// Fahrbericht / Citroën C1 1.0 Style

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Citroën C1 1.0 Style

Ein paar kleine optische Retuschen kennzeichnen den aktuellen Jahrgang des C1, unter der Haube unseres Testwagens werkelt ein 68 PS Dreizylinder-Benzinmotor, der mit seinem kernigen Sound richtig anmacht und mit ausreichend Drehzahl den kleinen Franzosen auch richtig spritzig erscheinen lässt. Das Fahrwerk bietet genügend Komfort für die Stadt und ausreichend Straffheit, um auch mal flott über kurvenreiche Landstraßen zu wieseln, und selbst der Komfort auf der Autobahn ist durchaus langstreckentauglich. Mit 4,4 Litern im Mix und einem CO2-Ausstoß von 106 g/km kann sich der Kleine sehen lassen, das Platzangebot ist ebenfalls prima, der Kofferraum ist in der Grundstellung allerdings recht klein und nach dem Umlegen der Rücksitzlehnen bleibt ein Stufe.

Rundungen bestimmen das Bild des C1, frontal von vorne wirken die Scheinwerfer ebenfalls rund, erst in der seitlichen Ansicht erkennt man die Tropfenform, die scheinbar der Fahrtwind geschaffen hat und die Leuchten bis fast an die A-Säule reichen lässt.

Irgendwas muss neu sein … beim C1 hat man sich für eine neue Frontschürze entschieden, deren große Kühlluftöffnung nun noch größer ausfällt, die Rammschutzlippe ist jetzt an den Seiten in Wagenfarbe lackiert und nur im Kühlerbereich schwarz. An den Seiten finden zwei zusätzliche Lufteinlässe Platz, die geschickt die Nebellampenaufnehmen.

Unverändert präsentiert sich die Seiten- und Heckansicht, breite Seitenschweller und stark ausgestellte Radläufe lassen den C1 bullig dastehen, auch die Heckschürze mit der breiten Rammschutzleiste unterstreicht die Waagerechte. Darüber ist es bei der großen Glasheckscheibe und den kontrastierenden dreieckig-spitz zulaufenden Rückleuchteneinheiten geblieben.

Auch im Innenraum zeigt sich der C1 unverändert, an den oberen Türen taucht die Außenfarbe wieder auf und sorgt – zumindest bei unserem strahlend blauen Modell in neuer Farbgebung – für einen frischen Farbtupfer.

Geblieben ist auch der angenehme Materialmix bis hin zum transparenten Kunststoff an der Gebläse-/Heizungs-/Lüftungseinheit, die im Dunklen in Orange leuchtet. Leider hat man noch immer nicht die Einteilungen bei den Gebläsestufen in die Beleuchtung mit einbezogen, im Dunkeln ist hier nichts zu erkennen. Optimal sind dagegen die Anzeigen im weiß unterlegten, großen, runden Tacho abzulesen, der Drehzahlmesser ist als Satellit links oben angeflanscht. Er wandert zusammen mit dem Tacho ins neue Blickfeld, wenn man das Lenkrad höhenverstellt.

Im Kern sind auch die Sitze gleich geblieben, zeigen sich für einen Kleinwagen ausreichend groß dimensioniert, und auch was den Sitzkomfort angeht, hat sich was getan. Wohl dank des geänderten Bezugstoffes sieht er nicht nur nach mehr Seitenhalt aus, sondern kann hier für denHaupteinsatz in der Stadt durchaus genügen. Öffnet man bei Regen die Tür, tropf meist reichlich Wasser auf die Sitze, und am Heckschiebenwischer haben wir eine Intervallschaltung vermisst.

Vor allem in Reihe eins ist das Platzangebot geradezu üppig, aber auch auf der Rückbank findet man als 1,80 m großer Mitfahrer noch ein gutes Unterkommen, jedoch ist hier hinter einem ebenso große Fahrer im Beinraum Schluss, und die Streben in den Sitzlehnen drücken unangenehm auf die Kniescheiben – an einen Unfall will man da gar nicht denken. Dass die Rücksitzlehnen recht steil stehen stört vor allem auf längeren Strecken, das Rein und Raus gelingt vorne wie hinten gut, ein bisschen stört es, dass die Innenbeleuchtung nur auf die sich öffnende Fahrertür reagiert.

Die schicke Heckklappe aus Glas schwingt weit auf und gibt eine ziemlich hohe Ladekante und einen recht kleinen Kofferraum frei. Seine 139 Liter finden schon bei der ersten Kiste ihre Grenzen, zum Glück lassen sich die Rücksitzlehnen mit schnellem Griff umlegen und schon sind bis zu 751 Liter Stauvolumen nutzbar. Allerdings muss man wegen dem leicht ansteigenden Boden und vor allem der Stufe Abstriche machen, die Gepäckraumabdeckung schwingt jetzt weiter auf und stört somit nicht mehr wie beim Vorgänger.

Mit dem Fahrwerk des Citroën C1 ist den Entwicklern ein guter Kompromiss gelungen. Mit ausreichend Komfort, der nur auf groben Schlaglochpistenetwas leidet, bietet der kleine Franzose doch ausreichend Straffheit, um auch mal flott um die Ecken zu wieseln. Dabei gibt sich der Kleine ausgesprochen gutmütig, schiebt auch bei Nässe nur leicht über die Vorderräder und zeigt sich wendig und agil.

Auch die Karosserieneigungen bleiben im vertretbaren Rahmen, im Slalomtest schmiss er seine Insassen aber ganz ordentlich hin und her. Dafür liegt er auch bei höherem Autobahntempo ruhig und sicher auf der Straße. In der Ausstattungsvariante Style gehört eine Servolenkung zur Serienausstattung, mit ihr lässt sich der C1 problemlos dirigieren, in der Stadt ausgesprochen leichtgängig, mit zunehmendem Tempo wird sie entsprechend straffer, bei höherem Kurventempo lässt sie aber ein wenig den direkten Kontakt zur Strasse vermissen.

Kleinwagentypisch hat auch der Citroën C1 nur an der Vorderachse Scheibenbremsen montiert, die aber immerhin innenbelüftet. Zusammen mit den Trommelbremsen an der Hinterachse bringen sie den kleinen Franzosen wenn auch mit lauten Getöse sicher bei einer Vollbremsung zum Stehen, aus Tempo 100 heraus dauert das aber im Schnitt lange 42 Meter.

Ein Nachlassen war auch nach der 10. Vollbremsung nicht festzustellen, die Dosierbarkeit und das Ansprechverhalten sind gut, neben ABS gehen ein elektronsicher Bremskraftverteiler und eine Kurvenbremskontrolle ans Werk.

Schon der Sound des kleinen 1,0-Liter-Dreizylinder-Motors kann gefallen,der kleine kernige Kerl animiert richtiggehend zum flotteren Fahren. Und entsprechend spritzig gibt er sich dann auch, obwohl es nur 50 kW/68 PS sind, die bei 6.000 U/min anliegen und von 93 Nm Drehmoment bei 3.600 Touren unterstützt werden. Da wird kaum jemand den schwächeren Diesel mit 55 PS vermissen, immerhin geht der Benziner in 13,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und wird, wenn es sein muss, 157 km/h schnell.

Und selbst dann wird der C1-Dreizylinder nicht übertrieben laut, bei Tempo 120 kann man sich noch problemlos unterhalten. Allenfalls die Hand greift hin und wieder mal zum Schalthebel, um doch noch den sechsten Gang einzulegen. Aber der C1 muss sich mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe begnügen, das sich aber auf ausreichend kurzen und exakten Wegen gut bedienen lässt, und unterm Strich kann man dem Citroën sogar richtig guten Langstreckenkomfort bescheinigen, was vor allem am lang übersetzten fünften Gang liegt.

Aber auch die anderen Gänge sind eher lang übersetzt, was dazu führt, dass man bei flotter Fahrt öfters schalten und den Motor doch ziemlich ausdrehen muss.

Und was den Verbrauch angeht, steht der Dreizylinder-Benziner dem Diesel kaum nach, ist in seiner jüngsten Ausführung noch etwas sparsamer und absolviert reine Stadtfahrten mit 5,5 Litern (0,2 Liter mehr als der Diesel), außerorts kann man den Zwerg mit 3,9 Litern, wenn man es darauf anlegt auch noch mit weniger bewegen.Vollgaspassagen auf der Autobahn verlangen schon mal nach sechs Litern Super, auf unserer Normstrecke haben wir hervorragende 4,4 Liter gemessen, etwa 0,4 Liter mehr als der Diesel.

Zwar schafft der kleine Motor nur die Euro 4 Norm, mit einem CO2-Ausstoß von nur 106 g/km im Mix ist man aber schon jetzt auf der sauberen Seite.

Fahrer- und Beifahrer sind serienmäßig durch Front- und Seitenairbags geschützt, auf Wunsch können Kopfairbags vorne und hinten zugekauft werden. Dreipunktgurte, vorne mit pyrotechnischen Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern, sowie Kindersicherungen in den hinteren Türen sind ebenso serienmäßig, unser Style besitzt auch ISOFIX Kindersitzbefestigungen.

Unser fünftüriger Citroën C1 mit dem 1-Liter Dreizylinder kostet als Style 10.750,- Euro, den Einstieg bekommt man als Advance schon mit 9.790,- Euro, als Dreitürer 400,- Euro günstiger.

Die Ausstattung kann sich dabei sehen lassen, neben der geteilten Rückbank, dem höhenverstellbaren Lenkrad, der Servolenkung, den zweifarbigen Sitzen, der Radiovorbereitung mit Dachantenne und den elektrischen Fensterhebern vorne ist auch eine Zentralverriegelung serienmäßig an Bord. Und die Sonnenblenden haben beide abgedeckte Make-Up-Spiegel, den Drehzahlmesser muss man aber wie auch die Klimaanlage extra bezahlen, wie auch die Elektronische Stabilitätskontrolle (ESP), die es für den Style zusammen mit den Kopfairbags für 600,- Eurogibt.

Das Audio-Klima-Paket bietet für 1.190,- Euro neben der Klimaanlage auch ein Radio mit CD-Player sowie den Drehzahlmesser. Eine Metallic-Lackierung kostet 390,- Euro, die Sonderlackierung Scarlet-Rot 100,- Euro extra.

Stand: April 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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