// Fahrbericht / Hyundai Sonata 2.0 16V

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Hyundai Sonata 2.0 16V

Kleiner wurde nur der Hubraum und der Verbrauch. Ansonsten leistet der neue Vierzylinder jetzt bei 2 Litern Hubraum 165 PS/121 kW und macht den Sonata 207 km/h schnell, aber auch etwas laut. Die Schaltung wirkt etwas hölzern und uns hat der sechste Gang gefehlt, der Fahrkomfort ist wie gehabt gut, das Platzangebot ist bis in den Kofferraum üppig. Vor allem das neue Cockpit hat uns gefallen, mit feinem Materialmix wirkt es frisch, hochwertig und gut verarbeitet. Die modernen Bedienelemente werfen keine Fragen auf und sind allesamt gut erreichbar, nur das optionale Navi sitzt recht weit unten. Als Premium kostet er 28.790,- Euro mit viel Ausstattung.

Optisch hat sich nicht viel geändert, die Hyundai-Limousine bringt einen neuen Kühlergrill mit, der jetzt mit mehr Chrom glänzt und schwungvoll in die ebenfalls geänderte Schürze reicht. Vergrößert wurde der untere Lufteinlass und die Form der Nebelscheinwerfer. Darüber kommen jetzt in Wagenfarbe lackiertre Rammschutzleisten sowie modifizierte Scheinwerfer zum Einsatz.

Die Schutzleisten tauchen dann auch an der Heckschürze wieder auf – praktisch die einzige Veränderung am Heck. An den Türen war dieser Schutz auch schon bisher zu finden.

So bleibt auch der aktuelle Sonata ganz der Alte, schlicht und elegant. So richtig neu wird er wohl erst, wenn er sich auch mit dem Namen in die i10, i20 und i30-Reihe begibt.

Dafür haben die Designer im Innenraum zugeschlagen und dem aktuellen Sonata ein modernes Cockpit verpasst. Zwar ist die Zweifarbigkeit des Vorgängers verschwunden, jedoch sorgen jetzt zahlreiche Blenden in Aluoptik für einen frischen Touch. So rahmen zwei silbergraue Blenden die gesamte Mittelkonsole vom Schalthebel an ein, dazwischen geben sich modern gezeichnete Schalter und Anzeigen ein Stelldichein und hinter der großen Klappe informiert ein optionales Naviagtionssystem von Blaupunkt.

Das steckt zwar recht weitunten und lenkt so den Blick stark von der Straße ab, Bedienung und Führung sind aber prima, sieht man mal davon ab, dass die Stimme das „e“ von Straße verschluckt und das Gerät jedes mal separat ausgeschaltet werden muss, nachdem man den Zündschlüssel abgezogen hat.

Horizontale Blenden schaffen einen gefälligen Übergang in die Türen, alle Materialien wirken hochwertig und gut verarbeitet, auch die Tasten im Lenkrad machen sich gut, gebelieben sind die klassischen Rundinstrumente, die jetzt aber alle drei mit glänzendem Chromrand, grauem Rahmen und zierlicheren Zeigern besser mit dem Rest harmonieren.

Unverändert bieten die angenehm straffen Sitze nach wie vor etwas wenig Seitenhalt, dafür aber optimale Platzverhältnisse. Vorne wie hinten sind Kopf- und Beinfreiheit üppig, selbst als 1,90 m großer Mitfahrer stößt man kaum an seine Grenzen. Eher langsam arbeitet die Sitzheizung in den beiden Frontsitzen.

Ob manuell oder elektrisch, die Sitzverstellung geht einfach von der Hand und man findet zusammen mit der zweifachen Lenkradverstellung schnell die optimale Sitzposition, die Kopfstützen vorne sind auch in der Neigung zu verstellen.

Mit seinen 523 Litern ist auch der Kofferraum nach wie vor sehr geräumig und kannsogar durch Umlegen der Rücksitze deutlich vergrößert werden. Aber auch an der recht kleinen Durchreiche und der rund 10 cm hohen Stufe hat sich leider nichts geändert. Und außerdem ist uns die nackte Rückseite des in der Hutablage verbauten Lautsprechers negativ aufgefallen, der weit in den Kofferraum ragt.

Um den Kofferraumdeckel zu öffnen bedarf es der Fernbedienung oder dem Zug am Hebel im Innenraum, beim Schließen holt man sich meist schmutzige Finger, es fehlt ein Griff.

Auch am guten Fahrkomfort hat sich nichts geändert, der Sonata ist ein gelungener Cruiser, trotzdem dringen schlechte Straßenzustände deutlich bis zu den Insassen vor. Dazu gesellt sich eine leichtgängige Lenkung, die immer noch recht indirekt und damit gefühllos wirkt. Auf der anderen Seite verhärtet sie sich in der Mittellage bei schnellen Richtungswechseln, wie wir sie im Slalomtest simulieren.

Hier, wie auch in schnell angefahrenen Kurven, greift das ESP spürbar ein, dabei bleibt der Sonata auch mit ausgeschalteter Stabilitätskontrolle gutmütig aber gefühllos, nicht nur sportliche Naturen stören sich daran. Dafür freut man sich auch bei hohem Tempo an einer guten, stabilen Straßenlage, leider wirkt sich bei Topspeed der dann laute Motor störendaus.

Sieht man mal vom lauten Reifenquietschen und dem tiefen Eintauchen der Front ab, bringen die Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten den Sonata sehr komfortabel bei einer Vollbremsung zum Stehen. Aus Tempo 100 geschieht das nach rund 39 Metern mit warmen Bremsen. Vierkanal-ABS und ESP sorgen für gute Spurtreue, im Alltag ist die Bremse fein zu dosieren.

Servounterstützung, elektronische Bremskraftverteilung und ein Bremsassistent sind bei der Zweikreis-Diagonal-Bremsanlage serienmäßig.

Neben dem jetzt 150 PS Diesel und dem 3,3 Liter Sechszylinder Benziner mit 250 PS wird der Sonata neu auch mit einem 2-Liter-Vierzylinder Benziner mit 165 PS angeboten, der den bisherigen 2,4-Liter-Vierzylinder ersetzt. Er zeigt sich in Stand und bei gemäßigter Fahrt angenehm leise, ein Umstand, der sich aber schnell verflüchtigt, wenn man dem Sonata die Sporen gibt.

Dann erfreut er nicht zuletzt dank variabler Ventilsteuerung mit einem ganz ordentlich Antritt, geht in flinken 9,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und zieht mit Ausnahme des eher lang übersetzten fünften Ganges auch ganz gut durch, wird dabei aber schon richtig laut. Das steigert sich dann noch, lässt man den 2.0 16V mit seiner Topspeed von 207 km/h über dieAutobahn fegen.

Damit lässt er den Vierzylinder-Diesel locker hinter sich, übertönt ihn aber auch in der Lautstärke deutlich, doch der Selbstzünder verfügt auch serienmäßig über einen sechsten Gang, und der fehlt dem Benziner ohne Zweifel. Vor allem bei Nässe neigt er schnell mal dazu, die Vorderräder durchdrehen zu lassen, aber auch im Trockenen legt er gerne mal einen ungewollten Kavaliersstart hin.

Und auch was die Bedienung angeht, kann die Fünfgang-Schaltung den sechs Vorwärtsgängen im Diesel nicht das Wasser reichen, zwar sind die Schaltwege okay, aber die Führung wirkt etwas hölzern.

Beim Verbrauch kommt er mit 7,6 Litern im Mix auf unserer Normstrecke auch so ganz gut weg, reine Stadtfahrten gibt Hyundai mit 10,1 Litern, Außerortsfahrten mit 6,3 Litern an. Lässt man den 165 Pferdchen freien Lauf, muss man auch schon mal über 10 Liter Super einplanen.

Hat man seinen Gurt nicht angelegt, piept es im Koreaner. Auf allen fünf Plätzen sind dazu Dreipunktsicherheitsgurte installiert, die vorne höhenverstellbar ausgeführt sind und mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern arbeiten. Zur Befestigung von Kindersitzen sind auf den hinteren äußeren Sitzen ISOFIX-Punkte montiert.

Vorne kann der Beifahrerairbagdeaktiviert werden, außerdem sind ein Fahrerairbag, Seitenairbags vorne und Vorhangairbags vorne und hinten serienmäßig an Bord, hinzu kommen vorne aktive Kopfstützen.

Den 2-Liter-Benziner bekommen Sie ab 24.290,- Euro in der bereits sehr gut ausgestatteten Version Classic und für 26.290,- Euro in der gehobeneren Ausstattungsvariante Comfort. Spitzenmodell (wie unser Testwagen) ist die Variante Premium, die mit 28.790,- Euro in der Liste steht und so gut wie keine Ausstattungswünsche mehr offen lässt.

So gehören dann nicht nur 17 Zoll Leichtmetallfelgen zur Grundausstattung, auch eine Klimaautomatik, Lederlenkrad, Sitzheizung, Bordcomputer, Ledersitze, Rückfahrwarner, die elektrische Fahrersitzverstellung, ein automatisch abblendender Innenspiegel sowie eine Audioanlage mit CD-Wechsler und Subwoofer gehören mit dazu. Klar, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung etc. natürlich auch.

Entsprechend kurz ist die Aufpreisliste, in der die Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierung für 490,- Euro, das elektrische Hub-Schiebedach für 940,- Euro, eine Vierstufen-Automatik für 1.590,- Euro und eine Anschlussgarantie für 539,- Euro ausgewiesen werden.

Mit den Versicherungseinstufungen von HPF 18, TK 20 und VK 21 kann manzufrieden sein, die Schadstoffeinstufung liegt aber noch bei Euro 4, der CO2-Ausstoss bei 183 g/km. Alle 15.000 km oder jährlich ist ein Ölwechsel, alle 30.000 km bzw. alle zwei Jahre ist eine Inspektion fällig.

Stand: Mai 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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