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Daihatsu

Daihatsu Terios Top

Er misst gerade mal vier Meter in der Länge, trotzdem bietet er im schick gemachten Innenraum sehr gute Platzverhältnisse, auch auf der Rückbank, die sich leicht umlegen und den 380 Liter großen Kofferraum weiter vergrößern lässt. Leider ist die Hecktür an der falschen Seite angeschlagen und leider werden die Sitze schnell weich, ansonsten ist vom Fahrwerk über die Lenkung bis hin zur Schaltung alles angenehm sportlich straff. Der Motor leistet 105 PS, damit ist er in der Stadt wieselflink, außerorts aber etwas zäh. Mit permanentem Allradantrieb bietet er nicht nur eine gute Traktion sondern macht auch abseits befestigter Wege mit der Geländeuntersetzung eine gute Figur.

Kaum war der neue Terios vorgestellt, konnten sich die Macher auch schon über den „red dot design award 2006“ freuen. Und das hat der kleine Stadtroader auch verdient, er wirkt modern, solide und sympathisch.

Und für die Stadt bringt er mit seinen kompakten Abmessungen und der hohen Sitzposition reichlich Vorteile mit, auch wenn die C- und D-Säule eine recht unübersichtliche Einheit bilden und die Hecktür für Rechtsverkehr an der falschen Seite angeschlagen ist und die Beladung am Bürgersteig etwas erschwert.

Schwungvoll, fast wie ein Lächeln, zieht sich die Frontschürze um Kühlergrill und Scheinwerfer, geht in massiv ausgestellte Radhäuser über. Die Frontschürze reicht tief nach unten und nimmt einen Unterfahrschutz auf, da die Fahrzeugüberhänge aber extremkurz ausgefallen sind, kommt man auch abseits befestigter Wege so schnell nicht in Bedrängnis.

Am Heck ist mittig das Reserverad montiert, eine schicke Kunststoffabdeckung schützt es vor Verschmutzung. Leider versteckt sich der Auspuff hinter der Heckschürze, das schafft zwar Freiraum im Gelände, in der Stadt würde sich aber ein dickes Endrohr prima machen.

Sieht man mal vom Leder-Lenkrad und -Schaltknauf ab, ist Kunststoff das vorherrschende Material im Cockpit, aber bei dem Preis darf man auch nicht mehr erwarten. Trotzdem kann man sich im neuen Terios auf Anhieb wohl fühlen. Besonders die üppigen silbernen Applikationen in der Tür, rund um die Instrumente und an der Mittelkonsole sorgen für eine frische Atmosphäre.

Die wenigen, schön gestalteten Bedienelemente sind übersichtlich und gut erreichbar platziert, ihre Handhabung wirft keinerlei Fragen auf und auch die klar gezeichneten Rundinstrumente sind optimal ablesbar.

Groß, gut ausgeformt und mit ausreichend Seitenhalt gesegnet präsentieren sich die Sitze. Wie es der Zufall wollte, war unser Testwagen exakt jenes Modell, dass wir auch während der Präsentation erstmals gefahren sind. Und empfanden wir seinerzeit die Polsterung als angenehm straff, war sie uns jetzt, keine 10.000 km später, zu weich.

Sollte uns unser Gefühl einen Streich gespielt haben? Leider nein. Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und uns in ein neues Fahrzeug beim Händler gesetzt und siehe da: Straffe Sitze. Nachdem die meisten Käufer ihr Fahrzeug länger als 10.000 kmfahren, ist dieser Umstand etwas betrüblich und verlangt nach Verbesserung, zumal auf langen Strecken die weichen Sitze arg in den Rücken gehen.

Die Verstellung erfolgt manuell und recht einfach, der Fahrersitz kann, wie auch das Lenkrad, in der Höhe verstellt werden. Unifarbener Stoff an den Seitenwangen und eine schöne Musterung in den Mittelbahnen macht optisch einen sehr gefälligen Eindruck.

Wenn wir bislang vom „kleinen Stadtroader“ gesprochen haben, könnte das schnell einen falschen Eindruck erwecken, denn trotz kompakter Außenmaße ist der neue Terios innen alles andere als eng. Vier, selbst groß gewachsene, Passagiere finden ein bequemes Unterkommen, selbst in Reihe zwei ist viel Platz und dank individuell einstellbarer Lehnen auch guter Sitzkomfort, nur bei drei Erwachsenen wird es hinten in der Breite eng.

Dank vier weit öffnender Türen und dem nicht zu hohen Hüftpunkt gelingen Ein- und Ausstieg sehr bequem und der Terios hat echte Türgriffe, mit denen die Türen auf sanften Zug zu öffnen sind.

Leicht von der Hand geht auch das Umlegen der Rücksitze, wenn der 380 Liter große Kofferraum mal nicht ausreicht. Im Verhältnis 60 zu 40 werden erst die Sitzlehne vor- und dann der gesamte Sitz hochgeklappt. Die Kopfstützen bleiben dran und es entsteht ein ziemlich ebener Ladeboden, über eine angenehm niedrige Ladekante wird das Be- und Entladen zum Kinderspiel. Schade nur, dass die Hecktür an der falschen Seite angeschlagen und die Stoßstange gegen Verkratzen ziemlich ungeschützt ist.

Er siehtnicht nur sportlich aus, er fährt sich auch so – also was das Fahrwerk angeht. Denn der Daihatsu Terios ist ausreichend straff abgestimmt ohne den Komfort zu vernachlässigen. Dazu gesellt sich eine angenehm straffe und direkte Lenkung, mit der man den Wagen prima im Griff hat, ein Wendekreis von nur 9,80 m sorgt zusätzlich für gutes Handling.

Und dann ist da ja auch noch der permanente Allradantrieb mit Zentraldifferenzial, der in jeder Situation für optimale Traktion und Fahrstabilität und damit für ein stets sicheres Gefühl sorgt. Fast neutral meistert er auch schnelle Kurven, die Karosserieneigung ist dank der straffen Abstimmung recht gering, im Slalomtest zeigte sich der Terios aber recht behäbig mit strenger werdender Lenkung, und kommt er an seine Grenzen, ertönt ein Warnton.

Die Stabilitätskontrolle VSC ist mit der Antriebsschlupfregelung TRC gekoppelt, letztere übernimmt die Funktion der Hinterachsdifferenzialsperre. Und auch wenn ihn die meisten nur auf befestigten Wegen bewegen, der Daihatsu Terios kann mehr, viel mehr. Zwar ist die Bodenfreiheit mit 200 mm nicht gewaltig, aber die 24° Rampenwinkel und die Böschungswinkel von vorne 38° und hinten 37° deuten schon auf seine Kraxel-Künste hin.

So setzten dann die „normalen“ Straßenreifen unserem Klettermaxe als erstes Grenzen, aber mit dem Zuschalten der Differentialsüperre kommt man dann doch ganz schön weit, meist weiter als man darf. Sobald der Terios festen Boden unter den Rädern hat, sorgt die Sperre für deutliche Verspannungen, insgesamtfür eine merklich straffere Lenkung.

Mit großen, innenbelüfteten Scheibenbremsen an der Vorderachse und Trommelbremsen hinten, die über ABS mit Bremskraftverstärker, elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent angesteuert werden, ist der Terios ausreichend gut bestückt. Sie lassen sich im Alltag fein dosieren und packen bei einer Notbremsung fest zu. Dabei ist zwar lautes ABS-Rubbeln zu vernehmen und auch die Front taucht tief ein, aber er beliebt auch bei nasser Fahrbahn sauber in der Spur und der Bremsweg von rund 38,50 Metern um aus Tempo 100 zum Stillstand zu kommen blieb auch nach der zehnten Vollbremsung nahezu konstant.

Aus 1,5 Litern Hubraum, verteilt auf vier Zylinder, holt der Terios 77 kW/105 PS bei 6.000 U/min und sein maximales Drehmoment von 140 Nm liegt bei 4.000 Touren an. Und jetzt spätestens wird ihnen klar, warum wir dauernd vom Stadtroader sprechen.

Zusammen mit den ersten drei knackig kurz übersetzten Gängen ist der Terios vor allem in der Stadt wieselflink und kann bestens mithalten. Auf der Landstraße und mehr noch auf der Autobahn muss man seine Erwartungen etwas zurück schrauben.

In Verbindung mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe vergehen 12,4 Sekunden, um aus dem Stand auf Tempo 100 zu kommen und bei 160 km/h ist die Topspeed erreicht. Wer flott sein will, muss häufig schalten und sich damit abfinden, dass der ansonsten ruhige in einen ziemlich lauten Motorsound wechselt.

Erfreulich ist, dass der Schalthebel exakt und auf kurzen Wegen geführt ist, bisweilen hakelt er aberein wenig. Bleibt der Motor und Ihre Fahrweise ruhig, können Sie im Schnitt mit 7,9 Litern Normalbenzin auskommen, in der Stadt sind es 9,7 Liter je 100 km.

Wer den 105 Pferdchen häufiger die Sporen gibt und den Motor bis an den Drehzahlbegrenzer hochjubelt sollte sich nicht über mehr als 10 Liter pro 100 km wundern. Im Landstraßentempo verbraucht der Terios nur 7 Liter, dafür, dass stets alle vier Räder angetrieben werden, kein schlechter Wert.

Unser Terios Top ist serienmäßig mit Fahrer- und Beifahrerairbags, Seitenairbags vorne und Kopfairbags vorne und hinten ausgestattet.

Auf allen Plätzen sind höhenverstellbare Kopfstützen montiert und auch die Dreipunkt-Automatikgurte sind vorne höhenverstellbar, haben Gurtstraffer sowie Gurtkraftbegrenzer. An den äußeren Fondsitzen sind ISOFIX-Kindersitzbefestigungen montiert.

20.790,- Euro verlangt Daihatsu für den Terios Top, den Einstieg schaffen Sie mit dem Basismodell schon für 17.990,- Euro.

Die meisten Käufer haben sich bislang für den Top entschieden, der mit einer sehr umfangreichen Ausstattung aufwartet. Ob Klimaanlage, Frontscheibenrahmenheizung, Gepäckraumbeleuchtung, abschließbares und beleuchtetes Handschuhfach, Multifunktionsdisplay, beheizbare Außenspiegel, el. Fensterheber vorn und hinten, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, RDS-Radio mit CD-Player, Colorverglasung, Intervall-Heckwischer, Chromgrill, Nebel- und Projektionsscheinwerfer, ABS, VSC und TRC oder Alufelgen, alles ist im Grundpreis enthalten.

Für 1.300,- Euro gibt es eineVierstufen-Automatik, die den Verbrauch erhöht und das Temperament merklich zügelt und für 390,- Euro eine Perleffekt-Lackierung. Die Einstufung bei den Versicherungen lauten HPF 17, VK 19 und TK 15.

Stand: November 2006, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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