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Frisch, frech und fair… der Chevrolet Spark

Der neue Spark ersetzt den Matiz, wurde von den Kunden in einem Designwettbewerb ausgewählt und tritt modern und selbstbewusst auf. Zumindest teilweise geht er auch am Cockpit neue Wege, wer will, kann auch hier farbige Frische reinbringen. Die Sitze bieten noch Raum für Verbesserungen und auf der Rücksitzbank sollte man besser nur zwei Erwachsene unterbringen, dann ist das Platzangebot aber okay. Die Motoren erfüllen die Euro 5-Norm und stoßen nur 119 g/km CO2 aus, sind aber nur in der Stadt ausreichend spritzig, verlagen außerorts nach viel Drehzahl und werden dann laut und durstig. Insgesamt hat es Chevi geschafft, ein wertiges Auto auf die Räder zu stellen – und das bei einem Preis ab 8.990,- Euro.

Anders sein … dieser Devise folgt der neue Chevrolet Spark konsequent. Frisch, frech und modern – regelrecht unverwechselbar präsentiert sich der flotte Stadtflitzer schon von außen, Van- sowie Dreitürerattribute vereint in einem Kleinwagen

Über die steil und hoch aufragende Motorhaube, die schwungvoll in die Fensterpartie weiter läuft, erstrecken sich die langgezogenen großen Scheinwerfer. Scharfe Kanten und dynamische Linien sorgen für ein fast schon futuristisches Design. Sportlich sind die Radhäuser ausgestellt, angriffslustig wirkt die markante Frontschürze.

Die versteckten hinteren Türgriffe lassen den Spark wie einen schnittigen Dreitürer dastehen.
Während bei den Einsteigerversionen derAuspuff nicht sichtbar ist, tritt bei den höheren Ausstattung ein schick integriertes Rohr hervor.

Und genau dieses Design ist es wohl, was sich die Käufer wünschen. Denn diese haben die damalige Studie „Beat“ bei einem Chevrolet-Studienwettbewerb zum Sieger gekürt. Nun, drei Jahre später, tritt er unter dem Namen „Spark“ die Nachfolge des Matiz an.

Mit einer Länge von 3,64 Meter steht er im direkten Wettbewerb mit Suzuki Splash und Opel Agila … Preislich konkurriert er allerdings mit den kleineren Modellen wie z.B. Suzuki Alto oder Kia Picanto.

Anders sein, dem folgt nicht nur das Exterieur, auch innen zeigt sich der neue Chevrolet Spark von seiner futuristischen Seite.

Während das Cockpit in unserem Testwagen leider komplett in schwarz gehalten war, kann es erfreulicherweise auch farbig gestaltet werden. Je nach Ausstattungslinie sind die Applikationen aus Kunststoff, in Klavierlackoptik, in Silber, Rot oder Blau ausgeführt. Jeweils darauf abgestimmt sind die Einlagen in den Türen und Sitzen.

Chevrolet beweist jedoch nicht nur Mut zur Farbe. Die Ausführung des Interieurs, gerade der Bereich der Instrumenteneinheit trifft zwar mit Sicherheit nicht jeden Geschmack, stellt aber wahrlich mal etwas anderes dar, als das, was wir so gewohnt sind. Die Aufteilung Analogtacho und Digitalelement silberfarben und mit eisblauer Beleuchtung erinnert stark an eine Spielekonsole. Durch die Anbringung direkt an der Lenksäule, verstellt diese sich mit in der Höhe undliegt somit stets gut im Blick, eine Längsjustierung des Lenkrads ist leider nicht möglich.

Weniger experimentierfreudig zeigten sich die Ingenieure glücklicherweise bei Anordnung der weiteren Bedienelemente, diese sind allesamt intuitiv bedienbar und liegen in optimaler Reichweite.

Wenn im gesamten Interieur auch sichtbar Hartplastik verarbeitet wurde, so geht die Wirkung des Materials absolut in Ordnung. Nur beim Lenkrad hätten wir uns mehr Wertigkeit und dafür weniger klebende Finger gewünscht, ein Lederlenkrad wäre hier eine feine Option.

Als Großgewachsener nehmen wir in der ersten Reihe bequem und ohne störende Enge Platz, im Fond sitzen wir ebenfalls bequem, wenn auch nicht mehr mit ganz so viel Luft im Bein- und Kopfraum. Allerdings sollte der Fünfsitzer nur als Viersitzer genutzt werden, denn auch wenn drei Kopfstützen angebracht sind, so schränkt die Breite und der minimale Sitzkomfort in der Mitte diese Möglichkeit erheblich ein, hinzu kommt die ohnehin eher geringe Zuladung von 350 Kilogramm.

Auch das Gestühl verlangt nach Verbesserung, die Sitzhöhenverstellung ist nur für den Fahrer erhältlich, eine Lordosenstütze haben wir auf beiden Sitzen vermisst, die Beinauflage ist zu kurz und der Seitenhalt ist gerade im oberen Bereich nicht vorhanden.

Zahlreiche Ablagen bieten Verstaumöglichkeiten für unterschiedlichste Utensilien. Größere Gegenstände lassen sich wiederum im 170 bis 994 Liter großen Kofferraum unterbringen. Durch einfaches Umlegender Rücksitze stellt der Spark eine schöne ebene Ladefläche zur Verfügung. Schwachpunkt stellt allerdings die Tatsache dar, dass sich der Kofferraum nur per Schlüssel öffnen lässt.

Chevrolet hat eine angenehme Fahrwerkabstimmung gefunden, schön straff und dennoch mit ausreichend Komfort versehen, sodass man sich auch vor den zahlreichen Schlaglöchern die der lange Winter mit sich gebracht hat, nicht fürchten muss.

Mit der angenehm leichtgängigen Lenkung kann man diesen Löchern aber auch spielerisch ausweichen, im Ganzen ist das Handling in der großen City problemlos, in kleinsten Parklücken findet der Spark schnell seinen Platz.

Geht es außerhalb der Stadt durch enge Kehren, macht sich die hohe Karosserie etwas negativ durch Neigung bemerkbar, der kleine Chevi bleibt aber auch im Grenzbereich gutmütig und einfach zu steuern. Die elektronische Stabilitätskontrolle ESC ist allerdings nur gegen Aufpreis erhältlich, in jedem Fall aber lohnenswert.

Die Scheibenbremsen rundum, wobei vorn innenbelüftet, sorgen für angenehme Verzögerungswerte und in Verbindung mit dem 4-Kanal-ABS-System und dem elektronischen Bremsassistenten für ein sicheres Gefühl.

Der Chevrolet Spark wird zu Beginn mit zwei Motorisierungen, jeweils einem 1.0-Liter- und einem 1.2-Liter-Aggregat an den Start gehen. Wenn gewünscht, können beide Motoren mit Autogas (LPG= Liquefied Petroleum Gas) ausgestattet werden. Ein Start-Stopp-System ist dagegen nicht erhältlich, was in Anbetracht derPositionierung als Stadt-Auto unverständlich ist.

Die Motoren erfüllen die Euro5-Abgasnorm und sind mit einem Mixverbrauch von 5,1 Liter auf 100 Kilometer angegeben, die CO²-Emissionen liegen hier bei 119 g/km. Werte, mit denen sich der Kleine durchaus sehen lassen kann.

Weniger eindrucksvoll wirkt er dagegen in punkto Agilität. Um ein spritziges Fahrgefühl aufkommen zu lassen, verlangt das Fahrzeug nach ordentlich Drehzahl, was selbstverständlich den Spritverbrauch rasch nach oben treibt und zudem das Aggregat störend laut werden lässt. Dies gilt sowohl für den kleinen wie auch den größeren Benziner.

Der 1.0 Liter Motor ist mit 50 kW / 68 PS bei 6.400 U/min für die Stadt zwar noch ausreichend stark, doch abseits der City ist er einfach zu schwach auf der Brust, die bescheidenen 93 Nm Drehmoment bei 4.800 /min können da auch nicht viel reißen.

Zwar wirkt auch das 82 PS starke Aggregat hier noch etwas zäh, aber es schafft den Sprint dank 111 Nm bei 4.600 U/min in 12,1 Sekunden gegenüber den 15,5 Sekunden, die sich der kleinere Benziner gönnt. In der Topspeed erreicht der 1.2 Liter Tempo 164, gerade mal zehn Stundenkilometer mehr als das 1-Liter-Aggregat.

Die Vierzylinder-Benziner sind mit einem angenehm geführten Fünfgang-Handschalter bestückt, der keinen Anlass zur Kritik gibt.

Chevrolet ist nicht der einzigste Hersteller, der wegen der Verfügbarkeit von ESP im europäischen Markt auf einen Stern im EuroNCAP-Crashtest verzichten muss. Allerdings verlangt Chevrolet im Gegensatz zu zahlreichen Mitbewerbern 300,- Euro Extra dafür.

Wiederum im Grundpreis inbegriffen: Front- und Seitenfenster-Airbags, sowie im Sitz integrierte Airbags für Brust und Bauch, 3-Punkt-Sicherheitsgurte rundum inkl. Gurtstraffer vorn, Sicherheitspedalerie, ISOFIX-Befestigungspunkte und ein integriertes Fußgängerschutzsystem.

Daewoo galt stets als Billigheimer, mit dem Namenswechsel wollte man endlich diesen Ruf ablegen und in die Richtung der soliden und frischen Fahrzeuge zu fairen Preisen übergehen. Das sollte Chevrolet spätestens mit dem Cruze gelungen sein, und der neue Spark setzt diesen Eindruck erfolgreich fort.

8.990,- Euro stellen für diesen frechen Kleinwagen wahrlich ein Top-Angebot dar. Während die Ausstattungslinien Spark, Spark+ und Spark LS ausschließlich mit dem 68-PS-Benziner kombinierbar sind, sind die Versionen LS+ und LT dem 1,2-Liter-Aggregat vorbehalten. Doch selbst bei diesen Varianten liegen wir mit 11.690.- Euro bzw. 12.690,- Euro in dieser Klasse angenehm weit unten.

In diesem Preis enthalten sind unter anderem eine Klimaanlage, CD-Radio, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, ein Bordcomputer, ein höhenverstellbares Lenkrad, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn, ein Dachspoiler in Wagenfarbe, Sonnenblenden mit Spiegel auf beiden Seiten, silberne Speichen im Lenkrad und Nebelscheinwerfer.

Die Topausstattung LT verfügt zudem über Parksensoren hinten, eineautomatische Klimaanlage sowie ein Bodykit vorn inklusive integrierter Nebelscheinwerfer und 15“ Leichtmetallfelgen. Für alle Varianten ist gegen einen Aufpreis von 390,- Euro eine Metalliclackierung erhältlich.

Stand: März 2010, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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