// Fahrbericht / Jaguar XK Cabrio Portfolio

Jaguar

Jaguar XK Cabrio Portfolio

 Mit dezenten optischen Veränderungen an der Karosserie und im Innenraum sowie zwei neuen deutlich leistungsgesteigerten Motoren geht das XK Cabrio in dei nächste Runde. Die neue noch ausgeklügeltere Fahrwerksregelung erlaubt den stufenlosen Wechsel von Komfort auf Sport, die stets sanften Gangwechsel werden dann auch noch schneller ausgeführt und der Jaguar reagiert noch spontaner aufs Gas. Feinste Materialien, eine hochwertige Verarbeitung, tolle Sportsitze, bärige Motoren die vor Kraft strotzen und eine umfangreiche Ausstattung kann man bei einem Preis von 105.100,- Euro natürlich erwarten.


Die optischen Änderungen für das neue Modelljahr sind sehr dezent gehalten, was keineswegs negativ zu bewerten ist. Jaguar beweist ein weiteres Mal, dass die Marke für emotionales und sinnliches Design steht und hat den neuen XK sozusagen nur verfeinert.

Die Frontstoßfänger sind kraftvoller und mit sichelförmigen Lüftungsschlitzen an der Seite versehen, die Heckschürze ist tiefer heruntergezogen sowie die Einsätze der Nebelscheinwerfer doppelt ausgeführt. Außerdem neu am XK zu entdecken: die LED-Rückleuchten, Chromeinfassungen für die Seitenfenster und eine verchromte Kofferraum-Querspange.

Liebe zum Detail beweist Jaguar auch im Hinblick auf den neuen 5-Liter-V8, der optisch mit einer neu gestylten Motorabdeckung glänzt.

Ganz nach unserem Geschmack hat sich Jaguar auch beim aktuellen Modell für eine Softtopvariante, also ein Stoffverdeck entschieden, statt dem allgegenwärtigen Trend zum Stahlklappdach zu folgen. Es öffnet und schließt sich in weniger als 18 Sekunden, hierzu ist nur ein Knopfdruck nötig, es muss kein Hebel betätigt werden und der Vorgang funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von 16 km/h.

Je nach Geschmack ist dasStoffverdeck in den Farben Schwarz, Blau, Beige oder Dunkelgrau erhältlich, den Varianten Portfolio und XKR stehen zusätzlich die Farben Weinrot, Grün und Braun zur Wahl.

Wenn auch im Innenraum die Veränderungen etwas deutlicher zu erkennen sind, so ist auch hier das Facelift insgesamt dezent ausgefallen.

Der erste Blick fällt hier auf die Mittelkonsole, die nun wie aus dem XF bekannt, mit einem Drehknopf genannt „JaguarDrive Selector“ glänzt. Hierdurch entfällt die klassische Schaltkulisse und schafft mehr Raum. Zudem wirkt der versenkbare Drehregler in seiner Metalloptik modern und chic.

Ebenfalls aus der Limousine übernommen wurde der rot pulsierende Startknopf. Wird dieser betätigt, fährt der Drehregler nach oben aus der Versenkung und wir können das Fahrzeug in Gang setzen.

Für ein übersichtliches und gut bedienbares Interieur sorgt aber vor allen Dingen der 7 Zoll große Touchscreen, platziert in der Mittelkonsole. Mit diesem Info- und Steuersystem lässt sich die Klimaautomatik, das Audio- sowie Navigationssystem, Telefon und weitere Fahrzeugeinstellungen konfigurieren und somit konnte auf zahlreiche Schalter verzichtet werden.

Ein weiteres Multifunktions-Display befindet sich zwischen den groß ausgeführten, weiß beleuchteten (bisher grün ausgelegten) Rundinstrumenten, das u.a. über die Gangwahl, Tankinhalt oder den Reifendruck Auskunft gibt.

Für Wohlfühlatmosphäre sorgen außerdem feinstes und reichlich verarbeitetes Leder, strukturierte Aluminiumeinsätze oder auch „echte“ Holzfurniere sowie schicke Ziernähte, Chromdetails und Täfelungen in Pianolack – allesamt wurden diese Materialien hochwertig verarbeitet.

Mit den verfügbaren Farben Warm Charcoal, Caramel, Ivory, Oyster oder Slate Soft-Grain – letztere exklusiv für den Portfolio – ist mit Sicherheit für jeden Geschmack das passendedabei.

Richtig „passend“ präsentieren sich auch die sportlich geschnittenen und angenehm straffgepolsterten Sitze, dank verstellbarer Seitenwangen findet man nicht nur schnell die richtige Position sondern fühlt sich auch optimal eingepackt. Zudem sind sie serienmäßig 10-fach elektrisch verstellbar (Portfolio/XKR = 16fach), bieten eine Memory-Funktion und sind 3-stufig beheizbar.

Der Jaguar XK schimpft sich 2+2-Sitzer, was bereits erahnen lässt, dass es sich auf den hinteren Plätzen allenfalls Kinder gemütlich machen können oder das Gepäck abgestellt werden kann. Ist dieser Stauraum ausgeschöpft finden weitere Gepäckstücke im 200 Liter (offen) bzw. 313 Liter (geschlossen) großen Kofferraum ihren Platz, was für ein sportliches Cabrio durchaus ein guter Wert ist.

Bei einem Cabrio gehört es „zum guten Ton“, entschuldigen Sie bitte, „zum guten Komfort“, dass man windgeschützt und ohne Zug sitzen, besser gesagt fahren kann. Auch diese Aufgabe erfüllt der das XK Cabrio mit Bravour.

Die extrem steife Aluminium-Monocoque-Karosserie sorgt mit ihrem geringen Gewicht für eine optimale Gewichtsverteilung und ermöglicht ein hervorragendes Handling. Selbst durch enge Kehren können wir mit hoher Geschwindigkeit fahren, das Fahrzeug bleibt ruhig und gutmütig.

Jaguar ersetzt das bisherige CATS (Computer Active Technology Suspension) durch eine noch ausgeklügeltere und komplett aktive Fahrwerksregelung.

Bisher war es nur möglich, entweder die Stufe „weich“ oder „hart“ auszuwählen, nun kann das weiter entwickelte „Adaptive Dynamics“ zwischen diesen Dämpfereinstellungen stufenlos variieren, dies lässt sich ebenfalls per JaguarDrive Selector steuern. Im Dynamic-Modus wird nicht nur das Fahrwerk straffer und sportlicher ausgelegt, es wird über das Motormanagement zusätzlich für spontanere Reaktionen aufGaspedalbewegungen und schnellere Gangwechsel gesorgt.

Der Winter-Modus, auch wieder bekannt aus der Limousine XF, ist nun auch für die XK-Reihe verfügbar und sorgt für eine optimalere Traktion bei rutschigem Untergrund. Dies erreicht das System durch ein weicheres Ansprechverhalten des Gaspedals sowie einen sanfteren und späteren Gangwechsel. Zudem profitiert der XK von einem weiter entwickelten, mechanischen Differential, was ebenfalls der Traktion zu gute kommt.

So bietet die dynamische Stabilitätskontrolle DSC vier Einstellungen: Normal (automatisch aktiviert), Winter, Trac-DSC (für den sportlichen Fahrstil) und DSC AUS, hierzu muss die DSC-Taste zehn Sekunden lang gedrückt werden.

Ein weiteres Schmankerl stellt die Zielflaggen-Taste des adaptiven Fahrwerks dar. Diese zusätzliche Funktion ermöglicht eine noch spontanere Gasannahme, kürzere Schaltzeiten und ein sportlich strafferes Fahrwerk. So ist der Komfort, ganz abhängig von der ausgewählten Stufe, angenehm bis nur noch wenige vorhanden.

Die präzise leichtgängige Lenkung ermöglicht ein zielgenaues und einfaches Manövrieren. Vierkanal-ABS, eine elektronische Bremskraftverteilung EBD und ein hydraulisch geregelter Bremsassistent unterstützen die großen innenbelüfteten Scheibenbremsen und lassen den XK auch bei hohem Tempo schnell und sicher zum Stehen kommen. Die Bremse reagiert schnell bereits auf leichten Tritt.

Jaguar verwöhnt im neuen Modelljahr gleich mit zwei neuen 5,0 Liter V8 Motoren, wobei wir uns eines dieser Sahnestücke mal ganz genau angesehen haben. Und zwar das 385 PS (283 Nm) starke Triebwerk mit einem bärigen Drehmoment von 515 Newtonmeter bei 3.500 U/min. Damit schnellt er in gerade mal 5,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Wenn auch weitaus mehr möglich wäre, so ist die Höchstgeschwindigkeit wie gewohnt bei 250 km/h elektronischabgeriegelt.

Mit diesen Leistungswerten befindet sich der Motor fast auf dem alten XKR-Niveau, daher trumpft der neue „R“ mit 510 PS auf und unterscheidet sich zudem durch den Kompressor, der auhc für die Ohren einiges zu bieten hat. Die Euro5-Norm erfüllen bereits beide Aggregate.

Zurück zu unserem „kleinen“ V8, der britisches Understatement perfekt mit souveräner Sportlichkeit verbindet. Bereits bei leichtem Tritt auf das Gaspedal ertönt ein wunderschönes sonores Brummen begleitet von einem enormen Vortrieb. Er reagiert praktisch in jeder Lage schnell und zeigt sich zudem absolut drehfreudig, der Motor heult dabei keineswegs auf, wird stattdessen nur kräftiger und satter im Klang.

Trotz der gestiegenen Leistung hat es Jaguar geschafft, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und erreicht einen möglichen Mixverbrauch von 11,2 Liter. Wer jedoch nicht auf den gigantischen Vortrieb verzichten möchte und sich auch immer wieder davon verführen lässt, sollte sich von vorne herein auf locker vier Liter Mehrverbrauch einstellen, nach oben hin offen.

Speziell auf die neuen Motoren abgestimmt und neu entwickelt wurde das elektronisch gesteuerte Sechsgang-Automatik-Getriebe von ZF, dass sich wie bereits erwähnt über den neuen JaguarDrive Selector aber auch über Schaltwippen am Lenkrad handeln lässt.

Das Getriebe verfügt über ein adaptives Schaltsystem und kann sich somit dem momentanen Fahrstil anpassen, immer aber werden die Gänge angenehm sanft und schnell zugleich ausgeführt. Im aktivierten Dynamic Mode werden diese Schaltzeiten wie bereits erwähnt nochmals verkürzt.

Hinter dem Fußgänger-Schutzsystem PDBS stecken hoch entwickelte Sensoren im Frontstoßfänger, die erkennen ob das Fahrzeug mit einem Gegenstand oder einem Fußgänger zusammenstößt. Ist letzteres der Fall, veranlasst das System, dass dieMotorhaube in rund 30 Millisekunden um ca. 17 Zentimeter nach oben schwängt, somit ist ein sicheres Polster geschaffen und der Fußgänger besser geschützt.

Aber auch die Insassen kommen natürlich nicht zu kurz, Front-, Seiten- und Brustairbags, das adaptive Rückhaltesystem (ARTS), die Protec-Kopfstützen, das Schleudertrauma-Reduktionssystem vorn, Sicherheitsgurte mit Gurtstraffern rundum, ein Überrollschutz und ISOFIX hinten sind hierfür vorgesehen.

Das XK Cabriolet 2010 ist in drei Versionen erhältlich, dem XK Cabriolet, XK Cabriolet Portfolio und als XKR Cabriolet.

Wir haben uns für die goldene Mitte entschieden. Die Portfolio-Variante reiht sich auch preislich genau zwischen den beiden anderen Ausstattungen ein und steht mit stolzen 105.100,- Euro in der Preisliste.

Natürlich sind bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse die Erwartungen recht hoch, und werden erfreulicherweise auch erfüllt. So verwöhnt das wunderschöne Cabriolet nicht nur mit tollen Fahreigenschaften und einem bärigen V8-Motor sondern auch mit einigen Annehmlichkeiten wie zum einen den serienmäßigen Bi-Xenon-Scheinwerfern mit Abbiegelicht, el. einstell- und einklappbaren so wie beheizbaren und automatisch abblendenden Außenspiegeln, einer Park Distance Control rundum, Regensensor, schicke 19“er mit 245er Breitreifen, einem beheizbaren Lederlenkrad sowie Keyless Entry (schlüsselloser Zugang), elektrisch beheiz- und kühlbaren Soft-Grain-Sportsitzen aus Leder, dem Bowers & Wilkins Klangsystem, einem 7“ Touchscreen Farbdisplay inkl. Navigationssystem und Bluetooth-Schnittstelle und einer Klimaautomatik.

Somit wäre als erwähnenswerte Option nur noch die 1.080,- Euro teure Metalliclackierung zu nennen. Für Fahrer und Beifahrer steht ein europaweiter Service in Form einer Mobilitätsgarantie zur Verfügung – drei Jahre ab dem Tag der erstenZulassung. Für transparente Wartungskosten kann ein Premiumplus Service geordert werden, der im Pakte für 3 Jahre oder 60.000 km bzw. 5 Jahre oder 100.000 km alle vorgeschriebenen Inspektions- und Wartungskosten abdeckt.

Stand: Juli 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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