// Fahrbericht / Mazda6 2,0 MZR-CD Sport Kombi

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Mazda6 2,0 MZR-CD Sport Kombi

Schon die Optik weckt sportliche Emotionen, das kann aber auch der Innenraum mit einem feinen Materialmix, bequemen, großen Sitzen und einem tadellosen Ladesystem, bei dem ein Griff vom Kofferraum aus reicht, um die Rücksitze flach zu legen. Solide, sauber verkleidet und einfach zu beladen bietet er bis zu 1.751 Liter Stauvolumen. Dazu ein sportliches Fahrwerk, eine gefühlvolle Lenkung, perfekte Sechsgang-Schaltung und ein kräftiger und doch sparsamer 140 PS Common-Rail-Diesel. Dazu eine üppige Ausstattung und schon kann der Fahrspaß los gehen.

Schon allein von der Optik her macht er seinem Namen „Sport Kombi“ alle Ehre, ist spürbar länger und breiter als sein Vorgänger, dabei nur wenig höher. Markant stellt er seine Nase mit dem spitz auslaufenden Kühlergrill in den Wind, seine Linien laufen mit deutlichen Kanten in die Motorhaube aus. Dadurch setzten sich die Kotflügel noch auffälliger ab und das Ganze wird schließlich noch durch die spitz auslaufenden Scheinwerfern betont.

Auffällig sportlich gibt sich auch der Frontspoiler mit seinen seitlich breit auslaufenden Lippen, die zusätzliche Kühlluftöffnung zieht sich optisch über die gesamte Breite und nimmt die ungewöhnlich eckig geformten Nebellampen auf.

Dass der Mazda6 breitbeinig dasteht liegt auch an den hinten deutlich ausgestellten Radläufen, die gradlinig ansteigende Gürtellinie sorgt mit der in sanftem Schwung abfallenden Dachlinie für Spannung, klar, dass da die sportliche Dachreling nicht fehlen darf.

Von der flach stehenden Heckscheibe mit Dachkantenspoiler und dem dynamischen Knick an der Unterseite über die flachen Rückleuchten mit schwungvoll zulaufenden spitzen Enden bis hin zum in die Heckschürze eingearbeitetem dunkelgrauen Einsatz, der den Auspuff und die Reflektoren aufnimmt und wie ein Diffusor anmutet lässt er auch hier keinen Zweifel an seiner Sportlichkeit.

Trotzdem gibt er sich dahinter richtig praktisch,auch wenn die Stoßstange nicht gegen Ladekratzer geschützt ist. Das kann die angenehm niedrige Ladekante besser und die Heckklappe schwingt weit auf und gibt eine breite Öffnung frei, sodass sich beim Beladen der519 Liter Laderaum keine Probleme ergeben.

Unser Testwagen wäre kein (Sport) Kombi, ließe sich nicht die Rücksitzlehne umklappen, ein Zug und parallel zur vorklappenden Lehne senkt sich die Sitzfläche nach unten ab. Das müssen Sie aber nicht unbedingt vom Rücksitz aus tun, es reicht ein Zug vom Kofferraum aus und der Sitz fällt nach vorne.

Zurück bleibt ein bis zu 1.751 Liter großer Stauraum, der nicht nur eine ebene und solide Ladefläche vorweist, sondern auch mit seiner feinen Verkleidung positiv auffällt. Im Gepäckraum findet sich dann noch ein Gepäcknetz und weitere Zusatzfächer unter dem Boden, wo auch das Werkzeug sauber verstaut wurde.

Spätestens wenn man sich den Türen nähert, fallen die exakten Spaltmaße auf, dazu echte Türgriffe auf deren sanften Zug sich die Türen öffnen lassen, vorne sind sie mit einem weißen Licht bestückt, sodass auch im Dunkeln der Einstiegsbereich gut ausgeleuchtet ist. Und dann kommt man ganz bequem rein, und das gilt – völlig unsportlich – auch für die hinteren Türen. Dahinter verbirgt sich viel Platz und die Sitze sind vorne wie hinten groß, gut ausgeformt und, straff gepolstert, auch auf langenStrecken richtig bequem.

Wenn man hinter dem griffigen Lederlenkrad mit den schicken Alu-Applikationen Platz genommen und die Zündung aktiviert hat, leuchten einem die Ziffern der sportlichen Rundinstrumente in strahlendem Rot entgegen, wie die Informationen in der Infoleiste oben in der Mittelkonsole. Gute Verarbeitung und wertige Materialien auch hier, gut gefallen kann die Monitoreinheit wie auch die drei runden Drehregler für Heizung und Lüftung oder die dunkle Holzapplikation die sich weit in den Kardantunnel zieht.

Die Bedienung ist kinderleicht, nur um z.B. zur Reichweitenanzeige zu gelangen muss man einige Zeit probieren – oder besser gleich einen schnellen Blick in die Bedienungsanleitung werfen. Einen tollen Sound auf die Ohren bekommen die Insassen durch das Bose-Sound-System mit acht Lautsprechern, die Audio-Bedienung kann über das Lenkrad geschehen. Ein bisschen gespart hat Mazda scheinbar bei den Materialien im Fußraum. Obwohl unser Testwagen fast noch neu war, wirkte der Teppich schon wie abgewetzt.

Mit seinem straffen Fahrwerk nimmt er den sportlichen Anspruch wörtlich, sind die Straßen wirklich schlecht, geht der ansonsten gut ausreichende Restkomfort gänzlich verloren. Und trotz der straffen Auslegung kann er sich dann im Slalomtest deutliche Karosserieneigungen nicht verkneifen.

Dafür geht er aber auch willig und ganz schön flottdurch die Pylonengasse, lässt sich mit der angenehm straffen Lenkung prima dirigieren und reagiert direkt und exakt. Schon hier zeigt er sich – wenn auch sehr gutmütig – doch deutlich untersteuernd, das Heck schwingt sich harmonisch ein. Und auch in schnellen Kurven reagiert er ausgeprägt untersteuernd, schiebt also über die Vorderräder nach außen, bei Nässe verstärkt sich das noch.

Die neue vollelektrische Servolenkung hilft nicht nur bis zu 2 Prozent Kraftstoff einzusparen, sondern wirkt direkt auf die Zahnstange und schafft so ein natürliches Lenkgefühl.

Dank serienmäßigem ESP (bei Mazda heißt die dynamische Stabilitätskontrolle DSC) stellt er seine Fahrer vor keine Probleme, bleibt gut beherrschbar und lässt dem sportlich ambitionierten Fahrer genügend Freiraum. Nicht nur bei Nässe ist die Traktionskontrolle TCS gut um durchdrehende Räder zu verringern.

Beim Bremsen kann man sich auf die ABS-Bremsanlage mit Scheibenbremsen rundum (vorn innenbelüftet), elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent gut verlassen, sie ist gut zu dosieren und spricht bei Bedarf schnell an. Wird eine Vollbremsung notwendig, packen die Bremsen fest zu und bringen den Wagen mit Stotter-Quietschen nach 38 Metern zum Stehen, und das auch nach der zehnten Vollbremsung noch konstant.

Unter der Haube unseres Testwagens schlug ein 2-Liter-Vierzylinder-Dieselherz.Es leistet 103 kW/140 PS schon bei 3.500 Touren und entwickelt dazu ein maximales Drehmoment von 330 Nm bei 2.000 U/min. Das Herz brummt unaufdringlich vor sich hin, ein Dieseln ist nicht zu vernehmen, allenfalls im Stand klingt der Motor etwas rau.

Auch wenn jetzt 140 PS nicht unbedingt sportwagenreif sind, der Mazda6 2.0 MZR-CD kommt sofort zur Sache, von einer Anfahrschwäche bekommt man nichts mit, er zieht prima durch und schafft nach nur 10,9 Sekunden die 100er Marke. Auch die Topspeeed von 198 km/h sind schnell und ohne Einbruch erreicht, laut Tacho hat man dann sogar schon deutlich über 220 km/h drauf.

Erfreulich ist die Kombination mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe, das prima auf die Leistungsentfaltung des Common-Rail-Turbodiesels abgestimmt ist und auch schaltfaules Fahren unterstützt. Und das ist fast schon wieder schade, denn der Schalthebel gleitet straff, exakt und auf ausreichend kurzen Wegen durch die Kulisse, und das auch noch ganz ohne Holperer über die Leerlaufstellung. So macht Schalten Spaß, und wenn man das auch noch mit Blick auf den Verbrauch tut, dann kann man sich außerorts über 5 Liter und weniger freuen.

Im Mix und auf unserer Normstrecke lies sich der Mazda6 mit 5,4 Litern Diesel auf 100 km bewegen, damit lässt er nicht nur seinen Vorgänger hinter sich. Dafür ist auch der sehr gute Cw-Wert von 0,28 mitverantwortlich undmit dem serienmäßigen Dieselpartikelfilter sowie einem CO2-Ausstoß von nur 149 g/km kommt auch die Umwelt nicht zu kurz.

Guten Durchschnitt bietet der Mazda6 mit den serienmäßigen Front- und Seitenairbags vorne sowie durchgehenden Kopfschulter-Airbags.

Dazu kommen höhenverstellbare Kopfstützen auf allen Plätzen, vorne aktiv, Dreipunktautomatikgurte, Reifendruck-Kontrollsystem, Licht- und Regensensor, automatisch abblendendem Innenspiegel, zweifach verstellbarem Lenkrad, nach unten wegklappendes Brems- und Kupplungspedal, ISOFIX, Bi-Xenon-Licht mit Kurvenlicht und einer Einparkhilfe vorn und hinten – schon allein damit erhält die Serienausstattung ein hohes Niveau.

Aber damit nicht genug. Unser Testwagen in der Variante Top hat noch so manches mehr zu bieten. Für 31.500,- Euro (Basisvariante „Comfort“ ab 25.900,- Euro) gehören beim Mazda6 Sport Kombi 2.0 MZR-CD auch eine Zweizonen-Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Außenspiegel, eine Scheibenantenne, Nebelscheinwerfer, 18 Zoll Alufelgen, Tempomat, Bordcomputer, elektrisch verstellbare Ledersitze mit Sitzheizung vorne, Bluetooth, LED-Rückleuchten und Lederbezug an Lenkrad und Schalthebel zum Serienumfang.

Als Extras bietet Mazda u.a. ein DVD-Navigationssystem mit Touch-Screen und Sprachsteuerung für 2.300,- Euro, ein Glasschiebdach für 790,- Euro, eine Metallic-Lackierung für 480,- Eurooder auch einen Tieferlegungssatz von Eibach für 189,- Euro an.

Alle 20.000 km oder alle 12 Monate muss der Mazda6 zum Wartungsdienst, die Versicherungseinstufungen lauten HPF 18, VK 21 und TK 24.

Stand: Januar 2009, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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