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Peugeot

Peugeot Bipper HDi

Der Bipper rundet das bisherige Nutzfahrzeug-Programm bestehend aus Partner, Expert und Boxer nach unten hin ab. Er ist baugleich mit Citroën Nemo sowie Fiat Fiorino und kommt entsprechend sympathisch und modern daher. Das interessiert die Gewerbetreibenden zwar in erster Linie weniger, sorgt aber doch für ein schöneres Straßenbild. Praktisch sind die niedrige Ladekante, der ebene Ladeboden, die wenig in den Laderaum von bis zu 2,8 m³ (bei versenktem Beifahrersitz) hineinragenden Radkästen, die geteilte Hecktür bis 180° zu öffnen, die Schiebetüren, die verschiedenen Trennmöglichkeiten für den Laderaum und das robuste – wenn auch ziemlich graue – Armaturenbrett. Fahrkomfort wie im Pkw, sehr sparsamer, wenn auch obenrum etwas schwacher Diesel …

Seine Front kommt mit der wuchtigen Frontschürze mit dem markanten Aufsatz aus dunklem Kunststoff richtig bullig daher. Darüber wölben sich die Motorhaube sowie die Scheinwerfer.

Die Seitenansicht wird geprägt von den massiv ausgestellten Radhäusern, deren rundlicher Schwung taucht auch rund um das Seitenfenster und den Dachkanten wieder auf und lässt den kleinen Transporter fast zierlich und vor allem recht dynamisch erscheinen. Auf Wunsch stehen gegen Aufpreis ein oder zwei Schiebetüren zur Wahl.

Mit Seitenfenstern und Sitzen auch hinten wäre er auch gleich ein attraktives Familienauto.
Was nicht ist, kann noch werden, so kostet derzeit auch eine Verglasung an den Hecktüren schon Aufpreis. Diese sind als Flügeltüren asymmetrisch geteilt. Auch hier zieht sich, wenn auch deutlich weniger markant als an der Front, eine Kunststoffverkleidung bis zu den Leuchten. Richtig nett anzuschauen, auch wenn der praktische Nutzen klar im Vordergrund steht.

Und praktisch geht es weiter, oder besser gesagt rein – in den Laderaum. Die im Verhältnis 60 zu 40 geteilten Flügeltüren lassen sich sowohl im 90°-Winkel als auch mit Hilfe der versenkbaren Zugstäbe bis zu 180° öffnen. Die Ladekante ist mit 527 mm angenehm niedrig und sechs fest im Laderaumboden verankerte Verzurrösen haben die Ladung stets fest im Griff.

Die Fahrerkabine wird durch ein Metallgitter vom Laderaum getrennt. Dieser bietet mit einerInnenlänge von 1,52 m, einer maximalen Höhe von 1,18 m sowie einer Breite von 1,05 m (zwischen den Radkästen!) eine Ladekapazität von 2,5 m3. Damit lässt eine Nutzlast von bis zu 610 kg transportieren. Die ausgestellten Radhäuser außen kommen nicht nur der Optik zu gute, sondern ragen deutlich weniger weit in den Innenraum.

Unbedingt zu empfehlen ist der versenkbare Beifahrersitz für 119,- Euro. Er lässt sich mit einem Handgriff kinderleicht vorklappen und dann als Tischablage nutzen. Ein weiterer Handgriff und der gesamte Sitz versenkt sich bis auf Bodenhöhe, die entstehende Ladefläche ist eben und dann bis zu 2,49 m lang, das Fassungsvermögen wächst damit auf 2,8 m3. Zum Schutz des Fahrers lässt sich das Trenngitter dann Richtung Mittelkonsole umklappen.

Von wegen Trennungsschmerz. Die angebotenen Möglichkeiten sollen genau das verhindern. So wird serienmäßig die Fahrgastzelle vertikal mit einem neunsprossigen Gitter abgetrennt und alternativ stehen eine Blech- oder Glaswand bereit, die das Cockpit komplett vom Laderaum abtrennen. Außerdem eine kombinierte Variante mit Blech im unteren und Gitter im oberen Teil sowie ein zweiteiliges variables Gitter mit einem beweglichen Teil auf der Beifahrerseite, das den absenkbaren Multifunktions-Beifahrersitz sinnvoll ergänzt.

Ein möglicher Dachträger kann zusätzlich bis zu 100 kg transportieren. Empfehlenswert ist auch eine Option zur Sicherung des Ladegutsdurch eine getrennte Verriegelung für Führerhaus und Laderaum über eine Funkfernbedienung mit drei Knöpfen bzw. einem Druckschalter am Armaturenbrett.

Peugeot bietet für den Bipper im Rahmen der „Cool Edition“ außerdem einen Hygieneausbau mit einem leicht zu reinigenden und vom Fahrerplatz komplett abgetrennten Laderaum an.

Ein Transporter soll arbeiten, was hier zählt ist Alltagstauglichkeit, so wird auch die graue Plastiklandschaft schnell zur Nebensache. Einfach, robust und übersichtlich – so soll es sein, und so ist es! Die Sitze sind ausreichend groß dimensioniert und ausgeformt, straff gepolstert und bieten guten Komfort sowie dank erhöhter Sitzposition und großer Frontscheibe eine gute Sicht.

Die manuelle Sitzverstellung geht einfach von der Hand und mit dem in Höhe und Weite verstellbaren Lenkrad findet man schnell eine optimale Sitzposition. Der Schalthebel ist in guter Höhe nahe am Armaturenbrett montiert.

Die wenigen Bedienelemente liegen sehr gut im Blick, sind funktional gehalten und werfen keine Fragen bezüglich ihrer Handhabung auf. Zahlreiche kleinere Ablagen bieten den nötigen Platz für dies und das, außerdem stehen Getränkehalter parat. Je nach Ausstattung glänzt der Bipper zudem mit einer Schreibunterlage am Armaturenbrett und einem verschließbaren Handschuhfach.

„Nutzen“ steht ganz klar im Vordergrund, trotzdem kann er mit gutem Fahrkomfort dienen. Bei kurzaufeinanderfolgenden Bodenwellen schaukelt er zwar gerne etwas auf und poltert auch schon mal, steckt ansonsten aber Schlaglöchern gut weg. Motor- und Windgeräusche dringen ebenfalls kaum störend nach innen.

Die McPherson-Vorderachse ist mit einem in der Achse montierten Feder-Dämpfer-System ausgestattet, die Hinterachse mit gezogenen Lenkern und Torsionsstab ist über elastische Dämpferelemente an der Karosserie befestigt.

So gerüstet verhält sich der Bipper gutmütig und lässt sich im Alltag problemlos handeln, aber ESP ist nicht an Bord – leider auch nicht gegen Aufpreis. Die hydraulische Servolenkung ist leichtgängig, könnte aber etwas präziser sein. Wendig ist er allemal, was auch der Wendekreis von 10,2 Meter belegt.

Mit Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und Trommelbremsen hinten sorgt er für durchschnittliche Bremsmanöver, bleibt aber auch hier ruhig in der Spur, ein Verdienst des serienmäßigen ABS. Wer oft schwer beladen unterwegs ist wird sich schnell auch an der Hinterachse Scheibenbremsen wünschen.

Mit dem Vierzylinder-HDi mit 50 kW (68 PS) und einem Drehmoment von 160 Nm bei 1.750 U/min ist der Bipper in der Stadt richtig flott unterwegs, das war’s dann aber auch schon. Für Überholvorgänge auf der Landstraße sollte man genug Zeit oder besser gesagt freie Strecke voraus einplanen, der Motor wirkt im oberen Bereich recht zäh und so dauert es etwas, bis bei Tempo 152 dieHöchstgeschwindigkeit erreicht ist.

Wenn man nicht gerade besonders eilige Arzneimittel transportiert sollte das genügen, immerhin begnügt er sich so im Mix mit 4,5 Litern Diesel und stößt auch nur 119 g CO2 pro Kilometer aus. In der Stadt konsumiert er 5,7 Liter, außerorts sehr günstige 3,8.

Für den 1,4 l HDi stehen zwei Getriebevarianten zur Wahl. Zum einen ein manuelles Fünfgang-Schaltgetriebe und zum anderen ein automatisiertes Fünfgang-Schaltgetriebe (BMP5). Der von uns getestete Handschalter war mit recht langen Schaltwegen und leicht rührig nur Durchschnitt.

Recht kurz hält sich die Liste der serienmäßigen Sicherheitsfeatures, mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten inkl. Höhenverstellung und pyrotechnischen Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern, einem Fahrerairbag sowie ABS sind die wichtigsten Attribute bereits genannt. Beifahrer- sowie Seitenairbags sind aber gegen Aufpreis erhältlich.

Ein spezielles Sensoriksystem kappt bei einem Aufprall automatisch die Strom- und Kraftstoffversorgung.

Der Bipper ist in nur einer Ausstattungsvariante erhältlich, als 73 PS 1,4 Liter Benziner ab 11.888,10 Euro, der Diesel beginnt als Schalter bei 13.256,60 Euro, mit 2-Tronic bei 14.161,- Euro.

Die serienmäßige Ausstattung ist recht karg, was allerdings nicht unüblich ist in dieser Klasse. Dafür lassen sich die „Nutztiere“ aber mit zahlreichen Paketen oder einzelnen Sonderausstattungen aufrüsten. Solassen sich die serienmäßigen Features wie z.B. Mittelkonsole mit Ablagefächern, Servolenkung, Bordcomputer sowie eine Radiovorbereitung um einen modularen Beifahrersitz für 119,- Euro, Beifahrer- und Seitenairbags für 773,50 Euro, eine Dachreling für 142,80 Euro oder eine Einparkhilfe hinten für 297,50 Euro erweitern.

Neben einem Fenster- und Raucher-Paket stehen außerdem folgende Pakete zur Wahl: Baustellen-Paket für 357,- Euro. Mit einer um 15 mm erhöhten Bodenfreiheit und verstärkten Schutzelementen ist er bestens für den rauen Baustellen-Alltag gewappnet. Außerdem im Paket enthalten: Reifen der Größe 185/65 R15, eine Schutzplatte unter dem Motor, eine Zierleiste unterhalb der Frontschürze, Schmutzfänger vorne und hinten sowie einen waschbaren Bodenbelag im Fahrgastraum.

Komfort-Paket für 226,10 Euro. Dieses Paket umfasst eine Armlehne für den Fahrer, einen höhenverstellbaren Fahrersitz inkl. Lordosenstütze, ein abschließbares Handschuhfach, Lenkrad mit Höhen- und Weitenverstellung sowie eine aufklappbare Schreibunterlage.

Im Elektro-Paket für 368,90 Euro sind el. verstell- und beheizbare Außenspiegel, automatische Verriegelung beim Anfahren, el. Fensterheber inkl. Einklemmschutz, Fahrerkabine und Laderaum getrennt zu verriegeln sowie die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung enthalten.

Die Betriebskosten liegen Nutzfahrzeugtypisch niedrig. Die Wartungsintervalle liegen unabhängig vonder Motorvariante stets bei 30.000 km bzw. zwei Jahren. Zur besseren Kostenkontrolle sind der Ölwechsel, der Austausch von Verschleißteilen wie Luft-, Diesel- und Pollenfilter sowie der Bremsbeläge ebenfalls in diesem Turnus vorgesehen.

Stand: Oktober 2008, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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