// Fahrbericht / Kia pro_cee’d 1.6 CRDi

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Kia pro_cee’d 1.6 CRDi

Er sieht mit seinem knackigen Heck schon sportlich-schick aus, zuviel sollte man sich von diesem Auftritt aber nicht versprechen, zumindest im Innenraum ist er mehr Normalo als Sportwagen. Das Fahrwerk macht aber so manchen flotten Ritt problemlos mit, die Lenkung arbeitet angenehm straff und direkt und auch der „kleine“ 1,6 Liter Common-Rail-Diesel geht gut los, bleibt dezent kernig und sparsam. Die Fünfgang-Schaltung passt auch gut dazu, dürfte aber gerne noch kürzere Wege bieten. Der Innenraum kommt hochwertig rüber, die Sitze sind groß genug und selbst hinten ist ordentlich Platz. Beim Preis, der Ausstattung und der Garantie kommt Freude auf.

Neben Limousine und Kombi stellt der Dreitürer fraglos den dynamischsten Hintern. Und der startet seinen sportlichen Auftritt schon an der Tür, die breiter ausfällt und an die sich ein kleineres hinteres Seitenfenster anschließt, das seine Spannung von den zulaufenden Linen des abfallenden Daches und der ansteigenden Taille bezieht.

Ihm schließt sich eine breite C-Säule an, die in die flach stehende Heckscheibe übergeht, an deren oberem Ende ein sportlicher Dachkantenspoiler die dritte Bremsleuchte aufnimmt. Schwungvoll fließen die Rückleuchten ins Heck, das sich mit der mächtigen Schürze ganz schön breit macht.

Dass der pro_cee’d so bullig dasteht liegt auch an den stark ausgestellten Radläufen und den darin steckenden 225er Breitreifen im 17-Zoll-Format und als Tüpfelchen auf dem cee’d hat er eine kleine Stabantenne auf dem Dach – aber das haben die anderen cee’d auch.

Die Front haben auch wieder alle gemein, nur hat der Dreitürer eine modifizierte Frontschürze, die den oberen Kühlergrill etwas verkleinert und den unteren deutlich größer macht, auch die Ausformung für die Nebelscheinwerfer sind beim ihm etwas dynamischer gezeichnet und die Spoilerlippe reicht weiter nach unten.

Dass er etwas länger und flacher als die Limousine dasteht erkennt man nur im direkten Vergleich oder beim Blick in die Technischen Daten. Lange Rede kurzer Sinn: Der pro_cee’d kommt sehr gefälligdaher und begeistert vor allem mit seinem knackigen Heck, an dem der ungewohnt dicke Auspuff nicht unerwähnt bleiben soll.

Schon beim Einsteig wird dann das niedrigere Dach spürbar, trotzdem gelangt man bequem rein und raus, auch auf die Rücksitze. Hier merkt sich der Sitz die ursprüngliche Stellung, aber nur wenn man erst den Sitz nach hinten fährt und dann die Lehne zurückklappt.

Dank optimaler Aushöhlung der Lehnen an den vorderen Sitzen passen 1,80 m große Passagiere gerade so hinter ebenso große Fahrer und sogar der Kopffreiraum ist dann noch okay.

Wer stattdessen mehr Gepäck aufnehmen möchte, kann die Rücksitzlehen geteilt umklappen und erhält einen zwar ansteigenden, dafür aber schön verkleideten und soliden Ladeboden. Und satt 340 Liter Stauvolumen stehen dann 1.210 Liter zur Verfügung, 55 Liter stecken unter dem stabilen Boden in Form von zusätzlichen Fächern. Hier ist auch das Werkzeug schön sauber verstaut, zum einfachen Beladen schwingt die Heckklappe weit nach oben.

Kommen wir wieder zu den Sitzen, die sind vorne einfach manuell zu verstellen – bis hin zur Lordosenstütze – und ausreichend groß dimensioniert, straff gepolstert und optisch gut ausgeformt. Das liegt wohl auch an der Polsterung der Mittelbahn, die ein Reifenprofil wiedergibt. Zusammen mit dem zweifach verstellbaren Lenkrad findet man schnell eine gute Sitzposition, für den 1,6 Liter Motor unter der Haubereicht das eigentlich, fürs Auge wären aber sportlicher ausgeprägte und vielleicht auch noch zweifarbige Polsterung eine feine Sache.

Ein paar sportliche Akzente hätten wir uns auch am Armaturenbrett gewünscht, so müssen wir uns mit hochwertig anmutenden Kunststoffen (Soft-Touch-Haptik) und einer Alu-Applikation an der Mittelkonsole begnügen, aber die hat der normale Fünftürer in der richtigen Ausstattungslinie schließlich auch.

Wie die sportlich rote Färbung der Instrumentenbeleuchtung, die die drei Rundinstrumente gut zur Geltung bringen. Aus dem Fußraum strahlen uns Alupedale und eine Alu-Fußstütze entgegen. Ach ja, die Bedienung und Erreichbarkeit aller Hebel und Schalter ist tadellos, aber auch das hatten wir ja schon.

Spätestens wenn es um den Komfort geht wird klar, der pro_cee’d ist kein richtiger Sportwagen sondern nur ein Dreitürer mit sportlicher Optik. Denn er gibt sich ganz komfortabel und auch der Dieselmotor läuft sehr kultiviert. Das ändert sich. Sobald gleich mehrere Querrillen auftauchen, die das Fahrwerk und vor allem die Gepäckraumabdeckung poltern lassen. Und wenn die Straße dann richtig schlecht wird, bleibt leider auch vom Komfort nicht viel übrig.

Dafür ist dann der straffere Teil der Fahrwerksauslegung verantwortlich, der aber auch dafür sorgt, dass man den Kia wenn es sein muss auch richtig flott um die Ecken treiben kann, leicht untersteuernd bereitet ernicht zuletzt dank mächtig eingreifendem ESP dem Fahrer kleine Probleme. Das tut er aber auch nicht, wenn man sich der Bevormundung des ESP entledigt.

Und dann geht er richtig zackig um die Pylonen, lässt sich dabei prima einlenken, die serienmäßige Servolenkung arbeitet geschwindigkeitsabhängig und bei flotter Fahrt angenehm straff und stets direkt.

Serienmäßig ist auch die gute Bremsanlage mit ABS und Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten. Sie lässt sich fein dosieren und spricht schnell an. Bei einer Vollbremsung, wie wir sie im Belastungstest gleich zehn mal hintereinander aus Tempo 100 auf Null machen, zeigt sich mit zunehmender Betriebstemperatur fester zupackend und schafft Bremswege von unter 38 Metern. Vor allem bei feuchter Fahrbahn machten sich die ABS-Eingriffe durch minimales Schlangenlinienfahren bemerkbar.

Ein Zeichen guten Komforts ist auch die Klimaanlage. Hier hat der Kia aber noch Raum für Verbesserungen, zumindest war die Temperaturregelung unseres Testwagens wenig exakt und wurde im Laufe der Fahrt immer wärmer, und generell galt: je mehr Gas , je mehr Hitze wurde in den Innenraum abgegeben.

Je mehr die Spritkosten steigen und auch mit Blick auf die derzeitige Wirtschaftkrise entwickelt sich der 1,6 Liter Vierzylinder-Diesel mit seinen 85 kW/115 PS als ideale Wahl für den pro_cee’d, auch wenn er deutlich teurer ist als der kleine Benziner. Mehr Fahrspaß und biszu jedem Tankstopp deutlich länger fahren können hat aber doch auch was.

Zusammen mit dem maximalen Drehmoment von 255 Nm schon bei niedrigen 1.900 – 2.750 U/min ist für allemal ausreichende Fahrleistungen gesorgt. So geht es in 11,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und schon hier kann die Kraft – vor allem bei Nässe – schnell mal die Antriebräder an der Vorderachse zum Durchdrehen bringen.

Die Höchstgeschwindigkeit von 188 km/h ist locker ausreichend und mit einem Mixverbrauch von 4,6 Litern, den wir wie gewohnt auf unserer Normstrecke erfahren haben, kann man ganz gut leben, reine Außerortsfahrten bewältigt der CRDi-Kia mit nur 4,2 Litern, Stadtfahrten verlangen nach 5,7 Litern Diesel auf 100 km. Mit dem serienmäßigen Dieselpartikelfilter kommt auch die Umwelt nicht zu kurz und der CO2-Ausstoß liegt bei günstigen 125 g/km.

Egal wie sie den Motor ran nehmen, das 1,6 Liter Triebwerk bleibt stets angenehm dezent kernig und gibt sich sehr kultiviert. Dabei dreht es willig hoch und harmoniert gut mit der Fünfgang-Schaltung. Die ist prima auf den Motor abgestimmt und lässt sich exakt schalten, leider sind die Schaltwege für den sportlichen Gesamteindruck etwas zu lang und es holpert spürbar über die Leerlaufstellung.

Nach der 7-Jahres-Garantie (oder 150.000 Kilometer) muss man bei anderen Herstellern lange suchen, die sechs Airbags (Front-, Seiten- und durchgehende Kopfairbags) sindmittlerweile guter Standard.

Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorne, ISOFIX Kindersitzbefestigungen und Befestigungspunkte für Top-Tether-Gurte an den äußeren Rücksitzen sind ebenso serienmäßig wie aktive Kopfstützen vorn.

Der von uns gefahrene Kia pro_cee’d 1.6 CRDi steht als LX mit 17.805,- Euro in der Preisliste, der EX kostet 20.230,- Euro.

Dabei ist eine gute Serienausstattung mit an Bord, zu der ESP, ABS, das höhen- und weitenverstellbare Lederlenkrad und der höhenverstellbare Fahrersitz ebenso gehören wie die Easy-Entry-Funktion, ein Radio inkl. 6 Lautsprechern und MP3, Multifunktionsdisplay, Nebelscheinwerfer, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, ein Tempomat und noch einiges mehr.

Beim EX – unserem Testwagen – waren Alufelgen, eine Klimaanlage mit klimatisiertem Handschuhfach, die Metalloptik an der Konsole, USB- und Aux-Eingang, iPod-Steuerung, Radio-Bedientasten am Lenkrad, Sonnenblenden mit beleuchteten Make-up-Spiegeln und eine Mittelarmlehne vorn – um nur einige zu nennen – mit dabei. Mit dabei auch das PSP-Paket für 380,- Euro, das u.a. die „profilierten“ Sitze, die 17 Zöller mit 225er Breitreifen, die Alupedale und entsprechende Einstiegsleisten beinhaltet.

Für 410,- Euro gibt es eine Metallic-Lackierung, für 550,- Euro ein elektrisches Glas-Schiebedach, jedoch nur für den EX. Für die diversen Pakete, vom Sommer- über Sport- etc. bis zumWinterpaket sollten Sie mal einen Blick in die Ausstattungsliste werfen. Bei der Versicherungseinstufung muss für den CRDi ein kleiner Dieselzuschlag einkalkuliert werden, er schafft bei HPF 18, VK 19 und TK 21.

Stand: Januar 2009, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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