// Fahrbericht / Citroën C5 HDi 110

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Citroën C5 HDi 110

Auch mit der „einfachen“ Stahlfederung und dem „nur“ 109 PS starken Dieselmotor bietet der Franzose einen guten Fahrkomfort, beste Straßenlage und durchaus ausreichende Fahrleistungen, auch wenn bei der Topspeed von 191 km/h der sechste Gang fehlt. Und trotz des eher kurz übersetzten Fünfgang-Getriebes kann man mit dem C5 ausgesprochen sparsam unterwegs sein, wir haben auf unserer Normstrecke nur 5,2 Liter Diesel verbraucht. Platz gibt es reichlich für Mensch und Gepäck, nur hinten sorgt das stark abfallende Dach für etwas Enge am Kopf, auch beim Ein- und Ausstieg. Die Materialien wie die Verarbeitung sind hochwertig, an die feststehende Lenkradnabe gewöhnt man sich schnell.

Wie gut Citroën beim aktuellen C5 das Design gelungen ist, schreiben wir nicht zum ersten Mal. Ob Limousine oder Tourer, der C5 gefällt und wirkt keineswegs trist oder langweilig, wie manch einer seiner Mitbewerber.

Der Citroën-Winkel wurde fließend in die Kühleröffnung eingearbeitet und verschmilzt förmlich mit den großen Scheinwerfern. Die schwungvolle Optik zieht sich weiter nach unten in die große Frontschürze und bleibt auch nach hinten bis ins Heck bestehen. Markante Sicken auf der Motorhaube, in der Seitenlinie und über den Heckleuchten mit LED-Technik verleihen dem Ganzen den gewissen Biss, zahlreiche Chromeinlagen setzen schicke Akzente.

Für Coupé-Flair sorgt die Silhouette mit der wunderschön auslaufenden Dachlinie. Hinzu kommt der lange Fahrzeugüberhang vorn und das kurz gehaltene Heck. Extravagant wirkt die nach innen gewölbte Heckscheibe, die wir bereits vom C6 her kennen. Leider ist die Sicht nach hinten mit den breiten Säulen recht schlecht, die Einparkhilfe ist hier in jedem Fall vonNöten.

Citroën hat mittlerweile zur genüge bewiesen, dass sie nicht mehr für extrem weiche und ausschließlich komfortorientierte Fahrzeuge steht, dieser Ruf hängt den Franzosen aber immer noch nach. Dabei beweist die Marke sogar im Interieur wie sportlich sie geworden ist.

Nehmen Sie nur einmal Platz auf den großen und prima ausgeformten sowie straff gepolsterten Sitzen, oder besser gesagt den Sportsitzen! Hier passt alles, der perfekte Seitenhalt reicht bis in die Schultern, zudem sieht das Gestühl richtig schick aus.

Die manuelle Sitzverstellung geht außerdem einfach von der Hand und lässt uns dank der feinen Justierung problemlos und schnell die richtige Sitzposition finden, die Lordosenstütze rundet das Ganze noch ab.

Es muss nicht immer schwarz sein, wer möchte kann sich auch für das zweifarbige Interieur entscheiden, hier lockert die Farbe Beige den Innenraum zusätzlich auf. Je nach Ausstattungsvariante kommen dann noch verschiedene Applikationen hinzu. Nur die sehr dezente Zierleiste auf der Beifahrerseite wirkt etwas verloren.

Im Gesamten tritt der C5 modern und elegant zugleich auf. Das Interieur ist übersichtlich gegliedert und wertig verarbeitet.

Das Lenkrad mit der feststehenden Nabe ist bei Citroën zwar keine wirkliche Neuheit mehr, aber es sticht immer noch hervor. Mit den nun größer ausgeführten Tasten und dem angenehmen Silikonüberzug sollten eigentlich die letzten Zweifler überzeugt sein. Natürlich verlangt dieses Konzept eine kurze Eingewöhnung, doch dann ist diese Lösung wahrlich eine tolle Sache und sieht zudem richtig schick aus. Kleiner Wehmutstropfen, die Hupknöpfe sind weiterhin zu klein ausgeführt.

Ebenfalls mal so ganz anders präsentieren sich die großen Rundinstrumente, die mittig mit jeweils einem Display aufwarten.Damit der Blick auf diese nicht eingeschränkt wird, verlaufen die Zeiger nur am äußeren Rand der Instrumente entlang.

Soweit so gut, optisch kommt der C5 schon mal richtig schick daher. Aber wie sieht es in der Limousine mit dem Platz aus? Auch in dieser Kategorie fällt der Franzose keineswegs schlecht auf, selbst große Passagiere reisen auch in der zweiten Reihe sehr bequem. Nur ab 1,80 Meter endet so langsam die Kopffreiheit und das vor allem auch beim Einstieg, was nicht verwunderlich ist, in Anbetracht der Coupé-Silhouette, im Beinraum ist dagegen auch dann noch jede Menge Platz vorhanden.

Ebenfalls ausreichend stehen 467 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung, kleines Manko jedoch: die Scharniere nehmen unnötig viel Platz weg. Ohne großen Aufwand lassen sich aber noch einige Liter mehr rausholen, hierzu müssen nur die Sitzfläche vorgeklappt und die Lehne umgelegt werden, fertig ist eine ebene, große Ladefläche, nicht einmal die Kopfstützen müssen dazu abgenommen werden.

Die von uns gefahrene Motorisierung HDI 110 ist ausschließlich mit der Stahlfederung und nicht mit dem bereits so oft gelobten Hydraktiv III+ Fahrwerk bestückt. Doch wir geben gerne zu, auch diese Variante kann überzeugen und hat uns dank der gebotenen Agilität richtig gut gefallen. Mit dem nötigen Biss lässt sich der C5 auch mit hohem Tempo, wenn auch laut quietschend, spielerisch um die Kurven zirkeln, er bleibt dabei stets gutmütig und leicht beherrschbar. So meistert er auch unseren Slalom-Parcour zackig und souverän, ESP hält ihn im Grenzbereich sicher auf Kurs ohne störend einzugreifen. Die angenehm straffe und direkte Lenkung ermöglicht zudem ein feines Handling.

Trotz all der Sportlichkeit müssen Sie mit der Stahlfederung in punkto Komfort jedoch keine Abstriche hinnehmen,denn auch hier kann er mit gutem Langstreckenkomfort sowie einem guten Abrollverhalten und Federungskomfort bei Straßenunebenheiten aufwarten.

Anders als bei den von uns bisher gefahrenen C5 (ob Limousine oder Tourer) war bei unserem Fahrzeug diesmal der Druckpunkt der Bremse nicht exakt definiert, erst zeigte sich das Bremspedal weich, dann packt die Bremse aber voll zu. Die erzielten Bremswerte waren allerdings sehr ordentlich und konstant, nach nur 37 Metern steht die Limousine aus Tempo 100.

Der elektronische Bremskraftverstärker, der Notbremsassistent sowie das ABS sind in dieser Version ebenso Serie wie die elektronische Parkbremse die sich entweder mittels kurzem Tastendruck oder automatisch beim Losfahren löst.

Überraschenderweise ist dieser C5 trotz des Gewichts und der geringen Motorleistung von 80 kW / 109 PS keineswegs untermotorisiert und so ist im Grunde genommen der Einstiegsdiesel HDi 110 FAP absolut ausreichend. Mit 240 Nm maximalem Drehmoment bei 1.750 U/min sorgt er für ein ausreichend spritziges Fahrgefühl und erreicht die Tempo 100 Marke aus dem Stand nach 13,4 Sekunden. Bedenken wir, das Fahrzeug kommt mit einem Leergewicht von 1.560 kg daher. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 191 km/h ebenfalls okay, das kurz übersetzte Fünfgang-Getriebe könnte aber gerade dann einen sechsten Gang vertragen.

Wenn er sich auch beim Ausmachen etwas schüttelt, so ist das dezente Dieseln ansonsten nicht störend und wenn er gefordert wird, klingt er eher kernig als rau. Nicht gerade dieseluntypisch verlangt er am Start etwas mehr Gas, kann ansonsten gerne mal abgewürgt werden. Was er wiederum sehr gut kann ist spritsparendes niedertouriges Fahren.

Der Mixverbrauch von 5,2 Liter auf unserer Normstrecke kann sich für solch eine große Limousine mehr als sehenlassen, und auch der CO2-Ausstoß von 140 g/km ist nicht von schlechten Eltern, trotzdem erfüllt dieser C5 derzeit leider nur die Euro4-Norm.

Der 5-Gang-Handschalter gibt mit Ausnahme des gelegentlich fehlenden sechsten Ganges wahrlich kein Anlass zur Kritik, ohne Hakler gleitet der Schalhebel auf angenehm kurzen Wegen exakt durch die Kulisse.

Front-, Seiten- und Kopf-Airbags sind im Lieferumfang des C5 ebenso Serie wie der Knie-Airbag für den Fahrer, wer möchte kann gegen einen Aufpreis von 300,- Euro zwei zusätzliche Seitenairbags für den Fond ordern.

Ebenfalls serienmäßig im Sicherheitspaket enthalten: Dreipunkt-Sicherheitsgurte rundum, vorn inklusive pyrotechnischen Gurtstraffern sowie Gurtkraftbegrenzern und Höhenverstellung, eine Reifendrucküberwachung, die elektrische Parkbremse, die Berganfahrhilfe, Abbiegelicht AFS, ABS mit elektronischem Bremskraftverteiler, ein Bremsassistent, ESP mit der Antriebsschlupfregelung „Snow Motion“, eine automatische Aktivierung der Warnblinkanlage bei starker Verzögerung oder im Falle eines Aufpralls, Kindersicherung in den Türen sowie ISOFIX vorn und hinten. In Verbindung mit dem Navigationssystem verfügen Sie im C5 auch über E-Call, einen automatischen Notruf mit Standorterkennung.

Wenn auch nur gegen Aufpreis erhältlich sollten diese beiden Features jedoch nicht unerwähnt bleiben: Das AFIL-System alarmiert den Fahrer bei Fahrbahnabweichungen ohne Blinkerbetätigung per Infrarot-Linienerkennung und das Parklückenmesssystem erkennt bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h die passende Lücke, das Einparken selbst müssen Sie hier allerdings noch eigenhändig übernehmen.

Der Preis Ihres Citroën wird von der Wahl der Karosserie, des Motors, der Federung, der Getriebeart und der Ausstattungsvariante bestimmt. Beiunserem Testfahrzeug setzt sich dies wie folgt zusammen: C5 Limousine HDi 110 FAP airdream mit 5-Gang-Getriebe und Stahlfederung in der Confort-Variante – und dann lautet der Preis 25.750,- Euro.

Den Einstige bekommen Sie aber schon mit der Style-Version, und die bietet Ihnen bereits serienmäßig el. Fensterheber rundum inkl. Einklemmschutz, el. einstell- und beheizbare Außenspiegel, einen Bordcomputer, den höhenverstellbaren Fahrersitz, Geschwindigkeitsregler und –begrenzer, das in Höhe und Reichweite justierbare Lenkrad, Luftgebläse für die Fondpassagiere, eine Mittelarmlehne vorn, die geteilte Rücksitzbank und eine vollautomatische Klimaanlage.

Das ist doch schon einiges für eine Basisausstattung, die Confort-Variante bietet außerdem el. anklappbare Außenspiegel, ein Lederlenkrad, einen höhenverstellbaren Beifahrersitz, eine Lordosenstütze für den Fahrer, eine Mittelarmlehne hinten, Nebelscheinwerfer, Abbiegelicht, Radio inkl. CD und MP3-Funktion sowie die Klimaautomatik mit getrennt regelbarer Einstellung für Fahrer und Beifahrer.

Wer möchte, erhält zudem gegen einen Aufpreis von 500,- Euro die Metallic-Lackierung, für 950,- Euro das Navigationssystem inkl. 7-Zoll-Farbbildschirm und Bluetooth-Freisprecheinrichtung oder unterschiedliche Technik-Pakete für 790,- und 1.390,- Euro die u.a. eine Einparkhilfe rundum, Regensensor, automatisch abblendbaren Außenspiegel und mitlenkende Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Scheinwerferwaschanlage enthalten. Außerdem steht unserer Variante das Business-Paket „Bluetooth“ für 1.590,- Euro und „My Way“ für 2.000,- Euro zur Verfügung. Beide enthalten das Technik-Paket 1, Sitzheizung und den AFIL-Spurassitent. Der Unterschied liegt in der Bluetooth-Freisprecheinrichtung bei ersterem Paket und dem Navigationssytem „MyWay“ bei letzterem.

Speziell für die gewerblichen Kunden steht nun auch das Sondermodell Business Class zur Verfügung, jeweils in Verbindung mit den Dieselmotoren HDi 110, 135 und 140 FAP als Limousine und Tourer.

Stand: September 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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