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Honda Jazz 1.4 Exclusive

Mehr Musik unter der Haube … und nach wie vor mit einer beispielhaften Variabilität auf den Rücksitzen. Sie lassen sich kinderleicht versenken und schaffen mit dem umlegbaren Beifahrersitz bis eine 2,40 m lange Ladefläche. Oder man klappt die Sitzflächen hoch, und kann dann 1,28 m Ladehöhe nutzen. Platz ist für vier Erwachsene reichlich vorhanden, nur der Mittelsitz empfiehlt sich eher weniger. Vorne sitzt man jetzt noch besser, die Sitze sind straff und gut ausgeformt, vorne wie hinten kommt man bestens rein und raus. Das Fahrwerk ist straff, kommt gut mit der Mehrleistung zurecht, sorgt aber vor allem auf Autobahnen für unangenehmes Nicken der Passagiere. Mit Blick auf die umfangreiche Ausstattung geht auch der etwas hohe Preis wieder in Ordnung.

Der neue Jazz ist zwar praktisch in allen Punkten überarbeitet worden, bleibt aber seiner unverwechselbaren Linie treu. Dabei ist es aber den Designern gelungen, den kleinen Japaner mit dem praktischen Innenleben noch sportlicher und markanter zu machen.

Die Frontscheinwerfer laufen jetzt noch spitzer aus, der Kühlergrill wurde ebenfalls scharfkantiger gezeichnet und dieser Linie folgt auch die neue Frontschürze, aus deren kantigerer Aufmachung sich ein ebenso dynamischer unterer Lufteinlass entwickelt, der links und rechts die Nebelscheinwerfer aufnimmt.

Mehr Profil hat man auch den Radausschnitten gegeben und auch der Seitenschweller wurde mit einer kantigeren Sicke deutlich sportlicher modelliert. Ein zusätzlicher kleiner Knick in der hinteren Seitenfenster- und Dachlinie sowie eckige Rückleuchten die weiter in die Seite laufen und fertig ist diedynamische Seitenansicht.

Und so geht es auch am Heck weiter, eine markantere Sicke, eine stärker ausgeprägte Heckschürze und eine schwarze Griffleiste unterhalb des Heckfensters, die selbiges optisch nach unten verlängert. Geblieben sind die Halbschalentürgriffe ebenso wie die exakten Spaltmaße.

Die Türen öffnen auf sanften Zug und der Einstieg gelingt vorne wie hinten sehr bequem. Und das Platzangebot, das sich einem dann bietet, kann sich wirklich sehen lassen. Auch in der zweiten Reihe findet man als 1,80 m großer Mitfahrer ein bequemes Unterkommen, allerdings reichen dann die Kopfstützen nicht ganz aus.

Schlecht sieht es auf dem Mittelsitz aus, hier stößt man mit 1,80 m Körpergröße am Dach an und auf dem recht hohen Wulst sitzt man sehr hart. Dafür verfügt der Jazz über einen ausgeklügelten Sitzmechanismus, der sich nicht darauf beschränkt, dass man die Lehnen vorklappen und mit den Sitzflächen in den Fußraum versenken kann und so eine große ebene Ladefläche enthält, extra dafür wurde der Tank unter die Vordersitze gelegt. So wächst der Kofferraum von 399 auf beachtliche 1.396 Liter, eine einfache Beladung inklusive, nur ab 1,80 m besteht die Gefahr, sich an der Heckklappe zu stoßen.

Ein Zwischenboden sorgt für zusätzliche Flexibilität und ein Gepäcknetz erhöht den Alltagsnutzen und sorgt für sicheren Halt. Doch damit nicht genug, wie beim Vorgänger kann die Sitzfläche der 60 zu 40 geteilten Rückbank nach hinten hochgeklappt werden und schon steht hinter den Vordersitzen ein Laderraum mit bis zu 1,28 m Höhe über die gesamte Fahrzeugbreite zur Verfügung. Wird neben den Rücksitzen auch noch der Beifahrersitz umgelegt, können bis zu 2,40 m langeGegenstände eingeladen werden. Unter dem linken Rücksitz steckt zusätzlich ein Fach im Boden.

Hat sich also in Reihe zwei nichts verändert – auch die breiten C- und D-Säulen, die die Rundumsicht merklich einschränken, sind geblieben – hat sich in Reihe eins doch einiges getan. In schönem roten Licht präsentieren sich die drei Rundinstrumente in sportlichen Höhlen und vor allem das griffige Lederlenkrad hat sich wie z.B. auch im Civic, mit der silbergrauen Applikation sehr zum sportlichen gewandelt. Leider hat man neben der rot-orangen Instrumentenbeleuchtung bei den restlichen Illuminationen auf ein fahles Grau zurückgegriffen.

Die klassische Lösung mit drei runden Drehreglern für Heizung, Lüftung und Klima ist einer modernen Lösung gewichen, die aber nicht nur optisch nicht so recht zu einer Einheit verwachsen will. Besonders das runde „Schauglas“ recht weit unten, in dem die an den Tasten weiter oben ausgeführten Einstellungen angezeigt werden hat nicht so ganz unseren Geschmack getroffen, fährt man bei Tage mit Licht, sind die Anzeigen auch nicht immer einwandfrei abzulesen.

Nicht nur optisch neu präsentieren sich die Sitze. Sie sind sportlicher gezeichnet und damit gut ausgeformt, was dem gebotenen Seitenhalt sehr zugute kommt. Die straff gepolsterten Frontsitze sind ausreichend groß dimensioniert und lassen sich einfach manuell verstellen, lediglich für die etwas grobe Lehnenverstellung per Hebel hätten wir uns eine Drehradlösung gewünscht.

An Ablagen und Fächern mangelt es dem Jazz auf keinen Fall, ganze zehn Becher- und Flaschenhalter sind über den Innenraum verteilt, dazu ein doppeltes Handschuhfach, ein Fach in der Mittelkonsole und eine Tasche inder Rückenlehne des Beifahrersitzes.

Der Fahrkomfort steht ebenfalls wie gehabt etwas hinter der sportlichen Auslegung zurück. Solange die Straßen in gutem Zustand sind, stellt das kein Problem dar, tauchen vermehrt Schlaglöcher und Querrillen auf, werden die aber ziemlich ungefiltert an die Insassen weitergegeben. Ganz besonders schlimm wird das bei Autobahnetappen mit zahllosen Bodenplatten oder Querrillen. Hier fängt der Jazz schnell an zu hüpfen und überträgt das so stark auf die Insassen, dass deren Köpfe sehr unangenehm nicken. Das wurde im Rahmen unserer Testfahrten bisweilen so stark, dass man den Kopf mit aller Kraft an die Kopfstütze drücken musste, um das ertragen zu können.

Nicht sonderlich komfortabel ist auch das starke Wummern des Fahrwindes ab Tempo 100, wenn nur eines der Seitenfenster geöffnet wird. Ein wenig komfortmindernd ist auch der gefordert recht laute Motor und die zunehmenden Windgeräusche. Eine feine Sache dagegen ist das schöne große Glasdach, mit dem viel Licht in den Innenraum gelangt, wenn man es durch die elektrische Jalousie lässt.

Positiv macht sich die recht straffe Federung natürlich bei sportlicher Fahrweise auf kurvenreichen Landsträßchen bemerkbar. Dazu passt dann auch die sportlich straffe und exakte Lenkung, mit der man den Jazz jederzeit gut im Griff hat. Dabei zeigt sich der Japaner sehr gutmütig, auch im Slalomtest schien der Grenzbereich ewig weit weg, ob mit oder ohne ESP (bei Honda heißt das Stabilitätsprogramm VSA) geht der Fronttriebler willig und mit geringer Karosserieneigung sowie leicht untersteuernd um die Pylonen. Ein wenig verwunderlich ist nur das recht frühe deutliche Reifenquietschen in schnell gefahrenenKurven.

Mit der ABS-Bremsanlage mit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent hat man den Jazz im Alltag gut im Griff, kann die Bremsleistung angenehm dosieren. Wird eine Vollbremsung nötig, krallen sich die Scheibenbremsen vorne (innenbelüftet) und hinten ordentlich fest und bringen den Wagen aus Tempo 100 mit deutlichem Rubbeln und Reifenquietschen nach rund 40 Metern zum Stehen, etwas zu viel für ein modernes Auto und im Rahmen unserer zehn Bremsversuche wurde der Bremsweg zusätzlich etwas länger, bei wechselndem Fahrbahnbelag oder Nässe waren gelegentliche Schlingerbewegungen nicht zu vermeiden.

Der neue 1,4 Liter Vierzylinder verfügt jetzt nicht nur über 16-Ventiltechnik, sondern kann mittlerweile über stolze 100 PS/73 kW verfügen, das sind immerhin 17 PS mehr und auch das maximale Drehmoment ist auf 127 Nm bei 4.800 U/min gewachsen. Entsprechend haben sich auch die Fahrleistungen verbessert. Um 12 km/h wuchs die Topspeed auf jetzt 182 km/h und nach 11,4 Sekunden (-0,6 Sek.) ist aus dem Stand Tempo 100 erreicht.

Mehr war nicht möglich, da der aktuelle Jazz bei nahezu identischen Abmessungen doch rund 100 kg mehr auf die Waage bringt. Auch im Durchzug macht sich der Leistungszuwachs positiv bemerkbar, jedoch sind die oberen Gänge recht lang übersetzt, wodurch die Agilität oben rum etwas verloren geht, da sollte man dann doch lieber zum Schalthebel greifen.

Mit dem gut in der Hand liegenden Schaltknauf, der auf ausreichend kurzen Wegen exakt, aber ein wenig trocken geführt ist, lassen sich die serienmäßigen fünf Vorwärtsgänge gut ansteuern. Dreht man die Gänge aus und fordert den Vierzylinder-Motor, muss man mit einer deutlich ansteigendenGeräuschkulisse leben. Außerdem sind die im Vergleich zum Vorgänger reduzierten Verbrauchswerte dann nicht mehr zu halten.

Geht man umweltbewusster mit dem Gaspedal um, kann der Jazz in der Stadt mit 6,6 Litern und außerorts mit 4,8 Litern Super auskommen, auf unserer Normstrecke flossen 5,7 Liter Super auf 100 km aus dem Tank, dabei stößt der Jazz 130 g/km CO2 aus, erreicht aber derzeit nur die Schadstoffnorm Euro4.

Angefangen von den Dreipunktsicherheitsgurten (vorne höhenverstellbar und mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern) reicht die Sicherheitsausstattung über die höhenverstellbaren Kopfstützen bis hin zu Frontairbags für Fahrer und Beifahrer, Seitenairbags vorne und Kopfairbags vorne und hinten.

Der Grundpreis für den Honda Jazz 1.4 Comfort liegt bei 16.290,- Euro, als 1.2 geht es sogar schon bei 12.550,- Euro los. Unser Testwagen in der Ausstattungsreihe Exclusive steht mit 20.780,- Euro in der Liste, weil neben der Metallic-Lackierung für 410,- Euro auch die Einparkhilfe hinten für 380,- Euro mit an Bord war.

Serienmäßig gehören aber zahlreiche Features wie Servolenkung, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Nebelscheinwerfer, VSA Stabilisierungsprogramm, elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber rundum, höhenverstellbarer Fahrersitz, Klimaautomatik, höhen- und weitenverstellbares Multifunktions-Lederlenkrad, Panorama-Glasdach, Radio mit CD-Spieler und geschwindigkeitsabhängiger Lautstärkeregelung, Lautsprechend vorn und hinten nebst Hochtönern vorne, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Sitzheizung vorne, Alufelgen, Licht- und Regensensor und vieles mehr automatisch mit zur Grundausstattung.

Honda gibt eineGarantie von drei Jahren bis max. 100.000 km, dazu eine Lackgarantie ohne Kilometerbegrenzung und eine Korrosionsschutz-Garantie von 6 Jahren ohne Kilometerbegrenzung. Die Versicherungseinstufungen lauten HPF 17, VK 18 und TK 17.

Stand: November 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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