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Alfa Romeo

Schöne Alfa Romeo Giulietta

Happy Birthday Alfa Romeo, wir gratulieren zum 100. Geburtstag und zur Rückkehr der Giulietta, wenn es auch viel mehr nur der Name ist, den die Italiener zu neuem Leben erweckt haben. Die Giulietta 2010 tritt die Nachfolge des 147 an und verbindet italienische Tradition mit erwarteter Emotion und moderner Technologie. Eine Mischung, die den Neuling im hart umworbenen Segment der Kompaktklasse zu einem der reizvollsten und emotionalsten Fahrzeuge dieser Liga werden lässt. Mit dem D.N.A.-System kann er ganz komfortabel oder eben rassig sportlich, dazu knackige Sitze die nur bei der Lehnenverstellung richtig patzen. Ab 19.900,- Euro geht es los …

Wie schon der MiTo, findet auch die Giulietta ihren Designursprung im Alfa Romeo 8 C Competizione und begeistert mit viel Stil, Raffinesse und sportlichem Flair.

Das sogenannte Scudetto glänzt nicht nur in schickem Chromlook sondern scheint förmlich zu schweben und verbindet die dynamisch gezeichnete Motorhaube mit dem sportlich geschnittenen Stoßfänger und deren große Lufteinlässe. Das Kennzeichen musste hierfür in typischer Alfa-Manier zur Seite weichen.

Doch es ist nicht nur der Kühlergrill der unseren Blick auf sich zieht, da wären auch die großen dynamisch geformten Scheinwerfer mit dem schicken Tagfahrlicht in Form von vier LED-Leuchten. Geduckt und schnittig wie ein Coupé präsentiert sich die Seitenlinie, die in der C-Säule versteckten hinteren Türgriffe unterstreichen diese Optik. In einem dezenten Dachspoiler läuft die schick abfallende Dachlinie aus.

Einen gelungen Abschluss findet das Fahrzeug im breiten, kraftvollen Heck. Neben dem schwarz abgesetzten, in Diffusoroptik gehaltenen Stoßfänger, sind es vor allen Dingen die Rückleuchten mit ihrer verspielten LED-Technologie die auffallen und die Giulietta unverwechselbar machen.

Die schmalen Fensterpartien rundum und die damit verbundenen breiten Säulen schränken allerdings die Rundumsicht erheblich ein, nun ja, Schönheit hat nun mal Ihren Preis.

Der italienisch sportive Look findet im Interieurseine Fortsetzung. Vom komplett neu gestalteten, geschwungenen Armaturenträger über die moderne, glänzend schwarz unterlegte Audioeinheit, die wiederum eckigen Kippschalter mit denen sich u.a. das Stopp-/Start-System, die Nebelscheinwerfer sowie – rückleuchte steuern lassen und die großen, runden, silberfarben eingefassten Drehregler für die Klimaeinheit wie auch die Rundinstrumente in Röhrenoptik inkl. Infodisplay bis hin zum schicken Wahlhebel für das Fahrdynamiksystem auf der Mittelkonsole nahe des Schalthebels … jedes einzelne Teil strahlt Sportlichkeit aus.

Wenn auch das Gesamtbild zunächst etwas gewöhnungsbedürftig wirkt, fast wahllos zusammengewürfelt und gar nicht so recht wie aus einem Guss auftritt, finden wir dann nicht nur dank der intuitiven Bedienung und guten Erreichbarkeit doch Gefallen daran. Der etwas groß ausgeführte Pralltopf des Dreispeichenlenkrads will aber dennoch nicht in das knackige Cockpit-Bild passen. Ansonsten ist das Volant mit Velours und Glattleder ummantelt sehr angreiffreundlich.

Das optionale Navigationssystem fährt in Form eines 6,9 Zoll großen Bildschirms aus dem Armaturenbrett aus und informiert zudem über das serienmäßige Fahrdynamiksystem „Alfa Romeo D.N.A.“, den Bordrechner oder die aufpreispflichtige Freisprechanlage Blue&Me.

Die Sitze sind sportlich, knackig und straff, an sich ganz nach unserem Geschmack, schicke Ziernähte, das eingenähte Alfa-Emblem sowie diverse Stoffvariationen oder die edle Lederausführung untermalen diesen Eindruck auch optisch. Doch sobald es an die manuelle Sitzverstellung geht, büßt die Giulietta dieses positive Gesamtbild leider wieder ein. Während die Längsverstellung noch in Ordnung geht, ist es der Drehregler für die Justierung der Lehne, der uns wirklich enttäuscht und nervt. Selbst zierliche Frauenhände tun sich sehr schwer, zudem drückt die Gurtbefestigung dabei schmerzlich auf den Handrücken.

Während wir vorne auch als Großgewachsener bequem sitzen, wird es hinten – wie bereits die Silhouette erahnen lässt – etwas enger. Dennoch können wir auch als 1,80 MeterPassagier hinter gleich großem Fahrer Platz nehmen. Bein- und gerade die Kopffreiheit ist dann jedoch ausgeschöpft. Auf das Haupt sollte man ohnehin beim Ein- und Ausstieg achten, hier stößt man gerne einmal an.

Alfa Romeo steht seit je her für emotionales, schickes Design, rassigen Fahrspaß und heiße Motoren. Einen Lademeister wollten die Italiener auch dieses Mal nicht auf die Räder stellen, dennoch bietet die Giulietta mit 350 Litern Stauvolumen spürbar mehr Raum als der 147 und erreicht nun das Niveau eines VW Golf. Dank der im Verhältnis 60:40 geteilt umklappbaren Rückbank lässt sich dieses Ladevolumen auch weiter vergrößern. Um diesen Stauraum zu nutzen muss jedoch eine recht hohe Ladekante überwunden werden.

Mit der Giulietta wird auch die völlig neue C-Segment-Plattform eingeführt. Mit neu konstruierten Radaufhängungen, modernen Leichtbau-Materialien und einem Lenksystem neuester Generation hat Alfa Romeo so einiges verbessert und erreicht vorbildlichen Fahrkomfort.

Doch seine wahre Stärke liegt auf der Seite der Dynamik – und nichts anderes haben wir erwartet. Dennoch waren wir positiv vom gebotenem Komfort und dem Umgang mit schlecht ausgebauten Straßen überrascht.

Jetzt wollen wir aber endlich den D.N.A.-Schalter auf „D“ einloggen. Nun, es handelt sich dabei um die serienmäßige Fahrdynamikregelung „Alfa Romeo D.N.A.“, die wir bereits im MiTo kennen und vor allen Dingen lieben gelernt haben.

Mit den drei zur Wahl stehenden Setup-Programmen „Dynamic“, „Normal“ und „All Weather“ nimmt das System Einfluss auf Motor, Lenkung, Getriebe und das Sperrdifferenzial „Electronic Q2“ sowie der dynamischen Stabilitätskontrolle VDC, hierzu muss einfach nur ein Schalter in der Mittelkonsole betätigt werden.

Der Unterschied ist umgehend spürbar, die angenehm straffe und direkte Lenkung wird noch knackiger und exakter und das Fahrzeug spricht viel schneller an, das Drehmoment beim 1.4 TB MultiAir steigt z.B. von 230 auf 250 Nm an. Zudem wird die „Pre Fill“-Funktion der Bremsen aktiviert, was für ein ebenso schnelleres Ansprechverhaltenwie verkürzte Bremswege sorgt. Ein hervorragendes und spielerisches Handling in Kurven ist garantiert und macht süchtig auf mehr „Giulietta“.

Schön auch, dass einem das VDC im „Dynamic“-Modus mehr Freiraum lässt, denn im Normal-Modus greift es uns teilweise zu früh ein. Im „All Weather“-Modus dagegen wird das System noch früher aktiv. Was bei rutschigen Straßenbedingungen allerdings von Vorteil ist und für besseren Grip, mehr Stabilität und Sicherheit sorgt.

In kritischen Situationen profitieren wir ebenfalls vom Lenkassitent DST (Dynamic Steering Torque), dem Antiblockiersystem (ABS), der Antriebschlupfregelung (ASR), der Differenzialsperre „Electronic Q2“, einer Motorschleppmomentregelung (MSR), Kurvenbremskontrolle (CBC), dem Bremsassistent (HBA) wie auch der Berganfahrhilfe „Hill-Holder“.

Verlassen konnten wir uns beim Ausritt mit dem Mailänder auch auf die Bremsanlage, die in allen Versionen über Scheibenbremsen rundum, wobei vorn innenbelüftet, sowie schwimmend gelagerte Bremssättel verfügt. Der später folgende „Quadrifoglio Verde“ ist zudem mit breiteren Bremsscheiben und rot lackierten Aluminium-Festsättel des Bremsenspezialisten Brembo ausgestattet. Wer die „Giulietta Turismo“-Ausstattung ordert, kann diese Anlage auch optional aufrüsten.

Zu Verkaufsbeginn am 19. Juni stehen dem Kunden zwei Turbobenziner sowie zwei Turbodiesel zur Wahl, dessen Leistungsspektrum sich dabei von 88 kW / 120 PS bis 125 kW / 170 PS erstreckt. Alle Motoren sind mit einem Stopp-Start-System kombiniert und erfüllen die Euro5-Norm. Zwei weitere Motorvarianten u. a. die 235 PS starke Topmotorisierung Quadrifoglio Verde sowie ein Doppelkupplungsgetriebe werden noch in diesem Jahr folgen.

Als wahres Sahnestück präsentiert sich derzeit der 1.4 TB MultiAir. Der Turbobenziner bestückt mit 125 kW / 170 PS erreicht dank der neuen MultiAir-Technologie eine deutliche Leistungssteigerung bei spürbar niedrigerem Verbrauch. So sind im Schnitt 5,8 Liter auf 100 Kilometer möglich, zudem erreicht das sportliche Aggregat einen CO2-Ausstoss von 134 g/km. Werte, die fürein Fahrzeug das in 7,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt und eine Topspeed von 218 km/h erreicht, ein absolut attraktives und vorbildliches Resultat. Dennoch sollte man sich bewusst sein, wer den Motor reizt, gönnt sich gut und gerne sieben Liter – und mehr.

Und der Turbobenziner ist einfach zu verlockend, gerade wenn der „Dynamic“-Modus aktiviert ist und das Drehmoment auf 250 Nm ansteigt. Nach einem kurzen Zögern zieht er ab 2.000 Touren vehement und spritzig los und dreht wunderbar kernig weit aus. Alfa Romeo bietet die Giulietta zunächst mit einem knackig kurz geführten 6-Gang-Schaltgetriebe an, dass ganz den italienischen Flair unterstreicht.

Bei der Konstruktion der neuen Plattform wurde die passive Sicherheit u.a. durch zusätzliche Lastpfade und weitere Längsträger weiter verbessert. Des weiteren wurden im Inneren des Fahrzeugs Zweistufen-Frontairbags, von vorn nach hinten durchgehende Kopfairbags und Seitenairbags in den Vordersitzen sowie Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen verbaut, wobei an den vorderen Sitzen auch doppelte Gurtspanner und Gurtkraftbegrenzer vorhanden sind.

Aktive Kopfstützen mit weiterentwickeltem Schleudertrauma-Schutz und ISOFIX-Kindersitzbefestigungen, eine Sicherheitspedalerie sowie -lenksäule gehören ebenfalls zum serienmäßigen Sicherheitspaket.

Die zur Verfügung stehenden Motorisierungen sind stets mit zwei Ausstattungsversionen „Giulietta“ und „Giulietta Turismo“ kombinierbar. Wenn auch der Grundpreis mit 19.900,- Euro etwas höher angelegt ist, so hat gerade der VW Golf – an dem sich nun mal jedes Fahrzeug in diesem Segment messen muss –ausstattungsbereinigt deutlich das Nachsehen.

Denn der Mailänder verfügt bereits in der Grundversion „Giulietta“ über alle bereits genannten Assistenz- und Sicherheitssysteme wie auch das tolle D.N.A.-Fahrwerk. Zudem sind elektrische Fensterheber vorne, eine Klimaanlage, die asymmetrisch geteilt umklappbare Rücksitzbank und das Start&Stopp-System inklusive Schaltpunktanzeige im Preis enthalten.

Die Ausstattungslinie „Giulietta Turismo“ startetab 21.700 Euro und bietet aufbauend auf die Einstiegsversion zusätzlich nicht nur eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik oder eine Audioanlage mit CD-/MP3-Player und sechs Lautsprechern. Nein, auch ein Leder-Lenkrad und -Schaltknauf, Sitzbezüge in der hochwertigen Stoffqualität „Competizione“, eine Fahrgeschwindigkeitsregelung, ein Multifunktionsdisplay mit grafischer Anzeige des D.N.A.-Status und der Schaltpunktanzeige „Gear Shift Indicator“ sind auch mit dabei.

Fensterrahmen mit „Chrome-Line“, Nebelscheinwerfer und 16-Zoll-Leichtmetallräder im Design „Sport“ heben diese Version außen, sowie „Magnesium Grey“-Einsätze in den Türen und an der Mittelkonsole innen optisch ab. Noch attraktiver wird das Fahrzeug mit den zwei optionalen Sportpaketen die für den „Giulietta Turismo“ erhältlich sind.

Das „Sportpaket 1“ bestehend aus einem Sportfahrwerk, 17-Zoll-Leichtmetallrädern im Style „Sport 1“, Seitenschwellern sowie Scheinwerferrahmen und Außenspiegeln in mattierter Aluminium-Optik wie auch abgedunkelten Scheiben sorgt nicht nur beim Exterieur für den gewissen Schick. Im Inneren sind die Armaturen sowie der Dachhimmel und –säulen in schwarz gehalten, die Mittelkonsole und Türeinsätze mit gebürstetem Alu veredelt, das Sportlenkrad sowie der Schaltknauf mit Leder bezogen und mit roten Nähten versehen. Die Sportpedale aus Aluminium wollen wir an dieser Stelle auch nicht vergessen.

Noch ein Sahnehäubchen mehr setzt das „Sportpaket 2“ drauf, das zusätzlich 18-Zoll-Leichtmetallräder im Look „Superclassic“, Einstiegsleisten mit Edelstahleinsatz sowie Sitzbezüge im Exklusiv-Leder „Venere“ mit Einlagen im „Cannelloni“-Stil und roten Nähten beinhaltet. Außerdem finden Sie in der Preisliste ein attraktives Premium- sowie ein Sichtpaket, diverse Features sind selbstverständlich auch als Einzeloptionen erhältlich.

Das noch in diesem Jahr folgende Topmodel „Quadrifoglio Verde“ befeuert von 235 PS wird dann für 28.300,- Euro erhältlich sein und beinhaltet neben dem „Sportpaket 1“, eine Sport-Bremsanlage von Brembo mit rotlackierten 4-Kolben-Monoblock-Festsätteln vorne, ein Sportfahrwerk mit um 20 Millimeter reduzierter Fahrzeughöhe, 17-Zoll-Leichtmetallräder im „Sportclassic“-Design und Multifunktionstasten am Lenkrad.

Stand: Mai 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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