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Smart fortwo 2010 – BRABUS vs. Electric drive

Wenn die Anfänge vor rund zwölf Jahren zunächst auch schwer waren, so rollt der smart mittlerweile sehr erfolgreich durch unsere Straßen und ist mit 1,2 Millionen verkauften Fahrzeugen von diesen auch nicht mehr wegzudenken. Darauf möchten sich die Stuttgarter jedoch nicht ausruhen und starten jetzt durch, mit einer neuen, aufgefrischten Generation die noch mehr Individualisierungsmöglichkeiten und effizientere Motoren bis hin zum Elektroantrieb bietet. Und mit „Car2Go“ hat man ein Projekt angestoßen, das auch all denen individuelle Mobilität ermöglicht, die selbst gar kein Auto besitzen. Wir sind heute die Elektro-Version und die BRABUS tailor made Variante für Sie gefahren.

Während die Optik beibehalten wurde, sind es vielmehr die Farbpalette und die Designausstattungen, die sich aufgewertet und frischer präsentieren. Neben einer vergrößerten Lackauswahl, unter anderem ein Mattlack, können nun auch die bisher schwarz eingefärbten Kunststoffanbauten, wie der Spoiler, die Schweller und die Heckschürze in Wagenfarbe lackiert werden, was den smart fortwo gleich qualitativ hochwertiger erscheinen lässt. Ebenfalls einen Anstrich in Wagenfarbe, bekam die Tankklappe verpasst.

Cabrio-Interessenten dürfte es freuen, dass die Auswahl der Verdeckfarben nun auf drei Varianten erweitert wurde und so neben dem bisher erhältlichen klassischen Schwarz mit den Farben Rot und Blau auch endlich etwas Farbe ins Spiel kommt.

Wirklich gut macht sich auch die neu verfügbare weiße Tridion-Sicherheitszelle (anstatt Schwarz und Silber), verbunden mit ebenfalls in weiß lackierten Außenspiegel sowie Kühlermaske. Hierzu noch ein schöner Satz Leichtmetallräder aus dem aktualisiertenAngebot und die optionalen neuen LED- Tagfahrlichter dran und perfekt ist die Generation 2010.

Auch der Brabus fortwo ist an sich keine Neuheit, viel mehr jedoch die neue Linie Brabus tailor made. Denn hiermit wird der Kleine nicht nur veredelt, sondern ganz nach Ihren persönlichen Wünschen und Vorstellungen maßgeschneidert – Möglich ist alles, hier setzt einem nur das eigene Budget Grenzen.

Exklusiv präsentiert sich auch der smart fortwo electric drive, der mit grün lackierten Leichtmetallrädern, Außenspiegelgehäusen und weiteren optischen Details bis hin zu einer grün beklebten Tridionzelle und der Aufschrift „electric drive“ absolut unverkennbar ist.

Behutsam, aber dennoch mit großer Wirkung wurde auch im Innenraum Hand angelegt. Die Designer erreichten mit Hilfe von neuen Materialien, Farben, Applikationen, einem neu gezeichneten Lenkrad und einer dezent veränderten, aber nun vollständig mit Stoff bezogenen Armatureneinheit ein wesentlich hochwertigeres Ambiente. Brabus tailor made hebt sich mit feinstem Leder, gewagten oder verspielten Nähten sowie knalligen oder ausgefallenen Farben und vielen weiteren Designhighlights noch um einiges mehr ab und stellt an Exklusivität ganz klar die Krönung da.

An den ausreichend üppigen Platzverhältnissen hat sich nichts geändert. So nehmen auch jetzt noch zwei groß gewachsene Passagiere auf den wunderbar groß dimensionierten Sitzen, straff überzogen mit atmungsaktiven neuen Polsterstoffen wunderbar Platz.

Weiterhin bemängeln müssen wir allerdings das nicht justierbare Lenkrad, das uns in der Brabus-Variante auch ein Tick zu dick war. Während wir auch hier auf Drehzahlmesser und Uhr in Form der zwei kleinen Rundanzeigen auf dem Armaturenbrett blicken, zeigt derElektrosmart hier den Batterie-Füllstand sowie –Ladezustand an.

Mit zahlreichen Kommunikations- und Unterhaltungssystemen im Angebot bietet smart dem Kunden vom Multimedia-Navigationssystem mit 16,5-cm-Display und Touch-Screen-Funktion, SD-Kartenslot, USB- und AUX-Anschluss für externe Geräte sowie einer Schnittstelle für die Steuerung eines iPod bis hin zu einem hervorragenden Surround-Soundsystem wirklich einiges.

iPhone-Besitzer wird es zudem freuen, dass Sie mittels einer speziellen Halterung sowie einem smart-App navigieren können, über eine Freisprechfunktion verfügen, Musik abspielen können etc. Die Funktion Car Finder weist einem außerdem den Weg zum Fahrzeug. Während die Halterung mit 240,- Euro zu buche schlägt, liegt das App bei runden zehn Euro, womit smart der erste Autohersteller ist, der so etwas anbietet.

Für welchen smart Sie sich auch entscheiden, sie verfügen über 220 bis 340 Liter Kofferraumvolumen, auch beim fortwo electric drive, denn hier steckt die Batterie im Unterboden zwischen den Achsen, just an dem Platz, wo ansonsten der herkömmliche Tank zu finden ist.

Die neue Einhandbedienung für die Heckklappe ist zudem ein erleichternder und praktischer Fortschritt. Nun reicht es aus, einen Entriegelungshebel an der Rückwand zu betätigen, um den Kofferraum vollständig zu öffnen.

Das es dem smart fortwo nicht an Wendigkeit fehlt, dürfte jedem klar sein, mit gerade mal 2,70 Meter Länge findet er zudem in jeder noch so kleinsten Lücke sein Plätzchen und lässt sich notfalls auch quer in eine Parklücke einfahren.

Während die Lenkung beim smart electric drive wunderbar leichtgängig zu bedienen und dabei angenehm direkt ist, verlangt der Brabus eine ordentliche Portion Kraft und wirkt gerade beimRangieren sehr schwergängig.

Ohnehin geht es hier straffer, ruppiger und härter zur Sache, was jedoch zu erwarten war, grobe Schlaglöcher werden nahezu ungefiltert ins Innere weitergeleitet. Auf der anderen Seite kann der kleine Flitzer mit einer knackigen Straßenlage überzeugen und lässt sich wenn auch mit spürbarer Seitenneigung mit hohem Tempo um die engsten Kurven jagen.

In Sachen Komfort sieht es da im Elektrosmart schon wesentlich besser aus, wesentlich sanfter und im ganzen Handling leichtgängiger, hat er aber auch hier mit dem kurzen Radstand auf schlecht ausgebauten Straßen etwas zu kämpfen.

Bei beiden Modellvarianten hätten wir uns gerne eine Bremsanlage gewünscht, die in der Dosierung exakter und im Gesamten auf leichteren Tritt reagiert. ABS, elektronische Bremskraftverteilung, ein Bremsassistent sowie ESP sind serienmäßig stets im smart verbaut.

Mit der aufgefrischten Modellpalette ist smart besser denn je aufgestellt und setzt in punkto Effizienz noch eine Schippe drauf.

Während die Basismotoren zwischen 54 und 84 PS leisten und mit einem CO2-Ausstoss von 87 bis 115 g/km glänzen, kann auch die nun leistungsstärkere Brabus-Variante mit 119 g Kohlendioxid pro Kilometer punkten, denn so befindet sich auch die 102 PS-Variante (von 72 kW auf 75 kW angewachsen) unter der bevorstehenden 120 g CO2-Grenze. Mit dem smart electric drive ist sogar ein emissionsfreies Fahren möglich.

Und gerade dieser bietet unerwartet viel Agilität für einen 30 kW starken Permanentmagnetmotor mit einem maximalen Drehmoment von 120 Newtonmetern. Aus dem Stand heraus macht es stets Freude, das Aggregat hoch zu beschleunigen, nur das Surren des Elektromotors ist noch etwas ungewohnt und vermittelt einem das Gefühl wesentlich langsamerunterwegs zu sein.

Ohnehin sollte von vorne herein klar sein, dass der smart fortwo electric drive zu 100% für die Stadt konzipiert wurde. Ob es nun der Beschleunigungswert von Null auf Tempo 60 ist, der ihm übrigens in 6,5 Sekunden gelingt, die begrenzte Topspeed von 100 km/h oder die Reichweite von 135 Kilometern.

In acht Stunden ist das Fahrzeug an einer abgesicherten 220-Volt-Steckdose wieder voll aufgeladen und das für gerade mal ca. zwei Euro. Nach drei Stunden reicht der Ladezustand bereits aus, um einen Tag durch die City zu cruisen, was im Durchschnitt 30 bis 40 Kilometern entspricht.

Während in der aktuellen electric drive Version eine Lithiumionenbatterie der Fa. Tesla Motors Inc. mit 16,5 kWh elektrischer Energie zum Einsatz kommt, wird die nächste Generation 2012 nicht nur in großen Stückzahlen produziert und über das gesamte Händlernetz vermarktet, sondern auch mit einer neuen Lithiumionenbatterie ausgerüstet, die nicht nur eine längere Lebensdauer garantiert, sondern dank einer höheren Energiedichte auch mehr Reichweite ermöglicht.

Mit nur einer einzig festen Getriebeübersetzung bestückt, was praktisch einem Vorwärtsgang entspricht, entfällt erfreulicherweise das sonst allseits bekannte und nervige smart-Nicken beim Schalten.

Kaum im Brabus tailor made Platz genommen, ist dieses jedoch wieder da. Gerade bei flotter Beschleunigung haut das Nicken des automatisierten Fünf-Gang-Schaltgetriebes mächtig rein. Hier können wir nur den manuellen Eingriff empfehlen, der die Sache doch deutlich entschärft.

Doch aber zieht der kleine Renner in 8,9 Sekunden mit einem sonoren Motorsound freudig aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h. Der Spritverbrauch liegt im Mix bei ca.5,2 Litern, was sich zumindest für ein „Brabus-Modell“ durchaus sehen lassen kann.

Ob Sie nun den klassischen fortwo, einen Brabus oder den electric drive bevorzugen … die Tridion-Sicherheitsfahrgastzelle schützt die Insassen ebenso wie die Fullsize-Airbags für Fahrer und Beifahrer und Sicherheitsgurte mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern. Head-/Thorax-Seitenairbags sind allerdings weiterhin nur beim Brabus serienmäßig mit verbaut.

Wie klein der fortwo auch sein mag, so groß ist seine Preisspanne. Angefangen bei rund zehn Tausend Euro für eine recht nackte Einstiegsvariante, können Sie aber auch gut und gern 35.000,- Euro für den individuellen Brabus tailor made hinblättern.

Mit unendlichen Ausstattungsfeatures bietet Ihnen smart alles was das Herz begehrt, lässt sich dies aber auch gut bezahlen. Wirklich enttäuschend ist allerdings, dass alle Varianten nicht über ISOFIX (80,- Euro), einen Bordcomputer (150,- Euro), elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel (190,- Euro), ein Basic-Audiosystem (420,- Euro) oder eine elektrische Servolenkung (460,- Euro) verfügen. Sie sehen, schnell ist man bei mehr als tausend Euro Aufpreis angelangt und dann gibt es ja noch ach so viele weitere Optionen … eine 925,- Euro teure Klimaanlage ist auch nur bei den höheren Ausstattungen serienmäßig.

Für den ab 2012 in Serie gehenden fortwo electric drive stehen derzeit noch keine Preise fest. Gewerbliche Kunden, die aber schon in den Genuss des Elektrosmarts kommen, liegen bei ungefähren Leasing-Raten von 480,- Euro auf vier Jahre. Im Gegensatz zu den anderen Versionen kann dieser dann aber mit zahlreichen Annehmlichkeiten wie einer Klimaanlage, einer Audioanlage, der elektrischen Servolenkung, elektrischen Fensterhebern sowieeinstell- und beheizbaren Außenspiegel und einem Lederlenkrad und -schaltknauf glänzen.

Steuererleichterungen, niedrige Wartungs- sowie Verbrauchskosten sprechen zudem für den attraktiven fortwo electric drive.

Stand: Juli 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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