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Mercedes-Benz

Mercedes präsentiert in der S-Klasse ersten deutschen Serien-Hybrid

Die S-Klasse stellt sich optisch nur leicht verändert vor, aber warum auch ein so gelungenes und frisches Design unnötig „verschlimmbessern“. Unter der modernen Haut kommt das Flaggschiff allerdings mit einigen Neuerungen daher, zum Beispiel dem ersten deutschen Serien-Hybrid mit Lithium-Ionen-Batterie. Man könnte meinen, Mercedes wäre hier dem Leitfaden „Gut Ding will Weile haben“ gefolgt, denn recht spät, präsentiert Mercedes-Benz eine Hybridlösung die zwar einige Vorteile gegenüber den Varianten der Mitbewerber mit sich bringt, echtes Fahren ausschließlich mit E-Antrieb ist aber nicht möglich. In Sachen Sicherheit und Hightech stellt die S-Klasse so manchen in den Schatten – beim Preis aber auch.

Bei genauem Hinsehen, fällt der stärker gepfeilte Kühlergrill auf sowie die leicht modifizierte Frontschürze mit der neuen, durchgehenden Chromleiste, die sich bis in die Heckschürze zieht.

Die großen Bi-Xenon-Scheinwerfer sind ab sofort in der S-Klasse Serie, unsere Hybrid-Variante verfügt zudem über das LED-Lichtpaket. Die schicken LED-Positionsleuchten setzen weitere Akzente und drücken der S-Klasse ihren ganz persönlichen Stempel auf.

Während die Lichter vorn in neuem Glanz erstrahlen aber im Design unverändert bleiben, präsentieren sich die Heckleuchten in neuer Optik. Die bisher in Wagenfarbe ausgeführten Querspangen wurden durch weiße Lichtspalten ersetzt. Auch der Heckstoßfänger wurde dezent überarbeitet.

Geblieben ist die schwungvolle Dachlinie und die massiv ausgestellten Radläufe, die die S-Klasse sehr muskulös dastehen lassen.

Entern wir also den Luxusdampfer, und in der Tat fühlt man sich wie ein Kapitän. Doch bevor wir losschippern, müssen wir uns erst einmal einen Überblick verschaffen. Denn hier gibt es reichlich zu entdecken. Zahlreiche Schalter und Anzeigen sind im gesamten Fahrzeug platziert, aber trotz dieser Fülle bleibt das Cockpit übersichtlich und gut zu bedienen. Der COMAND-Controller mit der Telefontastatur unter der speziellen Handauflage in der Mittelkonsole ist sozusagen das Steuerrad des Infotainments.

In der S-Klasse werden die Passagiere in feinste Materialien wie z. B. Aluminium, Holz und Leder gehüllt, die Verarbeitung liegt auf sehr hohem Niveau. Der Farbgestaltung scheinen ebenso wenig Grenzen gesetzt zu sein wie der möglichen Holzwahl oder der Lederausstattung.

Platz nehmen Fahrer und Beifahrer auf serienmäßigen Zwölf-Wege-Sitzen, die höchsten Sitzkomfort bieten und mit Annehmlichkeiten wie stufenloser elektrischer Verstellung in Längsposition, Lehnen- und Kissenneigung, Sitzhöhe, Kopfstütze und Sitzkissentiefe verwöhnen. Hinzu kommt die pneumatischeZwei-Wege-Lordosenstützen.

Wem das allerdings noch nicht ausreicht, der kann optional die aktiv belüfteten Komfortsitze oder die aktiven Multikontursitze ordern. Letztere passen sich nicht nur dem Fahrer an, sondern bringen auch diverse Massagefunktionen mit sich.

Auch das Multifunktionslenkrad erstrahlt in neuem Design und liegt optimal in der Hand. Natürlich besteht auch hier die Möglichkeit ein Holz-Leder-Lenkrad zu wählen, allein dafür stehen vier Holzarten zur Wahl.

Mercedes wartet aber außerdem auch noch mit einer Weltpremiere auf, der SPLITVIEW-Technik. Diese innovative Monitor-Lösung ermöglicht es dem Beifahrer auch während der Fahrt DVD zu sehen, während der Fahrer gleichzeitig auf ein und demselben Bildschirm zum Beispiel das Navigationssystem zu Gesicht bekommt. Dank dieses Splitview-Bildschirms kombiniert mit Kopfhörern für den Beifahrer und der entsprechenden Fernbedienung bleibt der Fahrer vom Fernsehgeschehen völlig ungestört.

Mercedes hält an der bewährten Kombination aus Vierlenker-Vorderachse, Raumlenker-Hinterachse und Luftfederung AIRMATIC fest und damit überzeugt die S-Klasse mit vorbildlichem Komfort, einer hervorragenden Straßenlage und einem stets sicheren Fahrgefühl.

Letzteres wurde durch die neu entwickelte Torque Vectoring Brake nochmals erhöht, die mit sanften Bremseingriffen an den Hinterrädern einem Unter- oder Übersteuern entgegenwirkt.

Gerade wenn wir das Flaggschiff flott um enge Kehren manövrieren wollen, kommt uns dies positiv entgegen. Denn auch wenn die S-Klasse ihren Focus ganz klar auf den Komfort legt und dies perfekt umsetzt, spricht im Grunde nichts gegen eine sportliche Gangart.

Hierzu stellen wir das Fahrwerk mittels „S“-, „C“- und „M“-Taster auf „Sport“ (das Fahrzeug senkt sich ab Tempo 100 um bis zu 20 Millimeter ab), ebenso die separat einstellbare Automatik 7G-Tronic und die damit verbundene Getriebecharakteristik und es kann los gehen.

Mitder neuen Direktlenkung, entwickelt aus der bekannten Parameterlenkung, lässt sich die schwere und große S-Klasse geradezu spielerisch und wunderbar leicht handeln, die Lenkung ist präzise und je nach Fahrsituation angenehm straff oder leichtgängig ausgelegt.

Groß dimensionierte belüftete Bremsscheiben an Vorder- und Hinterachse in Verbindung mit der serienmäßigen ADAPTIVE BRAKE sorgen jederzeit, vor allem auch in Gefahrensituationen, für den nötigen und optimalen Bremsdruck und bringen somit das Fahrzeug schnell und sicher zum Stehen. Unterstützend kommt der Bremsassistent und der Bremsassistent PLUS inkl. automatischer Trockenbremsfunktion hinzu.

Die HOLD-Funktion hält nach einem Durchtreten und der darauffolgenden Lösung des Bremspedals das Fahrzeug automatisch fest, auch an Steigungen.

Nun präsentiert auch Mercedes endlich seine Hybridlösung, den S 400 HYBRID. Es ist eine Kombination aus dem weiterentwickelten V6-Benzinmotor mit 205 kW / 279 PS und einem kompakten Hybridmodul mit 15 kW / 20 PS, das gegenüber der Mitbewerber-Lösungen (Nickel-Metallhydrid-Akkus) Lithium-Ionen-Batterien einsetzt und damit folgende Vorteile erreicht: eine höhere Energiedichte, besseren elektrischen Wirkungsgrad und vor allen Dingen keine Platzeinbußen oder zu viel Mehrgewicht (gerade mal ein Plus von 75 Kilo).

Beim Starten des Aggregats zündet der Elektroantrieb den Benzinmotor und das ohne großes Aufheben angenehm leise. Eine Anzeige im Display informiert mittels Grafik über den Energiefluss und den Stand der Batterie.

Beim Durchtreten des Gaspedals bekommen wir dann die Boost-Funktion der Elektro-Maschine zu spüren, die 220 kW / 299 PS und das kombinierte maximale Drehmoment von 385 Newtonmetern sorgen für Souveränität und einen Beschleunigungswert von 7,2 Sekunden für den Spurt von Null auf Tempo 100.

Trotzdem reicht es nicht, um allen überlegen zu sein, dafür ist die S-Klasse einfach zu schwer und außerdem gönnt siesich bei spontanen Beschleunigungen ein Gedenk-Sekündchen zu viel. Doch wer fährt mit einem Luxusdampfer schon wie mit einem Speedboot? Die S-Klasse ist ganz klar ein Straßenkreuzer zum Cruisen und diese Aufgabe erledigt sie mit Bravour und Extrasternchen. Hier gibt es einfach nichts zu meckern.

Bei dem kompakten Hybridmodul handelt es sich um einen scheibenförmigen Elektromotor, der auch als Anlasser und Lichtmaschine dient. Dabei bietet auch in der S-Klasse das System doppelten Nutzen: Zum einen hilft es, Kraftstoff zu sparen, zum anderen erhöht es den Fahrspaß. Ein Grund dafür ist der sogenannte Boost-Effekt, durch den der Elektromotor den Verbrennungsmotor in der verbrauchsintensiven Beschleunigungsphase mit einem Drehmoment von bis zu 160 Newtonmetern kraftvoll unterstützt. Der Fahrer profitiert vom Zusammenspiel der beiden Aggregate durch einen noch beeindruckenderen Drehmomentverlauf sowie souveräne Kraftentfaltung bei jedem Anfahren und Beschleunigen.

Außerdem verfügt das Hybridmodul auch über eine komfortable ECO-Start-Stopp-Funktion,
die den Motor abschaltet, wenn der Wagen hält – zum Beispiel bei einem Ampelstopp. Wenn es weitergeht, startet der Elektromotor das Haupttriebwerk fast unmerklich und höchst komfortabel. Dies trägt maßgeblich zur Kraftstoffeinsparung und Umweltschonung bei: Weil der Motor mit der ersten Zündung praktisch sofort anspringt, werden auch in der Startphase Emissionen minimiert.

Bei der Verzögerung des Fahrzeugs arbeitet der Elektromotor als Generator und kann durch Rekuperation Bewegungsenergie zurückgewinnen. Der Elektromotor verstärkt dabei die Motorbremse und die Radbremsen in nahtlos ineinander übergehenden Schritten. Die gewonnene Energie wird in einer leistungsfähigen, kompakten Lithium-Ionen-Batterie im Motorraum gespeichert und bei Bedarf wieder abgerufen. Das Management des komplexen Systems übernimmt ein Hochleistungs-Steuergerät, das ebenfalls motornah verbaut ist.

DerS 400 HYBRID erreicht eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Den bereits günstigen NEFZ-Verbrauch des konventionell motorisierten S 350 unterbietet der S 400 HYBRID um bis zu 2,1 Liter pro 100 Kilometer und kann mit rund 8 Litern im Mix und 10,8 Litern im Stadtbetrieb bzw. 6,4 Litern außerorts sehr gute Werte liefern. Der CO2-Ausstoß verringert sich um zirka 21 Prozent auf 186 – 189 g/km.

Auch das bewährte 7G-TRONIC-Automatikgetriebe passten die Mercedes-Benz Entwickler für die Hybridanwendung an. Hinzu kommt die neu programmierte Software für die Getriebesteuerung. Eine neu entwickelte Zusatzölpumpe gewährleistet auch in den Abstellphasen des Verbrennungsmotors die zuverlässige Schmierung des Getriebes.
Das Motorsteuergerät differenziert zwischen den verschiedenen Einsatzbedingungen wie Stadtfahrt, Überlandfahrt, Autobahnfahrt oder Rangieren. Das Kombi-Instrument informiert an zentraler Stelle mit einer separaten Anzeigefunktion über den jeweiligen Energiefluss beim Boosten (Verstärken) und Rekuperieren (Wiedergewinnen) sowie über den Ladezustand der Batterie.

Ein Fahren nur mit dem Elektroantrieb, so wie wir es z.B. von Lexus kennen, geht mit dem S 400 Hybrid nicht, dafür wäre der E-Motor mit seinen 20 PS auch zu schwach, Lexus lässt seinen Drehstrom-Syncronmotor im GS 450h immerhin 200 PS entwickeln.

Sicherheit ist ein Thema, bei dem Mercedes in vergangener Zeit mit zahlreichen Innovationen aufwarten konnte und diese erstmals in der neuen E-Klasse präsentierte. Jetzt halten diese selbstverständlich auch in der neuen S-Klasse Einzug.

Das Intelligent Light System sorgt mit fünf verschiedenen Bi-Xenon-Lichtfunktionen für den richtigen Durchblick und bringt zudem den adaptiven Fernlicht-Assistenten mit, in unserer Hybridvariante ist dies sogar alles serienmäßig mit drin.

Ebenso ab Werk verbaut:
Der Spurhalte-Assistent, der Geschwindigkeitslimit-Assistent, der Totwinkel-Assistent,Distronic-Plus (Abstandsregel-Tempomat), der Nachtsicht-Assistent PLUS inkl. Infrarottechnik und spezieller Fußgänger-Detektion, die Pre-Safe Bremse und der Bremsassistent PLUS (BAS PLUS) der bei drohenden Auffahrunfall die notwendige Bremskraftunterstützung bereitstellt.

So scheint es fast selbstverständlich, dass neun Airbags (erstmals Kniebag für den Fahrer), vier Gurtstraffer inkl. Gurtkraftbegrenzer, crashaktive NECK-PRO-Kopfstützen vorn, eine Sicherheits-Lenksäule und crashoptimierte Pedalerie ebenfalls ohne Aufpreis mit an Bord sind.

Der Attention Assist ist im Hybrid zwar nicht serienmäßig, aber optional erhältlich. Hier wird der Fahrer dank individuellem Fahrerprofil und ständiger Überwachung vor und bei Sekundenschlaf und Ermüdung gewarnt.

Der S 400 Hybrid steht mit 85.323,- Euro in der Preisliste. In jedem Fall im Preis enthalten sind zum Beispiel die 7G-tronic, die adaptive Luftfederung, das LED-Paket inkl. Bi-Xenonscheinwerfer, Direktlenkung, Fahrlicht-Assistent, Klimatisierungsautomatik mit separat einstellbarem Fußraumbereich vorne, das Multifunktionslenkrad in Nappaleder, Regensensor mit Zwei-Stufen-Funktion, eine Reifendruckverlust-Warnung, elektrisch längs- und höheneinstellbare Vordersitze mit Lordosenstütze, das Comand-APS-System mit Festplatten-Navigation, 7,2-GB-Musikspeicher, Media-Interface mit iPod-Anschluss. Bluetooth- und USB-Anschluss sowie ein Aux-Eingang, aber ehrlich gesagt erwartet man von einer Oberklasse-Limousine nichts anderes, selbst Fahrzeuge in der Kompaktklasse können damit aufwarten.

Die längere Version der S-Klasse für 93.177,- Euro verfügt zusätzlich über folgende Ausstattungsdetails:

Lederpolsterung, Rollo für die Heckscheibe, elektrisches Schiebe-Hebe-Dach in Glasausführung, Sitzheizung vorne und im Fond, Sitzbank im Fond mit elektrisch verstellbaren Außensitzen und PRE-SAFE®-Positionierungsfunktion für die Sitzbank und die äußeren Kopfstützen.

Somit ist dieListe der serienmäßigen Features doch ganz ansehnlich und umfangreich, die Aufpreisliste jedoch verfügt über eine gewisse Überlänge und lässt mit dem nötigen Kleingeld garantiert keine Wünsche mehr offen.

Stand: Juni 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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