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Alfa Romeo

Alfa Romeo Giulietta 2.0 Mjet

Da wird Ihre Nase aber Augen machen. Die Rede ist vom wunderbaren Duft nach hochwertigem Leder, der einem entgegenströmt, sobald man die Tür zum Innenraum der Giulietta öffnet, da vergisst man erst mal alles andere um sich herum. Obwohl der schicke Italiener alles andere als zum Vergessen ist. Über die Optik der schicken Giulietta braucht man kaum noch ein Wort zu verlieren, das Facelift ist sehr dezent, von der Fahrdynamikregleung D.N.A kann man gar nicht genug schwärmen und auch ohne die optionale Brembo-Bremsanlage lässt sich über die spontan zupackende Bremse nur Gutes berichten. Für 26.850,- Euro bekommt man nicht nur jede Menge Fahrspaß sondern auch ein gute Grundausstattung. Dass die nasenschmeichelnde Lederausrüstung Aufpreis kostet versteht sich fast von selbst.

Rund um den typischen Alfa-Grill, der jetzt einen neuen Chromrand aufweist, entspinnt sich eine überaus harmonische, dynamische und vor allem eigenständige Optik, die uns aber durchwegs bekannt ist, wozu sollte Alfa da Hand anlegen? Na ja, die neue Chromeinfassung an den Scheinwerfern soll nicht unerwähnt bleiben.

Neben drei neuen Metallic-Lackierungen – „Perla Moonlight“, „Blu Anodizzato“ und „Bronzo“ wurde auch den Felgen von 16 bis 18 Zoll ein neues Design spendiert.

Und so wollen wir uns diesmal auch nicht weiter über die fast schon erotischen Linien der Giulietta auslassen, die von den beiden geschwungene Sicken der Motorhaube über den gekonnten Hüftschwung in der Seitenlinie, der coupéartig abfallenden Dach- und Seitenfensterlinie bis hin zum Schwung in der Heckklappe reicht.

Wo andere Diesel ihren Auspuff verstecken, streckt die Giulietta gleich zwei dicke Chromrohre links und rechts im angedeuteten Diffusor ans Licht.

Wenn man in ein Auto einsteigt, will man eigentlich erst mal den Blick schweifen lassen, aber bei unserer Giulietta haben wir unwillkürlich erst mal die Augen geschlossen und die Nase sehen lassen, denn die schicke Lederausstattung (optional) begeistert mit einem betörenden Duft.

Der entströmt vor allem den Ledersitzen und ist eine echt feine Sache, auch wenn es das Exklusiv-Leder „Venere“ natürlich nur gegen Aufpreis gibt. Und so sind sie nicht nur sehr schick anzusehen und zu riechen, das Leder ist auch ganz weich und derSitz zudem gut ausgeformt. Da nimmt man gerne Platz. Perforiertes und glattes Leder im schicken Mix wurden hier im Sitz- und Rückenbereich verarbeitet. Die Polsterung ist angenehm straff, nein fast schon eine Spur zu straff, eine dicke Brieftasche in der Gesäßtasche und schon drückt es. Die Vordersitze werden komplett elektrisch verstellt bis hin zur Lordosenstütze. Der Fahrersitz hat zudem drei Memory-Einstellungen.

Das neu gestaltete Lederlenkrad ist sehr griffig und mit roten Ziernähten versehen, diese tauchen dann auch an der Ledermanschette des Schalthebels und am Handbremshebel wieder auf.

An das neue Cockpit mit der großen, in Klavierlack eingefassten Monitoreinheit haben wir uns ja auch schon gewöhnt, Navi und Co. werden über diesen Monitor per Touchscreen bedient. Ab der Ausstattungsversion Veloce ist diese Variante der uconnect®-Infotainmenteinheit bereits serienmäßig an Bord. In die neue Ausbaustufe des Systems hat Alfa Romeo zusätzlich den digitalen Radioempfang (DAB) integriert. Alles geht einfach und intuitiv, eigentlich nicht mehr der Rede wert. Aber ich darf sagen – zum ersten Mal seit nunmehr über drei Jahren seit ein Teil unserer Redaktion in ein kleines Dorf im idyllischen Thüringer Schiefergebirge gezogen ist, in dem die Hausnummern nicht der Reihe nach sondern wild durcheinander liegen, hat dieses Navi unsere eigene Adresse wirklich genau auf die Hausnummer gefunden.

Das Navi ist wie gesagt zwar einfach zu bedienen, aber es kam vor, dass es, wenn es sich erst mal eine Route rausgesucht hatte, nur schwer davon wieder abzubringen war, einen notfalls sogar über Feldwege fahren ließ, nur um wieder auf die ursprüngliche Route zu kommen. Auch die Reisezeiten für die Strecken sind erst mal ziemlich hoch gegriffen, bei gut 3 Stunden hatte es über 30 Minuten „Puffer“. Es zeigt auch die Tempolimits an, aber nur die einprogrammiert sind.

Die Make-up-Spiegel in den Sonnenblenden haben Licht, aber wenn man die Klappe öffnet, sieht man sich erst mal nicht viel, weil die Sonnenblende so schräg steht, dass man nur eine Gesichtshälfte zu Gesicht bekommt. Das Handschuhfach ist an die Klimaanlage angeschlossen und kann somit auch gekühlt werden. Einen Tippblinker hat die Giulietta auch, und das bedeutet jetzt einmal tippen – fünfmal blinken. Beim Spurwechsel auf der Autobahn istdas reichlich übertrieben, bei so manchem Abbiegen ist das aber durchaus richtig gut.

Spätestens wenn man wieder aussteigen will und die Türen wieder öffnet, entdeckt man nicht nur die schönen Einstiegsleisten in Alu, sondern auch das Licht in den Vordertüren, das den Einstiegsbereich beleuchtet. Nur so nebenbei, das Radio läuft auch ohne eingeschaltete Zündung. Die beiden Rundinstrumente sind schick gemacht mit zwei Silberringen in tiefen Röhren, trotzdem spiegeln sie.

Die Giulietta ist eine Fahrmaschine, da verwundert es kaum, dass die besten Plätze ganz klar vorne sind. Hinten gelingt schon der Einstieg nicht ganz so bequem und wenn man hinter einem 1,80 m großen Fahrer rein will, stößt man bereits an dessen Sitzlehne an, zudem ist die Sitzposition insgesamt ziemlich aufrecht und man ist als 1,80 m Mitfahrer nah am Dach.

Die Ausformung der Rücksitze ist aber gut, zumindest kleinere Passagiere sitzen also auch hier gut, solange man nicht auf dem sehr harten Mittelsitz Platz nehmen muss. Hier sitzt man noch steiler, es gibt keinerlei Ausformung und man weiß auch nicht mit den Füßen wo hin. Außerdem wird es bei drei Personen nebeneinander ohnehin recht eng. Beim Aussteigen haben die Füße am Vordersitz und dann an der B-Säule mit wenig Platz zu kämpfen.

Die Heckklappe schwingt schön weit auf, auch bei 1,90 m stößt man sich hier nicht an. Für ganz Große wird dann aber ggf. das hervorstehende Schloss zum Stein des Anstoßes. Und beugt man sich in den Kofferraum rein, stößt man sich schnell an der Gepäckraumabdeckung, die da schräg in die Ladeöffnung ragt. Während die Ladekante gut geschützt ist, bleibt die Stoßstange schutzlos dem Ladegut ausgeliefert. Das muss zudem über eine recht hohe Kante gehoben werden und danach geht es wieder gut 20 cm runter, unter dem Boden steckt statt eines Reserverads das Bose Sound System mit großem Subwoofer.

Ein Zug am Griff und aus den 350 Litern Stauraum werden bis zu 1.045 Liter, dabei klappt die Lehne geteilt 60 zu 40 nach vorne, allerdings steht sie dann als Ladefläche ziemlich schräg in den Laderaum, beim Zurück klemmt sich der Gurt schnell mal ein.

Der hintere Türöffner ist schick in die C-Säule integriert und versteckt, aber auch nicht so bequem zu bedienen wie die echten Türgriffe vorne.

Das Fahrwerk ist angenehmstraff, gleiches gilt für die Lenkung, sie arbeitet zudem zielgenau und bietet einen guten Fahrbahnkontakt, so lässt sich die Giulietta auch richtig flott und exakt um Kurven zirkeln. Aber was heißt das schon – schließlich ist da der D.N.A-Schalter und wenn man hier auf D geht ändert das Fahrzeug sofort seinen gesamten Charakter, das merkt man schon allein daran, dass er allein durch das Umlegen schneller wird, ohne dass man den Gasfuß auch nur einen Millimeter bewegt hätte. Und dann ist die Lenkung wirklich richtig straff, das Fahrzeug klebt jetzt förmlich auf der Straße, die Gasannahme ist noch spontaner und jetzt geht es richtig ab – der Fahrspaß steigt potential an. Und auch auf die Bremsen wirkt die D-Stellung entsprechend sportlich ein.

Die Bremsanlage spricht spontan an, wie spontan, das merkt man erst so richtig, wenn man von einem anderen Fahrzeug kommt. Im Alltag gewöhnt man sich sehr schnell daran, die Dosierbarkeit ist dann auch wieder top. Neben Scheibenbremsen vorne und hinten inklusive Anti-Blockier-System (ABS) und Notbremsassistent kommen auch eine Differenzialsperre (Electronic Q2) und eine Berganfahrhilfe (Hill-Holder) zum Einsatz.

Ach ja, es gibt auch noch die A-Stellung für „All Weather“, hier wird mehr Wert auf eine optimale Traktion vor allem bei widrigen Straßen- und Witterungsbedingungen gelegt. Damit man das alles auch richtig zur Kenntnis nimmt, erschein im großen Monitor jeweils ein Display das zeigt, was alles wie aktiviert oder zugeschaltet ist. Verschwindet aber recht schnell wieder vom Schirm. Auf N (Natural) schwingt er auch durchaus noch ein wenig nach auf groben Bodenwellen, auf D wird er spürbar härter. In der Einstellung N federt er die Straßenunebenheiten ganz gut weg und bietet einen guten Komfort, grobe Querrillen knallen aber auch dann heftig nach innen.

Für den großen Fahrspaß ist die Vehicle Dynamic Control (VDC) mitverantwortlich, sie vernetzt ESP mit weiteren Fahrassistenzsystemen und ermöglicht den Kompromiss aus Fahrspaß gewähren und Sicherheit garantieren. Sie lässt dem Fahrer so weit wie möglich freie Hand und greift erst ein, wenn wirklich eine kritische Fahrsituation droht.

Was eher negativ auffällt sind die sehr breiten A-, die ultrabreiten B-Säulen und natürlich auch die dicken C-Säulen sowie das recht kleine Heckfenster,dadurch wird die Rundumsicht natürlich eingeschränkt, aber es gibt schließlich eine Einparkhilfe und die funktioniert gut und auch ohne dass man erst den Rückwärtsgang bemühen müsste arbeitet sie sofort auch nach vorne.

Die Motorenpalette für die Giulietta umfasst neben vier Benziner von 77 kW/105 PS bis bärige 173 kW/235 PS auch drei Dieselaggregate von ebenfalls 77 kW bis 125 KW/170 PS, unser Testwagen war daraus mit der goldenen Mitte, dem 2.0 Mjet ausgerüstet, der statt wie bisher von 140 PS, jetzt von 150 PS/110 kW befeuert wird.

Dieses Triebwerk läuft mit seinen vier Zylindern recht kernig, der Sound ist aber stets angenehm und unterstreicht das dynamische Fahrverhalten akustisch sehr gut. Dabei kann man ihn dank 320 Nm Drehmoment bei niedrigen 1.500 U/min sehr niedertourig fahren, er dreht aber auch ganz willig und flott hoch und man hat eigentlich immer ausreichend Power zur Verfügung. Wechselt man beim D.N.A auf Dynamic, dann stehen sogar 380 Nm (bisher 350 Nm) bei 1.750 U/min zur Verfügung.

Das reicht aus, um in 8,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu sprinten und um auf der Autobahn schnell mal auf 210 km/h zu beschleunigen. Und immer liegt der Wagen sehr ruhig und satt auf der Straße, bei Tempo 160 mischt sich das sonore Motorbrummen mit den Abrollgeräuschen zu einem angenehmen Sound – die Windgeräusche sind dann noch nicht so stark. Selbst bei 180 km/h und mehr wird der Motor nicht übermäßig laut oder gar aufdringlich, ab hier übernehmen jedoch die Windgeräusche mehr und mehr das Zepter. Und bei 180 verbrauchten wir so um die 9,5 Liter.

Im ganz normalen Fahralltag, ohne dass man jetzt langsam unterwegs wäre, sind wir mit 5,4 Litern im Mix hingekommen, so lagen wir gut einen Liter über den Werksangaben, nutzt man Start-Stopp konsequent aus und folgt der Schaltempfehlung bei gedrosseltem Gasfuß, sind auch ein halber Liter weniger drin. Lässt man die Tachonadel so bei 130/140 pendeln, pendelt sich der Verbrauch bei 6,4 Litern ein. Dass die CO2-Emissionen nach Werksangaben im Mix bei 110 g/km liegen ist zudem eine gute Sache.

Die Führung des Schalthebels ist sportlich straff, die serienmäßigen sechs Vorwärtsgänge, die die Kraft an die Vorderachse übertragen, sind gut sortiert und auf kurzen Wegen erreichbar, der metallische Schaltknauf liegt gut in der Hand.Auch die Abstufung der Gänge passt prima, sowohl für niedertouriges Fahren als auch für flottes Vorwärtskommen stimmen die Anschlüsse.

Wie alle Giuliettas hatte auch unser Testwagen sechs Airbags (Frontairbags, Seitenairbags vorne in den Sitzen integriert und durchgehende Kopfairbags vorne und hinten), Dreipunkt-Automatikgurte, aktive Kopfstützen mit Schleudertrauma-Schutz vorne sowie ISOFIX-Kindersitzbefestigungen, Sicherheitspedale und -lenksäule.

Fahrer-Assistenzsysteme wie Spurhaltung, toter Winkel-Überwachung etc. sucht man aber nach wie vor vergebens. Der Licht- und Regensensor ist gegen 500,- Euro Aufpreis zusammen mit automatisch abblendendem Innenspiegel und elektrisch anklappbaren Außenspiegeln erhältlich.

Haben Sie sich für die Alfa Giulietta 2.0 Mjet mit 150 PS entschieden, nimmt Ihnen der Hersteller zumindest die Qual der Wahl bei der Ausstattungslinie ab, es gibt sie nur als Turismo, kostet dann 26.850,- Euro und ist bereits reichhaltig ausgestattet.

So gehören eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, eine Audioanlage mit CD-/MP3-Player inklusive sechs Lautsprechern, Leder-Lenkrad und -Schaltknauf, die Geschwindigkeitsregelanlage „Cruise Control“, ein Multifunktionsdisplay, Nebelscheinwerfer, Leichtmetallräder, elektrische Fensterheber vierfach, Innen-Applikationen in Quarzgrau, LED Rückleuchten und Tagfahrlicht, Reifendrucksensor und, und, und zur Serie. Neben der serienmäßigen uconnect®-Infotainmenteinheit gehören nun auch Fensterrahmen mit Chrome-Line, eine Mittelarmlehne mit Ablagefach, ein gekühltes Handschuhfach, Sitzbezüge im neuen Stoff „Competizione“ und die Multifunktionstasten für das Lederlenkrad zur Serienausstattung.

In der Aufpreisliste finden wir für 1.300,- Euro ein Sportpaket mit speziellen Armaturenbrett-Einsätzen, Einstiegsleisten in Edelstahl, Leder-Sportlenkrad, ein sportlicher abgestimmtes Fahrwerk, 17-Zoll-Räder, Sportpedale und Fußstütze aus Aluminium etc. Ledersitze gibt es entweder für 1.800,- Euro oder auch im „Lusso-Paket“ mit Sitzheizung und el. Sitzverstellung sowie im QV Sportiva-Paket für 3.600,- Euro, dann sind aber z.B. auch eine Brembo-Bremsanlage, 18-Zöller und vieles mehr mit dabei. Hier empfehlen wir unbedingt ein ausführliches Studium der Preisliste oder besser gleich einen Besuch bei Ihrem Alfa Romeo-Händler.

Erfreulichlang sind aber auch die Wartungsintervalle, alle 35.000 km muss die Giulietta dazu in die Werkstatt. Die Einstufungen bei der Versicherung lauten 17 für HPF, 20 für Teil- und 23 für die Vollkasko.

Stand: Oktober 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

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