// Fahrbericht / Honda Accord Limousine 2.2 i-DTEC

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Honda Accord Limousine 2.2 i-DTEC

Auch der Limousine ist das Facelift gut bekommen, und auch hier ist es vor allem das Heck, das durch die rundlichere Form deutlich gewinnt. Im Innenraum herrscht wie im Kombi durch die vielen Schalter eine gewisse Unübersichtlichkeit, selbst das Lenkrad ist prall gefüllt. Nichts zu meckern gibt es über die Sitze, das Fahrwerk kann sowohl sportlich als auch komfortabel, und das gilt auch für den Motor, der zudem noch richtig sparsam kann, außerorts nur 4,6 Liter Diesel verbraucht. Eine feine Sache ist auch die Sechsgang-Schaltung, wer will kann einen Spurassistenten und eine adaptive Geschwindigkeitsregelung ordern. Schwachpunkte gibt es im Kofferraum und beim Einstieg in die zweite Reihe, los geht es bei 29.450 Euro als Elegance.

Was wir schon beim Tourer, also dem Kombi des aktuellen Honda Accord feststellen konnten, gilt natürlich im gleichen Maße auch für die Limousine. Zahlreiche kleine Veränderungen sorgen für ein insgesamt stimmigeres Bild, die neue Frontschürze lässt die sportlichen Ambitionen des Japaners auch optisch stärker hervortreten.

Geblieben ist der flotte Dachschwung, der allerdings beim Einsteigen in den Fond schon mal für eine Kopfnuss sorgen kann. Vor allem das Heck wurde deutlich gefälliger durch die neuen Rückleuchten, es wirkt insgesamt weniger kantig, bleibt trotzdem bullig und mit dem angedeuteten Diffusor in der Heckschürze findet die Accord Limousine einen dynamischen Abschluss, bei dem man aber doch den sichtbaren Auspuff etwas vermisst.

Bleiben wir am Heck und öffnenden Kofferraum. Als erstes stellen wir fest, dass eine gut geschützte und angenehm niedrige Ladekante (die Stoßstange bleibt wie meistens ungeschützt) auf uns wartet, danach geht es dann nochmals rund 15 cm nach unten.

467 Liter passen ins Gepäckabteil, das ist nicht schlecht, zumal durch Umlegen der Rücksitzlehnen weiterer Stauraum geschaffen werden kann. Aber schon der im Normalzustand wellige Boden und die deutlichen Einschränkungen durch die Radkästen stören das positive Bild. Hinzu kommt die doppelte Stufe im Ladeboden nach dem Umlegen der Sitze und die doch ziemlich eingeschränkte Durchladeöffnung. Unter dem Boden steckt statt eines Reserverades ein Styroporblock u.a. mit dem Werkzeug.

Rutschen wir also eins nach vorne und nehmen auf den Rücksitzen Platz. Und Platz gibt es hier genug, nur beim Einstieg stoßen größere Mitfahrer schnell mal mit dem Kopf am stark abfallenden Dach an. Erst mal heil drin, verwöhnen besonders die beiden Außensitze mit bequemem Platz, guter Ausformung und straffer Polsterung.

Kommen wir zur Reihe eins, wo schon die weit unten montierten Sitze einen kleinen Hinweis auf die sportlichen Gene das Accord geben. Hier ist das Platzangebot super, die Sitze bieten gute Verstellmöglichkeiten, sind groß dimensioniert, straff gepolstert und gut ausgeformt, bieten also auch in flotten Kurven guten Seitenhalt, die Kopfstützen sind herrlich weich und nehmen den Kopf sanft auf. Und während sich die meisten Fahrzeuge darauf beschränken, bei nicht angeschnalltem Fahrer oder Beifahrer zu piepsen, fordert der Accord seine Insassen sogarakustisch mit „Bitte anschnallen!“ auf.

Mangelnde Liebe zum Design kann man den Entwicklern des Cockpits des aktuellen Accord wahrlich nicht vorwerfen, trotzdem wirkt das Ganze ein wenig zusammengewürfelt. Dabei sind die Ansätze vor allem mit der schicken Aluapplikation, die sich über das Armaturenbrett bis in die Mittelkonsole zieht schon richtig schick. Selbst die Rundinstrumente sind mit dicken silbergrauen Ringen verziert und auch am Lenkrad sorgt eine solche Einlage für Frische.

Gut gelöst sorgt der große Monitor für das Navigationssystem weit oben dafür, dass der Blick kaum von der Straße abgelenkt wird. Da könnten schon eher mal die zahlreichen Knöpfe sowohl in der Mittelkonsole wie auch im Lenkrad für eine gewisse Ablenkung sorgen. Volle Konzentration sollte der Fahrer behalten, wenn er am Berg zu parken gedenkt. Denn zumindest bei unserem Testwagen musste man die Handbremse weit mehr als bis zur gefühlsmäßigen Grenze anziehen, damit die volle Wirkung auch tatsächlich einsetzt.

Der Accord wäre kein echter Honda, würde sein Fahrwerk nicht mit einer sportlichen Grundauslegung daherkommen. Entsprechend flott lässt sich der Japaner auch um enge Kurven treiben und so ist es ein bisschen schade, dass das ESP unnötigerweise recht früh einsetzt und den Fahrer einbremst. Dabei hat man die Limousine mit der herrlich straffen und direkten Lenkung optimal im Griff, der Honda lässt sich exakt dirigieren. Mit leichtem Untersteuern und nur wenig Karosserieneigungen ist er für den sportlichen Ritt wie geschaffen.

Trotzdem kommt der Komfort nicht zu kurz, dasFahrwerk bügelt die meisten Unebenheiten sauber weg und zusammen mit den angenehm niedrigen Wind- und Abrollgeräuschen sorgt der Accord so auch für einen sehr guten Langstreckenkomfort. Und der in unserem Testwagen verbaute Dieselmotor unterstützt das zusätzlich, in dem er sich durch eine große Laufruhe und einen geringen Verbrauch bei zurückhaltender Fahrweise auszeichnet, was sogar die Tankstopps auf ein Minimum reduziert.

Und dann gibt es ja auch noch optional den Abstandstempomat und den Spurassistent, die dem Fahrer hilfreich unter die Arme greifen können. Allerdings muss man hier auch schon mal mit Überraschungen rechnen, denn sind die präventiven Fahrassistenzsystem CNBS und ACC (adaptive Geschwindigkeitsregelung) aktiviert und wechselt man z.B. von der rechten Spur der Autobahn über die mittlere hinweg auf die linke Spur, um einen Mittelspurschleicher zu überholen, und kommt dabei diesem etwas näher, kann es sein, dass das Fahrzeug eigenständig eine Notbremsung einleitet und weil es meint einen Unfall zu erahnen, auch die Gurte anzieht. Letzteres geschieht mit solcher Vehemenz, dass einem der Schreck in alle Glieder fährt. Beim „normalen“ Annähern an einen Vordermann warnt das System rechtzeitig und völlig problemlos den zu gering werdenden Abstand an und hält automatisch den nötigen Sicherheitsabstand ein. Bisweilen lässt sich das System aber auch von Fahrzeugen auf der rechten Spur oder von Kurven beeinflussen.

Wenn Sie selbst mal in die Eisen müssen, ist es gut zu wissen, dass Sie sich auf ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung undBremsassistenten verlassen können, die gut dosierbare und schnell ansprechende Bremsanlage arbeitet mit Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet. Bei einer Vollbremsung, die von lautem ABS-Rubbeln und Reifenquietschen begleitet wird, steht die Accord Limousine aus Tempo 100 nach rund 39 Metern.

Klar hat Honda auch feine Benziner in seinem Motorenangebot, aber der 2,2 Liter große Vierzylinder-Diesel mit Common-Rail-Einspritzung ist einfach ein tolles Aggregat, kein Wunder also, dass auch unsere Testwagen-Limousine mit diesem Motor ausgestattet war.

Auf 110 kW/150 PS und jetzt 350 Nm Drehmoment angewachsen, stellt der Direkteinspritzer ausreichend Leistung zur Verfügung, erlaubt damit einen Sprint von Null auf Hundert in 9,7 Sekunden und macht die Limousine 212 km/h schnell. In praktisch jedem Bereich geht die Maschine mit ordentlich Druck zur Sache, dreht willig hoch und bringt die Kraft über die Vorderräder gut auf die Straße, bei Nässe neigen die Räder aber auch schon mal gerne zum Durchdrehen.

Vom Start weg arbeitet der Diesel sehr kultiviert, nur beim Kaltstart klingt er ganz kurz ein wenig rau, danach ist selbst bei Vollgas nur ein dezentes, angenehmes Brummen zu hören. Dezent bleibt auch der Verbrauch, zumindest wenn man sich „normal“ mit dem Accord bewegt. Dann kann er in der Stadt mit 7,3 Litern und außerorts mit nur 4,6 Litern punkten, durch den 65-Liter-Tank schafft man so ganz enorme Reichweiten. Auf unserer Normstrecke haben wir den Accord 2.2 i-DTEC mit guten 5,5 Litern auf 100 km bewegt.

Dabei braucht man die Schaltpunktanzeige eigentlich garnicht, denn das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe arbeitet so super, dass man sogar freiwillig lieber einmal öfter schaltet. Es ist auf sportlich kurzen und sehr exakten Wegen geführt, der kurze Schalthebel gleitet durch die Kulisse wie das sprichwörtliche warme Messer durch die Butter.

Dabei ist die Abstimmung mit dem Motor hervorragend gelungen und so kann man nicht nur flott nach vorne sprinten, während der Motor willig hoch dreht, sondern wenn es sein muss auch herrlich niedertourig fahren. Mit serienmäßigen Partikelfilter stößt der i-DTEC 148 g CO2 pro Kilometer aus, erfüllt aber mit dem Schaltgetriebe „nur“ die Abgasnorm Euro 4.

Über die optionalen Sicherheitselemente wie Spurhalteassistent und adaptiver Geschwindigkeitsregelung mit Abstandsradar haben wir schon gesprochen, auch das serienmäßige ESP und die Anhängerstabilisierung TSA sorgen für Sicherheit.
Dazu gesellen sich natürlich die allseits bekannten Front-, Seiten- und Kopfairbags, Kopfstützen (vorne aktiv), Dreipunktgurte (vorne mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern sowie höhenverstellbar) und ISOFIX.

Die Honda Accord Limousine mit dem 2.2 i-DTEC Common-Rail-Diesel gibt es als Elegance für 29.450,- Euro und als Executive für 33.750,- Euro. Ganz schön ins Geld gehen dann ggf. noch die Pakete für die Sicherheit mit Abstandsregelung etc. für 2.450,- Euro und das Audio-Navi-Paket für 2.950,- Euro. Hier sind aber auch eine Rückfahrkamera, ein Soundsystem mit 6-fach CD-Wechsler etc.

Ansonsten ist die Ausstattung sehr umfangreich, beim Executive sind u.a. auch dieLederausstattung, 17 statt 16 Zoll Alufelgen, ein Sound-System, ein elektrisch verstellbarer Beifahrersitz etc. mit dabei. Eine Metallic-Lackierung schlägt dann ggf. noch mal mit 530,- Euro und Xenonlicht mit 800,- Euro zu Buche.

Stand: Januar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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