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Kia cee´d mit Autogas

Auch wenn man beim Tanken mit Autogas immer wieder mal, oder besser gesagt immer noch bisweilen die eine oder andere Überraschung erleben kann, ist die Anschaffung eines Fahrzeugs, das neben Benzin auch Autogas verarbeiten kann, eine feine Sache. Nicht nur, dass Sie die Umwelt schonen, auch Ihr Geldbeutel bekommt die Entlastung zu spüren, wenn auch erst nach rund 65.000 km. Zudem hält der Motor dank der saubereren Gas-Verbrennung länger und allein die psychologische Wirkung ist immer wieder ernorm positiv, wenn man für rund 25,- Euro einen Tank voll machen kann. Ansonsten fährt der LPG wie ein normaler Benziner und statt des Reserverades hat man einen Gastank an Bord, sodass selbst der Kofferraum nicht kleiner wird.

Was sollen wir noch zur Form des KIA cee’d sagen, nachdem alle drei Modellvarianten Limousine, Coupé und Kombi zumindest bis zur ersten Tür praktisch identisch sind, haben wir schon sehr oft über dieses Modell geschrieben, und auch speziell über die fünftürige Variante haben wir schon ausführlich berichtet.

Also hier nur noch einmal so viel: solide verarbeitet gibt sich der cee’d sportlich, kompakt und gefällig, kein Highlight aber ein schickes Familienauto mit bulligem Heck, echten Türgriffen, dezentem Dachkantenspoiler, dynamischer Heckschürze – aus einem Guss und wohlproportioniert.

Und was für die Karosserie gilt, das gilt in noch viel größerem Maße für den Innenraum. Der deckt sich nämlich bei allen drei Modellen zu nahezu 100 Prozent.

Also auch hier: Eine gute Verarbeitung von feinen Materialen empfängt die Passagiere, in diesem Fall dominiert von komplett dunklem Kunststoff, was die Alu-Applikationen und die Alupedale noch stärker hervorstechen lässt. Dazu die breiten weißen Ringe an den Skalen von Tacho, Drehzahlmesser und Co., die beleuchtet schön in Rot leuchten.

Alle Bedienelemente sind übersichtlich verbaut, gut zu erreichenund werfen keine Fragen bei der Bedienung auf. Das gilt auch für die Handhabung der straff gepolsterten Sitze, die vorne wie hinten ein bequemes Unterkommen mit guten Platzverhältnissen garantieren.

Und auch der Kofferraum bietet mit 340 Litern ausreichend Stauraum, der schnell und einfach auf bis zu 1.300 Liter anwächst, wenn man die Rücksitze im Verhältnis 60 zu 40 umklappt. Und da der Autogas-Tank bei unserem Testwagen in der ansonsten für das Reserverad vorgesehenen Mulde seinen Platz findet, unterscheidet sich der LPG auch hier nicht von seinen Geschwistern. Und auch hier holt man sich beim Öffnen des Kofferraums schnell mal schmutzige Finger.

Sie werden es schon erwartet haben, auch in diesem Kapitel können wir unseren Stammlesern nichts Neues erzählen. Auch der Autogas-KIA cee’d erfreut mit einem durchwegs guten Fahrkomfort, die meisten Straßenschäden werden gut weggefiltert und nur Querrillen lassen ihn ein wenig stuckern und die Hinterachse poltern.

Der cee’d kann auch sportlich, die angenehm straffe und direkte Lenkung sorgt für ein ausreichend gutes Straßengefühl, verlangt aber in schnellen Kurvenfolgen deutlich höhere Lenkkräfte. Schade,dass das ESP recht früh und auch ziemlich stark eingreift, der KIA bleibt ansonsten gutmütig und leicht beherrschbar.

Das gilt auch beim Bremsen, fein dosierbar und schnell ansprechend bieten die ABS-Bremsen mit Scheibenbremsen rundum, elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent auch bei einer Notbremsung gute Verzögerungen, man sollte dann aber das Lenkrad in der Hand behalten, damit der Wagen nicht aus der Spur läuft.

Man lernt ja nie aus, und obwohl wir schon den x-ten Testwagen mit Autogas hatten, gab es mit dem KIA Probleme beim Gas tanken, die aber an der Tankanlage von Shell lagen. Anders als normal, wo man auf einen ans Auto aufzuschraubenden Adapter die Tankanlage schraubt, musste hier nur der untere Teil verwendet werden, auf den die Tankanlage dann quasi aufgeklammert wurde. Eigentlich auch kein Thema, wenn man erst mal weiß wie, aber beim Lösen spritze soviel Gas in der Gegend herum, dass man am besten Handschuhe dazu trägt, denn das verspritzende Gas ist ziemlich kalt. Auch mussten wir diesmal feststellen, dass eine Reise mit Autogas gar nicht gut genug geplant werden kann, eine ganze Reihe der in der Internet-Liste genannten Tankstellenkonnten in der Realität kein Autogas liefern. Nur gut, dass man ja auch noch einen Benzintank dabei hat.

Und wie es der Zufall wollte, waren an unserer Teststrecke die Autogasanlagen alle außer Betrieb weil defekt oder gerade in einer längeren Umbauphase, sodass auch die Benzintestfahrt mit Autogas nicht stattfinden konnte. Für all das kann natürlich der KIA überhaupt nichts und so sollten diese bedauerlichen Pannen keinesfalls dazu führen, dass sie sich vom Kauf eines LPG-Fahrzeugs abhalten lassen, denn die Verbreitung der Gastanksetllen ist mit rund 3.500 schon ganz okay und die Umweltbilanz fällt mit Autogas einfach besser aus. Sparen können Sie auch noch eine ganze Menge und schließlich steigt die Reichweite ganz enorm. Und dank der saubereren Verbrennung erhöht sich die Lebensdauer des Motors. Rund 65.000 km braucht es aber, bis sich die Anschaffung amortisiert hat.

Wie alle Fahrzeuge mit Autogas-Aufrüstung springt auch der KIA cee’d 2.0 erst mal in der Benzinstellung an. Erst wenn der Motor eine bestimmte Betriebtemperatur erreicht hat, wechselt er automatisch auf Gas, falls man durch Drücken auf die kleine Gas-Füllstandsanzeige entsprechendvorgewählt hat. Der Wechsel zwischen den beiden Treibstoffarten vollzieht sich auch beim KIA ohne Ruckeln oder Ähnliches, Leistungsunterschiede sind rein gefühlsmäßig kaum feststellbar.

So schmeißt der Autogas-cee’d 105 kW / 143 PS auf die Kurbelwelle und entwickelt ein maximales Drehmoment von 186 Nm bei 4.600 U/min. Es handelt sich natürlich um die „ganz normale“ Maschine aus dem Hause KIA. Entsprechend sind auch die Fahrleistungen identisch, geht der Wagen in 10,4 Sekunden aus dem stand auf Tempo 100 und wird 205 km/h schnell.

Auch in der Autogas-Version werden die Gänge über eine manuelle Fünfgang-Schaltung gewählt, die Länge der Schaltwege geht dabei voll in Ordnung, allerdings holpert es etwas über die Leerlaufstellung und wenn das Fahrzeug noch kalt ist, geht das Ganze auch etwas schwer. Die Abstufung harmoniert mit dem Zwei-Liter-Benziner.

In Sachen Autogas kooperiert KIA mit der schwäbischen Firma Ecoengines, dem Generalimporteur der italienischen Marke Lovato, die seit 1958 LPG-Technologien entwickelt und zu den weltweiten Marktführern bei Flüssiggasanlagen gehört.

Wie bei allen cee’d-Modellen kommen auch im LPG Front- undSeitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie Kopfairbags vorne und hinten zum Einsatz, dazu Kopfstützen an allen Plätzen, vorne aktiv sowie Dreipunkt-Sicherheitsgurte, vorne höhenverstellbar und mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern sowie ein Gurtwarnsystem für vorne und hinten.

Unser Testwagen war in der Ausstattungsvariante EX ausgeführt und kostet ab 19.900,- Euro. Hinzu kommen die 2.899,- Euro für die Gas-Umrüstung. Nachdem der EX mit Klimaanlage, el. Fensterhebern rundum, Zentralverriegelung, zweifach verstellbarem Lenkrad, el. verstell- und beheizbaren Außenspiegeln, Diebstahlwarnanlage, höhenverstellbarem Fahrersitz, klimatisiertem Handschuhfach, 16-Zoll-Alufelgen, Nebelscheinwerfern, Lichtsensor, Lederlenkrad, beleuchteten Make-up-Spiegeln in beiden Sonnenblenden, und einer Zentralkonsole in Metalloptik schon eine ganze Menge serienmäßig an Bord hat, fällt die Aufpreisliste entsprechend kurz aus.

So lässt sich Ihr cee’d z.B. noch mit einer Metallic-Lackierung für 410,- Euro, einem Komfort-Paket für 380,- Euro oder einem Sportpaket für 680,- Euro aufwerten. Wer es ganz toll mag, kann ab 21.735,- Euro die topp ausgestattete TX-Varianteordern.

Wie alle KIA-Modelle hat auch der LPG cee’d eine Sieben -Jahre- oder 150.000 Kilometer-Garantie im Gepäck und auch für die Gasanlage gibt Ecoengines eine Dreijahresgarantie auf Umbau, Teile und Folgeschäden.

Stand: Juni 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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