// Fahrbericht / Ibiza ST – die Seat-Palette wächst und wächst…

Seat

Ibiza ST – die Seat-Palette wächst und wächst…

Der Ibiza – ob Drei- oder Fünftürer – steht für Dynamik und Lifestyle, ein Kombi dagegen für Flexibilität und optimalen Nutzfaktor. Nun lag es an Seat, diese Eigenschaften so gut wie möglich zu vereinen. Und wir müssen zugeben, den Spaniern ist dies mit dem Ibiza ST recht gut gelungen. Auch wenn er gegenüber seinem Bruder aus dem Hause Skoda einige Liter an Ladevolumen hat einbüßen müssen, so ist Seat sich und seiner Sportlichkeit treu geblieben. Da verzichten wir doch gerne auf ein bisschen Stauraum …

Der Ibiza zählt ganz klar zu den Bestsellern der Marke Seat und dementsprechend vertraut ist uns sein rassiges Gesicht, auch wenn mittlerweile schon wieder ein neues Designkonzept, genannt „Arrow Design“, die aktuelle Linie bestimmt, die Seat natürlich auch bei der Kombivariante übernommen hat. Und so zieht sich die markante Linienführung von der Front geschickt und kraftvoll über die Seitenlinie bis hin zum athletischen Heck.

Die abfallende Dachlinie – sehr harmonisch auch mit der Dachreling – findet ihre Verlängerung im dezenten Dachspoiler sowie in der schräg stehenden Heckscheibe nach unten in eine dynamische Heckschürze mündet, wir geben es aber offen zu, für einen Seat und noch mehr für einen Ibiza im Moment doch ein etwas ungewohnter Anblick.

Die großen Rückleuchten verleihen dem Fahrzeug mehr Breite, wirken aber im Gegensatz zu den Frontscheinwerfern rundlicher. Das große SEAT Logo dient wie gewohnt auch hier als Griff um die Heckklappe zu öffnen. So steht auch der Ibiza ST schnittig und lässig vor uns und überragt die Limousine nur in der Länge, dort aber um stattliche 18 Zentimeter.

Ganz im gewohnten Ibiza-Stil präsentiert sich das Interieur sportlich schlicht, von den optimal geformten und angenehm straff gepolsterten Sitzen, über die intuitiv zu handhabende undübersichtliche Bedieneinheit, der Instrumenteneinheit in Röhrenoptik bis hin zur dynamischen Linienführung der Armaturen, kann somit auch die Kombivariante überzeugen.

Ebenso in punkto Verarbeitung, den verwendeten Materialien, der Wertigkeit … hier ist der Einfluss des Wolfsburger Mutterkonzerns VW an jeder Ecke zu spüren und auch wenn bei den niedrigeren Ausstattungslinien mehr Hartplastik verarbeitet wurde, so gibt es keinen wirklichen Anlass zur Kritik.

Die Linie Sport, die nicht nur über noch sportlichere Sitze verfügt, kann zudem mit einem Design-Paket aufgepeppt werden, bei dem wahlweise ein helle oder dunkle Farbabstimmung für Armaturentafel, Türverkleidungen etc. zur Verfügung steht.

Doch nun zu dem Aspekt, der für einen Kombikäufer entscheidend ist. Wie sieht es mit den Platzverhältnissen im Fond und vor allen Dingen mit denen des Kofferraums aus, und mit dessen Flexibilität? Um es kurz vorweg zu nehmen: Im Grunde gut, auch wenn es Mitbewerber gibt, die mehr Raum und ausgefeiltere Umklappmechanismen zu bieten haben.

Im Fond sitzt man auch als 1,80 Meter Passagier noch ausreichend gut, Luftsprünge sind dann jedoch nicht mehr drin, dank der länger ausfallenden hinteren Türen gelingt der Ein- als auch der Ausstieg problemlos – ausreichend große Parklücken vorausgesetzt.

Dies gilt auch für den Zugang durch die weit öffnende Heckklappe, womit wir mitten drin sind im 430 Liter großen geräumigen Laderaum. Praktisch präsentiert sich hier der faltbare Ladeboden sowie die weiteren Staufächer und Verankerungsmöglichkeiten wie z. B. die Taschenhaken, die angenehm niedrige Ladekante kommt uns gerade beim Be- und Entladen von schweren Gegenstände sehr entgegen.

Wer auch größere Güter unterbringen möchte, kann durch Umlegen der Rücksitzlehnen den nötigen Raum schaffen, allerdings steigt hier die Ladefläche spürbar an und die entstandene Schwellestört auch. Das können Sie alles vergessen, wenn Sie vorher die Sitzflächen der Rücksitze hochklappen, dann die Kopfstützen ausbauen (passende Ansteckvorrichtungen sind vorhanden) und erst dann die Lehnen vorklappen. Jetzt stehen ohne Wenn und Aber 1.164 Liter Stauraum bei dach hoher Beladung zur Verfügung, dazu gesellt sich eine maximale Zuladung von 515 Kilogramm.

Durch optional erhältliche Träger und Vorrichtungen lassen sich auch problemlos Skier, Fahrräder oder Dachboxen anbringen.

Seat konnte uns bisher immer mit seinem Fahrverhalten begeistern und mag die Motorisierung noch so klein gewesen sein, die gewisse „auto emocion„ war stets garantiert. Und – keine Angst – so ist es auch beim neuesten Zuwachs, der Kombiversion ST.

Agil und gutmütig wieselt er um die Ecken, das Handling kann als spielerisch bezeichnet werden, mit Frontantrieb gibt sich der Kleine leicht untersteuernd und hinzu kommt eine angenehm sportliche und vor allem exakte elektrohydraulische Servolenkung.

Das elektronische Stabilisierungssystem ESP hält stets seine schützend Hand über uns, ohne aber störend einzugreifen. Die Topmotorisierungen sind zudem mit der elektronischen Differenzialsperre XDS kombiniert. Diese erkennt, wenn das kurveninnere Rad der Vorderachse bei Kurvenfahrt zu sehr entlastet wird und bremst es mit einem kurzen Impuls leicht ab. Was zur Folge hat, dass sich das auftretende Untersteuern erheblich verringert und die Traktion verbessert.

Wie schon die Bezeichnung erwarten lässt, ist beim Ibiza ST Sport die Abstimmung noch knackiger und agiler. Aber auch hier müssen Sie auf den nötigen Komfort nicht verzichten, mit einer guten Federabstimmung können aber vor allem die anderen Varianten auch auf sehr schlecht ausgebauten Straßen überzeugen. Doch wirklich zu hause ist so ein Spanier einfach in engen Kehren oder schnellen Kurven, das problemlose Handling des Fahrzeugssorgt stets für Fahrspaß. An Wendigkeit mangelt es ihm ohnehin nicht, mit 10,48 Meter Wendekreis lässt sich auch der Kombi mühelos rangieren.

Für Kombikäufer nicht gerade unwichtig: Mit der optionalen Anhängerkupplung darf der Ibiza ST je nach Motorisierung bis zu 1.200 Kilogramm Anhängelast ziehen (gebremst, bei 8 Prozent Steigung).

Ob mit oder ohne Hänger, an der Vorderachse bringen innenbelüftete Scheibenbremsen mit 256 Millimeter Durchmesser das Fahrzeug optimal zum Stehen. Abgesehen von der Basisausstattung kommen auch hinten massive Scheibenbremsen zum Einsatz, auf die Trommelbremsen beim 60 PS Ottomotor hätte Seat aber gerne verzichten können. Immer mit dabei: Der Bremsassistent (EBA) sowie das sich bei einer Vollbremsung automatisch aktivierende Warnblinklicht.

Mit sieben Motoren im Angebot hat Seat sicher für jeden das passende zu bieten, auch wenn zunächst nur deren fünf zum Verkaufsstart zur Verfügung standen. Die Palette teilt sich in vier Benziner und drei Diesel auf, ebenfalls 4:3 steht es in der Aufteilung Vierzylinder zu Dreizylinder, das Leistungsspektrum erstreckt sich dabei von 60 PS bis 105 PS.

Während die meisten Aggregate aus der Limousine übernommen wurden, präsentiert sich der 1.2 TSI Ecomotive völlig neu und stellt zugleich die stärkste Benzinmotorisierung dar.

Der Vierzylinder arbeitet mit Direkteinspritzung und einem hochmodernen Turbolader mit Ladeluftkühlung und folgt dem Downsizing-Prinzip. Er leistet 77 kW / 105 PS und stellt bereits ab 1.550 U/min sein maximales Drehmoment von 175 Nm zur Verfügung. Damit wird ein Spurt von Null auf Hundert in nur 10,2 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von Tempo 190 möglich.

Trotz aller Dynamik kann dieser ST mit 5,1 Liter Durchschnittsverbrauch und einem CO2-Ausstoß von 119 g/km punkten. Das Start-Stopp-System, die rollwiderstandsarmen Reifen sowie weitere spezielle Modifikationentragen hier selbstverständlich ihren groß Teil dazu bei.

Zu den Volumenmotorisierungen zählen jedoch – und waren für uns im Rahmen der Veranstaltung auch zu erfahren – der 1.4 16V und der 1.6 TDI. Wobei gerade letzterer in der Leistungsstufe 105 PS (auch mit 90 PS erhältlich) ganz unseren Geschmack getroffen hat.

Schön spritzig und drehfreudig, aber vor allen Dingen sparsam, wofür der Durchschnittsverbrauch von 4,2 Litern je 100 Kilometer sowie 109 g CO2-Emission sprechen. Das Drehmomentmaximum liegt bei 250 Nm zwischen 1.500 und 2.500 U/min, was dem ST einen Beschleunigung von 10,9 Sekunden für den Sprint von 0-100 km/h beschert und eine Spitzengeschwindigkeit von 188 km/h möglich macht.

Während alle Motoren serienmäßig mit einem gut geführten Fünfgang-Handschalter kombiniert sind, deren fehlender sechster Gang man zu keiner Zeit wirklich vermisst, ist der neue 1.2 TSI Ecomotive optional auch mit einem Sieben-Gang-DSG erhältlich. Wer jedoch auf letzteres zurückgreift muss auf die sparsame Ecomotiv-Technologie verzichten und sich mit einem Spritverbrauch von 5,3 Liter im Mix begnügen.

Nicht nur, dass die Karosserie aus ultrahochfestem Stahl besteht und mit Querträgern, eigens entwickelten Deformations-Elementen und einigen weiteren Sicherheitsdetails versehen wurde, das Fahrzeug ist zudem serienmäßig mit zwei Frontairbags, Kopf-Thorax-Airbags sowie Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern vorn und Isofix-Verankerungen, aber auch den technischen Hilfen wie ESP, ABS, einer Reifendruckkontrolle und der Berganfahrhilfe bestückt.

Mit 12.290,- Euro für den 60 PS 1.2 Liter Benziner bietet Seat wirklich eine sehr günstige Einstiegsversion, die allerdings nur in der Basisausstattung ST erhältlich ist und dann auch nur sehr spärlich ausgestattet ist, dennoch sind auch hier die genannten Sicherheitselemente an Bord sowie das axial und vertikal verstellbare Lenkrad, einhöhenverstellbarer Fahrersitz, eine Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber vorn. Auf die geteilt umklappbaren Rücksitze wie auch die Funkfernbedienung müssen Sie hier leider noch verzichten.

Diese Features sind dann, wie auch eine schwarze Dachreling in der nächst höheren Ausstattung Reference, in Verbindung mit dem 70 PS Otto-Motor oder dem 75 PS Diesel, serienmäßig und stellen mit 13.640,- Euro bzw. 16.800,- Euro für den 1.2 TDI immer noch ein faires Angebot dar.

Zudem besteht hier die Möglichkeit gegenüber der ST-Ausstattung eine Klimaanlage, ein Audiosystem mit Bedienungssatellit am Lenkrad, Aux-In-Anschluss und CD-Player oder einen Tempomat und Nebelscheinwerfer mit Abbiegelichtfunktion zu ordern. Ein Bordcomputer oder elektrische Fensterheber für den Fond sind allerdings auch hier nicht erhältlich.

Ab 15.500,- Euro (Diesel ab 18.650,- Euro) steigen Sie dann in die vorbildlich bestückte Style-Variante auf. Denn diese enthält eine Klimaanlage, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, Scheinwerfer mit „Coming home“-Funktion, elektrisch klapp-, einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber rundum, eine verchromte Dachreling, einen höheneinstellbaren Beifahrersitz, 15-Zoll-Räder, Außenspiegel und Türgriffe in Wagenfarbe, Lederlenkrad und Lederschaltknauf, eine Geschwindigkeitsregelanlage, einen Bordcomputer, die geteilt umlegbare Rücksitzbank und ein Audiosystem mit 6 Lautsprechern samt Bediensatellit.

Als Pendant zu dieser komfortbetonten Ausstattung gibt es dann noch den „Sport“ für den 1.2 TSI und den 1.6 TDI, der neben all diesen Features auch über schicke 16 Zoll Leichtmetallfelgen mit Reifen im Format 215/45 daher rollt und über die tollen Sportsitze sowie die dunkle Verglasung der hinteren Fenster verfügt. Ein Paket ganz nach unserem Geschmack und das für 700,- Euro Aufpreis gegenüber der Ausstattung Style.

Auf Wunschkönnen Sie Ihren ST je nach Ausstattungslinie noch um diverse weitere Annehmlichkeiten erweitern, wobei zahlreiche Features in attraktiven Pakten zusammengeschnürt sind. Hier empfehlen wir einen Blick in die Preisliste.

Stand: Juli 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ähnliche Beiträge

Kommentare

Keine Kommentare for “Ibiza ST – die Seat-Palette wächst und wächst…”

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Archive

banner