// Fahrbericht / Alfa Romeo MiTo Quadrifoglio Verde

Alfa Romeo

Alfa Romeo MiTo Quadrifoglio Verde

Alfa Romeo schaffte mit dem MiTo im vergangenen Jahr den Wegweiser für die Zukunft und krönt zum 100sten Geburtstag die bereits eingefahrenen Erfolge mit der Topvariante Quadrifoglio Verde. Mit 170 Pferdestärken bestückt und dem legendären grünen Kleeblatt versehen befindet sich der MiTo 1.4 TB 16V Quadrifoglio Verde im Segment der kleinen Sportler in bester Gesellschaft. Doch Alfa Romeo setzt nicht nur auf Image und Sportlichkeit – Effizienz und Sparsamkeit stehen ebenso im Vordergrund. Das emotionale Design gepaart mit leidenschaftlichem Fahrgefühl und revolutionärer Motorentechnik bietet Alfa Romeo auch noch zu einem unschlagbar fairen Preis von 20.950,- Euro an.

Das Design des MiTo können wir nur zum wiederholten Male lobend hervorheben. Bereits die Basis verführt den Betrachter mit sportlichen Rundungen, einer knackigen Linienführung und den gewissen italienischen Emotionen. Der Quadrifoglio Verde setzt hier erfreulicherweise nur weitere Akzente ohne aber wie ein aufgepumpter Muskelprotz zu wirken.

Dies gelingt ihm mit exklusiven 17-Zoll-Alu-Speichenrädern, die wie das Außenspiegelgehäuse und die Scheinwerfereinfassungen in Titangrau lackiert sind, abgedunkelten Scheinwerferblenden, Nebelscheinwerfern, einer modifizierten Heckschürze, einem in Wagenfarbe lackierten Dachspoiler, verchromten Doppelendrohren und einer schicken Diffusoroptik.

Soweit ist das optische Paket von Alfa Romeo schon geschnürt, wem jedoch eine der zahlreichen anderen Farbkombinationen des Alfa Romeo Portfolios anstatt des Titan-Looks besser gefallen sollte, kann jederzeit ohne Aufpreis auch darauf zurückgreifen.

Das legendäre vierblättrige Kleeblatt – überden Kotflügeln prangend – zeichnet bis heute die sportlichsten Alfa-Modelle, genannt „Quadrifoglio Verde“, aus und stammt aus dem Jahre 1922. Als Alfa Werksfahrer Ugo Sivocci sich wegen der zugelosten Startnummer 13 vom Pech verfolgt fühlte und sogar den Rennstart canceln wollte, erwachte das vierblättrige Kleeblatt – die Idee eines Mechanikers – zum Leben. Nachdem der Glücksbringer seinen Zweck erfüllt und Sivocci das Rennen gewonnen hatte, wurde das Emblem fortan auf allen Werksrennwagen platziert.

Im Interieur wurde der Quadrifoglio Verde-Stempel noch dezenter aufgesetzt. Lediglich die weiße Instrumentenbeleuchtung, das komplett schwarz gehaltene Cockpit sowie ein sportlicher Sitzbezug lassen auf den QV schließen.

Wem das Interieur etwas zu düster sein sollte, kann mit einer karbonbesetzten Armatur oder zweifarbig ausgeführten Sitzen für etwas mehr Pepp sorgen. Spezielle Sportsitze, die uns regelrecht einpacken, vermissen wir zwar noch, sie sind aber nicht ausgeschlossen und könnten in Zukunft folgen. Dennoch bietet auch das Seriengestühl einen angenehmen Sitzkomfort, ist ausreichend groß dimensioniert, gut ausgeformt und straff gepolstert.

Getönte Scheiben wie auch die Alu-Sportpedale sollten in dieser Klasse jedoch Serie sein, im Falle des Alfa allerdings nur gegen einen Aufpreis von insgesamt 310,- Euro erhältlich. Auf die eher knappen Platzverhältnisse im Fond sowie dem Kofferraumvolumen zwischen 270 und 950 Liter hat der Quadrifoglio Verde keinen Einfluss genommen.

Das hoch gelobte Fahrdynamiksystem D.N.A. darf selbstverständlich nicht bei der Topvariante Quadrifoglio Verde fehlen. Denn wo kann der Dynamic-Modus mehr faszinieren als hier?!

Doch es ist nicht nur diese Facette,die begeistert. Von einer völlig anderen, zivilen Seite zeigt sich der MiTo bei Normalstellung. Wenn auch für einen waschechten Alfisti an sich keine Option, ist es dennoch reizvoll mit dem knackigen Sportler einen Mixverbrauch von rund sechs Liter erreichen zu können. Ist das Fahrwerk auch erst mal auf „N“ eingelockt, hält sich der Gasfuß gleich leichter unter Kontrolle. Jetzt sollte man nur noch die serienmäßige Start-Stopp-Automatik nutzen und der Schaltempfehlungsanzeige folgen und tatsächlich ist so ein vorbildlicher Mixverbrauch im Rahmen des Möglichen.

Aber ehrlich gesagt ist der Reiz und der Kick, den der Dynamic-Modus weckt, viel zu groß um noch länger der Vernunft den Vorrang zu lassen. Bevor wir und jedoch ganz dem Vergnügen hingeben, kurz noch etwas zur Sicherheit bei Nässe und Schnee, denn diese steht im „All weather“-Modus im Vordergrund. Hier greifen die zahlreichen Schutzprogramme entsprechend früher ein und die Gaspedalbewegung und Lenkradbefehle werden sanfter umgesetzt.

Gott sei Dank blieben wir bei unserem Ausritt von Regen und Schnee verschont. Wir können also ganz beruhigt den Wahlhebel auf „D“ stellen. Kaum ist dies getan, fährt es wie ein Ruck durch Mark und Bein und der MiTo präsentiert sich dynamischer, agiler und fordernder.

Dies liegt nicht nur an dem von 230 Nm auf 250 Nm ansteigenden maximalen Drehmoment, auch das Gaspedal spricht spürbar schneller an, die Lenkung ist wunderbar straff und noch direkter ausgelegt, aber auch die Kennlinien des elektronischen Stabilitätssystems VDC wurden verändert.

Während bereits in der Basisversion das serienmäßige D.N.A.-System absolut überzeugen kann und für unglaublichen Fahrspaß sorgt, setzt die DynamicSuspension dem ganzen noch die Krone auf. Wenn auch nur optional erhältlich und derzeit dem Topmodell QV vorbehalten, sind die 600,- Euro Aufpreis für das adaptive Fahrwerk wahrlich gut investiert.

Hiermit nimmt man nicht mehr nur auf Motor und Lenkung sondern auch auf das Fahrwerk Einfluss, perfekte Handlingeigenschaften werden auf unterschiedlichstem Grund, unabhängig von der Geschwindigkeit geschaffen. Durch ständige Regelung der Dämpfer werden die Karosseriebewegungen minimiert und die zahlreichen Assistenzsysteme arbeiten mit Fokus auf Sportlichkeit zusammen.

Ebenfalls bereits bekannt, die elektronische Vorderachs-Sperrdifferenzial Electronic Q2, die für optimale Traktion und Fahrdynamik sorgt. Jetzt scheint der Fahrspaß schier grenzenlos, die Straßenlage ist hervorragend und erlaubt schwindelerregend hohe Kurvengeschwindigkeiten. Der Quadrifoglio Verde ist kaum mehr aus der Ruhe zu bringen, absolut souverän fährt er wie auf Schienen.

Die Bremsanlage mit 305er-Scheiben innenbelüftet an der Vorderachse und 251er-Scheiben hinten bringen das Fahrzeug auch aus hohem Tempo sicher zum Stehen, im Alltag reagiert sie inkl. ABS, Bremskraftverstärker, elektronischer Bremskraftverteilung und einem Bremsassistent spontan und auf sanften Druck.

Der mit 170 PS befeuerte 1.4 TB 16V stellt derzeit den stärksten MultiAir-Motor im MiTo dar und begeistert ebenfalls mit gesteigerter Leistung sowie Drehmoment, bei gesenktem Verbrauch und CO2-Emissionen.

Nach einem kleinen Turboloch prescht der MiTo vehement nach vorn, bekommt seine Kraft dank Electronic Q2 aber sehr gut auf den Boden, das Lenkrad sollte man dabei aber nicht aus den Händen lassen.

Das maximale Drehmoment von 250 Nm im Dynamic-Modus steht demFahrer ab 2.500 U/min voll zur Verfügung. In gerade mal 7,5 Sekunden prescht er auf Tempo 100. Doch gerade in den Zwischensprints liegt seine Stärke, es ist immer wieder eine Freude, den Motor hochzudrehen, der Vortrieb ist dabei wunderbar zügig und von einem kernigen Sound untermalt. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 219 km/h hat der MiTo QV sein Beschleunigungsende erreicht, doch bis dahin zieht er wie am Schnürchen. Und selbst in den höheren Gängen ist der Vortrieb alles andere als zurückhaltend. Andererseits kann der 1.4 TB angenehm untertourig gefahren werden.

Konzeptionell kennzeichnet die neue Topversion der MultiAir-Motoren ein Abgasturbolader inklusive Ladeluftkühlung, eine obenliegende Nockenwelle, Multipoint-Einspritzung und natürlich die neue MultiAir-Technologie – eine zylinderselektive, elektrohydraulische Ventilsteuerung. Generell steigt die Leistung der Motoren dank MultiAir um bis zu 10 Prozent und das maximale Drehmoment um 15 Prozent. Gleichzeitig – und das ist entscheidend – sinken Verbrauch und CO2-Emissionen um jeweils 10 Prozent.

Dass die neuen MultiAir-Motoren die Euro-5-Norm erfüllen scheint selbstverständlich, soll aber dennoch nicht unerwähnt bleiben. Vom niedrigen Kraftstoffverbrauch bei ziviler Fahrweise haben wir bereits gesprochen, doch selbst wenn gefordert bleibt der Verbrauch moderat. Ruhigen Gewissens können Sie also auch gut und gerne den Gasfuß durchtreten, ohne am Ende an der Zapfsäule eine böse Überraschung zu erleben.

Wer noch mehr in die MultiAir-Technik eintauchen möchte, sollte sich unseren Alfa Romeo MiTo MultiAir-Test ansehen (Link).

Das Sechs-Gang-Handschaltgetriebe ist knackig sportlich und straff geführt ganz so wie es ein Alfistierwartet. Ob das bald für den 135 PS MultiAir-Motor erhältliche Doppelkupplungsgetriebe auch für den Quadrifoglio Verde erhältlich sein wird, ist noch fraglich, aber in jedem Fall wünschenswert.

Sieben Airbags, darunter sogar ein Knieairbag, aktive Kopfstützen, 3-Punkt-Sicherheitsgurte rundum mit Gurtstraffern und –kraftbegrenzern an den Vordersitzen, ein „Seat Belt Reminder“ (SBR – signalisiert über ein Display, ob alle Passagiere an Bord auch angeschnallt sind), das SAHR-System an den Vordersitzen (Self Aligning Head Restraint – beugt dem Schleudertrauma vor) und die ISOFIX Kindersitzbefestigung schützen die Insassen bei einem Crash.

Unfallgefahren minimieren oder gar Unfälle verhindern sollen außerdem zahlreiche elektronische Regelsysteme wie die Vehicle Dynamic Control (VDC), das Anti-Blockiersystem (ABS), Antriebsschlupfregelung (ASR), Bremsassistent (HBA), Cornering Brake Control (CBC), Dynamic Steering Torque (DST), die elektronische Bremskraftverteilung (EBD), eine elektronische Differentialsperre „Electronic Q2“, Berganfahrhilfe „Hill-Holder“ und die Motorschleppmoment-Regelung (MSR).

Mit einem Einstiegspreis von 20.950,- Euro für den MiTo Quadrifoglio Verde macht Alfa Romeo eine ganz klare Ansage und lässt einige seiner sportlichen Mitbewerber gut und gerne um 2.000,- Euro hinter sich.

Die serienmäßigen Vorzüge, wie z.B. eine manuelle Klimaanlage, Leder-Lenkrad und –Schaltknauf, ein Multifunktionsdisplay, elektrische Fensterheber, Tagfahrlicht, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel sowie eine Audioanlage mit CD/MP3-Player bringt das Topmodell ebenso mit sich, wie die bereits erwähnten optischen und technischen Highlights.

Auf jeden Fall Ihr Geld Wert und nur zuempfehlen, ist das 600,- Euro „günstige“ adaptive Fahrwerk „Dynamic Suspension“, die schicken 18-Zöller „Quadrifoglio Verde“ für 400,- Euro und die rot lackierten Bremssättel für 150,- Euro.

Stand: März 2010, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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