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Daihatsu

Der Daihatsu Sirion mal sportlich

Einen dicken Auspuff zeigen? Frontspoiler und Seitenschweller? Das war bei Daihatsu nie angesagt. Schade eigentlich. Wie schade, dass zeigt jetzt der neue Sirion in der Version 1.5S. Hier gucken gleich zwei dicke ovale Auspuffrohre unter der Heckschürze hervor, da duckt sich eine bullige Frontschürze mit großen Nebelscheinwerfern tief auf den Asphalt, da sorgen breite Schweller und Reifen für den richtigen sportlichen Touch, und mit dem modifizierten Fahrwerk kann man auch entsprechend flott um die Kurven flitzen, die 103 PS sorgen für ausreichend Dampf mit passend kernigem Sound. Und auch sonst ist alles dabei …

Dass Daihatsu als einer der Spezialisten im Kleinwagensegment gilt, haben die Japaner bereits mit zahlreichen Modellen bewiesen, auch mit dem Sirion. Jetzt startet dieser nicht nur aufgefrischt und mit mehr Leistung in eine neue Runde, sondern auch ungewohnt sportlich.

Denn mit dem neuen Sirion 1.5S hat Daihatsu einen wirklich netten Flitzer auf die Beine gestellt. Das „S“ steht nämlich nicht einfach nur so da … sondern steht für Sportlichkeit, und das zu Recht. Im süßen Rennanzug kommt er daher, mit einem Dachspoiler, verbreiterten Seitenschwellern und einer wuchtigen Frontschürze inkl. großen Nebelscheinwerfern und – jetzt kommt’s – mit zwei dicken Endrohren jeweils rechts und links eins unter der Heckschürze. So präsentiert er sich kraftvoller denn je und das alles istbeim „S“ serienmäßig.

Ansonsten sind die optischen Retuschen zum Vorgänger eher dezent. Wozu auch viel ändern, der Sirion steht gut da, mit seinen kurzen Überhängen und breiten Kotflügeln wirkt er bullig und kompakt, die vertikalen Rückleuchten sorgen auch am Heck für einen hohen Wiedererkennungswert. Falls Sie ihn nicht mit dem neuen Subaru Justy verwechseln, der als Adoptiv-Zwilling daher kommt.

Auch das Interieur wurde im Kern beibehalten. Die Hauptveränderung finden wir am Tacho, dessen Hülle sich jetzt mehr oval in die Breite zieht und vor allem auch den Drehzahlmesser wieder integriert, statt ihn wie bisher aufzusetzen. Zudem sind die Ziffernblätter in schwarz gehalten, was besser den sportlichen Akzent unterstreicht. Leichte Änderungen wurden auch an der Gestaltung der Mittelkonsole vorgenommen, die jetzt mehr in silbergrau erstrahlt.

Leider sind weiterhin die Schalter für die elektrische Spiegelverstellung sowie TRC zu weit unten platziert, sie liegen weder gut im Blick noch in guter Reichweite. Ansonsten ist die Platzierung der Bedienelemente optimal und auch die Handhabung wirft keine Fragen auf.

Serienmäßig soll ein Momo-Lenkrad an Bord sein, hatten wir bei unserem Testwagen leider nicht – macht sich aber bestimmt prima.

Ein schönes Schummerlicht leuchtet in die große Ablage unter den mittleren Armaturen und auch sonst finden sich zahlreiche Aufnahmemöglichkeiten für allerlei Kleinkram.

Die Sitzbezüge werden jetzt mitverschieden- farbigen Stoffen und neuem Muster angeboten. Unsere Sitze glänzten mit roten Punkten auf den Mittelbahnen und mit verbessertem Seitenhalt, aber gerade bei diesem Sportpaket könnten sie davon noch mehr bieten, ansonsten sind sie angenehm straff. Die manuelle Sitzverstellung geht gut von der Hand, sogar die Lehnen der zweiten Reihe lassen sich um fünf Grad in der Neigung verstellen, das Lenkrad kann aber leider nur in der Höhe variiert werden.

Und auch für Großes und Große ist im Sirion viel Platz, trotz seiner kompakten Außenmaße ist er innen sehr geräumig, vorne wie hinten kommen selbst große Personen prima unter.

Bei Nutzung aller Sitzplätze beträgt das Kofferraumvolumen noch gute 225 Liter, durch einfaches und schnelles Umklappen der Rücksitzbank im Verhältnis 60 : 40 lässt sich dieser Wert auf bis zu 630 Liter erweitern. Hierzu müssen einfach per Schlaufe die Rücksitzflächen in den Fußraum vorgezogen und die Lehnen umgelegt werden … dabei entsteht eine fast ebene Ladefläche, nur die Lehnenrückwand wirkt etwas lapprig.

Die niedrige Ladekante und weit aufschwingende Heckklappe hat er von seinem Vorgänger übernommen und ermöglicht so ein optimales Be- und Entladen.

Das Fahrwerk bietet ordentlichen Fahrkomfort, für all diejenigen, die den sportlichen Anspruch nicht nur in Punkto Optik haben, könnte es aber gerne noch etwas straffer sein. Modifizierungen wurden u. a. an der nun verstärkten Hinterradaufhängungvorgenommen.

Beim 1.5S ist das elektronische Fahrzeugstabilitätsprogramm VSC (Vehicle Stability Control) in Verbindung mit einer Antriebsschlupfregelung TRC (Traction Control) Serie. Doch ob mit oder ohne ESP geht er sehr gutmütig, wenn auch mit deutlicher Karosserieneigung um die Hütchen im Slalomtest und erreicht überraschend hohe Kurvengeschwindigkeiten, wirkt dabei keineswegs unsicher. Lediglich die Lenkung dürfte eine Spur straffer arbeiten, ist aber ansonsten schön direkt ausgelegt.

Agil und wendig ist der Kleine allemal, u. a. spricht sein Wendekreis von gerade mal 9,40 Metern dafür.

Vorn innenbelüftete Scheibenbremsen, hinten nur Trommelbremsen, dazu noch das elektronische Antiblockiersystem (ABS) mit integriertem Bremskraftverteiler EBD (Electronic Brake Distribution) und fertig ist ein ganz ordentliches Paket.

Die Bremse ist fein zu dosieren, auch wenn am Anfang noch ein langer Pedalweg besteht, bei festem Tritt dann zeigt sie sich schnell ansprechend. Und sie packt fest zu, mit wenig Rubbeln und Reifenquietschen, hält dabei den Wagen sauber in der Spur. Bei unserem Dauerbelastungstest mit 10 Vollbremsungen aus Tempo 100 zum Stillstand brauchte sie mit Winterreifen 42 Meter Bremsweg, der zunehmend geringfügig länger wurde.

Der Sirion 1.5S sieht nicht nur sportlich aus, er vermittelt seinem Fahrer auch das entsprechende Gefühl. Mit seinen 76 kW / 103 PS, die bei 6.000 Touren anliegen, geht er richtig gut ab und entwickelt dabei einenniedlich-kernigen Sound, wird aber ab 130 km/h dann doch richtig laut.

Gerade die Zwischenbeschleunigungen in den unteren Gängen machen richtig Spaß, verlangen aber bei einem maximalen Drehmoment von 132 Nm bei 4.400 U/min auch immer ausreichend Drehzahl. Und dann vermittelt er seinem Fahrer immer das gute Gefühl, schnell zu sein, schneller als man letztendlich ist. Der Blick auf die Messgeräte zeigt aber die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in immerhin beachtlichen 10,5 Sekunden. Seine Höchstgeschwindigkeit ist bei 175 km/h erreicht, auch dann liegt er noch ruhig und sicher auf der Straße.

Wenn man nicht gerade mit Bleifuß unterwegs ist, erfreut er mit Verbrauchswerten von 5,2 Liter Normalbenzin auf 100 km außerorts, in der Stadt sind aber noch 7,9 Liter notwendig, im Mix, so wie wir es auf unserer Verbrauchsteststrecke ermitteln, kommt er mit 6,1 Litern aus, dann liegt der CO2-Austoß bei erfreulich niedrigen 145 g/km.

Vielleicht steht das „S“ aber auch für den neu entwickelten „Super Intelligenten Katalysator“, der die selbst regenerierende Funktion auf die Metalle Platin, Rhodium und Palladium noch weiter ausbaut und die Abgasreinigungsleistung im Laufe der Fahrzeuglebensdauer nahezu konstant hält.

Die manuelle Fünfgang-Schaltung geht in Ordnung, die Wege sind nicht zu lang und der Schalthebel geht angenehm leichtgängig durch die Schaltkulisse. Auf Wunsch ist der Sirion 1.5S auch mit einem Vierstufen-Automatikgetriebe lieferbar, die fürunseren Geschmack aber nicht so sehr zum sportlichen Charakter passt.

Auch die Sicherheitsfeatures wurden weiter verbessert sowohl im Insassen- als auch im Fußgängerschutz.

Bei unserem Testwagen waren das nach vorn abklappende Pedale, 4-Kanal-ABS mit EBD, die elektronische Stabilitätskontrolle VSC, elektrische Servolenkung, Fahrer- und Beifahrerairbags, zwei Seitenairbags vorne, Dreipunkt-Automatikgurte auf allen Plätzen, Gurtstraffer vorn mit Gurtkraft-Begrenzern, ISOFIX Kindersitzbefestigungen auf den hinteren Außenplätzen, Kindersicherungen an den hinteren Türen sowie die elektronische Wegfahrsperre – und das bereits serienmäßig.

Neu ist die Möglichkeit, den Beifahrer-Airbag abschalten zu können und für 450,- Euro erhalten Sie außerdem Kopfairbags für vorne und hinten.

Mit Klimaanlage, Leichtmetallfelgen, elektrischen Fensterhebern vorne und hinten, RDS-Radio mit CD-Player und Anschlussmöglichkeit für portable Abspielgeräte, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Colorverglasung, 12-Volt-Steckdose und einer höhenverstellbaren Lenksäule sowie einem MOMO-Lederlenkrad und Leder-Schaltknauf bietet der Sirion 1.5S für 13.990,- Euro nicht nur eine tolle Serienausstattung und ein tolles Platzangebot, sondern auch ein serienmäßiges Sportpaket, das neben Nebelscheinwerfern auch einen Dach-Heckspoiler, eine zweiflutige Auspuffanlage, einen teilweise verchromten Schaltknauf, getönte Klarglasscheinwerfer und Rückleuchten, in Wagenfarbe lackierteSeitenschürze und rot gemusterte Sitzbezüge umfasst.

Abgesehen von den bereits erwähnten Kopfairbags findet sich in der Ausstattungsliste nur noch die aufpreispflichtige Perleffekt-Lackierung für 370,- Euro.

Stand: Februar 2008, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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