ausreichend frühes Einschalten und spätes Ausschalten hervortut, lässt er sich auch von Nebel nicht blenden. Und genau so ist der Regensensor nicht nur wegen seiner individuellen Einstellmöglichkeit auch stets genau um richtigenTempo unterwegs.

Rein und raus geht es vorne wie hinten bequem, hinten ist vor allem die Kopffreiheit noch einen Tick besser und in Reihe zwei ist die B-Säule beim Raus ein wenig im Weg. Was aber echt stört ist, dass einem die ewig langen und hohen Kopfstützen vor der Nase stehen und die Sicht total einschränken. Die Türen schließen mit einem satten Plopp, das ist selbst außen angenehm leise. Alle elektrischen Fensteröffner haben up und down Automatik. Ist nur ein Fenster hinten offen, fängt es bei rund 80 km/h stark an zu wummern.

Der Honda Civic Tourer liegt gut auf der Straße, er gibt dem Fahrer ein sicheres Gefühl. Dabei verfügt er über ein ausgewogenes Fahrwerk mit gutem Komfort und ausreichend Straffheit um auch mal richtig flott fahren zu können. Er liegt auch auf der Autobahn prima, gleicht auch Bodenwellen gut aus.

Aber was heißt das schon? Denn unser Testwagen war erstmalig mit dem Adaptiven Dämpfersystem ADS ausgestattet, und das gestattet es dem Fahrer aus drei Fahrwerksmodi „Normal, Komfort und Dynamic“ zu wählen. Und diese getroffene Wahl ändert der Civic nicht bei jedem Neustart eigenmächtig wieder auf Normal zurück, wie das oft der Fall ist.
Also auf zum Slalomtest und flotten Kurvenritt, und das natürlich in allen Einstellungen, dabei mag man kaum glauben, dass das System nur auf die Hinterachse wirkt. Die Karosserieneigung ist gering, bei Normal und auch in der Komforteinstellung, der Wagen reagiert willig auf die Lenkung und geht zügig um die Pylonen, allerdings wirft er die Insassen dabei ziemlich hin und her. Auf Dynamic geschieht das alles aber nochmals spürbar agiler. Der Civic ist dann ganz zackig und hat nahezu Null Karosserieneigung.

Und so gebe ich es gerne zu, ich bin meist im Sportmodus unterwegs gewesen, denn auch hier sind die Komfortreserven absolut ausreichend. Der Tourer lässt sich jetzt sehr gut und auch schnell um jede Kurve treiben, quietscht dann zwar deutlich mit den Reifen, geht aber nur dezent über die Vorderräder und die Elektronik hält sehr lange ruhig und lässt dem Fahrer über weite Strecken freie Hand oder greift nur so ein, dass es nicht stört.

Na wenn das kein Komfort ist!? Der Tempomat hält auch dann das Tempo bei, wenn man zwischendrin schalten muss. Voraussetzung ist, dass man innerhalb von 5 Sekunden den Gang gewechselt hat – das sollte ja für jeden zu schaffen sein.

Obwohl unser Testwagen nur mitdem 1,6 Liter 88 kW-Diesel ausgestattet war, macht es Spaß und ist zudem ein leichtes, flott unterwegs zu sein. Und da ist es gut zu wissen, dass man sich auf die Bremsanlage verlassen kann. Selbst auf schlechtem Asphalt steht der Civic sehr gut und auf gutem Untergrund noch besser. Aus Tempo 100 heraus braucht er gerade mal 36 Meter bis zum Stillstand.

Die Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten greifen spontan zu, bei einer Vollbremsung mit leichtem Reifenquietschen und wenig ABS-Rubbeln, die Dosierbarkeit ist prima. ABS sowie elektronische Bremskraftverteilung und ein Notbremsassistent sind stets serienmäßig an Bord.

Nur 1,6 Liter Hubraum, und gerade mal 88 kW – damit zieht der doch nicht mal die Wurst vom Brot!?!? Von wegen. Mit dem neuen 1.6 Dieselmotor i-DTEC mit zwei obenliegenden Nockenwellen, Abgasturbolader und Ladeluftkühlung hat Honda ein richtig spritziges Aggregat in den Civic gepackt, die 88 kW/120 PS beschleunigen den Wagen in 10,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und weiter bis 195 km/h. Der Tacho eilt dann aber schon bis fast 210 voraus.

In praktisch jedem Bereich hängt der Vierzylinder-Reihenmotor prima am Gas, dafür sorgen auch die 300 Nm maximales Drehmoment bei 2.000 U/min und die knackige Sechsgang-Schaltung. Deren Schalthebel ist auf kurzen Wegen exakt geführt, kein nennenswerter Holperer über den Leerlauf stört den Schaltvorgang und die Abstimmung passt sehr gut zum Motor, die Anschlüsse passen und auch die Schaltempfehlung arbeitet sehr schön – zumindest nach oben, nach unten lässt sie sich recht viel Zeit, da hat man dann meist selbst schon reagiert. Neben druckvoll und spritzig kann der 1.6er Diesel auch ganz niedertourig.

Und dabei erkauft man sich das nicht einmal mit einem hohen Verbrauch. Im Gegenteil. Im normalen gemischten Stadt-/Land-Verkehr haben wir 4,6 Liter verbraucht, ganz ohne jetzt ständig langsam zu sein. Und wenn man dann noch der Econ-Modus bemüht und die entsprechende grüne Taste betätigt – dann kann man auch bei normaler Fahrweise mit 4,2 Liter hinkommen. Die Taste bewirkt eine verbrauchsorientierte Anpassung der Leistung von Getriebe, Klimaautomatik und Tempomat, der dann auch mit reduziertem Schwung auf die eingestellte Höchstgeschwindigkeit beschleunigt.

Wenn man so um die 130 km/h auf der Autobahn pendelt, liegt der Verbrauch bei 4,6 Litern. Hat man es eiliger, so zieht er bis 190 km/h ganz gut hoch, derMotor ist so gut wie überhaupt nicht zu hören, dafür sind die Abrollgeräusche deutlich lauter, ganz dezent bleiben auch die Windgeräusche im Hintergrund.

Mit seinem tollen Antritt, den er in jeder Lage bereit hält, und vor allem mit seinem agilen Fahrwerk, das wirklich ausgesprochen hohe Kurvengeschwindigkeiten im Dynamic-Modus zulässt, ist er so animierend, dass man Besitzer von wesentlich stärkeren und vor allem teureren Karossen dazu bringen kann, darüber nach zudenken, ihr Auto einzutauschen 😉
Über die Serien-Sicherheitsausstattung mit 6 Airbags, Antischleudertrauma-Kopfstützen vorne, ABS, Stabilitätskontrolle und Druckverlust-Warn-System brauchen wir keine Worte mehr verlieren.

Über die neuen Sicherheitsassistenssysteme von Abstandregelung, Spurhalteassistent, Verkehrszeichen-Erkennung etc. werden wir im nächsten Bericht im Rahmen des Tests der Limousine berichten, die wir mit all diesen Sicherheitsfeatures getestet haben.
Und was kostet er nun, dieser echt gelungene Civic Tourer mit dem 1.6 i-DTEC Turbodiesel? Los geht es bei 21.550,- Euro als „S“ und der von uns gefahrene Lifestyle kostet 27.425,- Euro und ist dann richtig gut ausgestattet.

Das beginnt bei den Außenspiegeln mit integrierten Blinkern (el. verstell, beheiz- und anklappbar), geht weiter über eine Scheinwerferwaschanlage, dem Cargo-Paket mit Trennnetz, Ladekantenschutz aus Edelstahl, Haltenetz und Kofferraumwanne mit verstellbarem Ordnungssystem, Dachantenne und Dachreling, hinten abgedunkelte Scheiben, Alu-Sportpedale, Ambientebeleuchtung, Start-Stop-Automatik, LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfer, elektrische Fensterheber, automatisch abblendenden Innenspiegel, Sitzheizung vorne, Klimaautomatik, Lederlenkrad und -schaltknauf, adaptives Dämpfersystem, Berganfahrhilfe, Einparkhilfe, Fernlichtassistent und Regensensor, und hört bei der Zentralverriegelung noch lange nicht auf.

Als Extras waren in unserem Testwagen dann noch für 2.200,- Euro das HDD-Navigatuossystem mit 6,5 Zoll Touchscreen, USB und Bluetooth verbaut, außerdem Xenonlicht (750,- Euro) für Abblend- und Fernlicht sowie die Metallic-Lackierung für 480,- Euro. Die Aufpreisliste hält dann noch u.a. ein Carbon-Design-Kit für 1.090, Euro, eine 5-Gang-Automatik für 1.300,- Euro und eine ganze Armada an Fahrerassistenz-Systemen bereit.
Für die Preise und Ausstattungen der Varianten Comfort, Spot und Executive werfen Sie bitte einenBlick in die Herstellerpreislisten. Die Einstufungen bei der Kfz-Versicherung lauten 19 für die Haftpflicht und 22 für Voll- und Teilkasko. Honda gewährt eine Dreijahresgarantie bis 100.000 km.

Stand: November 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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Kommentare

Ein Kommentar for “Honda Civic Tourer 1.6 i-DTEC”

  1. […] wieder ein Civic Testwagen? Hatten wir doch erst. Aber nicht mit den zahlreichen neuen Assistenzsystemen, die Honda mittlerweile im Angebot hat und […]

    Von Honda Civic » presse24.com | Januar 16, 2015, 16:43

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