// Fahrbericht / Opel Zafira Cosmo 2.2 Direct

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Opel Zafira Cosmo 2.2 Direct

Ganz schön praktisch, ganz schön sportlich … Das fängt bei den sportlichen Sitzen mit Ultra-Seitenhalt an, geht weiter über eine direkte straffe Lenkung, knackige Schaltung bis hin zum straffen Fahrwerk. Das kann auch ganz komfortabel – und dazu passt dann der Motor trotz 150 PS am besten, gefordert wirkt er schnell überfordert und stets zäh. Und nicht nur dann ist er kein Kostverächter, besonders in der Stadt liegt sein Spritkonsum mit 11,3 Litern recht hoch. Tadellos dagegen zeigt sich sein Innenraum in Sachen Platz und Variabilität. Ob 7-Sitzer oder 1.820 Liter Ladevolumen, und vor allem geht das Umbauen einfach und schnell. Die Verarbeitung ist prima, die Ausstattung geht in Ordnung, auch wenn rund 30.000,- Euro kein Pappenstil sind.

Das Facelift vor gut einem Jahr ist sehr dezent ausgefallen, leichte Änderungen am Grill, den Seitenschwellern und den Leuchten vorn und hinten sowie mehr Chrom rundum, optisch war es das auch schon.
Reicht aber auch, denn der Zafira kommt sportlich-schick rüber, vor allem, weil unser Testwagen auch noch den OPC-Anzug übergezogen hatte und mit Frontspoiler- und Heckschürzenlippe, speziellen Seitenschwellern sowie dem Dachspoiler richtig knackig dasteht.
Ein besonderes Schmankerl bietet der Zafira mit seinem Panorama-Glasdach. Mit seiner schwarzen Verglasung und den unterschiedlichen Höhenausbildungen verleiht es auch der Außenansicht eine zusätzliche sportliche Note und ist in unserem Fall, Ausstattung Cosmo, sogar serienmäßig.

Geräumig und flexibel und das bei vorbildlicher Verarbeitung, was will man mehr?

Schöne Chrom- und Klavierlack-Applikationen in der Mittelkonsole sowie im Lenkrad glänzen am Cockpit um die Wette und verleihen dem Interieur das gewisse Etwas. Der Rest ist eigentlich ganz so, wie wir es von Opel kennen, alle Bedienelemente sind dort wo sie hin gehören, modern gezeichnet und einfach zu bedienen.

Der Handbremsgriff lässt ein wenig Flugzeugatmosphäre aufkommen, an die im ersten Moment ungewohnte Stellung gewöhnt man sich aber schnell.

Schnell gewöhnt hatten wir uns auch an die straffen und gut ausgeformten, vor allen Dingen aber recht engen Sitze, die uns richtig gut im Griff hatten und auch bei schnellen Fahrten optimalen Seitenhalt boten. Man sollteaber nicht zu breit gebaut sein, sonst werden die Sportsitze schnell zu eng. Ansonsten kommt im Zafira keine Enge auf, besonders nicht in Reihe eins und zwei.

Obwohl Sitz und Lenkrad prima zu verstellen sind und man schnell die optimale Sitzposition findet, hilft die nicht dabei, den Zafira komplett zu überblicken, die Front entzieht sich dem Blick, dazu eine recht breite A-Säule und auch nach schräg hinten geht es etwas unübersichtlich zu, und dann auch noch der recht große Wendekreis von 11,50 Metern …

Auf den ersten Blick scheint der Zafira ein Fünfsitzer zu sein, aber mit nur wenigen Handgriffen lassen sich schnell zwei weitere Sitzmöglichkeiten hervorzaubern. Dieser Zaubertrick funktioniert aber auch in die andere Richtung und genauso leicht haben Sie den Kompakt-Van zum Zweisitzer gemacht. Das Zauberwort bei Opel lautet „Flex7-Sitzsystem“. Doch statt dem altbewährten Zauberstab wird hier die Sitzbank geschwungen, d.h. ein Griff betätigt und schon lassen sich die Rücksitze der dritten Reihe aus dem Boden schwenken. Die Platzverhältnisse, die wir hier vorfinden, sind halbwegs in Ordnung, aber nur für Kinder wirklich bequem.

In Reihe zwei besteht die Möglichkeit, die Sitze weit in Längsrichtung zu verschieben. Wird die Sitzfläche hochgeklappt und dann die gesamte Bank nach vorn „geschwenkt“, ist auch diese „fast“ verschwunden.

So steht je nach Bedarf ein Ladevolumen von 140 Liter über 645 Liter bis 1.820 Liter parat. Dank der weit öffnenden Heckklappe undder angenehm niedrigen Ladekante kommen auch beim Beladen keine Schwierigkeiten auf, leider ist jedoch die Stoßstange ungeschützt.

Wer möchte kann zudem den optionalen Beifahrersitz mit umlegbarer Rückenlehne, Klapptisch an der Rückseite und Schublade unter der Sitzfläche ordern. Ebenfalls gegen Aufpreis verfügbar, das FlexOrganizer-System. Hinter diesem Begriff versteckt sich eine Art „intelligenter Laderaum-Manager“, der mittels Schienen, die links und rechts in die Seitenverkleidungen des Gepäckraums integriert sind, sowie Befestigungsmöglichkeiten für verschiedene Trennelemente, Ablageboxen, Netze oder Haken für einen sicheren und sauberen Transport sorgt.

Mit dem tollen Panorama-Dach erhält man zudem die Möglichkeit zahlreichen Kleinkram in fünf großen Klappfächern, die sich in der Mitte über die gesamte Dachlänge erstrecken, zu verstauen.

Außerdem verfügt das Panorama-Dach über ein elektrisch gesteuertes Beschattungssystem, das bei zu starker Sonneneinstrahlung alle Scheiben gleichzeitig mit je einem Rollo abdeckt.

Das Fahrwerk ist für einen Van überraschend sportlich straff und das ohne gleichzeitig unkomfortabel zu sein. Die straffe direkte Lenkung passt wunderbar dazu.

Trotz des sportlichen Eindrucks schmeißt sich das Fahrzeug mit mächtigem Quietschen im Slalom hin und her und liegt etwas unruhig, im Grenzbereich ist das Heck recht aktiv, der Zafira bleibt aber dank ESP auf Kurs, um letzteres auszuschalten, fehlte der nötige Schalter. Nachaktivieren der Sport-Taste, Bestandteil des IDS Sportfahrwerks für 230,- Euro Aufpreis, wird das Fahrverhalten kaum anders, die Lenkung wird einen Tick straffer und man glaubt, dass der Motor etwas spontaner aufs Gaspedal reagiert. Zum Sportwagen wird der 150 PS Benziner damit aber keinesfalls.

Im normalen Fahrwerks-Paket enthalten: Eine McPherson-Vorderachse und Torsionslenker-Hinterachse, ESPPlus, dieTraktionskontrolle TCPlus, das Antiblockiersystem ABS, die Kurvenbremskontrolle CBC, der Bremsassistent sowie die elektrohydraulische Servolenkung. Damit ist man eigentlich schon ganz gut bedient. Wer will kann aber auch noch das adaptive Interaktive Dynamische FahrSystem IDSPlus mit elektronischer Dämpferregelung CDC für 675,- Euro Aufpreis erwerben.

Weiter verbessert wurde die Anhängerstabilitätskontrolle TSA (Trailer Stability Assist), sie erkennt die Intensität von Schlingerbewegungen des Gespanns und wirkt dem mit dosierten Bremsimpulsen entgegen.

Windgeräusche sind im Zafira kaum zu vernehmen, dafür Umfeld- und Abrollgeräusche.

Die fein zu dosierenden Bremsen mit Bremsassistent und Scheibenbremsen rundum sprechen gut an und bringen den Familien-Van bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 mit starkem Reifenquietschen (trotz ABS) nach weniger als 39 Metern sicher und konstant zum Stehen.

Mit dem 2,2 Liter Vierzylinder-Aluminium-Aggregat mit Direkteinspritzung, 110 kW/150 PS und einem maximalen Drehmoment von 215 Nm bei 4.000 U/min war unser Testwagen etwa mit der goldenenMitte der Otto-Motoren-Palette bestückt.

Dafür wirkte der ECOTEC-Motor allerdings recht zäh, wenn man ihn voll forderte fast etwas gequält und brachte für 150 PS eher enttäuschende Fahrleistungen zustande. Zudem haben wir die von Opel angegebenen 10,6 Sekunden für den Sprint von Null auf Tempo 100 nicht erreicht – darum gehen wir einfach mal davon aus, dass unser Testwagen nicht richtig eingefahren war. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h wiederum hat unser Zafira locker erreicht, und auch dann lag er angenehm ruhig auf der Straße und der Motor lief stets kultiviert.

Sein Mix-Verbrauch ist mit 8,2 Liter angegeben, nicht gerade sparsam und auch wir haben auf unserer Messstrecke immerhin 8,3 Liter Super bleifrei verbraucht – immer bei „ganz normalem“ Fahren. Schon bei Richtgeschwindigkeit 130 auf der Autobahn gönnt er sich im Schnitt rund 9,5 Liter, Stadtfahrten verlangen 11,3 Liter auf 100 km.

Am Getriebe kann das nicht liegen, schließlich ist der 2.2 Direct mit einer manuellen Sechsgang-Schaltung bestückt, die ganz harmonisch auf das Fahrzeug abgestimmt ist und sich auch noch auf exakten und kurzen Wegen geführt zeigt, lediglich ein kleiner Holperer über die Mittelstellung trübt das Bild ein wenig.

Der Sechszehnventiler gehört noch zur EURO 4-Gattung und stößt 197 g/km CO2 aus.

Bei Opel trägt Sicherheit den Namen SAFETEC. Dieses serienmäßige System umfasst Front-, Brust-Becken-Seiten- und Kopfairbags (letztere für die ersten zwei Reihen) sowieDreipunktsicherheitsgurte auf allen Plätzen, vorn mit Gurtkraftbegrenzern und pyrotechnischen Gurtschlossstrafern.

Außerdem noch aktive Kopfstützen, ISOFIX, Seitenaufprallschutz, eine Sicherheitslenksäule, auskuppelnde Sicherheitspedale (Pedal Release System PRS), die bereits erwähnten Assistenzsysteme und eine automatische Aktivierung des Warnblinkers und Entriegelung der Türen nach Auslösung von Airbag oder Gurtstraffer.

Den Opel Zafira 2.2 Direct Cosmo finden Sie für 30.180,- Euro in der Preisliste der umfangreichen Modellpalette, die insgesamt neun Motoren und sechs Ausstattungen umfasst. Preislich liegt die von uns gefahrene Variante aber nicht in der Mitte, die Einstiegsversion beginn beim 1,6 Liter Benziner mit 115 PS bei 21.780,- Euro, das Top-Modell, der OPC mit 240 Turbo-PS kostet ab 35.320,- Euro.

Für die 30 Mille enthält die Ausstattung „Cosmo“ die Sechsgang-Schaltung, elektrische Fensterheber rundum, eine Klimatisierungsautomatik, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Geschwindigkeitsregler, das Stereo-Radio CD 70 mit Navigationssystem, ein Lederlenkrad, Fahrersitz mit Neigungseinstellung und Lendenwirbelstütze, Nebelscheinwerfer, das Panorama-Dach, Komfortsitze im sportlichen Design mit einem Morrocana/Stoff-Polster-Überzug und 16-Zoll-Leichtmetallräder.

Der individuellen Gestaltung sind kaum Grenzen gesetzt, von diversen Innovationspaketen über Cargo-, FlexOrganizer-, Komfort-, OPC-, Sicht- oder Trail-Paketen bis hin zu zahlreichen Einzelfeatureswie z. B. den verschiedenen Lackierung von 275,- bis 495,- Euro, der Lederausstattung für 800,- Euro oder Recaro Sportsitzen für 915,- Euro ist einiges zu haben – wir empfehlen einen Blick in die Ausstattungsliste.

Stand: Januar 2009, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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