// Fahrbericht / Ford Mondeo Titanium S 2,2 TDCI

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Ford Mondeo Titanium S 2,2 TDCI

Das entsprechende Designpaket mit mächtiger Frontschürze und Diffusor am Heck lässt zusammen mit der Tieferlegung und den 235er Breitreifen im 18 Zoll-Format keinen Zweifel an der Power unter der Haube. Dabei kann der 2,2 Liter TDCI mit seinen 175 PS neben guten Fahrleistung und großer Laufruhe auch noch eine günstige Umweltbilanz vorweisen. Ausgewogen gibt sich das Sportfahrwerk auch noch ausreichend komfortabel, die Lenkung ist direkt, die Schaltung angenehm straff, das 6-Gang-Getriebe passend übersetzt und die Frage nach dem Platz stellt sich nicht mal in der zweiten Reihe. Zu den feinen Sportsitzen passt das hochwertig-sportliche Armaturenbrett im schicken Materialmix. Der Preis: 33.750,- Euro.

Den Titanium S gibt es nicht nur als 220 PS starken Benziner sondern auch als Diesel, z.B. mit 175 Pferdchen unter der Haube. Damit man das auf den ersten Blick erkennt, ist er serienmäßig mit dem Ford Individual-Styling-Paket ausgestattet.

Und das beschert dem Mondeo schon mal eine betont sportliche Front, mit tief reichender und dynamisch gezeichneter Frontschürze in die ein mächtiger zusätzlicher Kühlergrill sowie mit sportlicher Einfassung umrahmte Nebellampen integriert wurden.

Apropos integriert: Unser Testwagen war mit der optionalen, adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage mit Auffahrwarnsystem ausgestattet, und die hat leider auf die Optik eine unschöne Auswirkung, denn zu deren Schutz ist an dieser Stelle der in Wabenoptik verkleidete Kühler nicht durchbrochen sondern geschlossen, und irgendwie sieht das doof aus.

An der gelungenen Seitenansicht sorgen zusätzliche Schweller für mehr Sportlichkeit, gut machen sich auch die 18 Zoll großen Aluräder in den vor allem vorne kraftvoll ausgestellten Radhäusern.

Der hohe Abschluss der fünftürigen Fließheck-Variante findet beim Titanium S vor allem unten seinen optischen Höhepunkt. In die modifizierte Heckschürze wurde, farblich abgesetzt, ein Diffusor eingebaut, rechts und links schauen hier jeweils ein dickes Auspuffrohr hervor.

Zu den dunklen Scheibenrahmen gesellen sich ab der zweiten Tür auch noch stark abgedunkelte Scheiben und vervollständigen zusammen mit der Tieferlegungder Karosserie um 10 mm so den insgesamt gelungenen sportlich-bulligen Auftritt.

Und sportlich geht es auch im Innenraum weiter. Am Armaturenbrett, das sich wie alle Mondeo frisch und modern sowie in weiten Teilen mit angenehm weichen Materialien (der Kunststoff sieht nicht nur aus wie Leder, er fasst sich auch so angenehm an) gut verarbeitet gibt, fällt zuerst die große schwarz glänzende Mittelkonsole auf. Der Piano-Lack-Look steht im angenehmem Kontrast zu den zahlreichen silbergrauen Applikationen und Bedienelementen, die allesamt gut zu erreichen und einfach zu bedienen sind.

Das gilt auch für die Tasten im Lenkrad, das sich mit Ausformungen gut in die Hand legt und sein feines Leder mit roten Nähten zusammenhält. Rote Nähte tauchen auch in den Türverkleidungen wieder auf und die Fußmatten sind mit roten Ketterbändern eingefasst.

Und natürlich tauchen auch an den feinen Sportsitzen wieder rote Nähte auf, hier herrscht neben schwarzem Glattleder hochwertiges Alcantara vor, das den ohnehin guten Seitenhalt noch unterstützt. Straffe Polsterung, problemlose Verstellung (Fahrersitz elektrisch), ausreichend groß – da gibt es nichts zu meckern, zusammen mit dem zweifach verstellbaren Lenkrad ist eine optimale Sitzposition garantiert.

Insgesamt ist hier bis hin zu den feinen Chromapplikationen und den Alu-Pedalen viel Liebe zum Detail zu erkennen. Die Position/Anordnung des Aschenbechers findet allerdings weniger Anklang.

ImFließheck-Mondeo sitzt man nicht nur in der ersten Reihe prima und hat viel Platz zur Verfügung, auch in der zweiten Reihe nehmen fast schon Einzelsitze die Passagiere auf, wie vorne gelingt der Ein- und Ausstieg optimal, selbst große Füße haben keine Platzprobleme. Unbequem wird es allenfalls für einen dritten Mitfahrer in der Mitte, dafür fühlen sich die Außensitzenden bestens aufgehoben.

Sitz man drin, stellt besonders der Fahrer schnell fest, dass der Mondeo etwas unübersichtlich geraten ist, das hohe Heck und die brieten Dachsäulen machen beim Rangieren ebenso zu schaffen, wie das schlecht abzuschätzende Ende der Front.

Da kann dann die Park Distance gute Dienste leisten, auch nach vorne. Doch was war das? Bevor sie Ihre Aktivitäten an der Front begann, musste bei unserem Testwagen erst mal der Rückwärtsgang eingelegt werden, erst danach gab es dann auch vorne eine Abstandswarnung.

Eine Warnung muss man auch beim Be- und Entladen aussprechen, zumindest wenn einem der schöne Lack an der Stoßstange wichtig ist, denn anders als die Ladekante zeigt sich die Stoßstange gänzlich ungeschützt. Und der Mondeo ist auch als Limousine ein guter Packesel. Stolze 540 Liter Ladevolumen kann er vorweisen, statt Reserve- oder Notrad steckt dann ein Reifenreparaturset und ein zusätzliches Fach unter dem soliden Boden.

Der Kofferraumdeckel schwingt weit auf und ganz einfach lassen sich die Rücksitze umklappen und den Stauraum so auf bis zu1.460 Liter vergrößern. Dabei stört allerdings die deutliche Stufe im Boden ganz erheblich.

Den Mondeo Titanium S nennt Ford den „individuellen Sportler“ und wir haben unseren Testwagen Power-Diesel genannt. Und die 10 mm Tieferlegung sind natürlich mit einem Sportfahrwerk kombiniert, klar also, dass die Fahrwerksauslegung entsprechend sportlich ausgefallen ist.

So geht der Kölner ausgesprochen gutmütig und auch richtig flott um die Ecken, selbst in unserem Slalomtest zeigte er keine Schwäche und nur ganz wenig Karosserieneigung. ESP ist natürlich serienmäßig an Bord, greift aber nur so ein, dass man es im normalen Fahralltag nicht als störend empfindet.

Und wer jetzt denkt, der Titanium S ist ein knallharter Bursche, der irrt gewaltig. Denn trotz aller Sportlichkeit bietet der Mondeo einen jederzeit ausreichenden Komfort, auch auf schlechten Wegen. Und auch die Servolenkung arbeitet straff ohne unnötige Härte, dafür aber zugleich angenehm direkt. So lässt sich der Wagen in jeder Situation prima dirigieren und problemlos handeln.

Ohne Probleme lässt sich der Mondeo auch wieder zum Stillstand bringen. Die ABS-Bremse mit Scheibenbremsen rundum spricht schnell an und lässt sich fein dosieren. Wenn nötig packen die Bremsen derart fest zu, dass der Ford aus Tempo 100 mit schrillem Reifenquietschen und nach weniger als 36 Metern zum Stillstand kommt.

Selbst beim Kaltstart gibt sich der 129 kW/175 PS starke 2,2 Liter DuratorqDiesel nur verhalten brummig, danach bleibt er selbst bei Vollgas oder Höchstgeschwindigkeit angenehm leise und nichts deutet mehr auf einen Diesel hin.

Bis auf den in praktisch jedem Bereich spontanen Vorwärtsdrang. Ohne Anfahrtsschwäche geht er vehement zur Sache, absolviert den Sprint von Null auf Hundert in 8,7 Sekunden und erst bei einer Topspeed von 223 km/h findet die Beschleunigung ein Ende.

Vor allem aber der gute Durchzug macht das Fahren mit dem 2.2 TDCI so erfreulich. Im dritten Gang geht es in 5,1 Sekunden von 60 auf 100 und selbst im fünften Gang benötigen die 175 PS nur 9,3 Sekunden um von 80 auf 120 km/h zu kommen.

Das ist natürlich auch ein Verdienst der sehr gelungenen Sechsgang-Schaltung. Sie ist nicht nur prima auf den Motor abgestimmt, sondern lässt sich auch auf angenehm kurzen Wegen und mit nur minimalem Holperer über die Leerlaufstellung prima schalten. Daneben kann man den Power-Diesel auch ganz gemütlich und niedertourig fahren und mit dem maximalen Drehmoment von 400 Nm zwischen 1.750 und 2.750 U/min steht auch dann immer sofort genügend Bums zur Verfügung, können doch mittels Overboost kurzfristig sogar 420 Nm abgerufen werden.

Und das Beste dabei ist der praktisch immer sehr gute Verbrauch. Sind es in der Stadt noch 8,4 Liter auf 100 km, schrumpft das außerorts auf 4,9 Liter und selbst sehr forsche Autobahnfahrten kommen kaum mal an die 10 Liter Diesel ran. Auf unserer Normstrecke hat sich der 2.2 TDCInur 5,8 Liter gegönnt. Mit einem CO2-Ausstoß von 165 g/km ist der künftige Grenzwert auch nicht mehr ganz so weit weg.

Keine Ausnahme im Kreise der Mondeo macht der Titanium S bei der guten Sicherheitsausstattung. Im IPS (Intelligent Protection System) sind Front-, Seiten- und Kopf-Schulterairbags sowie ein Knieairbag für den Fahrer enthalten.

Außerdem natürlich Dreipunkt-Sicherheitsgurte rundum, vorne mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern sowie eine Sicherheitspedalerie und eine horizontal zurückweichende Sicherheits-Lenksäule.

Für den Ford Mondeo Titanium S als fünftürige Limousine mit dem 2,2 Liter TDCI müssen Sie 33.750,- Euro hinblättern, dann ist aber eine umfangreiche Grundausstattung garantiert. So sind neben dem Optik-Paket auch die 18-Zöller mit 235er Breitreifen, die Sportsitze mit Leder und Alcantara, eine Klimaautomatik, el. Fensterheber, Bi-Xenonlicht, ESP, el. verstellbarer Fahrersitz, beheizbare Frontscheibe und Scheibenwaschdüsen, Multifunktionslederlenkrad, Sportfahrwerk, Licht- und Regensensor etc. im Preis enthalten.

Für 100,- Euro bekommen Sie dann optional noch einen Berganfahrassistent, die adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Auffahrwarnsystem kostet 1.230,- Euro, ein Navigationssystem ab 1.400,- Euro, dunkel getönte hintere Seiten- und Heckscheiben 230,- Euro, eine Metallic-Lackierung 510,- Euro und es gibt noch so einiges mehr.

Alle 20.000 km bzw. 12 Monate ist eine Wartung, alle 40.000 km oder 24Monate ist eine Inspektion fällig, dabei gibt es dann auch gleich eine Korrosionsschutzkontrolle. Die Versicherungseinstufungen liegen bei 19 für die Haftpflicht, 23 für die Voll- und 24 für die Teilkasko.

Stand: Januar 2009, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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