// Fahrbericht / Opel Astra 1.3 CDTI ecoFLEX

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Opel Astra 1.3 CDTI ecoFLEX

Mit dem Astra 1.3 CDTI ecoFLEX kann man sich durchaus zum Sparmeister entwickeln, kommt man doch im Mix mit rund 3,9 Litern Sprit aus, und wenn man die Gänge hoch ausdreht, schafft man auch ordentliche Beschleunigungswerte, vor allem, wenn die Anfahrschwäche überwunden ist, und das ohne einen zu hohen Mehrverbrauch zu riskieren. Die Schaltung selbst arbeitet sehr gut, der Motor bleibt zumeist angenehm ruhig, prima ist das Platzangebot im Kofferraum, vor allem der variable Boden, sehr tief geht es aber ggf. nach der Ladekante nach unten. Hervorragend sind die Sitze im neuen Astra, das Fahrwerk ist sportlich straff, die Sicherheitsausstattung gut und der recht hohe Preis relativiert sich mit der Ausstattung. Die Karosserie ist etwas unübersichtlich, das Cockpit verlangt eine gewisse Eingewöhnung.

Dynamisch gezeichnet, modern sowie stimmig interpretiert, so konnte sich der Opel Astra der neuesten Generation bereits gegen zahlreiche seiner Mitbewerber behaupten. Dass die Rüsselsheimer in der Kompaktklasse jedoch weit mehr als nur ein attraktives Design zu bieten haben, ist ebenfalls keine Neuigkeit. Die nun erhältliche, wenn auch optionale, Start-Stop-Technologie für die ecoFLEX-Varianten dagegen schon.

Diese Spritspar-Modelle unterscheiden sich optisch übrigens so gut wie nicht von den anderen Astras, denn die der Reduzierung dienenden Maßnahmen in Form von Luftklappen am Kühlergrill und die Unterbodenverkleidung sind wirklich nur bei genauem Hinsehen zu erkennen.

Spar-Modell-Charakter kommt auch im Inneren nicht auf, so sind die verwendeten Materialien solide verarbeitet und angreiffreundlich. Das schwungvoll und fließend verlaufende Cockpit mit großflächigen, silberfarbenen Applikationen, zahlreichen Chromakzenten sowie einer warmen Ambientebeleuchtung sorgen für Wohlfühlatmosphäre.

Einzig die überladene Mittelkonsole sorgt für etwas Unruhe und ist auch nach zweiwöchiger Testfahrtnoch nicht 100% intuitiv zu bedienen. Zudem sorgt gerade der Drehregler in Verbindung mit einem aufgesetzten Curser zu Anfang für Verwirrung und verlangt eine gründliche Eingewöhnungsphase.

Auch in punkto Rundumsicht muss sich der Astra Schwächen eingestehen, denn trotz des kleinen Dreieck-Fensters ist die A-Säule sehr breit geraten und so übersieht man gerne einmal eine Person oder sogar ein ganzes Fahrzeug. Weniger gut „sieht“ ist es auch bei den hinteren Dachsäulen aus.

Doch nun genug gemeckert, widmen wir uns dem tollen, vorbildlich ausgeformten Gestühl, das uns auch als Großgewachsener wunderbar aufnimmt und perfekten Sitzkomfort bietet. Ob manuell oder elektrisch, die Sitzverstellung geht leicht von der Hand und lässt uns rasch die optimale Sitzposition finden. Nun noch das in Weite und Höhe verstellbare Lenkrad justiert und wir sitzen selbst als Rückengeschädigter und auf Langstrecken perfekt.

Das Platzangebot ist dabei ganz auf Klassenniveau und bietet uns auch im Fond noch gute Raumverhältnisse, nur sind hier die Sitze recht straff gepolstert und die C-Säule befindet sich sehr nah am Kopf. Der Ein- und Ausstieg gelingt wiederum sehr bequem.

Ob nun Vorrichtungen für 1,5 Liter große Flaschen, eine multifunktionale Mittelkonsole oder ein Fach unter dem Beifahrersitz, diverser Kleinkram findet in zahlreichen Ablagemöglichkeiten ohne Probleme schnell seinen Platz. Wer anstatt der herkömmlichen Handbremse die aufpreispflichtige elektrische Handbremse (in der Basisausstattung leider nicht erhältlich und in den höheren Ausstattungen Serie) wählt, verfügt über zusätzlichen Stauraum bzw. weitere Cupholder.

Für die größeren Dinge des Lebens greifen wir dagegen auf den 370 Liter großen Kofferraum zurück, der bei Bedarf durch Umlegen der im Verhältnis 40/60 teilbaren Rückbank auf bis zu 1.235 Liter erweiterbar ist.

Wirklich überzeugen kann Opel dann vor allem mit dem Flex-Floor-Sytem, dieses ist für 90,- Euro als Extraerhältlich. Ein Aufpreis der sich wahrlich lohnt, denn der in drei verschiedenen Höhen justierbare Einlegeboden bietet optimale Flexibilität und hält unter dem Gepäckraumboden einen zusätzlichen Stauraum von 126 Litern bereit. Darunter befindet sich außerdem sauber verstautes Werkzeug sowie ein Reparaturset. Benötigen wir jedoch nach Umlegen der Rücksitze eher eine ebene Ladefläche, arretieren wir den Boden einfach auf der mittleren Stellung. In der obersten Position wiederum verschwindet nahezu die ansonsten tiefe Ladeschwelle. Die hohe Ladekante bleibt allerdings wie auch die ungeschützte Stoßstange bestehen. Des weiteren kann der flexible Einlegeboden als Gepäckabteiltrennung genutzt werden. Unter der Laderaumabdeckung finden wir außerdem praktische Haken für unsere Einkäufe vor.

Für Opel wahrlich keine Neuheit mehr, dennoch ein Novum in der Automobilbranche, der optionale FlexFix-Fahrradträger. Hiermit können Sie ohne lästige Montage eines Trägersystems, einfach und ohne großen Kraftaufwand bis zu zwei Fahrräder transportieren. Die Vorrichtung lässt sich ähnlich einer Schublade aus dem hinteren Stoßfänger ziehen und bei Nichtbedarf auf gleichem Wege wieder einfahren. Von einem unschönen Fahrradträger ist dann nichts mehr zu sehen.

Mit der Astra-Fahrwerkskonstruktion konnten die Rüsselsheimer bereits überzeugen und setzen auch bei den ecoFLEX-Modellen auf eine Verbundlenkerachse mit einem Watt-Gestänge, wobei es sich hier um zwei Führungsstäbe die an ein schwenkbares Ausgleichstück quer zur Fahrtrichtung an den Enden mit der Karosserie verbunden sind, handelt.

Ebenso konnte bei unserem Testfahrzeug die geschwindigkeitsabhängige Zahnstangenlenkung die schön straff und wunderbar zielgenau ausgelegt ist, begeistern. Mit dieser Kombination vermittelt der neue Astra tollen Fahrspaß, spielerisches und vor allen Dingen sicheres Handling, schade nur dass der Wendekreis recht groß ist. In schnellen Kurven zeigt sich der Kompakte dankder straffen Grundauslegung des Fahrwerks sehr gutmütig und mit nur sehr geringen Karosserieneigungen, man fühlt sich hier ebenso wohl, wie auf schlecht asphaltierten oder stark wintergeschädigten Pisten, wo der Astra ausreichend Komfort zu bieten hat. Auch Seitenwind oder Spurrillen machten dem Wagen nur wenig aus.

Das optionale FlexRide-Fahrwerk, das Einfluss auf die Abstimmung der Federn und Dämpfer sowie Lenkung- und Gasannahme nimmt und sich automatisch den Fahrbedingungen anpasst und je zusätzlich die Programme „Sport“ und „Tour“ zur Wahl stellt, sind für die ecoFlex-Modelle leider nicht verfügbar.

Dafür ist die elektronische Stabilitätskontrolle ESC inkl. der Traktionskontrolle TC serienmäßig an Bord, außerdem zahlreiche Assistenzsysteme zu denen die Kurvenbremskontrolle CBC, die Kurventraktionskontrolle CTC, die elektronische Schleppmomentregelung EDC, der Bremsassistent BAS, der hydraulische Fading-Assistent HBFA der automatisch den nach mehreren heftigen Bremsmanövern hintereinander nachlassenden Systemdruck ausgleicht sowie das Anhänger-Stabilitätsprogramm TSA, das Gespannfahren erheblich sicherer macht.

Einen deutlichen Beitrag zur Sicherheit liefert auch das Zweikreis-Bremssystem mit innenbelüfteten Scheiben vorn und 268 Millimeter großen Massivscheiben hinten, sowie dem Vier-Kanal-ABS inkl. elektronischer Bremskraftverteilung. Es reagiert nicht nur schnell sondern bringt das Fahrzeug aus Tempo 100 in nicht mal 38 Metern mit leichtem Quietschen und ABS Rubbeln zum Stehen, allerdings taucht der Astra dabei vorn deutlich ein.

Wer weniger Wert auf dynamische Fahrleistungen legt und stattdessen seinen Fokus auf Effizienz setzt, ist mit dem Astra 1.3 CDTI ecoFLEX sehr gut bedient. Mit 70 kW / 95 PS und einem maximalen Drehmoment von 190 Nm ab 1.750 U/min schwimmt man im Alltag durchaus gut mit, mehr darf man jedoch nicht erwarten. Und so gönnt sich der sparsamste Astra dank deutlicher Anfahrschwäche 14,5 Sekunden für den Spurt aus demStand auf Tempo 100 und hat bereits bei 175 km/h seine Höchstgeschwindigkeit erreicht. Während das Aggregat bei normaler Fahrweise angenehm ruhig läuft, tritt es, wenn gefordert, dumpf-kernig, aber keinesfalls störend in Erscheinung.

Etwas auffälliger dagegen ist die benötigte Zeit, bis das Fahrzeug anspringt und das auch durchaus bei 15° Plus Außentemperatur. Sind die unteren Gänge noch ziemlich passend übersetzt, wurde der fünfte Gang ziemlich lang übersetzt, was der Spritzigkeit nicht gerade dienlich ist.

Was beim 1.3 CDTI ecoFLEX jedoch ganz klar im Vordergrund steht ist der Verbrauch. Während Opel bei Einführung dieser Motorisierung zunächst nicht mit einer Start-Stopp-Automatik dienen konnte, haben die Rüsselsheimer nun nachgelegt und konnten den Spritverbrauch so um weitere 0,2 Liter auf 3,9 Liter reduzieren. Die CO2-Emissionen betragen zudem nur noch 104 g/km statt wie bisher 109 g/km. Allerdings verlangt das Start-Stop-System einen Aufpreis von 300,- Euro, die müssen natürlich auch erst mal wieder reingefahren werden. An dieser Stelle ist es schön zu sehen, dass das Fahrzeug auch ohne solch ein System vorbildliche Werte vorweisen kann.

Dies erreichten die Ingenieure unter anderem durch den bereits erwähnten Aeroshutter, ein in den Kühlergrill integriertes aktives Luftleitelement, wobei sich die dort verbauten Lamellen bei zunehmendem Tempo automatisch schließen. Ebenfalls verbrauchsreduzierend zeigt sich die zusätzliche Unterboden-Teilverkleidung.

Des weiteren soll eine serienmäßige Schaltpunktanzeige den Fahrer zu einer effizienteren Fahrweise ermutigen, allerdings trat diese während unserer Testphase so gut wie nie in Erscheinung und zeigte erst spät und ohnehin nur die Schaltvorschläge nach oben an. Das Fünfgang-Getriebe ist angenehm straff und auf kurzen Wegen zu bedienen, allerdings mit einem Ruckler über die Leerlaufstellung. Den sechsten Gang haben wir erfreulicherweise nicht vermisst, oder nur dann, wenn es wirklichflott vorangehen sollte, dann mussten die Gänge recht hoch ausgedreht werden. Ansonsten lief der Motor auch bei 130 km/h im fünften Gang noch angenehm ruhig. Bei Tempo 50 empfiehlt es sich dagegen runterzuschalten, ohnehin mag das Fahrzeug niedertouriges Fahren weniger.

Die ecoFlex-Varianten stehen den Geschwistermodellen in nichts nach und so wird hier zwar am Spritverbrauch gespart, jedoch nicht an der Sicherheit. Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie aktive Kopfstützen sind ebenso serienmäßig an Bord, wie Dreipunktgurte rundum inkl. doppelter pyrotechnischer Gurtstraffer vorn und Gurtwarner für die vordere Bestuhlung, beim Aufprall auskuppelnde Pedale (Pedal Release System PRS), ESP, ISOFIX, eine Sicherheitslenksäule, Tagfahrlicht, eine Traktionskontrolle sowie ein Reifendruck-Kontrollsystem und das adaptive Bremslicht.

Das adaptive Fahrlicht AFL+, das mit insgesamt neun verschiedenen Einstellungen zu jeder Zeit für die perfekte Sicht sorgt, wie auch das Kamerasystem mit Verkehrszeichenerkennung und Spurhalteassistent ist dagegen in der Zubehörliste zu finden.

EcoFlex steht für günstigeren Verbrauch, was nicht zwingend heißen muss, dass dies auch für den Preis gilt. So sind für den fünftürigen Astra 1.3 ecoFLEX CDTI mindestens 19.480,- Euro aufzubringen.

Wer auf eine kühlende Klimaanlage, ein Radio mit CD-Funktion sowie ein Lederlenkrad, einen Geschwindigkeitsregler und die schicke Ambiente-Beleuchtung nicht verzichten möchte, muss auf die 21.450,- Euro teure Ausstattungsvariante Design Edition zurückgreifen. Elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung sind in beiden Varianten serienmäßig verbaut.

Die Sport- sowie Innovation-Ausstattung kann man in Kombination mit dem spritsparenden 1.3 CDTi ecoFLEX nicht auswählen, dennoch stehen zahlreiche Optionen in Form von attraktiven Paketen zur Wahl. An dieser Stelle empfehlen wir Ihnen einen Blick in dieAufpreisliste.

Die Kfz-Steuer liegt derzeit bei nur 123 Euro pro Jahr, die Versicherungseinstufungen lauten 16 / 14 / 18 für HPF / VK / TK. Auf das Fahrzeug gibt Opel eine zweijährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung.

Stand: März 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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