// Fahrbericht / Der kleine offene Bayer BMW 118d Cabrio

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Der kleine offene Bayer BMW 118d Cabrio

Mit der Cabrio-Variante des beliebten 1er BMW ist die Angebotspalette fast komplett. Und der kleine offene Bayer ist eine sehr gute Wahl, vor allem wenn nicht mehr als zwei Personen darin sitzen, auf der Rückbank bringt man auf längeren Strecken lieber nur Kinder unter. Das Verdeck öffnet sogar während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h, es ist innen sehr schön verkleidet und außen war so eine Art Silberfaden mit eingewebt. Offen wie geschlossen reist man bestens, nichts pfeift – nur bei hohem Tempo – und der Wind ist vorne gut zu ertragen. Sogar ein halbwegs nutzbarer Kofferraum wird geboten, und mit dem kleinen Diesel ist man super bedient, sparsam, kultiviert und ausreichend kräftig. Der Spaß ist aber nicht ganz billig.

Das 1er Cabrio ist weitgehend baugleich mit dem Coupé, sieht vor allem von vorne entsprechend bullig und dynamisch da. Also auch hier die etwas längere Motorhaube und die fast waagerechte seitliche Sicke, Schwung nimmt die Seitenlinie durch die auch hier geschwungene untere Sicke und die schön geschwungene Dachlinie auf.

Dabei fügt sich das Verdeck schön ins Bild, und wer näher hinschaut entdeckt, dass es sich dabei nicht einfach nur um schwarzen Stoff handelt, sondern eine Art Silberfaden enthalten ist, der dem Ganzen einen hochwertigen Anstrich verleiht. Dass bei einem Cabrio in geschlossenem Zustand ein wenig die Übersichtlichkeit leidet und die eher kleinen Außenspiegel beim Einparken auch nur eine kleine Hilfe sind ist nichts neues. Beim 1er Cabrio sorgt hier eine Einparkhilfe (Aufpreis) für gutenBeistand.

Aber spätestens wenn die auch innen hochwertig und schön verkleidete Kapuze unter der festen Abdeckung verschwindet, ist auch die Rundumsicht wieder bestens. Und das geschieht, wenn man will, auch per Druck auf den Schlüssel, z.B. vom Straßencafe aus. Noch wirkungsvoller lässt sich das Stoffverdeck während der Fahrt öffnen, das klappt bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h. Mehr auffallen geht kaum noch.

Und wie beim Coupé fällt auch beim Cabrio vor allem beim Blick von hinten auf, dass ihm ein klein wenig Breite fehlt, das schmale Dach lässt ihn aber breiter dastehen, und sobald das Dach geöffnet ist, verbessert sich dieser Eindruck nochmals.

Öffnet man den etwas kleinen Kofferraumdeckel, stellt man sofort fest, dass darunter auch die nutzbare Ladeöffnung recht klein ausfällt. Für eine größere Getränkekiste muss man schon zirkeln, um diese einladen zu können, sperrige Gegenstände sind ohnehin Fehlanzeige, und die schicke Stoßstange ist leider gegen Ladekratzer ziemlich ungeschützt. Schade, denn vor allem bei geschlossenem Verdeck bietet das 1er Cabrio mit 265 Litern ein ordentliches Ladevolumen das schmilzt natürlich noch, wenn das Verdeck in seinem Kasten verschwunden ist, und auch die Seiten sind ein wenig zerklüftet.

Kommen wir also nach vorne, obwohl sich das Cabrio hier praktisch nicht von seinen geschlossenen Geschwistern unterschiedet, lediglich für den Verdeckmechanismus ist ein zusätzlicher Schalter vorhanden. Das Cockpit weist auch hier feine Materialien und eine hochwertige Verarbeitung auf, dazu ein schönes Innenlicht und diese moderne Wohlfühlatmosphäre, die füralle BMW so typisch ist. Eine Frage Ihres persönlichen Geschmacks ist die Art der Dekorleisten, statt Alu in Feinschliff-Optik können Sie auch Pappelholz, Titan oder glänzenden schwarzen Klavierlack bzw. Kaschmirsilber wählen.

Aber halt, da ist doch etwas anders als gewohnt. Klar, der große Monitor in der Mitte des Armaturenbretts für die iDrive-Anzeigen klappt nicht mehr raus, sondern ist jetzt ständig sichtbar in neuer Aufmachung integriert. Die Steuerung unzähliger Dinge wie Navi, Audio etc. ist spätestens nach kurzer Eingewöhnung eine ganz feine Sache.

In unserm Cabriolet kamen die bekannt guten Sitze zum Einsatz, die wir schon so oft in den höchsten Tönen gelobt haben, auch wenn die Sportsitze als Extra geordert werden müssen. Straff gepolstert und dank ausziehbarer Beinauflage für jeden optimal in der Größe. Eine gute Ausformung garantiert auch bei flotter Fahrt den nötigen Seitenhalt. Platz ist auf den vorderen Sitzen ausreichend vorhanden, auf den Rücksitzen – hier ist Platz für zwei vorgesehen – ist der spätestens ab 1,80 m Körpergröße erschöpft.

Wenn hier niemand sitzt, kann stattdessen ein Windschott montiert werden, dass aber für unseren Geschmack rein von der Optik her etwas zu groß geraten ist. Aber es macht seinem Namen alle Ehre und lässt nur noch ein leichtes Säuseln an die Frontpassagiere kommen. Aber auch ohne Windschott und mit heruntergelassenen Seitenscheiben lässt es sich vorne prima cruisen. Schließt man das Verdeck, wird man nicht nur von einer schicken Innenverkleidung verwöhnt, das dick gepolsterte Stoffdach zeigt sich absolut dicht und kein Pfeifen des Fahrtwindesstört den Fahrgenuss – zumindest bei Landstraßentempo. Geht es mit Vollgas auf die Autobahn, wird die Kapuze aber recht laut.

Ob offen oder geschlossen, es macht einfach Spaß im 1er Cabrio von BMW unterwegs zu sein. Das Fahrwerk wurde etwas weicher ausgelegt als beim Coupé und bietet mit einer tendenziell sportlich straffen Auslegung mehr als ausreichend Restkomfort, lässt vor allem eine sehr dynamische Fahrweise zu. Vor allem mit geöffnetem Verdeck und damit etwas niedrigerem Schwerpunkt scheint die Karosserieneigung fast völlig eliminiert.

In Verbindung mit der herrlich direkten, straffen und vor allem gefühlvollen Servolenkung macht es einfach nur Spaß, über enge kurvenreiche Landsträßchen zu räubern, aber auch längere Autobahnpassagen sind für den 1er kein Problem. Die elektronische Stabilitätskontrolle DSC mit integrierter Traktionskontrolle DTC lässt dem Fahrer viel Spielraum, auch im Slalomtest schien der Grenzbereich ewig weit weg. Besonders erfreulich ist auch die sehr gute Verwindungssteifigkeit des kleinen Cabrios.

Wer sich öfter schnell fortbewegt weiß schnell die gute Bremsanlage mit ABS, Scheibenbremsen rundum und Kurvenbremskontrolle zu schätzen. Sie lässt sich stets perfekt dosieren und spricht sehr schnell an, zeigt sich dabei absolut standfest und nach nicht mal 36 Metern steht das 1er Cabrio bei einer Vollbremsung aus Tempo 100.

Ein Cabrio mit einem Diesel unter der Haube ist längst nichts ungewöhnliches mehr. Ist ein BMW mit einem kleinen Diesel mit 143 PS aber noch ein richtiger BMW? Reicht das aus, um die Freude am Fahren auch erleben zu können? Und wie!

Unser 105 kW/143PS starker 118d Reihenvierzylinderdiesel der über 2 Liter Hubraum verfügt reicht völlig aus, um in jeder Lage genügend Dampf an der Kette zu haben. Dabei läuft das Aggregat mit Ausnahme des Kaltstarts in jeder Situation sehr kultiviert, unterstreicht die Qualitäten des kleine Bayern beim Cruisen, kann auch problemlos niedertourig und schaltfaul bewegt werden. Er verkneift sich ein Turboloch und gibt sich sehr drehfreudig und zeigt auch im oberen Drehzahlbereich keine Schwäche.

Erst wenn er gefordert wird, stellt sich ein sportlich-kerniger Sound ein, der aber zu keiner Zeit irgendwie störend wirkt. Und wenn es sein muss legt sich der Bayern-Diesel vom Start weg sofort mächtig ins Zeug, beschleunigt das immerhin 1.550 kg schwere Cabrio in 9,5 Sekunden auf Hundert und macht es bis zu 208 km/h schnell. Vor allem der gute Durchzug macht das Fahren so angenehm.

Und dabei zeigt sich der Common-Rail-Diesel mit den 300 Nm Drehmoment zwischen 1.750 und 2.500 U/min auch noch richtig sparsam. Auf unserer Normstrecke haben wir nur 4,9 Liter Diesel im Mix verbraucht, in der Stadt sind es 5,8 Liter, außerorts 4,4 Liter. Im Mix stößt der BMW dabei 129 g/km CO2 aus. Der Motor mit serienmäßigem Rußpartikelfiler erfüllt die Abgasnorm Euro4. Und weil ja generell sparen angesagt ist, hat auch dieser BMW eine Start-Stopp-Automatik.

Und auch wenn schaltfaul fahren eine der Stärken unseres 118d Cabrio ist, das Schalten selbst macht mindestens ebenso viel Spaß. Die insgesamt sechs Vorwärtsgänge des manuellen Schaltgetriebes sind gut auf den Motor abgestimmt, vor allem die oberen Gänge sind lang übersetzt und der Schalthebelflutscht nur so durch die Kulisse, herrlich straff und auf kurzen Wegen. Der kleine Holperer über die Mittelstellung sei dem BWM gerne verziehen.

Bei einem Cabrio ist das Thema Sicherheit immer wieder irgendwie wichtiger, gerade wenn es um einen Überschlag geht, haben viele so ihre Bedenken, dabei ist erwiesen, dass sich ein offenes Auto auf keinen Fall öfter überschlägt als ein geschlossenes. Wie dem auch sei, BMW hat auch sein kleines Cabrio absolut sicher gemacht.

Neben den Frontairbags sind vorne kombinierte Kopf-Schulterairbags verbaut. Dazu kommen, crashoptimierte Sitze sowie Dreipunkt-Automatikgurte vorne mit Gurtstopper, pyrotechnischer Gurtschloss-Strammer und –begrenzer. Im Bruchteil einer Sekunden schnellen hinter den Fond-Kopfstützen Überrollbügel bei einem Überschlag heraus. Für die Kleinen ist eine ISOFIX-Vorrichtung auf den Rücksitzen montiert.

Unser Testwagen, der BMW 118d Cabrio, startet bei 32.350,- Euro. Im Grundpaket sind aber nur die wesentlichen Dinge enthalten, so gehören u.a. die Sechsgang-Schaltung, elektrische Fensterheber, el. Verdeck, höhenverstellbare Vordersitze, DSC und DTC, Start-Stop, Bremsenergie-Rückgewinnung, Bordcomputer etc. zur Standardausstattung.

Schon eine Klimaanlage oder Nebelscheinwerfer müssen extra bezahlt werden, hier empfiehlt sich dann z.B. das Advantage-Paket für 990,- Euro. Im Comfort-Paket für 1.600,- Euro sind neben Licht- und Regensensor auch ein automatisch abblendender Innenspiegel, ein Sport-Lederlenkrad, die Park-Distance, ein Windschott und Alufelgen enthalten. Das Dynamic-Paket hält für 1.010,- Euro die sehr feinen Sportsitze, dasM-Sportfahrwerk und spezielle Alufelgen bereit.

Damit ist die Auswahl an denkbaren Extras aber noch lange nicht erschöpft, wir raten dringend allen Interessierten ein ausgiebiges Studium der Aufpreisliste.

Stand: Dezember 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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