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Land Rover Freelander TD4_e mit Stop-/Start-Effekt

Die Zeiten der Finanz- aber auch der Klimakrise machen vielen Autoherstellern das Leben schwer. Und gerade eine kleine Marke wie Land Rover, die sich zudem nur im SUV/Geländewagen-Segment bewegt, hat mit diesen Problemen besonders schwer zu kämpfen.

Da hätte der Zeitpunkt kaum günstiger gewählt sein können, um das erste SUV mit Stop-Start-Automatik auf den Markt zubringen. Doch damit nicht genug, Land Rover bietet diese Neuheit ohne Aufpreis an und ermöglicht es somit allen Kunden umweltbewusst und effizient unterwegs zu sein.

Und das soll erst der Anfang sein. Mit der neuen Unterstützung des indischen Konzerns Tata will Land Rover die große Krise überstehen und seine Hybridlösungen wie z. B. das LRX Concept auch in die Tat umsetzen.

„Stopp-Start-System“ oder „Start-Stopp-System“ – jeder Autohersteller verfolgt hier seine eigene Sprachweise, Land Rover nennt seine Lösung „Stop/Start-System“, letzten Endes verbergen sich hinter allen Lösungen Fahrzeuge mit Mikro-Hybrid-Technik.

Der Freelander TD4_e Stop/Start reduziert im Vergleich zum bisherigen Freelander TD4 den CO2-Ausstoß um 8 %, was 15g/km entspricht und einen Gesamt-CO2-Ausstoß von 179 g/km ergibt. Im Stop-and-Go-Verkehr ist sogar eine Einsparung von bis zu 20% drin. Die Ersparnis des Kraftstoffverbrauchs kann 11% betragen und somit bei 6,7 Liter im Mix liegen.

Wie sieht es beim reinen Stadtverbrauch aus? Münchens City bot uns die optimalen Bedingungen um das neue System zu testen. Der ansonsten so nervige und ständige Stop-and-Go Verkehr kommt uns endlich einmal entgegen – und das Ergebnis konnte überzeugen. Ein Verbrauch um die acht Liter – wir haben sogarden von Land Rover angegebenen Wert von 8,5 Litern unterboten – zaubert uns wahrlich ein Lächeln auf die Lippen, denn wir dürfen nicht vergessen, wir sitzen in einem 152 PS starken SUV.

Es heißt, ab einer Stehzeit von 2,5 Sekunden lohnt es sich den Motor abzustellen. Wie Sie sich denken können, steht man im bayrischen Großstadtdschungel gerne oft und vor allen Dingen länger, so hatte die Stop-Start-Automatik genug Zeit sich zu beweisen.

Wir näherten uns also der roten Ampel, rollten aus, bewegten den Gangwahlhebel in Leerlauf-Stellung und lösten die Kupplung – der Motor schaltete sich schnell, sanft und ohne zu schütteln aus. Dieses Verfahren ist zwar nicht gerade die übliche Vorgehensweise beim heranfahren an eine Ampel, doch wir waren selbst überrascht, wie schnell man sich an diesen Ablauf gewöhnt.

Schaltet die Ampel wieder auf Gelb bzw. Grün, muss einfach wieder die Kupplung getreten werden und der Motor springt genauso sanft wieder an. Gerade im warmen Zustand ist das Diesel-Blubbern angenehm leise.

Im hektischen Stadtverkehr passiert es gerne einmal, gerade bei einem Diesel, dass man den Motorabwürgt. Ist aber kein Problem. Geschieht es innerhalb von fünf Sekunden, genügt ein Tritt auf das Kupplungspedal und das Fahrzeug springt wieder an. Ein Hinweiszeichen erinnert uns daran, die Kupplung zu treten.

Außerdem finden wir in der Instrumenteneinheit eine Schaltpunktanzeige, die zusätzlich Energie sparen hilft und anzeigt, wann am sinnvollsten hochgeschaltet werden sollte, für das Runterschalten gibt es allerdings keine Anzeige. Eine weitere Ersparnis erreichen wir durch die serienmäßigen rollwiderstandsoptimierten Reifen.

Zurück zur Stop-Start-Automatik, sie funktioniert unter gewissen Bedingungen nicht – was natürlich auch für Systeme anderer Hersteller gilt, dort aber auch gern einmal unter den Tisch gekehrt wird. So wurde bei Land Rover auch ganz klar gesagt, dass sich bei einer Außentemperatur unter 3 Grad Celsius, Heizungs- oder Kühlungsbedarf im Innenraum, einer entladenen Batterie oder erforderlichem Bremsdruck, der Motor nicht abschaltet. Falls einer oder mehrere dieser Gründe gegeben ist, wird der Fahrer darüber informiert.

Letzten Endes hat bei unserem Trip jedoch keiner dieserBedingungen gegriffen und das System hat wunderbar funktioniert. Mittels Eco-Taste lässt sich das System auch abschalten, doch nötig ist das eigentlich nicht. Im Gelände, bei eingeschaltetem Terrain-Response-System und/oder Bergabfahrhilfe, schaltet sich die Stop-Start-Automatik automatisch ab und garantiert 100% Fahrspaß.

Damit das System problemlos arbeiten kann, waren einige Modifizierungen nötig. So seien an dieser Stelle nur der neue, hoch belastbare Anlassermotor, das neue Tellerrad, eine neue Reibungssteuerscheibe für das Zweimassen-Schwungrad sowie eine Batterie mit absorbierender Glasmatte (AGM-Batterie) erwähnt.

Auch das Bremssystem wurde überarbeitet und kann nun auf noch mehr Vakuumsreserven zurückgreifen und ist mit einem Sensor ausgestattet, um zu verhindern, dass diese Reserven erschöpft sind und nicht für genug Bremsdruck gesorgt ist. Erkennt dies der Sensor, wird das System solange ausgeschaltet, bis das Bremsvakuum wieder hergestellt ist.

Außerdem mussten einige Schritte eingeleitet werden, das z.B. die Klimaanlage, ebenso wie das Navigationssystem und das Radio, mit abgeschaltetem Motorohne Unterbrechung weiterarbeiten können.

Ab Mai steht der Land Rover TD4_e ab 29.900,- Euro beim Händler und nur noch mal zur Erinnerung, die Start-Stopp-Automatik ist hier schon mit drin.

Stand: April 2009, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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