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Das Familienauto – Der Toyota Verso

Während sich noch das Vorgängermodell des Verso mit dem Corolla die Plattform teilte, basiert der neue Verso auf dem größeren Avensis. Verständlich, dass man bei Toyota nun von einem „Verso“ und nicht mehr von einem „Corolla Verso“ spricht. Der Längenzuwachs von sieben Zentimetern ist zwar recht ordentlich, lässt ihn aber immer noch im Kompaktwagensegment mitschwimmen. Ganz vorne schwimmt er dabei u.a. mit seinem flexiblen Sitzsystem mit bis zu 32 Möglichkeiten und den sieben Sitzen. Ein ausgewogenes Fahrwerk bringt in flotten Kurven wie auf langen Reisen nur Positives, zwei Motoren sind wir für Sie gefahren …

Richtig modernisiert präsentiert sich der Neue und strahlt für ein Familiefahrzeug recht viel Dynamik aus, das dürfte sicher nicht nur uns gefallen.

Die neue Linie, die schon der neue Avensis zeigt, bestimmt auch beim Verso das Bild. Neben dem markanten Kühlergrill dominiert vor allem die stark herausgearbeitete Linie von der Frontschürze beginnend das Bild. So wie vorne die Frontscheinwerfer weit in die Seite laufen, übernehmen das am Heck die auffällig gezeichneten Rückleuchten.

Die Charakterlinie des neuen Verso verläuft ungewöhnlich, beginnt am unteren Ende des vorderen Stoßfängers und zieht sich am unteren Fahrzeug entlang, bis sie gegen Ende nach oben schwingt und an der C-Säule entlang nach oben zum Dach hin läuft.

Das Heck wirkt kompakt und bullig, bezieht seinen Schwung aus dem Dachspoiler und dem geschwungenen Verlauf der Heckscheibe. Neue Farbtöne und ein neues Felgenangebot runden das Ganze harmonisch ab.

Abgesehen von der Basisvariante ist der Verso immer ein Siebensitzer, doch wie so oft, sollte man auch hier besser von einem 5+2-Sitzer sprechen. Während in den ersten beiden Reihen problemlos und komfortabel auch große Passagiere reisen können, finden in Reihe drei nur Kinder wirklich gut Platz. Der Ein- und Ausstieg wiederum gelingt sogar Großen spielerisch. Die Memory-Funktion sorgt dafür, dass die Rückenlehnen wieder in der ursprünglichen Position einrasten.

Die drei Einzelsitze im mittleren Abteil lassen sich einzeln um bis zu 20 cm in Längsrichtung verschieben, was einem Zuwachs von 30 Millimeter entspricht. Ja, auch hier macht sich der gewachsene Radstand bemerkbar.

Mit 178 Liter bietet der Verso selbst bei voller Bestuhlung einen sehr guten Wert inSachen Kofferraum, hier haben die Mitbewerber deutlich das Nachsehen. Bei der Nutzung von fünf Sitzen oder gar nur zwei, muss sich der Toyota allerdings geschlagen geben, hier reiht er sich teilweise sogar weit hinten ein.

Doch diesen Rückstand macht der Kompaktvan von Toyota spätestens bei der Art und Weise des Umklappens der Sitze wieder weg. Hier kann der Japaner mit dem Easy7-Sitzkonzept das bis zu 32 verschiedene Sitzkombinationen bietet, absolut überzeugen. Das Konzept wurde weiter verbessert und bietet nun noch mehr Möglichkeiten.

Die Einzelsitze, abgesehen den zwei vorderen Plätzen, lassen sich vollständig zusammenklappen und zu einer ebenen Ladefläche umfunktionieren. Erfreulich, die fünf Kopfstützen müssen hierzu nicht abgenommen werden. Der Zugmechanismus der letzten Sitzreihe wurde weiter vereinfacht und verlangt nun nur einen einzigen Handgriff.

Mit dem neuen Gepäckraum-Management ist es möglich, auch Dinge unterhalb des Ladebodens sichtgeschützt zu platzieren, bei Nichtgebrauch der Gepäckraum-Abdeckung kann auch diese dort verstaut werden. An zahlreichen Staufächern und Ablagemöglichkeiten mangelt es dem Familien-Auto wie erwartet auch nicht.

Das Gestühl wurde rundum modifiziert, auf den vorderen fünf Sitzen nehmen selbst große Passagiere bequem Platz, der Seitenhalt geht für diese Fahrzeugklasse auch in Ordnung.

Der höhenverstellbare Fahrersitz und das in Länge und Neigung justierbare Lenkrad lässt uns schnell die optimale Sitzposition finden, wie von diesem Segment gewohnt, sitzt man auch hier leicht erhöht. Dies kommt der Rundumsicht ebenso entgegen wie die modifizierte Motorhaube und das neue zusätzliche Dreiecksfenster an der A-Säule. Damit Sie auchdas Geschehen auf den hinteren Plätzen problemlos verfolgen können, wurde ein weiterer Rückspiegel in der Dachkonsole angebracht.

Auch im Innenraum möchte man dem tristen Alltag trotzen und präsentiert eine Optik, die durchaus mal anders ist. Während das Armaturenbrett an sich sehr zurückhaltend wirkt, sticht die Bedieneinheit bzw. die Mittelkonsole und der Instrumententräger stark hervor. Letztere ist nun auf die Mitte des Armaturenbrettes gewandert, eine Lösung die uns meist weniger gefällt. Doch hier hat man wenigstens darauf geachtet, dass sie durch die starke Neigung zum Fahrer hin besser im Blick liegt.

Die solide verarbeiteten Materialien fassen sich allesamt gut an und wirken durchwegs hochwertig. Zahlreiche Applikationen in Titan-Optik an Armaturen, Mittelkonsole, Lenkrad und Türgriffen gefallen uns gut, doch auf der Beifahrerseite, wo all dieser Zierrat fehlt, wirkt es so ganz schwarz doch recht dunkel und auch irgendwie langweilig.

Das große Panorama-Glasdach lässt den Innenraum schön mit Licht durchfluten, gegen allzu störende Sonneneinstrahlung ist natürlich ein elektrisches Lamellen-Rollo angebracht.

Für eine optimale Sicht nach hinten sorgt die Rückfahrkamera. In Modellen mit Navigationssystem wird das Bild dieser Kamera auf dem großen Display in der Mittelkonsole abgebildet, in Modellen ohne Navigationssystem auf einem in den Rückspiegel integrierten Monitor, wie wir es zuletzt beim Kia Soul gesehen haben.

Für einen Kompakt-Van ist das Fahrwerk angenehm agil und schön straff, ohne das es ihm aber an ausreichend Komfort mangelt. Stets gutmütig, erlaubt der Verso auch ohne Probleme mal eine schnellere Kurvenhatz, die Karosserieneigungen fallen dabei nichtnegativ auf. Schön dazu gepasst hat die straffe und direkte Lenkung.

Hierbei handelt es sich in Europa um die erste elektrische Servolenkung, die mit einer aktiven Lenkkraft-Kompensation arbeitet, d.h. wenn das System sehr heftige Lenkbewegungen registriert, nimmt es die Servounterstützung automatisch zurück, um die eingeleitete Lenkkraft zu reduzieren. Auf diese Weise wird eine weichere Fahrweise erzielt.

Alles Neu, so auch die aktuellste Version des ABS und das elektronische Stabilitätsprogramm, beide Systeme stammen von Bosch. Die Bremsanlage mit der elektronischen Bremskraftverteilung EBD und dem Bremsassistenten BA ist außerdem mit Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten bestückt. Die Bremse zeigte sich bei unserer ersten Ausfahrt nicht nur angenehm zu dosieren sondern packte im Ernstfall auch ordentlich zu.

Das Hauptvolumen soll laut Toyota ganz deutlich mit dem neuen 1.8 Valvematic-Benzinmotor abgedeckt werden, so lag es natürlich nahe, dass auch wir diesen Vierzylinder für Sie im Rahmen der Pressevorstellung erfahren.

Trotz Leistungszuwachs konnten der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen weiter gesenkt werden, bei Toyota wird das ganze Konzept unter „Toyota Optimal Drive“ verbucht.

So schafft es der Benziner mit 147 PS und einem maximalen Drehmoment von 180 Nm an Kraft zuzunehmen und den Mixverbrauch mit 6,9 Liter und CO2-Emissionen bei 162 g/km liegend zu reduzieren. Diese Werte ergeben sich in Kombination mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe, bei Ausstattung mit dem neuen Multidrive S-Getriebe liegen die Werte durchschnittlich bei sieben Litern und 164 g/km CO2.

Im Gegensatz zum Benziner erfüllt der Dieselmotor bereits die Abgasnorm Euro 5. Der 2.0 D-4D istzudem serienmäßig mit einem Partikelfilter bestückt. Dieses Aggregat leistet 126 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 310 Nm. Die CO2-Emissionen betragen nur 146 g/km und der Verbrauch liegt im Durchschnitt bei guten 5,4 Litern auf 100 km.

Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt dem Ottomotor mit 10,4 Sekunden ganze 0,9 Sekunden schneller als dem Diesel, und auch in der Höchstgeschwindigkeit schlägt er den Selbstzünder mit 190 km/h um fünf Stundenkilometer. Beide gehen dabei rau aber nicht störend zur Sache. Ist der Benziner jedoch mit dem Multidrive S-Getriebe ausgestattet sind die Fahrwerte recht gleich, das Diesel-Aggregat ist aber ausschließlich mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe bestückt.

Das ist aber kein Manko, lassen sich doch die sechs Vorwärtsgänge sauber und ohne störende Ruckler auf angenehmen Wegen einlegen, eine neue Gangwechselanzeige hilft zusätzlich Sprit zu sparen.

Der neue Verso konnte sich zwar noch nicht im Euro NCAP Crashtest beweisen, aber man strebt natürlich die maximalen fünf Sterne an.

In Anbetracht des umfangreichen Sicherheitspaketes inkl. ABS, EBD, BA, VSC+, TRC, der Berganfahrhilfe HAC, Front- und Seitenairbags, einem Knieairbag für den Fahrer und Kopfairbags die sich auch in der letzten Reihe entfalten, dem Schleudertrauma-Schutzsystem, aktiven Kopfstützen, Gurtwarnern, automatischen 3-Punkt-Sicherheitsgurten rundum mit Gurtstraffern und –begrenzern vorn sowie ISOFIX auf den zwei äußeren Plätzen in der mittleren Reihe ist dies auch durchaus ein realistisches Ziel.

Drei Ausstattungsvarianten gibt es, für den 1.8 Benziner stehen aber „nur“ die Versionen Life für 24.700,- Euro und Executive für 28.100,- Euro zurWahl.

Die Ausstattungsstufe „Verso Life“ ist schon mal mit einer manuellen Klimaanlage, Nebelscheinwerfern, einem Lederlenkrad sowie -schaltknauf, elektrischen Fensterhebern rundum, einer MP3-fähigen Audioanlage mit CD-Player, Schnittstelle für externe Audiogeräte (AUX-in), Bluetooth-Freisprecheinrichtung und sechs Lautsprechern, einem Schubfach unter dem Beifahrersitz sowie Klapptischen in der zweiten Sitzreihe, einem klimatisierten Handschuhfach, der Mittelarmlehne mit integrierter Ablagebox und einer zusätzlichen 12V-Bordsteckdose im Fond bestückt.

Wer übrigens auf die dritte Sitzreihe verzichten kann, spart 700,- Euro – das ist aber ausschließlich in der „Life-Variante“ möglich, der Einstiegs-Verso verfügt serienmäßig nur über fünf Sitzmöglichkeiten.

Gegen einen Aufpreis von runden 800,- Euro können Sie diese Variante mit dem Ausstattungspaket „Life+“ (Executive Serie), das eine Geschwindigkeitsregelanlage, einen Geschwindigkeitsbegrenzer und eine Zweizonen-Klimaautomatik mit sich bringt, aufpeppen. Optional und nur in Verbindung mit diesem Paket gibt es auch die Möglichkeit über ein DVD-Navigationssystem mit Kartendarstellung zu verfügen.

Der „Verso Executive“ verwöhnt außerdem mit Leichtmetallräder im 17-Zoll Format, einem automatisch abblendenden Innenspiegel mit integriertem Rückfahrmonitor, einer Rückfahrkamera, dem Smart-Key System, einem Regensensor, Abblendlichtautomatik, Xenon-Scheinwerfern, Einstiegsleuchten in den Türen, manuellen Sonnenrollos für die hinteren Seitenfenster und einer Sitzheizung für die beiden vorderen Plätze.

Gegen einen Aufpreis von 1.900,- Euro können Sie sich zudem für ein Navigationssystem mit 7“-Farbmonitor, 40GB Festplatte mit integriertem Musik-Server (10 GB) und Video-Einparksystem oder ein 650,- Euro teures Panorama-Glasdach mit elektrischem Lamellen-Rollo entscheiden. Die Metallic-Lackierung kostet stets 490,- Euro.

Stand: Mai 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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