// Fahrbericht / Citroën DS3 HDi 90 SoChic

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Citroën DS3 HDi 90 SoChic

Kommen Sie auch schon mal schlecht gelaunt zu Ihrem Auto, steigen missmutig ein … dann ist der neue DS3 für Sie genau richtig. Schon wenn Sie auf ihn zulaufen huscht ein freudiges Lächeln über Ihre Lippen, ob Sie ihn von vorne, von hinten oder von der Seite sehen. Und dann steigen Sie ein und das Lächeln verstärkt sich noch. Und das nicht nur, weil Sie sich Ihren DS3 ganz individuell zusammenstellen können, sondern auch, weil die Form, der pfiffige Innenraum und der üppige Platz in Reihe eins einfach nur gefallen. Und so geht es auch beim Fahren weiter, sportlich, straff, knackig – vom Fahrwerk bis zur Lenkung, nur die Schaltung dürfte da noch etwas nachlegen. Und selbst der kleine Diesel macht eine gute Figur …

Er basiert auf dem C3 und ist doch ein völlig anderes Fahrzeug. Dynamik, Individualität und eine gehörige Portion Extravaganz – das ist der neue DS3. Dazu tragen die sportliche Frontschürze ebenso bei, wie das niedrige Dach, bei unserem Testwagen in kontrastierendem Weiß, das dann nicht nur an den schicken Felgen sondern auch im Innenraum wieder auftaucht.

Durch den Nummernschildträger ist der obere Kühlergrill mit dem unteren Lufteinlass in der Frontschürze praktisch zu einer Einheit verbunden, rechts und links davon nimmt die Schürze die Nebelscheinwerfer und zusätzliche, senkrechte Lüftungsschlitze auf, die sich erst bei näherem Hinsehen bzw. bei Dunkelheit als raffiniert integriertes Tagfahrlicht entpuppen.

Edles Chrom sorgt an den Außenspiegeln, den Türgriffen und den breiten Rammschutzleisten, die mehr der Zierde als dem Schutz dienen, für einen edlen Touch. An eine Haifischflosse – die leider immer rückwärts schwimmt – erinnert die ungewöhnlich gestaltete B-Säule.

Zur Hochform läuft derDS3 dann am Heck auf. Richtig bullig steht der Franzose da, wozu die mächtige Schürze mit dem angesetzten Diffusor einen gewichtigen Teil beiträgt, das schwebende Dach läuft in einem kleinen Dachkantenspoiler aus und durch die mächtigen Rückleuchten und die flache Heckscheibe wird zusätzlich die Breite betont.

Je nach Motorisierung mutiert der verchromte Auspuff auf der rechten Seite sogar zum Doppelrohr, hier bleibt aber auf jeden Fall Platz für nachträgliche Tuningaktivitäten. Schon ab Werk können Sie Ihre ganz persönliche DS3-Optik ordern, mit unterschiedlichen Farbkombinationen bis hin zu diversen Aufklebern fürs Dach. So hebt sich dieser Citroën erfrischen aus der Masse ab.

Grauer Einheitsbrei im Innenraum? Eine Aluleiste als das höchste der Gefühle? Nicht beim DS3. Hier haben Sie die große Auswahl, um Frische und Abwechslung ins Auto zu bringen. Bei unserem Testwagen war das Armaturenbrett in strahlendem Weiß – passend zum Dach – gehalten, es kontrastiert herrlich mit dem glänzenden Schwarz der Mittelkonsole und dem Rot der Sitze. Dazu gesellen sich zahlreiche Aluapplikationen, u.a. auch am unten abgeflachten und griffgünstig ausgeformten Lederlenkrad.

Letzter Farbtupfer ist dann ggf. der Zündschlüssel, den eine Plakette in Wagenfarbe ziert. Aber auch die Form der modernen Schalter und Anzeigen, die drei ineinander verschachtelten Rundinstrumente mit dem großen Tacho in der Mitte, mit schicken Chromringen eingefasst und der schön gestaltete Schaltknauf sorgen für ein Wohlfühlambiente der besonderen Art. Und das Beste: obwohl hier vieles vom C3 übernommen wurde, wo uns das Ganze irgendwie zu niedrig angeordnet vorkam, sitzt beim DS3 alles genau in der richtigen Höhe, passt bestens zur tiefen Sitzposition.

Das niedrigere Dach, die im Vergleich zum C3 extremniedrige Frontscheibe und das schwarze Dach unterstreichen den sportlichen Eindruck zusätzlich, der in den sportlich ausgeformten Sitzen seinen Höhepunkt findet. Neben der auffälligen roten Lederpolsterung sorgen sie schon beim Anblick der dicken Seitenwangen für guten Seitenhalt, sind angenehm straff gepolstert und ausreichend groß dimensioniert. Zu meckern gibt es hier allerdings auch wieder der nicht sonderlich praktisch platzierte Schalter für die Sitzheizung.

Wer sich für den DS3 entscheidet, wird an der Tatsache, dass es nach hinten auf die Rücksitze recht eng wird, und auch der Platz auf der Rückbank nur bedingt erwachsenentauglich ist, nichts auszusetzen haben, erfreulich ist die Tatsache, dass sich die Vordersitze die ursprüngliche Stellung merken und vor allem, dass in Reihe eins das Platzangebot nicht nur für einen Kleinwagen geradezu fürstlich ist.

Wir wollen noch anmerken, dass die Rundumsicht durch die breiten Dachsäulen und die nicht einsehbare Motorhaube etwas eingeschränkt ist, dafür aber das Navi angenehm weit oben und schick integriert wurde, die Verarbeitung einen soliden Eindruck hinterlässt und auch wenn häufig Hartplastik Verwendung fand, kein billiger Eindruck entsteht. Sportlichkeit demonstrieren beim Drehen des Zündschlüssels auch die erst hochschnellenden Zeiger der Instrumente, die erst danach in die Grundstellung gehen.

Der DS3 ist ein Coupé, ein Dreitürer zumindest und eigentlich ein Sportwagen, ein Spaßauto auf jeden Fall. Da kommt das Thema Kofferraum im wahrsten Sinne des Wortes zum Schluss. Da er aber auf dem familientauglichen C3 basiert, kann er auch in Sachen Ladung ganz gut punkten und immerhin 285 Liter Stauraum zur Verfügung stellen, der sich zudem noch durch die umklappbaren Sitze ordentlich erweitern lässt.

Das alles kann aber nichtdarüber hinwegtäuschen, dass alles über eine recht hohe Ladekante und eine anschließend rund 25 cm hohe Stufe gehoben werden muss und dass nach dem Umlegen der Lehne ein leicht ansteigender Boden mit zusätzlicher Stufe zurück bleibt. Und wenn man die Sitzlehne wieder aufrichten will, hat man meistens eine nervige Fummelei mit dem Gurt vor sich.

Damit an der sportlichen Gesinnung auch ja kein Zweifel aufkommt, wurde das Fahrwerk knackig straff ausgelegt und so kommt der Fahrspaß auf keinen Fall zu kurz. Wenn auch laut quietschend lässt sich der DS3 gerne flott um die Kurven treiben, zeigt sich leicht untersteuernd ausgesprochen gutmütig und bietet trotzdem noch einen ausreichenden Komfort, wenn es mal weniger sportlich dahin gehen soll. Querrillen wie Schlaglöcher kann das Fahrwerk aber nicht völlig wegfiltern, lässt so manchen Stoß ziemlich kräftig nach innen durch, vor allem mit vielen Querrillen in Folge kommt das Fahrwerk mit dem recht kurzen Radstand nicht so gut zurecht.

Ansonsten passt auch die Auslegung der elektrischen Servolenkung gut zum sportlichen Gesamtbild des Citroën DS3. Ausreichend straff und vor allem angenehm direkt und exakt gibt sie stets eine gute Rückmeldung und vermittelt ein feines Gefühl für die Straße. Auf der anderen Seite ist sie vor allem beim Einparken und Rangieren schön leichtgängig.

Bereits auf leichten Tritt springt auch die Bremsanlage gut an und sorgt schnell und kraftvoll für die nötige Bremswirkung. Bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 steht der Wagen nach weniger als 38 Metern, ein Nachlassen der Bremswirkung konnten wir nicht feststellen.

Dabei kommt neben dem ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung auch ein Bremsassistent zum Einsatz. Sie alle wirken auf innenbelüftete Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten. Wenn mansich flott durch die Lande bewegt, stört ein wenig die bei starken Bremsmanövern recht schnell automatisch einsetzende Warnblinkanlage, die natürlich ganz sinnvoll bei einer echten Notbremsung den nachfolgenden Verkehr warnt.

Wer vor allem im laufenden Betrieb ordentlich Sprit sparen möchte und mit seinen Abgasen die Umwelt möglichst wenig belasten will, der ist mit dem von uns gefahrenen DS3 HDi 90 bestens bedient. Denn neben dem absolut niedrigen CO2-Ausstoß von nur 104 g/km (mit 17-Zoll-Felgen/Reifen 107 g/km) kann man sich auch über einen niedrigen Mix-Verbrauch von nur 4,0 Litern auf 100 km freuen, den wir auf unserer Normstrecke ermittelt haben. Wem das alles noch nicht genüg, dem bietet Citroën auch einen ganz speziellen HDi 90 an, der mit speziell abgestimmtem Fünfgang-Schaltgetriebe und Leichtlaufreifen sogar nur 99 g CO2 ausstößt und im Mix gerade mal 3,8 Liter Diesel verbrauchen soll.

Ist man mehr in der Stadt unterwegs, sollte man mit 4,9 Litern auf 100 km rechnen, reine Außerortsfahrten kann der DS3 HDi 90 mit 3,6 Litern absolvieren, verzichtet man auf die 17 Zöller, die dem DS3 aber echt gut stehen, sind nochmals bis zu 0,2 Liter weniger drin. Und dabei mag es der 1.560 cm³ große Vierzylinder Diesel mit acht Ventilen gar nicht mal so niedertourig, ist aber in jeder Lage ausreichend spritzig, dafür aber auch oft brummig und vor allem am Start hebt er sich mit deutlichem Dieseln hervor.

Davon abgesehen sprintet er in 12,5 Sekunden aus dem Stand auf Hundert und wird 180 km/h schnell. Von der Kraft, die er über die Vorderräder auf die Straße bringt, spürt man in der Lenkung nichts, nur beim Kavaliersstart an der Ampel bringen die 68 kW/92 PS und vor allem das maximale Drehmoment von 230 Nm schon ab 1.750Touren die Räder gerne mal zum Durchdrehen, noch viel mehrnatürlich bei Nässe. Und es gibt sogar eine Schaltpunktanzeige, die helfen soll, Sprit zu sparen. Sie ist für unseren Geschmack aber recht sportlich eingestellt und kommt, weil sie erst sehr spät anzeigt, nur selten zum Einsatz.

Zwischen Motor und Vorderachse haben die Franzosen eine Fünfgang-Handschaltung gesetzt, die in den unteren Gängen recht kurz übersetzt ist, im Normalfall vermisst man aber den sechsten Gang nicht wirklich. Dafür hätten wir aber gerne etwas kürze Schaltwege gehabt und auf das bisweilen leichte Hakeln hätten wir auch verzichten können.

Neben ABS und ESP sind natürlich auch im kleinsten Diesel neben Fahrer-, Beifahrer- sowie Seiten- und Kopfairbags auch Dreipunktsicherheitsgurte rundum, vorn mit pyrotechnischen Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern, Kopfstützen auf allen Plätzen und ISOFIX-Befestigungen auf den Rücksitzen serienmäßig an Bord.

Der von uns gefahrene Citroën DS3 HDi 90 in der Ausstattungsversion „SoChic“ startet bei 18.400,- Euro und ist sehr gut ausgestattet. So gehören neben den elektrischen Fensterhebern vorn, einem Bordcomputer, elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegeln, Gangwechselanzeige, Geschwindigkeitsregler und –begrenzer, abgeflachtem Sport-Lederlenkrad, Nebelscheinwerfern, einem MP3-Radio sowie einer Zentralverriegelung inkl. Fernbedienung auch eine Klimaanlage, ein Innenraum-Parfümspender, 16-Zoll-Alus, eine Zweifarb-Lackierung, LED-Tagfahrlicht, Aluminium-Einsätze im Lenkrad und dunkel getönte Seitenscheiben hinten und Heckscheibe zur Grundausstattung.

Als Sonderausstattung empfiehlt sich dann vielleicht noch eine HiFi-Anlage für 400,- Euro, diverse Dekorsets für 100,- Euro, eine Metallic-Lackierung für 430,- Euro oder 17 Zoll Alufelgen für 300,- bzw. 400,- Euro. Oder wie wäre es mit dem Leder-Style-Paketfür 1.200,- Euro, bei dem nicht nur die Sitze in schickes Leder gehüllt sind, sondern auch der Schaltknauf – das Lenkrad ist es sowieso – und zusätzlich ist auch der Beifahrersitz höhenverstellbar.

Stand: November 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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