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Hoch lebe das Remake – Seat Exeo ST

Nach der Audi A4 Limousine hat Seat auch den Kombi als Exeo ST ins Programm übernommen. Auch hier wurden rein äußerlich einige Anpassungen vorgenommen, im Innenraum und was die Technik anbelangt bleibt der Seat ein Audi. Was aber keineswegs problematisch wäre, der Vorgänger-A4 ist noch immer ein topaktuelles und vor allem grundsolides Auto. Und edel, und das bis in den Laderaum, der mit hochwertigen Materialien verkleidet ist, über eine weit aufschwingende Heckklappe mit niedriger Ladekante bestens bedient werden kann und nach dem umklappen der Rücksitzlehne einen fast ebenen Ladeboden bietet. Unser 1.6 Liter Benziner mit 102 PS startet bei 23.390,- Euro.

Wer es nicht weiß … und selbst wenn, der Exeo ST ist natürlich auch als Kombi ein ehemaliger Audi A4, na und. Jetzt ist es ein Seat, ein schicker noch dazu, auch wenn er – wir geben es ja zu – sehr brav rüber kommt, ganz klar eine, sagen wir mal, distinguiertere Linie verfolgt, als man es für gewöhnlich von einem Seat kennt. Ingolstädter Understatement statt spanischer Rasse.

Damit kann man aber gut leben, immerhin ist der Exeo ST bestens verarbeitet und trägt zumindest an der Front deutlich bekannte Seat-Züge. Von der Seite aus betrachtet verschwinden die zwar wieder, treten aber dafür am Heck doch wieder deutlicherzutage.

Markant stechen die Rückleuchten hervor, die nach unten gebogene Heckscheibe sorgt für zusätzlichen Schwung und sogar eine Andeutung eines Diffusors ist zu entdecken, zusammen mit dem kleinen Dachkantenspoiler und der Dachreling gibt sich der Lasteseln ausreichend sportlich.

Wie bei der Limousine präsentiert sich auch der ST innen im typischen Audi-Look mit den auffälligen runden Lüftungsöffnungen mit dem silbergrauen Rand, vor allem die drei in der Mitte sorgen für die Wiedererkennung der Konzernschwester. Und auch hier macht das gar nichts, denn dafür glänzt der Innenraum mit hochwertigen Materialien und bester Verarbeitung.

Und wir brauchen uns nicht zu wiederholen, hier ist alles edel, funktional, bestens erreichbar (klar, dass auch im Kombi die gesamte Klima-Steuerung recht weit unten sitzt) und gut abzulesen, einfach zu bedienen und durch und durch solide. Die rote Beleuchtung sorgt auch im Dunkeln für ein angenehmes Feeling.

Die Sitze aus der Limousine tauchen auch im Kombi wieder auf, sie sorgen dafür, dass das gute Feeling auch auf langen Strecken nicht verloren geht, sind schön straff, gut ausgeformt, ausreichend groß und einfach zu verstellen, Fahrer und Beifahrersitz auch in der Höhe. Auch hier ist am gebotenen Platz nichts auszusetzen, nur wenn die Armlehne heruntergeklappt ist kommt man schlecht an denHandbremsgriff.

Rein und raus geht’s ganz bequem, nur hinten wird es beim Aussteigen für die Füße etwas eng, dafür hat der Kopf beim Kombi keine Probleme mit der C-Säule. Die beiden schön ausgeformten Außensitze sind super, der Mittelsitz ist nur was für den Notfall.

Ohne Not lässt sich der Laderaum benutzen, die Heckklappe öffnet sehr weit und gibt eine gut geschützte und angenehm niedrige Ladekante frei, die Stoßstange ist leider nur zum Teil gegen Ladekratzer geschützt. Und schon kann der Ladespaß beginnen, auch wenn die 442 Liter nicht gerade viel und auch nicht größer als die der Limousine sind. Die schon optisch hochwertigen Materialien lassen einen aber unweigerlich davor zurückschrecken, allzu grobes oder schmutziges Ladegut zu verstauen.

Wird die Ladung üppiger, reicht ein Griff um die geteilte Rücksitzlehne nach vorne zu klappen und schon entstehen allein bis zur Fensterunterkante 660 Liter Stauraum mit einem fast ebenen Boden. Ohne das optionale Reserverad findet man unter dem stabilen Boden noch ein 55 Liter Ablagefach. Nachdem die Aufnahme des Gepäcknetzes am 2/3-Teil der geteilten Rücksitzlehne montiert ist und mit vorklappt, ist diese etwas schwerer wieder hochzuklappen.

Auch unser Kombi-Testwagen war in der Ausstattungsversion Style gehalten, also auch hier ein etwas mehr auf Komfort ausgerichtetes Fahrwerk, dasdem Seat aber ein nahezu neutrales, leicht untersteuerndes und damit ausgesprochen gutmütiges Fahrverhalten beschert, das sich auch im beladenen Zustand kaum verschlechtert.

Geradezu spielerisch lässt sich der Exeo ST auch mal flott um enge Kehren zirkeln, in Verbindung mit der gefühlvollen und exakten Lenkung hat man den Wagen stets optimal im Griff, auch bei Nässe stellt der Wagen seine Fahrer vor keine Probleme, zur Not wacht ESP darüber, dass man in der gewünschten Spur bleibt. Bei schnellen Richtungswechseln wird der Kraftaufwand beim Lenken aber spürbar größer. Hielt sich der 1,6 Liter-Benzinmotor akustisch noch sehr gut zurück, waren schon ab Tempo 120 deutliche Windgeräusche zu vernehmen.

Gut zu vernehmen war auch das Quietschen der Reifen, wenn man den Exeo aus Tempo 100 mit einer Vollbremsung zum Stehen bringt. Gerade mal 37 Meter braucht er dafür und ein Nachlassen der Bremswirkung war auch bei Dauerbelastung nicht festzustellen. Vorne wie hinten gehen Scheibenbremsen (vorne innenbelüftet) ans Werk, angesteuert über ABS, wird der Fahrer vom Bremsassistent und der elektronischen Bremskraftverteilung unterstützt. Die Bremsen sprechen schnell an und sind leicht zu dosieren.

Vor allem mit der Servolenkung an Bord ist der Exeo ST optimal zu manövrieren und kommt auch im Großstadtdschungel bestens zurecht, zudem ist der Wendekreisvon 11,20 Metern für ein Fahrzeug dieser Größe angenehm klein.

Unser Testwagen mit dem 1,6 Liter Vierzylinder-Benzinmotor ist die Einstiegsversion und leistet 75 kW/102 PS bei 5.600 Touren. Dazu gesellt sich ein maximales Drehmoment von 148 Nm bei 3.800 U/min. Wer meint, damit sei der Seat eher ein lahmer Geselle, der irrt.

Nur am Start kommt der Wagen ziemlich schwer los, braucht viel Gas und einen feinfühligen Kupplungsfuß, sonst stürmt er laut Quietschend davon oder stirbt einfach ab. Gelingt der Start optimal und bleibt man am Gas, erreicht der 1.6er die Tempo-100-Marke nach 13,1 Sekunden und beschleunigt weiter bis zur Höchstgeschwindigkeit von 186 km/h. Mehr als der Motor melden sich dann aber die Windgeräusche zu Wort.

In Kombination mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe lässt sich der Exeo ausreichend niedertourig aber auch ganz schön flott bewegen, dazu kann man den Motor schön ausdrehen und die Schaltvorgänge gehen ohne Kraftanstrengung auf sportlich kurzen Wegen vonstatten, die Abstimmung harmoniert gut mit der Motorcharakteristik.

Und besonders außerorts kann man den doch rund 1,4 Tonnen schweren Wagen einigermaßen sparsam bewegen, 5,8 Liter außerorts und 7,5 Liter im Mix auf unserer Normstrecke gehen noch in Ordnung, die 10,9 Liter, die sich die 102 PS in der Stadt und auch locker bei flotter Autobahnfahrt genehmigen sind abernicht mehr ganz zeitgemäß.

Im Mix stößt der 1.6 auf einen Kilometer 179 g CO2 aus und ist in die Abgasnorm Euro 5 eingestuft, kann mit Super aber auch mit Normal Bleifrei betrieben werden, nachdem hier aber an der Zapfsäule kein Preisunterschied mehr besteht …

Mit der Limousine identisch ist die noch immer zeitgemäße Sicherheitsausstattung: Dreipunktgurte auf allen Plätzen, vorne höhenverstellbar sowie mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern, höhenverstellbare Kopfstützen (hinten aber für Große zu kurz) auf den Vordersitzen aktiv und natürlich die obligatorischen Front-, Seiten- und Kopfairbags.

Spätestens beim Preis geht der Seat Exeo ST eigene Wege und bietet im Gegensatz zum Audi vieles gleich serienmäßig an. So startet der 1.6 bei 23.390,- Euro als Reference, unser Style geht ab 25.490,- Euro ins Rennen.

Und darin sind dann – wie gesagt – bereits zahlreiche Features serienmäßig enthalten. So gehören elektrisch verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel ebenso dazu wie elektrische Fensterheber rundum, eine Dachreling, Alufelgen, eine Einparkhilfe hinten, Colorverglasung, Lederlenkrad in Höhe und Weite verstellbar, ein Audiosystem mit RDS und CD-Player, vier Lautsprechern und Lenkradfernbedienung, Tempomat, Bordcomputer, automatisch abblendendem Innenspiegel, Licht- und Regensensor, Klimaanlage, Nebelschienwerfersowie eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung dazu.

Für den, der mehr will, hat Seat u.a. zahlreiche Pakete geschnürt, so dass Sie Ihren Exeo ST problemlos auf Ihre ganz persönlichen Bedürfnisse ausrichten können.

Stand: April 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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