// Fahrbericht / Die sparsame Citroën C4 Limousine

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Die sparsame Citroën C4 Limousine

Die optischen Veränderungen spielen sich an der Front ab und rücken den C4 näher an den großen Bruder C5. Auch innen wurde nur Feinarbeit geleistet, so z.B. der Drehzahlmesser von der Position hinterm Lenkrad in die Einheit auf dem Armaturenbrett verschoben. Neu ist unser Diesel auch nicht, aber sparsamer, nicht zuletzt dank Energy-Reifen von Michelin. Für uns neu war die Kombination mit dem EGS6 Getriebe, aber das konnte uns nicht so ganz überzeugen, schaltet bisweilen unmotiviert und lässt bei jedem Gangwechsel die Insassen nicken. Der Fahrkomfort ist gut mit schönem Hang zum Sportlichen, dazu passen dann auch die Sitze perfekt.

Die optischen Retuschen am C4 sind sehr fein ausgefallen, das kommt vor allem an den jetzt deutlich feineren Chromleisten zur Geltung, die mit dem Logo die obere Kühlluftöffnung einrahmen. Und der Knick in der Mitte der Motorhaube ist verschwunden. Noch auffälliger zeigt sich die Veränderung an der Frontschürze, wo jetzt eine große Kühleröffnung in Trapezform dominiert, eine horizontale Strebe nimmt künftig das Nummernschild auf, rechts und links davon sitzen die Nebelscheinwerfer in separaten Fassungen.

Der Rest blieb praktisch unverändert, sieht man von der transparenten Kristalloptik der Rückleuchten ab, die nun auch ohne Licht „strahlen“. Und damit bleibt die C4 Limousine das schicke kompakte Fahrzeug mit jeder Menge Dynamik und Schwung, eigenständig und unverwechselbar. Schließlich ist der aktuelle Jahrgang um 15 mm länger geworden, mit dem bloßen Auge ist der Längenzuwachs aber nicht zu erkennen.

Auf den ersten Blick scheint der Innenraum unverändert, markantestes Merkmal des C4 ist die große, feststehende Nabe im Lenkrad, um die eine Vielzahl an Schaltern platziert sind, die man aber stets gut erreicht, weil sie ja immer am gleichen Platz bleiben. Dann fällt auf, dass besonders die Speichen des griffigen Lederlenkrades ein neues Design aufwiesen und schon hat man auch bemerkt, dass der Drehzahlmesser hinter dem Lenkrad verschwunden ist.

Der ist jetzt in das digitale Informationsinstrument oben auf dem Armaturenbrett gerutscht, wo in bekannter Hinterleuchtung Tacho und Co. untergebracht sind. Und Co. fällt dabei, vor allem imVergleich zu den großen Ziffern des Tachos, teilweise recht klein aus.

Darunter kann man über die Aufteilung der Bedien- und Anzeigeelemente für Radio, Klima etc. geteilter Meinung sein. Für unseren Geschmack hätte statt eines kleinen Faches mit Klappe ganz oben lieber der Rest weiter hoch und damit besser in den Blick- und Griffbereich des Fahrers rutschen können. Die Handhabung bereitet aber keine Problem.

Und noch etwas ist uns hier unangenehm aufgefallen: hat man im oberen Teil sehr feine und auch weiche Materialien verwendet, wurde im unteren Teil der Mittelkonsole auf hartes, fast billig wirkendes Plastik zurückgegriffen. Versöhnlich ist dagegen wieder die Tatsache, dass alles schön beleuchtet wurde.

Im Jahr 2009 wird das bekannte Navidrive durch das Navigationssystem MyWay, das die Karten-Daten auf einer SD-Speicherkarte bereithält und zudem eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit sich bringt, ergänzt. Die Möglichkeit des Citroën-Notruf entfällt hier jedoch. Die Zweizonen-Klimaanlage ist schon eine feine Sache, leider war wohl der Temperaturfühler etwas verstimmt, bei eingestellten 25° wollte sich einfach keine Wärme im Innenraum einstellen.

So wie wir Missstände hartnäckig anprangern, so können wir uns auch mit Lob für wirklich gelungene Dinge dran halten. Und so bemerken wir zum x-ten Mal, dass Citroën mit den auch in unserem Testwagen erneut verbauten Sitzen eine echte Glanzleistung vollbracht hat. Sie sind schön groß dimensioniert, herrlich straff gepolstert und so toll ausgeformt, dass sie einen hervorragenden Seitenhaltbieten, den man auch dann zu schätzen weiß, wenn man die Limousine nicht wie einen Sportwagen um die Ecken treiben will.

Geblieben ist allerdings auch die manuelle Lehnenverstellung per Hebel, was nicht weiter schlimm wäre, hätte man die Rasterung etwas verfeinert. Nach wie vor fein sind die gebotenen Platzverhältnisse vor allem in Reihe eins, aber auch hinten sitzen Erwachsene hinter großen Fahrern ganz bequem.

Der Raum im Gepäckabteil ist mit 320 Litern ausreichend, durch einfaches Umlegen der Rücksitze lassen sich sogar fast 1.100 Liter unterbringen, leider bleibt aber noch immer eine Stufe im Ladeboden zurück.

Nichts verändert haben die Ingenieure am Fahrwerk, und das ist auch gut so, denn der C4 findet einen angenehmen Kompromiss mit gutem Komfort und einer grundlegenden Ausrichtung hin zum sportlichen. Damit dringen zwar hin und wieder grobe Schlaglöcher nach innen, im Großen und Ganzen lässt es sich damit aber gut Reisen.

Und vor allem kann man mit dem C4 auch richtig sportlich um die Kurven räubern – und schon freut man sich wieder über die gut ausgeformten Sitze !!! Mit leichtem Untersteuern, als dem Schieben über die Vorderräder, meistert er mit sanfter ESP-Unterstützung jede noch so scharfe Biegung. Dazu passt dann auch die sportlich straffe Lenkung, mit der sich der C4 zielgenau dirigieren lässt. Dank geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung gestattet sie es auf der anderen Seite, quasi mit dem kleinen Finger den Wagen einzuparken.

Die vier Scheibenbremsen (vorn innenbelüftet) werden über ein Antiblockiersystem(ABS) inkl. Bremsassistent angesteuert und lassen sich im Alltag gut dosieren. Bei einer Notbremsung packen sie fest zu und bringen den C4 nach nur 37 Metern aus Tempo 100 zum Stehen.

Lässt man den C4 laufen, wird er jenseits der Tempo 160 zwar etwas laut mit reichlich Windgeräuschen, was dem Komfort etwas abträglich ist, dafür liegt der Wagen selbst aber auch dann angenehm ruhig. Unruhig wird der C4 in Kurven, aber nur dann, wenn die Automatik mal wieder unmotiviert eingreift.

Womit wir auch schon beim nächsten Kapitel wären. Denn unser Testwagen war mit einer Automatik ausgestattet – und zwar mit einer ganz eigenen. Das beginnt schon beim Losfahren. Nimmt man bei den meisten Automatik-Getrieben den Fuß von der Bremse, rollt das Fahrzeug selbständig langsam los. Nicht so der C4, er bleibt stehen und verlangt zum Start den Tritt aufs Gas.

Was eigentlich auch kein Problem darstellt, doch besonders wenn gefühlvolles Rangieren gefragt ist, gerät der vorsichtige Tritt aufs Gaspedal zumeist zu einem viel zu stürmischen Vor- oder Rückwärts-Sprung. Beim Losfahren an der Ampel fällt das nicht störend auf.

Kann man über diese kleine Marotte noch leicht hinwegsehen, zeigt sich die Automatik EGS6 dann aber wenig komfortabel. Solange man in der Stadt unterwegs ist, fällt das wenig auf, aber schon beim Cruisen und erst recht bei normaler oder gar flotter Fahrweise werden die Insassen bei jedem Schaltvorgang gezwungen zu nicken. Geht man unvermittelt vom Bummeln in eine flottere Gangart über, vollzieht sich erst mal eine richtige „Bremsung“, bevores dann los geht.

Und wenn es los geht ist auch hier der Vortrieb eher verhalten. Da wechselt man gerne in den manuellen Modus, bei dem das Schalt-Nicken zwar auch nicht ganz verschwindet, insgesamt aber erträglicher wird. Und da sich die Elektronik nicht einmischt, kann man damit auch unmotivierte Schaltmanöver, z.B. mitten in der Kurve, verhindern. Die manuellen Schaltbefehle werden zudem recht schnell ausgeführt – aber dafür kaufe ich mir doch eigentlich keine Automatik.

Schade, durch die Automatik kann der Common-Rail-Diesel seine wahre Kraft gar nicht richtig zeigen, erst im manuellen Modus zeigt er dann aber ganz ordentliche Durchzugswerte. Lässt man schalten, vergehen 12,4 Sekunden, bis aus dem Stand Tempo 100 erreicht sind, laut Werk soll der Handschalter auch nicht schneller sein. Bleibt man am Gas, schafft der C4 HDI 110 ausreichende 192 km/h Spitze, wobei das Vierzylinder-Aggregat auch dann ausreichend leise bleibt.

Das gilt übrigen für praktisch jede Betriebssituation, selbst beim Kaltstart, der ohne lange Vorglühzeit passiert, arbeitet der Selbstzünder sehr kultiviert. In Kombination mit 240 Nm bei 1.750 Touren entwickelt der 16-Ventiler mit 1,6 Liter Hubraum 80 kW / 109 PS bei 4.000 U/min.

Und die zeigen sich abgesehen von der geringen Lärmentfaltung auch im Verbrauch sehr zurückhalten. Reine Stadtfahrten gibt man bei Citroën mit 5,8 Litern, Landstraße mit 3,7 Litern an. Auf unserer Normstrecke haben wir 4,4 Liter Diesel auf 100 km verbraucht, im Automatikmodus. Dazu glänzt der HDI dank Feinschliff und Verwendung von MichelinEnergy Saver-Reifen mit einem niedrigen CO2-Ausstoß von 118 g/km und natürlich einem serienmäßigen Partikelfilter.

Wer will, kann mehr zu seiner Sicherheit tun, als auf die serienmäßigen Frontairbags, Thorax-Seitenairbags vorne sowie Vorhang-Kopfairbags vorne und hinten, die Dreipunkt-Automatikgurte mit pyrotechnischen Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern vorne, der ISOFIX-Kindersitzbefestigung und den Reifendrucksensoren zu vertrauen, denn auch für den C4 bietet Citroën den bereits hinlänglich bekannten AFIL-Spurassistent an, der den Fahrer bei einem ungewollten Überfahren der weißen Linien auf der Straße (also ohne zu Blinken) durch ein Vibrieren im Sitz warnt.

Für unseren Testwagen C4 HDI 110 in der Ausstattungslinie Exclusiv als Limousine zahlt man 25.000,- Euro mit der EGS6 Automatik, als Handschalter mit 5 Gängen kostet er 24.300,- Euro, los geht diese Motorvariante als Style bei 21.550,- Euro.

Als Topvariante ist der Exclusiv natürlich auch top ausgestattet. Neben el. verstell- und beheizbaren Außenspiegeln, Bordcomputer, höhenverstellbarem Fahrersitz, Zentralverriegelung und Nebelscheinwerfern gehören auch Alufelgen, Licht- und Regensensor, Alcantara-Velours-Polster, Einparkhilfe, Lederlenkrad, elektrische Fensterheber rundum und Klimaautomatik, geräuschdämmende Windschutzscheibe, automatisch abblendender Innenspiegel und Radio mit CD und MP3-Funktion zur Grundausstattung.

Aus der Aufpreisliste wollen wir an dieser Stelle nur das Lederpaket für 1.690,- Euro und das NaviDrive-Hifi-Paket für 2.560,- Euro sowie den AFILSpurassistenten für 610,- Euro erwähnen. Die Versicherungseinstufung für dem 1,6 Liter HDI 110 lautet: HPF 16, VK 19 und TK 19.Die Wartungsintervalle des Diesels betragen 30.000 km bzw. alle zwei Jahre.

Stand: Mai 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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