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Hyundai i20 1.4 Style

Bereits bei unserer kurzen Ausfahrt Anfang des Jahres anlässlich der Pressevorstellung hat uns der Getz-Nachfolger absolut überzeugt, diesen positiven Eindruck konnte der i20 im Laufe unseres ausführlichen Tests nur verstärken und zeigt uns ganz klar, unter den Kleinwagen übernimmt dieser Hyundai eine Vorbildfunktion. Vom längs- und neigungsverstellbaren Lenkrad über die tollen Sitze bis hin zum umfangreichen Sicherheitspaket, hier ist alles vorhanden und vor allen Dingen im Grundpreis inbegriffen, und der liegt beim 1.4 Style bei 15.880,- Euro.

Der i20 präsentiert sich für seine Größenordnung erstaunlich erwachsen und ist auch was die Ausstrahlung angeht alles andere als langweilig. Sein Blechkleid wirkt lebendig und frisch, mit großen, spitz zulaufenden Scheinwerfern, die den schmal gezogenen und mit breiter Chromleiste bestückten Kühlergrill umfassen. Hieraus entwachsen markante Sicken, die sich über die gesamte Motorhaube ziehen.

Zwei weitere sehr markante Linie verlaufen entlang der Seitenansicht, wobei die sehr stark geprägte Gürtellinie im Bogen der Rückleuchten ausläuft. Die sind ebenfalls sehr groß ausgeführt und lassen das Heck in Verbindung mit dem wuchtigen Stoßfänger kompakt und schwungvollauftreten.

Geschickt wurde in der Heckklappe das Logo in den Griff integriert, etwas weniger geschickt schränken die sehr breiten A- und C-Säulen die Rundumsicht leider erheblich ein.

Die Sitze sind schön groß und gut ausgeformt, zudem angenehm straff gepolstert und mit ausreichend Seitenhalt bestückt. Nur die manuelle Lehnenverstellung per Hebel könnte feiner gerastert sein. Ansonsten finden wir nicht zuletzt dank der Sitzhöhenverstellung und des serienmäßigen längs- und neigungsverstellbaren Lenkrads schnell die optimale Sitzposition. Gerade letzteres zählt bei den meisten Kleinwagen leider noch zu einer Seltenheit. Fahrer mit einer Körpergröße von 1,80 Meter sitzen zwar bequem, aber mit dem Kopf unmittelbar neben der B-Säule.

Leider war unser Testwagen „nur“ mit den roten Nähten an den Sitzen versehen. Schade, denn das Color-Paket, das die Sitzflächen und die Türverkleidungen entweder in Rot oder Blau erstrahlen lässt, ist optional nur in der Comfort-Line erhältlich.

Der verbaute Kunststoff wirkt solide und wertig, der Eindruck eines Billig-Koreaners kommt hier wahrlich nicht auf. Applikationen im schicken Metalllook werten das Interieur zusätzlich auf, allerdings ist dieser Schick der von uns gefahrenen Topvariante Style vorbehalten.

Die zwei chromumrandeteRundinstrumente liegen ebenso gut im Blick wie die gut erreichbar platzierten Bedienelemente. Nur der große Schaltknauf war uns etwas zu kantig geschnitten und lag damit nicht immer gut in der Hand.

Der i20 gehört in die Kategorie Kleinwagen, bietet aber auch Großgewachsenen optimale Platzverhältnisse, selbst im Fond. Dank weit öffnender Türen gelangen wir auch problemlos dort hin, nur beim Ausstieg wird es im Fußraum etwas eng.

Über die weit öffnende Heckklappe, deren Griff ins Hyundai-Logo integriert wurde, gelangen wir zu dem 295 Liter großen Kofferraum, der sich auf bis zu 1.060 Liter erweitern lässt. Hierzu muss die Sitzfläche hoch- und dann die Lehne vorgeklappt werden. Zu bemängeln ist dabei nur die zurückbleibende Stufe von rund 10 Zentimetern. Ebenfalls negativ fällt die zu überwindende Stufe beim Ein- und Ausladen (Ladekante jedoch angenehm hoch) sowie der etwas lapprige Kofferraumboden auf. Darunter befindet sich allerdings ein praktisches Ablagefach.

Weitere Ablageflächen finden wir in Form des klimatisierten Handschuhfaches, Fächern in den Türen, der Mittelkonsole und zwischen den Sitzen.

In punkto Fahrwerk zeigt sich der Hyundai i20 ebenso von seiner sportlichen Seite wie es uns seine Optik suggeriert. Die Abstimmung der Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern undGasdruckstoßdämpfern rundum, sowie McPherson-Federbeinen mit Stabilisator vorn und Verbundlenkerachse hinten ist angenehm straff ausgelegt, bietet aber dennoch ausreichend Restkomfort. Nur auf wirklich schlecht ausgebauten Straßen ist dieser deutlich eingeschränkt.

Ansonsten vermittelt der i20 mit seinem gutmütigen Fahrverhalten und der guten Straßenlage ein sicheres Gefühl und hat auch mit höheren Kurvengeschwindigkeiten keine Probleme. Im Slalom ist er – wenn auch mächtig quietschend – mit und ohne ESP nicht aus der Ruhe zu bringen.

Die Lenkung wurde an das Fahrwerk angepasst und ist ebenfalls angenehm straff und schön direkt, zarte Frauenhände wünschen sich jedoch mehr Lenkunterstützung.

Keinen Anlass zur Kritik bietet die Bremsanlage mit elektronischer Bremskraftverteilung, Scheibenbremsen rundum und ABS. Die Bremsen lassen sich angenehm dosieren und bringen das Fahrzeug auch aus hohem Tempo sicher und schnell zum Stehen, dabei bleibt der i20 spurtreu und auch bei wiederholten Bremsmanövern, wie wir sie mit 10 Vollbremsungen aus Tempo 100 simulieren, lieferten die Bremsen eine konstante Leistung ab, der Wagen steht im Schnitt nach 37 Metern.

Unter den von Hyundai angebotenen Benzinmotoren stellt der von uns gefahrene 1,4 Liter Vierzylinder mit 101 PS (74 kW) und einemmaximalen Drehmoment von 137 Newtonmeter die goldene Mitte dar und überzeugt mit guter Leistungsentfaltung bei angenehm niedrigem Verbrauch.

So beschleunigt er in zügigen 11,6 Sekunden von Null auf Tempo 100, während das Aggregat zu Beginn noch etwas brummig daher kommt, läuft es dann kultiviert und wird nur wenn der Motor voll gefordert wird laut. Seine Topspeed liegt mit 180 km/h auf dem Niveau seiner Mitbewerber.

Der Mixverbrauch pendelte sich im Alltag während unseres Tests bei etwa 6,2 Litern ein, im Rahmen unserer Testfahrt über die 180 km lange Normstrecke begnügte sich der i 20 1.4 mit 5,8 Litern Super auf 100 km. Mit 142 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer bietet er auch in diesem Punkt einen guten Wert, der schon nahe an den zukünftigen Grenzwerten liegt.

Das Schaltgetriebe ist mit fünf Vorwärtsgängen bestückt, die gut mit dem Motor wie auch dem Fahrwerk harmonieren. Der etwas kantige Schalthebel ist exakt und auf kurzen Wegen geführt. Wer will, kann auch auf eine Vierstufen-Automatik zurückgreifen, die in jedem Fall den Verbrauch um fast einen halben Liter und den CO²-Ausstoß um 10 g/km ansteigen lässt.

Wie zu Beginn schon kurz erwähnt, kann der Hyundai i20 mit zahlreichen serienmäßigen Sicherheitsfeatures aufwarten, u.a. den Front- und Seitenairbags vorn,Vorhangairbags über die gesamte Länge, Dreipunkt-Sicherheitsgurten rundum, vorne höhenverstellbar und mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern sowie aktiven Kopfstützen auf den vorderen Plätzen.

Außerdem gehören Isofix-Kindersitzbefestigungen auf den äußeren Sitzplätzen im Fond, das elektronische Stabilitätsprogramm ESP inklusive Traktionskontrolle TCS und das Antiblockiersystem mit elektronischer Bremskraftverteilung sowie Scheibenbremsen rundum zum Sicherheitspaket. Da fehlt jetzt eigentlich nur noch ein Fahrer-Knieairbag.

Bei Hyundai i20 haben sie die Wahl zwischen zwei Türvarianten (3- und 5-türig), vier möglichen Motoren und drei Ausstattungsvarianten, die Preise reichen dabei von 11.250,- bis 17.990,- Euro. Unserer Testfahrzeug, der i20 5-Türer 1.4 Style steht mit einem Grundpreis von 15.880,- Euro in der Liste.

Die Topausstattung „Style“ bietet Ihnen elektrisch verstellbare Außenspiegel, eine schlüsselintegrierte Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung, Nebelscheinwerfer, 15-Zoll-Leichtmetallfelgen, serienmäßige Color-Sitze, Metall-Dekor, Klimaautomatik, eine Audioanlage mit sechs Lautsprechern und Lenkradfernbedienung, Bordcomputer, elektrische Fensterheber rundum, ein Leder-Lenkrad sowie -Schalthebel, eine Alarmanlage und ein Gepäcknetz.

Wer möchte kann dasnoch um die 400,- Euro teure Metallic-/Mineraleffekt-Lackierung, ein Schiebedach für 750,- Euro, eine 4-Stufen-Automatik für 1.090,- Euro, ein Leder-Paket für 990,- Euro oder für 250,- Euro um 16“-Leichtmetallfelgen erweitern.

Stand: Oktober 2009, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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