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Reizvoll, verspielt, dynamisch – Nissan Juke

Nissan bietet neben dem eher vernünftigen Qashqai, Qashqai+2 sowie dem Murano nun ein weiteres Crossover-Modell an, das sich jedoch durch extravagantes, individuelles und verspieltes Design deutlich von seinen Brüdern aber auch von den zahlreichen Mitbewerbern abhebt. Doch wer sind eigentlich diese Mitbewerber? So genau ist das gar nicht auszumachen, da der Juke, basierend auf der Plattform des Micra und Note, genau genommen im Kleinwagensegment mitmischt.

Die Designer kombinierten beim neuen Juke klassische SUV-Attribute mit denen eines Coupés und haben sozusagen einen Mini-Crossover geschaffen. Ein durchaus gewagter Schritt, der mit Sicherheit auch nicht jedem Geschmack entsprechen wird, aber auf jeden Fall auf Deutschlands Straßen für Aufsehen sorgen wird.

Uns sagt die reizvolle, verspielte Linienführung absolut zu, richtig dynamisch, dennoch kompakt und robust. Die stark ausgeprägten Radläufe, die wir auch schon von anderen Nissan-Modellen kennen, sorgen für einen breiten, satten Stand, die hohe Gürtellinie in Verbindung mit dem geduckten, nach hinten fas geradlinig abfallenden Dach unterstreichen diesen Eindruck nochmals erheblich. Die sportlich-schnittige Fenster-Grafik sorgt, ebenso wie die versteckten hinteren Türgriffe für den dynamischen Coupé-Look.

Ebenso einzigartig präsentieren sich die schlitzartigen Scheinwerfer die kontrovers zu den riesig wirkenden, runden Nebelscheinwerfern stehen. Oder aber die eigenwilligen, bumerangähnlichen Rückleuchten, die harmonisch in das kompakte, geschwungene Heck eingearbeitet sind. Hier könnten schon mal Assoziationen an Volvo aufkommen.

Auch wenn der Juke wahrscheinlich selten im Gelände unterwegs sein wird, mit den schwarzen Kunststoffansätzen an den Radhäusern, die sich nahtlos in der Front- und Heckschürze sowie in den Seitenschweller fortsetzen, sieht der Juke zumindest mal so aus, als ob er es könnte. Obwohl, mit Allrad-Antrieb …

Für noch mehr Exklusivitätsorgen neben den drei speziell für den Juke angemischten Farben Force Red, Haptic Blue und Machine Brown, schicke Auspuffblenden (Serie in der mittleren und hohen Ausstattungsstufe), Chrom-Aufsätze für die Außenspiegelgehäuse, ein größerer Dachspoiler sowie Windabweiser für die Türen. Zudem finden Sie in der Zubehörliste Dachaufkleber oder Streifen-Sets.

Bei dem durchaus extravaganten Außendesign sind wir natürlich sehr auf den Innenraum gespannt. Und – wer hätte es gedacht – werden erfreulicherweise so gar nicht enttäuscht. Im Gegenteil, die Designer beweisen auch hier Raffinesse und zeigen Mut- auch zur Farbe. So schimmert der verarbeitete Stoff in den Türen nicht nur in einem schönen Rot-Ton passend zur roten Außenlackierung, auch die lackierten Applikationen an Tür und die Mittelkonsole rund um die Schaltkulisse sowie die Nähte in den Sitzen erstrahlen in diesem Farbton. Des weiteren steht die Variante „Metallic Grau“ zur Wahl, in diesem Fall wird die Farbe Rot durch Silbergrau ersetzt.

Wenn auch größtenteils mit Hartplastik bestückt, gefällt das gut verarbeitete Cockpit. Inspirieren ließen sich die Designer nach eigenen Aussagen von dem Look eines Motorrads. Und in der Tat sind Parallelen an der geschwungenen Instrumenteneinheit mit den zwei großen tiefen Röhren und der schwebenden Hutze sowie den hochschnellenden Anzeigenadeln beim Drücken des Start-Schalters oder auch an der Mittelkonsole zu entdecken. Wobei letztere an einen Motorradtank erinnern soll.

Das Lenkrad ist ebenso schwungvoll gezeichnet wie die Bedieneinheit in schwarzer Klavierlackoptik. Nur das dort integrierte neue Nissan Dynamic Control System wirkt im direkten Vergleich optisch etwas veraltet. Dieses System gibt dem Fahrer Auskunft über unterschiedlichste Einstellungen, angefangen von den fahrdynamischen Parametern bis hin zur Klimaanlage.

Für noch mehr Pepp sorgen die optional erhältlichen illuminierten Türschweller sowie eine schicke Ambiente-Beleuchtung. Unser im Foto festgehaltenesTopmodell verfügt zudem serienmäßig über sportliche Alupedale.

Trotz erhöhter Sitzposition haben wir das Gefühl sportlich tief im Fahrzeug zu sitzen, auch hier ist der Mix zwischen SUV und Sportwagen perfekt umgesetzt. Nur das Gestühl hätte gerne noch ein Tick sportlicher und straffer sein können, die Optik der Ledersitze vermittelt das nämlich schon sehr gut. Allerdings erreichen wir die Verstellmöglichkeiten bei geschlossener Tür nur schlecht und das Lenkrad lässt sich zudem nur in der Höhe variieren.

An Platz mangelt es uns in der ersten Reihe nicht und selbst im Fond verfügen auch unsere Beine als Großgewachsener über üppigen Freiraum, nur die Kopffreiheit findet ab 1,80 Metern ihr Ende. Während sich vorn auch der Ein- und Ausstieg als absolut problemlos gestaltet, wird es bei Personen mit großen Füßen hinten schnell mal eng.

Der Kofferraum bietet mit 251 Liter inkl. Staufach ebenfalls ausreichenden, aber keinesfalls üppigen Platz. Glücklicherweise lässt sich das Stauvolumen mit nur wenigen Handgriffen mittels 60:40 teilbarer Rückbank auf bis zu 830 Liter erweitern, die entstehende Ladefläche ist dabei wunderbar eben. Nicht zu vergessen: die Allradversion nimmt dem Kofferraum weitere 44 Liter.

Der Juke fährt sich ganz so, wie es seine Optik bereits erahnen lässt. Knackig, sportlich, straff – überzeugt dabei aber dennoch mit ordentlichem Fahrkomfort.

Hier hat Nissan wahrlich gute Arbeit geleistet, gerade die Kombination mit dem 190 PS starken Benziner sorgt für ungebremsten Fahrspaß. Dank wunderbar direkter und angenehm straffer Servolenkung, die sich aber im engen City-Alltag spielerisch leichtgängig präsentiert, ist das optimale Handling perfekt.

Je nach Situation lässt sich die Lenkung dank der verschiedenen Modi, die das Nissan Dynamic Control System bietet, perfekt anpassen, außerdem nimmt die Veränderung auch Einfluss auf die Gaspedalkennlinie und reduziert im Eco-Modus sogar den Verbrauch zusätzlich.

Das dem Topbenziner vorbehalteneAllradsystem basiert auf dem aus dem Hause Nissan bekannten elektronischen ALL-MODE-4×4-i-Antrieb und wird im Juke erstmals um das Torque Vectoring System (TVS) ergänzt. Die variable Kraftverteilung findet nun nicht mehr nur zwischen Vorder- und Hinterachse statt, sondern auch zwischen den Hinterrädern.

Womit das bei den Fronttrieblern gelegentlich auftretende Durchdrehen der Räder und ein Untersteuern in schnellen Kurven völlig beseitigt wird. Aber auch der frontangetriebene Crossover zeigt sich stets von seiner gutmütigen Seite und ist spielerisch in der Handhabung.

Das hydraulische Zweikreisbremssystem mit zweistufigem Bremskraftverstärker, ABS und EBD sowie den großen Bremsscheiben rundum hinterließ bei unserer ersten Ausfahrt ebenfalls einen soliden und zuverlässigen Eindruck.

Mit einem Dieselaggregat und zwei 1,6 Liter Benzinern startet der Juke in Europa mit einem ordentlichen Dreierlei.

Absolut begeistern konnte dabei die Topmotorisierung mit Direkteinspritzung und Turboaufladung. 140 kW/190 PS und das in einem Fahrzeug das in der Kategorie „Kleinwagen“ zu hause ist. Hinzu kommt noch ein üppiges Drehmoment von 240 Nm und perfekt ist der Fahrspaß. Das Aggregat stellt zu jeder Zeit spritzigen Vortrieb zur Verfügung und beschleunigt je nach Antriebsvariante den Juke in acht Sekunden von Null auf Tempo 100 (8,4 Sek. mit Allradantrieb). Letzterer nimmt dem Motor in der Topspeed fünfzehn Stundenkilometer und lässt so „nur“ 200 km/h zu.

Neben den tollen Durchzugswerten, kann der Ottomotor außerdem mit erfreulichen Mixverbräuchen überzeugen und liegt in der frontangetriebenen Version bei 6,9 Litern auf 100 Kilometer sowie im Allradbetrieb bei 7,6 Litern, was 159 g/km beziehungsweise 175 g/km CO2-Emissionen zur Folge hat. Werte, die sich für so ein stark motorisiertes Triebwerk absolut sehen lassen können. Dennoch sollte man mit gut ein bis zwei Liter mehr rechnen, da das Aggregat doch sehr zum flotten Fahren animiert.

Hier hat natürlich der kleinere Motor dasNachsehen. Aber er wurde modifiziert, mit mehr Leistung bestückt und trotzdem im Verbrauch reduziert, und voraussichtlich wird dieser 1.6 Liter Benziner das Hauptvolumen einnehmen.

Das ausschließlich als 4×2-Version erhältliche Aggregat liegt bei 6,3 Liter Verbrauch im Schnitt und stößt 147 g/km CO2 aus, soweit der Motor mit dem Handschalter kombiniert ist, die Automatik-Variante liegt zwei Gramm darunter. In punkto Höchstgeschwindigkeit nimmt die CVT-Box ebenfalls etwas und erreicht 170 km/h gegenüber den 178 km/h. Geht es um den Sprint, gönnt sich das CVT-Getriebe eine halbe Sekunde mehr und erreicht die 100 km/h-Marke in 11,5 Sekunden aus dem Stand heraus.

Die 86 kW/117 PS sowie das maximale Drehmoment von 158 Nm sorgen auch hier unten rum für spritzigen Vortrieb, in den oberen Gängen und den höheren Geschwindigkeiten geht dem kleinen Benziner jedoch etwas die Luft aus. Er wird auch etwas kerniger als der Top-Benziner, tritt jedoch zu keiner Zeit störend in Erscheinung.

Gleiches gilt für den 1,5-Liter-Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung, befeuert von 110 PS (81 kW) und einem souveränen Drehmoment von 240 Nm. Dieser steht wie auch der Einstiegsbenziner nur als Fronttriebler zur Verfügung und bietet mit 11,2 Sekunden für 0-100-Sprint eine ordentliche Beschleunigung. Die Topspeed ist bei 175 km/h erreicht. Mit 5,1 Liter Mixverbrauch sowie 134 g/km CO2 hat er gegenüber den Benzinern natürlich die Nase vorn, eine Stopp-Start-Automatik würde allerdings noch mehr rausholen, sie fehlt aber auch hier.

Wie schon erwähnt, bietet Nissan den Allradantrieb nur im stärksten Benziner an. Da das Fahrzeug jedoch wie viele andere Crossover-Modelle sein Einsatzgebiet nicht im Gelände sucht, ist dies eine Tatsache die nur wenig negativ aufstößt.

Vielmehr sind wir darüber enttäuscht, dass der 117 PS Benziner serienmäßig nur mit einem Fünfgang-Handschalter bestückt ist. Wenn dieser an sich auch gut abgestuft und kurz geführt ist, überzeugte das im Topaggregat sowie dem Dieselverbaute Sechsgang-Getriebe einfach noch mehr.

Wer möchte, kann jedoch auch das 1.400,- Euro teure stufenlose Automatik-Getriebe wählen. Der große Otto-Motor mit Allrad ist dagegen serienmäßig mit einem stufenlosen XTRONIC-CVT-M6-Getriebe ausgestattet. Wobei beide CVT-Automatikgetriebe über ein adaptives Schaltkontrollsystem verfügen, das dem Fahrer mit drei Fahrmodi: Normal, Sport und Eco die Wahl lässt.

In Sachen Sicherheit weist der Nissan Juke angefangen von der Basis-Version keine Schwächen auf und entspricht dem heutigen Standard, was u.a. sechs Airbags und dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP entspricht.

Der Nissan Juke startet in der Variante Visia kombiniert mit dem 1.6 Benziner ab 16.990,- Euro, was für einen Kleinwagen nicht gerade wenig ist. Allerdings ist der Juke doch einiges mehr als das und so relativiert unserer Meinung nach die Eigenständigkeit, das extravagante sowie unkonventionelle Design diesen Preis.

Wer auf den Diesel zugreifen möchte, muss noch mal 1.900,- Euro drauflegen. Die weiteren Ausstattungen Acenta und Tekna sowie der Allradantrieb oder das stufenlose CVT-Getriebe verlangen zusätzlichen Aufpreis und finden Ihren Höhepunkt in der Topvariante Nissan Juke Tekna Benziner 1.6 DIG-T All-Mode 4x4i für 25.140,- Euro.

Während hier eine Rückfahrkamera, das schlüssellose Zugangs- und Startsystem Intelligent Key samt Start/Stopp-Knopf, elektrisch einklappbare Außenspiegel, getöntes Glas, eine Fahrtlicht-Automatik, ein Regensensor, eine Lederausstattung sowie 17 Zoll große Leichtmetallräder im Preis enthalten sind, können sich aber auch die anderen Ausstattungsvarianten sehen lassen.

So ist die Basis Visia mit elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, einem Bordcomputer, elektrischen Fensterhebern, einer manuellen Klimaanlage, einem höhenverstellbaren Fahrersitz und einem CD-Radio bestückt.

Die Hauptkäuferschicht wird voraussichtlich auf die Acenta-Version inkl. Lederlenkrad, in Wagenfarbe, lackierten Außenspiegeln, einerGeschwindigkeitsregelanlage mit Speed-Limiter-Funktion, Nebelscheinwerfern, einer Klimaautomatik sowie dem neuen Audio System mit integriertem Einfach-CD-Spieler, Bluetooth Schnittstelle, iPod/MP3-Anschluss und USB-Port zurückgreifen.

Stand: Januar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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