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Fiat Freemont 2.0 MJT 16V AWD

Es ist angerichtet. Der erste Abkömmling aus der Fusion zwischen Fiat und Chrysler stellte im Jahr 2011 der Fiat Freemont dar. Während die eigentliche Basis, der Dodge Journey, in Amerika weiterhin seinen Weg geht, ist der deutlich abgeänderte Fiat Freemont in europäischen Gefilden zu hause. Der wahre Zutaten-Mix aus einer Prise Kombi, einem Löffel Van und dem hinzugefügten Geschmack eines SUV stellt mit seinen sieben Sitzen und dem auch erhältlichen Allradantrieb ein durchaus interessantes Gericht dar, dass dem Käufer außerdem zu sehr attraktiven Preisen aufgetischt wird.

Es ist nicht zu übersehen, dass es sich beim Freemont um keinen reinrassigen Italiener handelt. So kommt dieser nicht nur betreffend der Namensgebung ungewohnt amerikanisch daher. Dennoch versuchten die Verantwortlichen bei Fiat, dem Ursprungsmodell (Dodge Journey) durch dezente Retuschen am Kühlergrill sowie den LED-Rückleuchten etwas mehr italienische Lebensart einzuhauchen.

Richtig gut machen sich die für einen Familienvan untypisch kraftvolle Frontschürze mit angedeutetem Unterfahrschutz, sowie der am Heck angedeutete Diffusor. Wie auch die markant ausgestellten Radhäuser, in denen auch noch Platz für deutlich größere Rad-Reifen-Kombinationen ist.

Der Mix aus kantigen Linen und klaren Flächen sorgen für einen gelungenen Auftritt, der Sportlichkeit und Solidität ausdrückt, die großen Rückleuchten unterstreichen die imposante Erscheinung, die aber klar ihre Wurzeln in Amerika hat.

Im Inneren geht Fiat dagegen deutlich eigene Wege … Die gesamte Armatureneinheit kommt im neuen Gewand daher, Chromzierelemente, silberfarbene Applikationen wie auch einzelneSofttouchoberflächen werten das Ambiente spürbar auf. Die gesamte Anmutung wirkt dabei bemüht, allerdings müssen auch hier weiterhin qualitative Abstriche gemacht werden.

Das Bedienkonzept wirkt nicht nur aufgeräumt sondern ist mit seinen sehr groß ausgeführten Schalterelementen absolut leicht in der Handhabung. Zugegeben, etwas erinnert uns diese Konstruktion an Ausführungen für sehr junge bzw. ältere Generationen – was dem Freemont jedoch nicht zum Nachteil ausgelegt werden soll.

Doch ganz so simpel ist der Freemont dann doch nicht gestrickt, gerade was das Infotainment-Navigations-System mit dem 8,4 Zoll großen Touchscreen anbelangt. Abgesehen davon, dass die optische Gestaltung etwas kindlich geraten ist, so wirft die nicht immer logische Anordnung der Bedieneinheiten teils Fragen auf.

Wenn auch zweifelsohne ein Van, so kommt im Inneren ein regelrechtes SUV-Gefühl auf, blicken wir von der hohen Sitzposition auf die markant geformte Front.

Das Gestühl entspricht dabei ganz dem erwarteten Niveau, für die Größe des Fahrzeuges hätte einzig die Sitzauflage gerne etwas länger sein können. Je nach Ausstattungslinie lassen sich die Sitze teils elektrisch, teils mechanisch verstellen oder verfügen über einen sechsfach elektrisch verstellbaren Fahrersitz inklusive vierfach justierbarer Lordosenstütze. Die dann ebenfalls serienmäßige Teillederausstattung wird um eine leider etwas langsam agierende Sitzheizung ergänzt.

Das in diesem Fall unter dem Beifahrersitz platzierte große Staufach wird um weitere praktische Ablagemöglichkeiten bis in den Kofferraum reichend erweitert.

Der Fiat ist im Gegensatz zum Journey von vorne herein mit sieben Sitzen bestückt. Dabei verfügen wirGroßgewachsene nicht nur auf den vorderen Plätzen über üppig Raum, auch in der zweiten Reihe sitzen wir ebenso luftig und zudem nochmals erhöht. Leider ist die Ausformung nur gering und somit auch der Seitenhalt nur mäßig.

Werden die Plätze von Kindern genutzt, erweisen sich die spielend aus den Sitzflächen herausklappbaren Kindersitze des Child Booster-System als sehr praktisches Detail.

Die Plätze drei, vier und fünf lassen sich aber auch einzeln um insgesamt zehn Zentimeter in Längsrichtung verschieben, die Beinfreiheit somit flexibel verändern und bei Bedarf lassen sie sich auch asymmetrisch umlegen, dazu ist jeweils nur ein Hebelgriff nötig.

Ein weiterer Hebel betätigt und der Sitz fährt nach vorn und so entern wir wenn auch nicht ganz ohne Verrenkungen die Einzelplätze im Kofferraum, die sich bei Nichtgebrauch wiederum vollständig im Kofferraumboden versenken lassen.

Die dritte Sitzbank reicht wie so oft für Kinder oder nicht allzu groß geratene Insassen. Möchte man hier mit 1,80 Metern noch bequem reisen, müssen die mittleren Sitze nach vorn geschoben werden, was wiederum hier den Beinraum erheblich einschränkt.

Auf welchem Sitz wir schlussendlich auch Platz nehmen, für einen kühlen Kopf sorgt die serienmäßige Dreizonen-Klimaautomatik, die sich selbst auf den hinteren Plätzen separat regeln lässt.

Je nach Konfiguration der Sitze, erstreckt sich das Ladevolumen von 130 Liter bei sieben genutzten Sitzen über 472 Liter in der Fünfsitzer-Einstellung bis hin zu einem maximalen Ladevolumen von 1.461 Liter. Für den Transport besonders langer oder sperriger Gegenstände kann ab dem zweiten Ausstattungsniveau zudem serienmäßig die Beifahrersitzlehne umgeklappt werden.

Dieentstehende Fläche ist an sich eben, birgt allerdings bedingt durch die Sitze kleine Zwischenräume im Ladeboden. In der Topausstattung finden wir im Gepäckraum außerdem eine wiederaufladbare LED Akkutaschenlampe vor.

Das Fahrwerk des Freemont ist angenehm straff ausgelegt, hier hatten die Ingenieure deutlich die europäischen Bedürfnisse im Blick, auch wenn das Familienfahrzeug bedingt durch die Fahrzeuggröße sowie der Automatik eher zum Cruisen anregt, so kann der Italiener auch anders.

Nun auch mit Allradantrieb ausgestattet, meistert er Kurvenfahrten auch mit höherem Tempo noch souverän und mit überraschend geringen Wankbewegungen. ESP greift im Grenzbereich kontrolliert aber keineswegs störend ein, zusätzliche elektronische Hilfen, wie die Traktionskontrolle oder beispielsweise die intelligente Anhängerpendelstabilisierung runden das Angebot ab.

Dass eine straffere Auslegung gern zu Lasten des Komforts geht, ist nicht ungewöhnlich. Nichts desto trotz, bewahrt sich der Freemont einen angenehmen Federungskomfort – eingestehen muss er sich aber dennoch ein durchdringendes Poltern über die Hinterachse.

Angenehm auf das Fahrzeug abgestimmt agiert die Lenkung ausreichend präzise und bietet die nötige Rückmeldung. Wenn auch das Fahrzeug mit einem Wendekreis von über zwölf Metern nicht unbedingt für die Stadt gemacht ist, so lässt er sich schlussendlich aber leichtgängig rangieren.

Ebenso mühelos lassen sich die Bremsen dosieren, die Bremsleistung war dabei stets durchschnittlich, aus Tempo 100 heraus braucht der Freemont rund 40 Meter bis zum Stillstand. Der serienmäßige Umfang mit Antiblockiersystem inkl. elektronischer Bremskraftverteilung, einem Bremsassistenten sowie einerBerganfahr-Hilfe und Scheibenbremsen vorn und hinten ist aber ordentlich.

Das Motorenangebot, zunächst bestehend aus 2.0-Liter-Multijet-Dieselmotoren in zwei Leistungsstufen erhältlich, umfasst aktuell auch zwei Benzinvarianten.
So ist nicht nur der von uns gefahrene Topdiesel mit 125 kW / 170 PS und einem Drehmoment von 350 Newtonmeter als Allradvariante erhältlich, auch der mit 280 PS stärkere Benziner wird in der 4×4-Version ausgeliefert.

Diese Antriebsvarianten sind dabei stets an eine komfortable Automatik mit sechs Schaltstufen gekoppelt. Einzig beim sportlicheren Trip kommt das Getriebe nicht immer mit und schaltet meist unmotiviert – auf der Suche nach dem richtigen Gang – zwischen den Gängen hin und her.

Mit 11,1 Sekunden für den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 liegt diese Motor-Getriebe-Kombination aber lediglich 0,1 Sekunden hinter der frontangetriebenen Handschalter-Version.

Durchzugsstark und zu jederzeit mit ausreichend Kraftreserven versehen, wird das fast zwei Tonnen schwere Gefährt aber dennoch nicht zum rassigen Sportler. In der Höchstgeschwindigkeit reicht der 170 PS Diesel in der 4×4-Version mit 184 km/h zudem nicht an die 197 km/h des Fronttrieblers heran.

Im Hinblick auf den Verbrauch hinkt der Allradler natürlich auch etwas hinterher und verbraucht inklusive der Automatik knapp einen Liter mehr und gönnt sich laut Hersteller 7,3 Liter. Ein Wert, den wir während der Testphase aber durchaus im Visier hatten. Des weiteren stößt der 4WD-Freemont dann mit 194 g/km, 25 Gramm mehr CO2 aus.

Ein Start-Stopp-System haben wir nicht nur in Bezug auf den Spritsparvorteil vermisst. Da der Motor auch im Stand recht rau läuft, würde ein Abschalten des Aggregats auch den Ohrenschmeicheln. Wenn auch im normalen Fahrbetrieb noch angenehm, so wird das Motorengeräusch im geforderten Zustand unangenehm laut. Hier besteht gerade was die Geräuschdämmung angeht noch Nachholbedarf.

Die Frontairbags werden im Freemont um weitere Luftkissen an den Seiten sowie vor den Fensterflächen ergänzt, letztere reichen dabei bis in die dritte Sitzreihe.

Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Sitzplätzen zählen dabei ebenso zum serienmäßigen Umfang, wie die aktiven Kopfstützen vorn, drei ISOFIX-Befestigungsmöglichkeiten in Reihe zwei und das bereits erwähnte Child Booster-System.

Die aktuelle Preisliste zeigt auf, dass aus der mittleren Ausstattung „Urban“ die Variante „My Freemont“ wurde. Diese stellt wiederum für den von uns gefahren 2.0 16V MULTIJET Automatik Allrad mit 33.390,- Euro die Einstiegsvariante dar.

Wenn auch mit neuem Namen versehen, so beinhaltet dieses Niveau weiterhin einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz, den 8,4 Zoll Touchscreen, ein Leder-Multifunktionslenkrad inklusive Bluetooth Freisprechanlage, Parksensoren hinten oder beispielsweise elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel.

Eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, das schlüssellose Zugangssystem sowie ein Tempomat übernimmt diese Ausstattung bereits von der Basisvariante. Die Topausstattung nennt sich weiterhin „Lounge“ und verlangt in unserer Testwagenkonstellation dem Kunden 35.390,- Euro ab.

Aufbauend auf das Ausstattungsniveau „My Freemont“ umfasst diese außerdem das Garmin Navigationssystem, eine Teillederausstattung inklusive Sitzheizung, 19″ Leichtmetallräder, eine Rückfahrkamera sowie das Alpine Audio System.

Wer das Verwöhnprogramm perfekt machen möchte kann für 880,- Euro das DVD VideoPaket inklusive 9″-Bildschirmen im Fond oder das elektrische Glasschiebedach für 900,- Euro ordern. Die Lackierungen umfassen neben einer Metalliclackierung (700,- Euro) auch eine Dreischicht-Metalliclackierung (900,- Euro).

Stand: August 2013; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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