// Fahrbericht / Seat Ibiza SC

Seat

Seat Ibiza SC

Unser Testwagen in der Ausstattungslinie Stylance war mit dem „normalen“ Fahrwerk und den „normalen“ Sitzen ausgestattet, das kann die Sportlichkeit hinter die einer entsprechend ausgestatteten Limousine zurückstellen. Aber auch so ist der kleine Spanier ganz gut aufgestellt, geht ausreichend straff zügig um die Ecken und hält seine Insassen gut fest. Mit Ausnahme der zwei fehlenden Türen, einem etwas niedrigeren Dach, zwei größeren Fronttüren und einem markanteren Heck sind die Unterschiede ohnehin minimal. Das heißt, man kommt noch etwas schlechter auf die Rücksitze, am besten über die Beifahrerseite mit Easy Entry und hat hinten mit dem Kopf noch schneller (ab ca. 1,70 m) das Dach erreicht. Der Laderaum ist mit 284 Litern fast so groß wie bei der Limousine, der Preis schrumpft beim SC um .. Euro.

Einen Hauch kürzer, eine Nuance flacher, leicht modifizierte Schweller und am Heck eine etwas markantere Linienführung die auch das Heckfenster und die Rückleuchten einbezieht, ein Dachkantenspoiler – fertig ist das Sportcoupé des Seat Ibiza.

Die zwei verbleibenden Türen sind natürlich breiter, was – steht man nicht gerade in einer engen Parklücke – den Einstieg etwas erleichtert. Coupéhaft fällt das Dach mehr ab, was hauptsächlich den hinten Sitzenden auffällt. Die dynamische, fast aggressive Front ist beim SC identisch mit denen der Limousine.

Sportlich geht es auch im Innenraum des Ibiza SC zu, aber wer glaubt, hier eine besonders sportliche Ausrichtung vorzufinden, der irrt. Eigentlich ist alles absolut identisch mit der Limousine. Also ein dynamisch gezeichneter Instrumententräger, bei dem die beiden großen Rundinstrumente in tiefen, silbernen Röhren sitzen, die weißen Ziffern und roten Zeiger sind schwarz unterlegt, Grau und Schwarz sind ohnehin die vorherrschenden Töne am Cockpit, aus dem die silbernen Applikationen und die rote Instrumentenbeleuchtung gut hervorstechen.

Mittig auf demArmaturenbrett thront eine unscheinbare Klappe, die dem Kabelwirrwarr und Anklemmen an die Frontscheibe ein Ende macht. Wie? Was? Hier finden mobile Navigationssysteme von TomTom (künftig auch andere Fabrikate) eine feine Heimat, und auch für USB, iPod oder MP3-Player sind die notwendigen Anschlüsse bereits vorhanden. Aber auch das kennen wir ja alles schon vom Fünftürer.

In der von uns gefahrenen Ausstattungsvariante Stylance sind erst mal die Seriensitze verbaut. Auch sie sind groß dimensioniert, straff gepolstert und sehen in ihrer zweifarbigen Ausführung schick aus, bieten ausreichend Seitenhalt und sind einfach manuell zu verstellen. Wer aber richtig sportlich sitzen will, der kommt nicht um die Sportsitze herum, die für den Stylance aber Aufpreis kosten.

Sind die Platzverhältnisse in Reihe eins nicht nur für einen Kleinwagen prima, wird es auf der Rückbank spürbar enger. Kann man als 1,80 m Mensch den Beinraum hinten gerade noch akzeptieren, ist die Kopffreiheit für bequemes Reisen schon bei 1,70 m zu Ende. Ein- und aussteigen sollte man eigentlich nur von der Beifahrerseite aus, hier sorgt Easy Entryfür ein halbwegs komfortables Entern.

Wird die Rückbank nicht von Personen besetzt, eignet sie sich perfekt für den Gepäcktransport. Aber wenn Sie jetzt denken, dass wird bei dem Sportcoupé auch dringend nötig sein, dann irren sie sich. Denn auch hier entspricht der SC „fast“ der Limousine. Obwohl das Dach flacher abfällt und der SC fast 2 cm kürzer ist, bleibt der Kofferraum mit sehr guten 284 Litern nur um 8 Liter hinter dem Fünftürer zurück. Legt man die Sitze um (Sitzflächen hoch, Kopfstützen raus, Lehnen vor), dann gehen sogar 930 Liter rein, leider bleibt aber auch hier eine unschöne Stufe im Ladeboden.

Einen Seat ohne sportliche Gene wird man kaum finden, und so ist auch der Ibiza SC mit dem „normalen“ Fahrwerk, das auf den Namen „Comfort“ hört, schon mit einer guten Portion Sportlichkeit gesegnet. Auch wenn es eigentlich mehr zum Cruisen gedacht ist, kann man mit ihm den SC richtig flott durch enge Kurven jagen, nur leicht untersteuernd folgt der kleine Spanier willig jeder Lenkbewegung und erlaubt hohe Kurvengeschwindigkeiten, das alles ohne den Komfort aus den Augen zu verlieren.

Wer sich bei den Sitzen schon für die Sportvariante entschieden hat, der kann dies auch beim Fahrwerk tun, das Sportfahrwerk legt hier noch einen drauf und verlangt dann aber bei schlechten Straßen von den Insassen gewisse Nehmerqualitäten. Schlaglöcher, die das Comfort-Fahrwerk – das übrigens auch schon richtig schön straff ausgelegt ist – noch gut wegbügelt, dringen hier spürbar nach innen. Wenig zu spüren bekommt man das serienmäßige ESP, auch wenn dies ausgeschaltet ist, gibt sich der SC ausgesprochen gutmütig, ansonsten sorgen die Traktionskontrolle (TCS), eine elektronische Differentialsperre (EDS) und die Antriebsschlupfregelung (ASR) für ein sicheres Verhalten.

Dass der SC beim Bremsen der Limousine in nichts nachsteht und nach rund 36 m aus Tempo 100 bei einer Vollbremsung zum Stehen kommt, ist ebenso beruhigend, wie die Tatsache, dass sich auch die ABS-gesteuerten Scheibenbremsen rundum, vorn innenbelüftet, fein dosieren lassen und schnell ansprechen.

Auch der Ibiza SC wird mit drei Benzin und drei Dieselaggregaten angeboten, und (leider) war auch diesmal unser Testwagen mit dem 1,9 TDI mit77 kW/105 PS und einem maximalen Drehmoment von 240 Nm bei 1.900 U/min. ausgestattet. Leider, weil wir Ihnen eigentlich gerne auch noch eine weitere Motorisierung vorgestellt hätten, auf der anderen Seite passt dieser Vierzylinder-Diesel gut zum Fahrzeug und unterstreicht die sportlichen Ambitionen des SC prima, sorgt für ausreichend Power um flott los zu kommen und hält auch für einen guten Durchzug genügend Elan bereit. Der fünfte Gang ist aber auch hier etwas lang übersetzt und besonders bei langen und vor allem flotten Autobahnetappen wäre ein sechster Gang hilfreich, aber auch sonst tut der Diesel seine Arbeit stets auch akustisch recht laut kund.

Mit einer Topspeed von 187 km/h und einem Sprint von Null auf Hundert in 10,4 Sekunden ist man wie bei der Limousine gut bedient und sogar einen Wimpernschlag schneller. Schöpft man diese Kraftreserven aus, muss man unbedingt mit einem Verbrauch von mehr als 9 Litern rechnen, bleibt man auf der Autobahn unterhalb der 130er-Marke und auch ansonsten zivil unterwegs, kann auch der SC mit 105 PS mit 4,6 Litern (unser Normstreckenverbrauch) punkten. Sein CO2-Ausstoß von 119g/km und der serienmäßige Partikelfilter sind gut für die Umwelt, die Einstufung in Euro4 ist für die Zukunft noch nicht optimal.

Abgesehen vom fehlenden sechsten Gang, der Geräusche und Verbrauch senken könnte, kann man mit dem serienmäßigen Fünfgang-Schaltgetriebe ganz zufrieden sein. Der Schalthebel gleitet auf kurzen Wegen sportlich straff und exakt geführt durch die Kulisse.

Und auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen, auch der SC hat – wie die Limousine – serienmäßig Fahrer- und Beifahrerairbags sowie Seitenairbags inklusive Kopfairbags vorn an Bord, und gibt es durchgehende Kopf-Thorax-Airbags optional. Gurte, Kopfstützen, ISOFIX – na klar, auch diese Sicherheitsfeatures sind im SC serienmäßig verbaut.

Unser Seat Ibiza SC 1.9 TDI mit 105 PS steht als Stylance mit 17.690,- Euro in der Liste und bringt mit elektrischen Fensterhebern, zweifach verstellbarer Lenksäule, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Klimaanlage, Audiosystem mit Lenkradfernbedienung, Bordcomputer, Tempomat, Nebelscheinwerfern mit Abbiegefunktion, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, geteilterRücksitzbank, etc. eine gute Grundausstattung mit.

Wer will, kann dann noch eine Einparkhilfe hinten oder ein Panorama-Glas-Hubdach ordern. Die Versicherungseinstufungen lauten HPF 20, VK 19 und TK 21.

Stand: April 2009, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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