// Fahrbericht / Chevrolet Aveo 3-Türer

Chevrolet

Chevrolet Aveo 3-Türer

Nur wenige Monate nach der fünftürigen Version schiebt Chevrolet jetzt den 3-Türer nach. Die Geschichte zum Aveo ist den meisten sicher bekannt: Früher hörte nur die Stufenheck-Variante des Vorgängers Kalos auf den Namen Aveo. Neu ist für Sie vielleicht, dass mit dem neuen Aveo nach Jahrzehnten erstmals der amerikanische Automobilhersteller Chevrolet wieder in Europa, um genau zu sein im polnischen Warschau, produziert. Kein Wunder also, dass wir den schicken Dreitüren just in Polen, um genau zu sein in Breslau, erstmals erfahren durften. Und ob was anders ist als nur zwei Türen weniger, das erfahren Sie hier in unserem Bereicht.

Tja, optisch unterscheiden sich der 5- vom 3-Türer wirklich nur in der Seitenansicht. Einzig die beim Dreitürer vorhandenen Nebellampen zeigen um wie viel schicker das aussieht als ohne und stattdessen mit einem schwarzen Loch. Und das „verrutschte“ Logo an der Front gefällt uns noch immer nicht so ganz.

Der Hauptunterschied liegt natürlich in den fehlenden zwei hinteren Türen, dafür sind die beiden Vordertüren länger, und die Fensterpartie mit dem schnittigen Bogenverlauf nach hinten wirkt sich bis ins Dach aus und macht den Aveo deutlich sportlicher. Unterstützt wird das durch die angesetzten Schwellerverbreiterungen.

Das Heck ist dann auch wieder ziemlich identisch, den sportlicheren Touch holt sich der Dreitürer durch den am oberen Fensterrand angesetzten Heckspoiler.

Einen Dreitürer verbindet man mit Sportlichkeit. In engen Parklücken verlangt er das auch vom Fahrer, dann wird der Einstieg durch diebreitere Tür naturgemäß etwas enger. Sonst kommt man vorne bequem rein und an den geänderten Türverkleidungen entdecken wir dann auch schon die ersten Unterschiede.

Ohne Zweifel sind die des Dreitürers schicker und auffälliger gezeichnet, beim Material ergeben sich keine Unterschiede. Also etwas sportlicher geht’s schon los. Und dann? In Anbetracht der Sitze geht hier jedoch jegliche sportliche Ambition verloren. Zu weich gepolstert, nicht ausreichend groß dimensioniert und mit fast keinem Seitenhalt gesegnet sind sie so gar nicht sportlich. Und ebenfalls eher praktisch geht es weiter, das Interieur hebt sich nicht sonderlich ab, eine Aluapplikation hier und da, der Rest ist eher ausstattungsbedingt.

So ist auch hier alles in guter Reichweite, weniger praktisch sind das nur in der Höhe verstellbare Lenkrad und die fehlenden Getränkehalter. Der geänderte Schaltknauf sieht aber sportlicher aus und liegt gut in derHand.

Also in der ersten Reihe fast alles in gewohnter 5-Türer-Marnier, doch wie sieht es dann aus?

Wer in der zweiten Reihe Platz nehmen möchte, sollte in jedem Fall von der beweglichen Sorte sein. Hat man sich erst einmal nach hinten geschlängelt, sitzt man dann aber auch als 1,80 Meter großer Passagier angenehm und verfügt über ausreichend Kopfraum und auch die Beinfreiheit geht noch in Ordnung. Echtes Manko: Der Sitz merkt sich nicht die ursprüngliche Stellung.

„Alles beim Alten“ trifft dann auch wieder auf den Kofferraum zu. Mit 220 Litern Grundvolumen, dass sich durch Umlegen der Rücksitze im Verhältnis 60 : 40 auf bis zu 980 Liter erweitern lässt, bietet er nicht mehr und nicht weniger Stauraum als der Fünftürer. Die Ladekante ist auch hier recht hoch und könnte gerne etwas größer sein.

Die teilweise tiefen Schlaglöcher in den schlecht ausgebauten Straßen Polens hat der Kleine vorbildlichgemeistert! Dabei überraschte er uns nicht nur mit seinem guten Komfort, sondern bot uns trotzdem ein angenehm straffes Kurvenverhalten. Womit er leider nicht dienen kann – auch nicht gegen Aufpreis – ist eine Traktionskontrolle oder ESP.

Aber auch so lässt er sich gutmütig wenn auch mit einem deutlichen Untersteuern manövrieren. Die angenehm leichtgängige Lenkung könnte aber hierbei gerne direkter ausgelegt sein und mehr Rückmeldung geben.

Die Bremsen inkl. ABS und EBV (Elektronischer Bremskraftverteilung) packen ordentlich zu, sind angenehm zu dosieren und geben kein Anlass zur Beanstandung. Selbst Vollbremsungen aus hohem Tempo meistert er ohne Probleme, wenn auch mit einem starken ABS-Rubbeln.

Auch im Punkt Motoren gibt es keine Unterschiede zur fünftürigen Variante.

Im Angebot stehen ein 1,2- und 1,4-Liter Benzinmotor. Die Einstiegsmotorisierung mit 84 PS / 62 kW ist optimal für die Stadt geeignet.Zusammen mit 114 Nm Drehmoment sorgen sie für ein zügiges Vorankommen im Großstadtdschungel. Wer diesen öfter verlässt, sollte aber dann doch auf den 101 PS starken 1,4-Liter zurückgreifen. Er gibt sich doch spürbar spritziger und insgesamt angenehmer auf Überland- oder Autobahnfahrten. Doch wenn sie voll gefordert werden, wirken beide recht gequält und entwickeln ein störend lautes Motorengeräusch.

Die beiden Motoren im Vergleich: Für den Sprint von 0 auf 100 km/h benötigt der kleinere 13 Sekunden, hier macht der 1.4 über eine Sekunde gut und erreicht einen Wert von 11,9 Sekunden. In der Höchstgeschwindigkeit ist letzterer nur um vier km/h schneller (176 km/h). Im Verbrauch kann der 1.2 mit 5,5 Litern im Mix dem 1,4 immerhin 0,4 Liter abnehmen.

Das serienmäßige Fünfgang-Schaltgetriebe arbeitet leichtgängig und exakt, wenn auch auf etwas längeren Wegen. Die Abstimmung passt in beiden Fällen ganz gut. Für1.100,- Euro Aufpreis kann der 1.4 mit einem Vierstufen-Automatikgetriebe geordert werden.

Wie schon der Fünftürer Aveo kann der Dreitürer mit Front- und Seitenairbags vorne, Dreipunkt-Sicherheitsgurten, 5 Kopfstützen, vorne höhen- und neigungsverstellbar sowie ISOFIX Kindersitzverankerungen hinten dienen.

Bereits ab 9.990,- Euro können Sie den Aveo 3-Türer Ihr Eigen nennen. Leider ist für diese Basis-Variante keine Klimaanlage erhältlich, auch nicht gegen Aufpreis.

Wer außerdem nicht auf eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung, einen Bordcomputer, elektrisch einstellbare Außenspiegel, eine Alarmanlage und 15-Zoll-Stahlfelgen verzichten möchte, sollte sich für 11.490,- Euro die LS-Ausstattung ordern. Diese kann dann auch mit einer Klimaanlage und einem elektrischen Glas-Hub-Dach ausgerüstet werden.

Die nächst höhere und somit die Top-Variante LT für 13.490,- Euro – die ausschließlich inKombination mit dem 1,4-Liter-Aggregat lieferbar ist – verfügt dann sogar über eine Klimaautomatik, sechs Lautsprecher, Leichtmetallfelgen, Lüftungsdüsen im Fond und Leder-Lenkrad sowie –Schaltknauf und einen Dachspoiler.

Stand: Juli 2008, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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