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Neuer Kia Magentis 2.0 EX

Der neue Magentis ist nicht nur in der Länge um 6,5 cm gewachsen, er hat auch in der Motorleistung um 20 PS zugelegt. Dadurch ist er eine halbe Sekunde früher auf Tempo 100 und 2 km/h schneller, also 9,9 Sek. 0-100 und Topspeed 210. Unten rum fühlt er sich spritziger an, oben rum ist der fünfte Gang zu lang übersetzt. Vorteil: der Spritverbrauch ist vor allem in der Stadt gesunken. Geblieben sind die üppigen Platzverhältnisse, der gute Fahrkomfort, der mit dem früh eingreifenden ESP schnelle Kurvensprints im Keim erstickt, die sehr reichhaltige Ausstattung sowie der gute Preis, der sogar den Vorgänger etwas unterbietet. Mit der neuen Optik fällt er sogar etwas mehr auf.

Der neue Kia Magentis ist nochmals um 6,5 cm in der Länge auf jetzt 4,80 m gewachsen und hat, nicht zuletzt dank seines neuen Kühlergrills, einen etwas höheren Aufmerksamkeitsgrad erreicht.

Dieser Grill, im neuen KIA-Look, zeigt sich mit breitem Rand im kompletten Chromglanz und läuft praktisch nahtlos in den flachen Scheinwerfern weiter. Diesen Schwung nimmt auch die Frontschürze wieder auf, die in den äußeren Lüftungsschlitzen die Nebelscheinwerfer beherbergt.

Die leicht ansteigende Seitenlinie gibt sich gewohnt unauffällig, echte Türgriffe und Rammschutzleisten in Wagenfarbe, ein sanft abfallendes Dach und mit Chrom eingefasste Seitenfenster bestimmen das Bild.

Gut gefallen kann das Heck, dem vor allem die leicht geschwungenen Rückleuchten eine hohe Wiedererkennung bescheren. Ein dezent angedeuteter Diffusor in der mächtigen Heckschürze soll ein wenig Sportlichkeit suggerieren. Leider taucht am Heck außer am Schriftzug kein Chrom mehr auf.

Werfen wir einen Blick ins Innere des neuen Magentis. Hier wurde im Kern die Linie des Vorgängers beibehalten, im Detail dann aber doch fast alles verändert. Am auffälligsten ist die Veränderung an den neuen Rundinstrumenten zu erkennen. Jetzt stecken drei statt wie bisher zwei runde Anzeigen fürTacho, Drehzahlmesser und Co. in tiefen Röhren, sind mit silbergrauem Rand eingefasst und rot beleuchtet. Geblieben ist die gute Erreich- und einfache Bedienbarkeit. Einzig der Trip-Schalter versteckt sich etwas hinterm Lenkrad.

Das in Leder gehüllt Volant hat mit den Fernbedienungstasten richtig gewonnen, lässt sich wie gehabt in Höhe und Weite verstellen und präsentiert sich angenehm griffig. Vom Vorgänger übernommen wurden der Schaltknauf und die Handbremse, irgendwie wirken beide etwas antiquiert.

Die Verarbeitung zeigt sich auf hohem Niveau, oben rum wurden zumeist weiche Oberflächen eingesetzt, dabei kommen viele unterschiedliche Materialien zum Einsatz, was den Gesamteindruck etwas unruhig macht. Unruhig könnten auch der Fahrer und seine Mitfahrer werden, wenn es mal schneller um die Ecke geht, denn die ansonsten straff gepolsterten und ausreichend großen Sitze bieten so gut wie keinen Seitenhalt. Für große Fahrer dürfte die Beinauflage auch gerne noch einen Tick länger ausfallen.

Rein und raus kommt man sehr bequem und auch wenn man mal auf der Rückbank Platz nehmen muss, kann man sich nicht über mangelnden Platz beschweren, auch nicht wenn die Vordersitze weit zurückgefahren sind.

Mit seinen 500 Litern ist der Kofferraumausreichend groß, die Ladekante ist für schwere Kisten aber doch recht hoch und danach geht es nochmals eine tiefe Stufe nach unten. Ganz bequem vom Kofferraum aus lassen sich die Rücksitzlehnen vorklappen, ergeben aber einen leicht ansteigenden Ladeboden mit eher eingeschränkter Durchladeöffnung und insgesamt 816 Litern Fassungsvermögen.

Die Stufe des Vorgängers im Boden ist aber verschwunden, dafür fehlen im Kofferraumdeckel, der mittels Schlüssel oder Fernbedienung vom Fahrersitz aus geöffnet werden kann, ein passender Griff zum Zuziehen.

Seine Aufgabe als Reiselimousine erfüllt der Magentis bestens. Sein Fahrkomfort ist gut und die meisten Fahrbahnunebenheiten werden sauber weggefiltert. Auch bei hohem Autobahntempo liegt er ruhig auf der Straße, allerdings werden die Windgeräusche wie auch der Motorsound zunehmend lauter.

Der hohe Fahrkomfort hat aber auch Auswirkungen auf die Sportlichkeit, die beim Magentis echt zu kurz kommt. Denn schnelle Kurvengeschlängel durcheilt er nur mit starken Karosserieneigungen und in engen Kehren bremst das ESP mächtig ein, was sportliche Naturen doch sehr stört. Hinzu kommt, dass die ansonsten straff geführte Lenkung wenig Gefühl für die Straße vermittelt und das schwammige Gefühl noch verstärkt,außerdem verhärtet sich die Lenkung in schnellen Kurvenfolgen leicht.

Das serienmäßige ESP ist mit einer Traktionskontrolle kombiniert, trotzdem zerrt bei voller Beschleunigung die Kraft deutlich spürbar an der Lenkung. Ohne Einfluss auf die Lenkung und damit die Spurhaltung geht der Magentis beim Bremsen ans Werk.

Die ABS-Bremsanlage mit Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten, ABS sowie einem Bremsassistenten und elektronischer Bremskraftverteilung lässt sich im Alltag trotz recht weichem Bremspedal gut dosieren und spricht schnell an, bei Vollbremsungen allerdings taucht nicht nur der Vorderwagen tief ein, mit rund 40 Metern aus Tempo 100 bis zum Stillstand vergeht zu viel Strecke, zudem wurde der Bremsweg bis zur zehnten Vollbremsung um zwei bis drei Meter länger.

Erneut steckt als Einstiegsmotorisierung ein Vierzylinder-Reihenmotor mit zwei Litern Hubraum unter der Haube. Doch seine Leistung ist jetzt auf 121 kW/164 PS gewachsen, das maximale Drehmoment stieg auf 197 Nm bei 4.600 U/min. Wie sein Vorgänger läuft der Motor im Stand ausgesprochen kultiviert, wird gefordert aber zunehmend brummiger und auch etwas rau.

Fühlt sich der Motor im unteren Gang- und Tempobereich noch richtig spritzig an, geht dieser positive Eindruck mitzunehmendem Tempo mehr und mehr verloren. Obenrum geht es nur noch verhalten zur Sache, daran hat auch der fehlende sechste Gang großen Anteil, der fünfte Gang ist recht lang übersetzt und zwingt den Fahrer häufiger zum Schalten, wenn es dann doch flotter zugehen soll.

Und so bringen die 20 Mehr-PS auch nur wenig mehr Topspeed (jetzt 210 statt 208 km/h) und von Null auf Hundert geht es in 9,9 Sekunden, hier holt der neue Magentis immerhin eine halbe Sekunde raus.

Ganz Limousine gleitet der Schalthebel ausreichend straff und auf halbwegs kurzen Wegen durch die Kulisse des serienmäßigen Fünfgang-Schaltgetriebes, das abgesehen von den recht langen oberen Gängen harmonisch auf den Motor abgestimmt ist.

Bringt die Leistungssteigerung des Motors auch keinen nennenswerten Zuwachs bei den Fahrleistungen, so sorgt er doch wenigsten auch nicht für einen höheren Verbrauch. Im Gegenteil, vor allem in der Stadt kann der neue über einen halben Liter einsparen, liegt aber mit 9,8 Litern in der Stadt immer noch recht hoch. Außerorts sinkt der auf gute 6,1 Liter, auf unserer Normstrecke haben wir 7,6 Liter im Mix ermittelt. Der CO2-Ausstoß liegt bei 178 g/km, der Motor erreicht die Schadstoffnorm Euro 4.

Keine Veränderung ist in Sachen Sicherheit zuverzeichnen. Nach wie vor stecken sechs Airbgas (Front- und Seitenairbags vorne sowie durchgehende Vorhangairbags) im Magentis, Außerdem sorgen Dreipunkt-Sicherheitsgurte, vorne inklusive Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern sowie aktive Kopfstützen für Ihre Sicherheit. Die hinteren Außnesitze haben ISOFIX-Verankerungspunkte für die Kindersitze.

Den Kia Magentis 2.0 CVVT mit jetzt 164 PS bekommen Sie nur in der Ausstattungsvariante EX, und er steht mit 22.450,- Euro in der Liste, kostet also weniger als sein Vorgänger, ist aber ebenso umfangreich ausgestattet.

Denn nicht nur elektrische Fensterheber rundum, eine Zentralverriegelung, Nebelscheinwerfer, ein Licht- und Regensensor, el. verstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Klimaanlage, höhenverstellbarer Fahrersitz, CD-Radio mit sechs Lautsprechern, Radiotastatur am Lenkrad, Alufelgen, ein zweifach verstellbares Lederlenkrad sowie beleuchtete Make-up-Spiegel in beiden Sonnenblenden sind serienmäßig an Bord, sogar die Parksensoren hinten gehören zur Grundausstattung dazu.

Da bleiben dann nur das P1 Komfort-Paket mit Klimaautomatik, Teilledersitzen, Sitzheizung vorn, selbstabblendendem Innenspiegel und elektrisch anklappbaren Außenspiegeln für 1.150,- Euro, die Vierstufen-Automatik für1.310,- Euro, die Metallic-Lackierung für 465,- Euro und die KIA Clarion Multimedia-Navigation mit 7 Zoll Touchscreen und 30 GB Festplatte für bis zu 4.000 Musiktitel für 1.959,- Euro in der Aufpreisliste übrig.

Stand: Juli 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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