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Seat Ibiza Cupra fahren – ein geiles Gefühl!

Optisch unterscheidet sich der schnellste Ibiza an der Front nur wenig vom etwas zivileren FR, erst am Heck lässt er mit einer mächtigen Auspuffblende über den Doppelrohren und einem dicken Diffusor die Muskeln spielen. Und neben den Fahrleistungen ist es auch vor allem der Sound, der bis hin zum Zwischengas beim Zurückschalten, den Cupra ausmacht. Dazu gesellt sich ein spezielles Sportfahrwerk, das sensationelle 7stufige DSG Doppelkupplungsgetriebe, super ausgeformte Sportsitze, mehr Schwarz am Armaturenbrett, rote Bremssättel und jede Menge Fahrspaß. Der kostet ab 23.390,- Euro und ist auto emotion in Reinkultur. Ganz Ibiza ist er natürlich 100% Alltagstauglich und selten hat „Brötchen holen“ so viel Spaß gemacht.

Generell basiert der Cupra auf dem dreitürigen SC, von dem unterscheidet er sich auch optisch ganz ordentlich, mit dem schwächeren FR kann man ihn zumindest von vorne aber schnell verwechseln. An den unterschiedlichen seitlichen Lufteinlässen, die aber auch beim Cupra nur Attrappen und vollkommen geschlossen sind werden die Unterschiede deutlich.

Gewaltig kommt der mittlere untere Lufteinlass rüber, irgendwie nicht da hin gehörend haben uns die zusätzlichen kleinen Luftschlitze rund um den oberen Kühlergrill optisch gestört, aber das wird er wohl brauchen.

Fast schon dezent geht es in der Seitenansicht weiter, einzig die durch die Felgen schimmernden roten Bremssättel und die schwarz-glänzenden Außenspiegelabdeckungen lassen eine höhere Leistung vermuten.

Am Heck lässt der Cupra dann wieder die Muskeln spielen, wobei der Dachkantenspoiler noch ganz zivil aussieht, die Heckschürze mit mächtigem Diffusor und zusätzlichen seitlichen Luftauslässen (auchwieder mehr was für die Optik) trumpft er richtig auf. Und dann dieser Auspuff, trapezförmig und riesig … erst bei näherem Hinsehen erkennt man die Hülle, in der zwei kleinere runde Rohre stecken.

In den Radhäusern stecken 17 Zöller Alus mit 215/40er Schlappen, hier ist also noch Platz für das ganz persönliche Tuning.

Das sportliche Äußere lässt die Erwartungen an den Innenraum ganz schön ansteigen, doch hier ist man schnell wieder auf dem Boden. Die Rundinstrumente sind im Gegensatz zum SC in schwarz gehalten, ebenso die Ringe um die Luftaustrittsöffnungen, eine Einlage im Dreispeichenlenkrad und rund um die obere Bedieneinheit in der Mittelkonsole. Na ja, nicht vergessen wollen wir das unten abgeflachte Lederlenkrad.

Es geht also ziemlich dunkel zu im Ibiza Cupra, aber Schwarz gilt ja bekanntermaßen als sportlich. Und dazu passen dann auch die Sportsitze hervorragend. Schwarzes Leder (Extra), helle Nähte, straff gepolstert, eng geschnitten und dabei gut ausgeformt, fast möchte man sagen, ein bisschen Sport für den Fahrer schon beim Einsteigen.

Wer in diese Sitze nicht rein passt, der ist auch im Cupra fehl am Platz. Aus dem Fußraum leuchten einem die Alupedale entgegen und die Tatsache, dass man ziemlich mühsam auf die Rücksitze kommt, wollen wir an dieser Stelle mal nicht überbewerten, wer will in diesem Auto schon hinten sitzen? Obwohl, von dort sieht man am besten den schwarzen Dachhimmel, der die sportliche Note noch einmal deutlich unterstreicht.

Der beste Platz ist hinterm Steuer, auch wenn wir hier einen Startknopf irgendwie doch vermisst haben, ganz konventionell geht es mit dem Schlüssel im Zündschloss los. Und was uns noch negativ aufgefallen ist: Die in unserem Testwagen ja noch relativ neuen Ledersitze zeigten aufder Sitzfläche bereits gewisse „Alterserscheinungen“. Sollte den Vortestern am Ende zu oft „der Arsch auf Grundeis“ gegangen sein?

Jetzt sollte es aber sofort losgehen, denn der Kofferraum ist eigentlich bei diesem Auto völlig uninteressant. Wie der normale SC, also der dreitürige Ibiza, hält der Cupra 284 Liter Kofferraumvolumen bereit, das sich auf bis zu 930 Liter erweitern lässt. Auch hier bleibt eine Stufe im Boden zurück, aber was soll’s, keiner kauft sich den Cupra mit Blick auf seine Einkaufsqualitäten. Übrigens, unter dem lapprigen Boden steckt ein vollwertiges Ersatzrad.

Wer sich einen Cupra zulegt, will mit Sicherheit keine Sänfte – und hier wird er auch auf keinen Fall enttäuscht. Das Fahrwerk ist betont sportlich, richtig straff und es lässt keinen Zweifel an der Fahrbahnbeschaffenheit aufkommen.

Das soll aber jetzt nicht heißen, dass sich dieser Seat kompromisslos hart gibt, nein, man kann ihn auch problemlos im Alltag und zum Einkaufen benutzen, den meisten Spaß macht er aber wenn es flott dahin geht. Und hier liegt er auch bei Topspeed 225 auf der Autobahn – die Tachonadel eilt dann schon jenseits der 235 voraus – noch richtig satt und sicher auf dem Asphalt. Extra für den Cupra wurde das Sportfahrwerk speziell abgestimmt, Federn und Dämpfer entsprechend modifiziert.

Dass er im Slalomtest ebenso genial um die Pylonen wieselt wie er auch in schnellen Kurven mit seinem leichten Untersteuern nur Spaß macht – Sportfahrwerk sei Dank. Und auch die Elektronik – in Form von ESP – hält sich angenehm zurück und lässt dem Fahrer viel Freiraum. Traktionskontrolle, elektronische Differenzialsperre XDS und Antriebsschlupfregelung sind hier echt eine feine Unterstützung und sorgen dafür, dass sich die 180 PSlocker im Zaum halten lassen und prolliges Räderdurchdrehen nur selten vorkommt.

Vor allem weil man doch öfter mal flotter unterwegs ist, ist es gut zu wissen, dass man sich auf die Bremsanlage bestens verlassen kann. Im Alltag sprechen die Scheibenbremsen rundum schnell an und lassen sich fein dosieren, ist man zu einer Vollbremsung gezwungen, krallen sie sich mächtig fest und bringen den Cupra wenn auch mit lauten und starkem ABS-Rubbeln schon nach rund 35 Metern zum Stehen.

Dabei konnten wir uns auf winterlichen Straßen auch bei teilweiser Vereisung von der sehr guten Spurtreue überzeugen und ein Nachlassen der Bremsleistung war auch bei Dauerbelastung nicht festzustellen. Wer mehr will, kann optional Vier-Kolben-Bremssättel und sportlichere Bremsbeläge, so genannte „SEAT Racing“-Bremsen, montieren lassen, durch die sich Ansprechverhalten und Fading verbessern; das Ansprechverhalten um 15, das Fading um 10 Prozent.

Schon bis hier hin haben wir von diesem Cupra mehr geschwärmt, als sie es wohl gemeinhin von uns gewohnt sind. Klar, wir kennen ja auch schon den Motor. Und dabei hat der gerade mal 132 kW/180 PS, die er bei 6.200 U/min bereitstellt und aus einem nur 1,4 Liter großen doppeltet aufgeladenen TSI Vierzylinder holt. Dazu gesellen sich 250 Nm Drehmoment zwischen 2.000 und 4.500 Touren. Eigentlich nichts besonders, aber mit der Verkleinerung des Hubraums sind schon mal die Abgas- und Verbrauchswerte deutlich niedriger.

Startet man den Motor, klingt er erst auch mal nach nicht viel, brummt einfach nur kernig vor sich hin. Das ändert sich auch beim normalen Fahren nur wenig. Doch das Siebengang-DSG Doppelkupplungsgetriebe hat auch eine „S“-Stellung, und spätestens wenn man die bemüht und dann auch mal ordentlich aufs Gas geht,lässt der Motor seine zweite Seite erblicken, oder besser gesagt hören.

Denn mit dem absolut geilen Sound, der dann aus den beiden Auspuffrohren entströmt, unterstreicht der doppelt aufgeladene TSI den Vortrieb dermaßen, dass schon richtiges Rennfeeling aufkommt. Um ganz ehrlich zu sein, der Krach, den der Kleine dann macht, klingt nach mehr als er tatsächlich fährt, immerhin geht er in „nur“ 7,2 Sekunden auf Hundert und wird 225 km/h schnell. Die Techniker haben dazu extra ein Steuergerät mit Akustik-System eingebaut, das für den Sound verantwortlich ist.

Nun sind das ja auch noch keine Rekordwerte, aber der Ibiza ist ja immer noch ein Kleinwagen, und dafür geht er ab wie Schmitz’ Katze. Und zusammen mit dem Sound ist das Beschleunigen eine einzige Faszination. Das 7G-DSG schaltet schnell, passt sich dem Fahrstil des Fahrers an und gibt beim Zurückschalten Zwischengas, ein Aufbrüllen also, das einem die Gänsehaut über den ganzen Körper jagen kann. Wohlgemerkt alles in „S“, dann ist er auf der Autobahn bei Tempo 210 (laut Tacho) noch im 5. Gang.

Und man kann selber schalten – zumindest in einem gewissen Bereich – und das an Schaltwippen am Lenkrad. Die Befehle werden schnell und sanft zugleich ausgeführt – ein weiterer Hochgenuss. Der dicke Wählhebel wirkt aber irgendwie unsportlich.

Ansonsten passt aber alles hervorragend zusammen, wie man sitzt, wie er auf der Straße liegt, ja sogar wie er die Kraft auf den Boden bekommt, wie er bei „S“ deutlich später schaltet, wie er nach vorne stürmt und wie er dabei aufbrüllt – diesen Zwerg muss man einfach lieben.

Wie schafft das der doch eher kleine Motor? Neben einem hoch drehenden mechanisch angetriebenem Kompressor kommt auch ein Abgasturbolader zum Einsatz. Je nachAnforderung wird nur der Turbolader bemüht oder der Kompressor zugeschaltet. Bei niedrigen Drehzahlen arbeitet der Kompressor allein, hier liefert der Turbolader keinen Ladedruck. Von 2.400 U/min bis 3.500 U/min arbeiten beide gleichzeitig, danach schaltet sich der mechanische Kompressor ab, er überbrückt in idealer Weise das ansonsten mögliche Turboloch.

Ach ja, wir sagen ja auch immer was zum Verbrauch, zum Schadstoffausstoß und so … Okay, der braucht Benzin, Super um genau zu sein, ggf. auch Super Plus, um ganz genau zu sein. In der Stadt 8,3 Liter und auf unserer Normstrecke 7,0 Liter auf 100 km im Mix und fast ganz normal gefahren. Der CO2-Ausstoß liegt im Mix bei 148 g/km. Wer sich dem Genuss des schnellen Fahrens hingibt, der sollte aber stets mit mehr als 8 Litern rechnen, immerhin darf man sich auch dann damit beruhigen, dass der Cupra die Euro 5-Norm erfüllt.

Sicher ist sicher. In diesem Bereich übernimmt der Cupra die Features seiner zivilen Brüder, Fahrer- und Beifahrerairbags, Seitenairbags inklusive Kopfairbags vorn und optional durchgehende Kopf-Thorax-Airbags. Natürlich Dreipunktgurte, Kopfstützen … irgendwie war mir das bei diesem Test einfach unwichtig.

23.390,- Euro sollte Ihnen der Spaß einen Seat Ibiza Cupra mit 180 PS zu fahren schon wert sein, viel mehr braucht es aber auch nicht sein, denn angefangen von der Climatronic, einem Berganfahrassistenten, dem Sportfahrwerk, den tollen Sitzen, elektrischen Fensterhebern, zweifach verstellbarer Lenksäule und Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung bis hin zum Audiosystem mit CD-Spieler und einigem mehr ist bereits alles drin.

Aus der kurzen Aufpreisliste seien hier nur das Technik-Paket für 390,- Euro u.a. mit Regensensor, Einparkhilfe und automatisch abblendendemInnenspiegel, ein Lederpaket für 900,- Euro und das Panorama-Glasdach für 680,- Euro genannt. Die Einstufung in die Versicherungsklassen HPF 16, VK 22 und TK 23 sind für solch ein Fahrzeug noch ganz moderat.

Stand: April 2010, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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