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BMW Z4 M Coupé

Die “ M“acht sei mit Dir ! Okay, es sind nur 343 PS und 3,2 Liter Hubraum und das alles in einem Sechszylinder – das schaffen sogar „gewöhnliche“ Limousinen – also was? Das Zusammenspiel macht’s, die Kombination aus geiler Optik, perfekt sitzendem Innenraum mit feinem Sportgestühl, tollem Sound, spontanem Antritt, toller Straßenlage, der knackigen Schaltung und exakten Lenkung sowie dem eingeschränkten aber begeisternden Blick nach draußen. Da wird das im Grenzbereich giftige Heck ebenso zur Nebensache wie die geradezu ruppigen Gangwechsel bei gemütlicher Fahrt und man vergisst für kurze Zeit, dass 18 und mehr Liter auf 100 Sprint-Kilometer teuer werden. Bei rund 58.000,- € darf man schon mal träumen …

In knalligem Rot steht es vor uns, das Z4 Coupé, und dafür, dass es ein „M“ ist, wirkt es doch nur recht dezent aufgemotzt gegenüber dem normalen Z4. Aber was ist am „normalen“ Z4 Coupé schon normal. Die lange Motorhaube, die scharfen Kanten und dynamischen Schwünge – alles außer gewöhnlich.

Und so liegen die Unterschiede in kleinen aber feinen Details. Allein die neue Frontschürze setzt sich noch dynamischer ab und die Streben in der Niere sind in Schwarz gehalten. Zwei markante Sicken verlaufen über die gesamte Motorhaube .

In der Seitenansicht fallen allenfalls die 18 Zoll Räder im M-Design und das kleine M-Logo auf. Mehr braucht die bullig-kraftvolle Linienführung auch nicht.

Auch am Heck taucht das M-Logo wieder auf, aber hier sorgen die geänderte Schürze mit Diffusor zwischen den beiden verchromten Doppelrohrauspuffenden für ein unverwechselbares Outfit.

Neben den herkömmlichen Außenfarben stehen für die M-Variante drei Exklusiv-Farben – Sepang Bronze metallic, Interlagos Blau metallic und Imola Rot uni – siehe unser Testfahrzeug – zur Wahl.

Wir lassen uns in die knackigen Sportsitze hinabgleiten und ziehen so das Z4 M Coupé förmlich an. Und alles passt wie angegossen. Selbst mit 1,85 m Körpergröße sitzt man hier trotz der sportlichen Enge sehr bequem und fühlt sich sofort zuhause.
Denn auch das Interieur wurde selbstverständlich im Kern übernommen, nur wurde allem der „M“-Stempel verpasst.

Die M Sportsitze bieten perfekten Halt und sehr guten Sitzkomfort. Die vielfältigen Verstellmöglichkeiten lassen jeden schnell die optimale Sitzposition finden. Zudem lässt sich das Lenkrad in Länge und Neigung justieren. Und auch das wurde vom normalen Z4 übernommen: Um aus dem hinteren Fensterein nachfolgendes Auto zu sehen, muss man sich regelrecht ducken. Und auch hier sorgt der Blick über die lange Motorhaube für einen ersten Adrenalinschub.

Die Rundinstrumente für Tachometer und Drehzahlmesser sind in gewohnter M-Manier mit roten Zeigern auf schwarzem Ziffernblatt und einer weißen Beleuchtung ausgeführt. Aber damit nicht genug, im Drehzahlmesser begrenzen das gelbe Vorwarnfeld und das rote Warnfeld den jeweils zulässigen Drehzahlbereich in Abhängigkeit von der momentanen Motortemperatur. Je wärmer das Motoröl wird, je größer wird der nutzbare Drehzahlbereich. So wird der Fahrer geradezu spielerisch und ohne erhobenen Zeigefinger darauf hingewiesen, seinen ungeduldigen Gasfuß mit Blick auf einen schonenden Umgang mit der Maschine im Zaum zu halten.

Das M Logo ziert nicht nur die Aluminium-Einstiegsleisten sondern auch die Kopfstützen, das sehr dicke und gut in der Hand liegende Leder-Lenkrad inkl. Multifunktionstasten sowie den Schaltknauf, der sich mit rot aufleuchtenden Zahlen zusätzlich abhebt.

Für den Innenraum stehen die vier Farben Schwarz, Imola Rot, Sepang Bronze hell und Sepang Braun sowie zwei Walknappa-Ausstattungen zur Wahl. Für die Dekorflächen kann der Kunde zwischen Aluminium „Hexagon“ und den Sonderausstattungen Edelholz Nussbaum Madeira Rotbraun oder wie in unserem Fahrzeug verbaut, dem schwarzen Leder in Carbonstruktur auswählen.

Der Dachhimmel ist mit einem hochwertigen anthrazitfarbenem Stoff ausgekleidet. Ebenso fein verkleidet präsentiert sich auch der Gepäckraum.

Dieser wird zwar durch einen großen Kasten für Batterie und Werkzeug etwas eingeschränkt (im Vergleich zum Basismodell um 40 Liter), ist aber mit 245 Liter bzw. 300 Liter bei offenem Rollo immer noch groß für einM-Coupé. Geöffnet wird die Heckklappe mit dem zum Griff mutierten BMW-Logo.

Zusätzlicher Stauraum für diverse Kleinkram findet sich im Handschuhfach, in den Türfächern und in der rund zehn Liter großen Box in der hinteren Trennwand zwischen den Sitzen. Die Cupholder in der Armaturentafel sind ausklappbar und lassen sich mit einem Handgriff auf verschiedenen Gefäßgrößen anpassen.

Und dann gibt es im Fußraum auf der Beifahrerseite noch ein Netz, und das gilt auch für die Fahrerseite, und ein weiches Polster für die Knie.

„Freude am Fahren“ – dieser Slogan drückt nicht annähernd aus, wie viel Spaß man mit dem BMW Z4 M Coupé hat.

Doch eines sollte Ihnen von vorne herein klar sein, für das Z4 M Coupé ist Komfort absolut nebensächlich, hier wird das noch so kleinste Schlagloch bedingungslos nach innen getragen. Aber bei dieser grandiosen Fahrdynamik, der hervorragenden Straßenlage und dieser Performance wird Komfort auch für uns, ganz schnell zur Nebensache.

Mit dem M-Fahrwerk ist das Coupé gegenüber dem Z4 Coupé 3.0si um weitere 10 Millimeter tiefer gelegt. Zudem wurde eine neu entwickelte Eingelenk-Vorderachse mit verschraubten McPherson-Federbeinen und Querlenkern aus Aluminium sowie eine Zentrallenker-Hinterachse mit Zweirohr-Gasdruckdämpfern und Stabilisatoren verbaut.

„Über die „Sport“-Taste der elektronischen Drosselklappensteuerung (EDR) kann der Fahrer jederzeit eine progressivere Kennlinie für das Verhältnis zwischen Gaspedalweg und Drosselklappenöffnung aktivieren. Gleichzeitig werden dann die dynamischen Übergangsfunktionen der elektronischen Motorsteuerung auf eine spontanere Applikation umgeschaltet.“

So heißt es bei BMW. Wir sagen: Das Z4 M Coupé reagiert damit noch einen Tickschneller auf jeden noch so kleinen Tritt aufs Gaspedal.

BMW sagt: Die Funktionsweise des DSC wurde speziell auf die M-Variante abgestimmt. Statt die im Basis-Coupé installierte DSC-Unterfunktion Dynamic Traction Control (DTC) verfügt das M Coupé über die variable, drehzahlfühlende M Differenzialsperre. Während die DTC adaptiv erhöhten Schlupf an den Hinterrädern „nur“ bis zu einer mittleren Fahrzeug-Querdynamik von etwa 70 km/h beziehungsweise einer Querbeschleunigung von rund 0,4 g zulässt, baut die M Differenzialsperre bei Bedarf ein Sperrmoment auf.

Für den einfach nur am Fahrspaß interessierten Menschen heißt das, dass sein Z4 M Coupé die Power der 343 PS über die Hinterräder ganz gut auf den Asphalt bringt und damit auch in engen oder in schneller Folge wechselnden Kurven sehr gut auf Kurs und zu beherrschen bleibt. Für weniger geübte Beifahrer weniger amüsant …

Außerdem enthält das DSC weitere Systeme wie die Stabilitätskontrolle ASC, Cornering Brake Control CBC, einen Anfahrassistent und die Notbremserkennung. Der geübte Fahrer kann es auch komplett ausschalten, sollte sich dann aber – und das nicht nur bei nasser Fahrbahn – auf ein bisweilen giftiges Heck einstellen.

Die Zahnstangenlenkung mit hydraulischer Servounterstützung arbeitet sehr direkt, angenehm straff und ist perfekt auf das Fahrwerk abgestimmt. Sehr zielgenau lässt sich das Z4 M Coupé damit einlenken und sorgt für eine exakte Rückmeldung von der Fahrbahn auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten.

Ebenso bärig ist auch die 18 Zoll-Compound-Hochleistungsbremsanlage, die mit großen innenbelüfteten Bremsscheiben das Coupé in gerade mal 34 m aus Tempo 100 zum Stehen bringt.

Ein Hubraum von 3.246 cm³, 252 kW / 343 PS, sowie die enormeDurchzugskraft des maximalen Drehmoments von 365 Newtonmeter bei 4 900 U/min – das sind die technischen Eckdaten des Reihensechszylinders, die sich in beeindruckenden Fahrleistungen widerspiegeln.

In gerade mal fünf Sekunden spurtet er mit einem heißen Sound aus dem Stand auf Tempo 100. Leider wird der gewaltige Vortrieb bei 250 km/h elektronisch abgeregelt.

Halb so schlimm, ist es doch weniger die mögliche Topspseed, die begeistert, sondern vor allem die Zwischensprints machen absolut Laune. Ob es in 5,3 Sekunden im vierten Gang von 80 auf 120 km/h geht, oder in 4 Sekunden im dritten Gang von 60 auf Tempo 100, stets wird der Tritt aufs Gas von einem kernig rauen und kraftvollen Sechszylinder-Sound untermalt der stets aufs Neue herrlich animierend wirkt.

Mit 11,9 Liter vom teuren Super Plus müssen Sie in jedem Fall auf 100 gemischten Kilometern rechnen (Wert auf unserer Normstrecke ermittelt), wer die Vernunft für einen Moment ablegt und dem Sechszylinder die Sporen gibt, liegt schnell um mindesten 50% höher. Den durstigen 18,2 Litern in der Stadt stehen günstige 8,6 Liter außerorts gegenüber. Wenig umweltfreundlich sind natürlich auch die mit 292 g/km hohen CO2-Emissionen.

Das Sechsgang-Schaltgetriebe lässt beim sportlichen Ritt über die Straßen keine Wünsche offen und gefällt mit seinen kurzen Schaltwegen, der exakten Führung und der knackigen Abstufung. Doch legen wir ruhigere Töne an den Tag, ist das Schaltverhalten sehr ruppig und da die Kupplung sehr früh und dann vehement zupackt sind Ruckler beim Schalten kaum zu vermeiden und stören bisweilen auch.

Neben Front- und Seitenairbags sind 3-Punkt-Automatik-Sicherheitsgurte mit Gurtstoppern, pyrotechnischem Gurtstrammern und Gurtkraftbegrenzern, eineSicherheitslenksäule sowie die Systeme Anti-Blockier-System (ABS) inkl. Cornering Brake Control (CBC) und die dynamische Stabilitäts-Kontrolle (DSC) serienmäßig an. Isofix-Befestigungspunkte sind allerdings nur gegen Aufpreis erhältlich.

Wiederum serienmäßig behält das Sicherheitssystem F.I.R.S.T alle arbeitenden Module im Auge, misst und rechnet, reagiert und überwacht die verschiedenen Systeme. Gegebenenfalls wird bei einem Unfall auch eine Trennung der Sicherheits-Batterieklemme, die Abschaltung von Generator und Kraftstoffpumpe, die Öffnung der Zentralverriegelung sowie das Einschalten von Innenlicht und Warnblinkanlage veranlasst.

In Verbindung mit einem Autotelefon und dem Navigationssystem wird über den Telematikdienst „BMW Assist“ ein Notruf ausgelöst, der Standort übertragen sowie eine Sprechverbindung zur Notrufzentrale aufgebaut.

57.900,- Euro ist zwar kein Schnäppchenpreis, aber für solch ein Fahrzeug mit so viel Sexappeal, Kraft und Fahrspaß nicht zuviel verlangt und doch zumindest ein erreichbarer Traum!

In ein Auto wie das BMW Z4 M Coupé steigt man ein, fährt und hat einfach nur Spaß. So Dinge wie serienmäßiges Zubehör interessieren nur bei der Bestellung und Bezahlung. Drum sei auch hier nur am Rande erwähnt, dass neben den ganzen M-Features auch elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Walknappa-Lederausstattung für die Sitze, Sitzheizung, eine Klimaautomatik, Bi-Xenon-Scheinwerfer, elektrische Fensterheber, ein Multifunktionslenkrad, das Radio Business inkl. MP3-fähigem CD-Laufwerk und ein Bordcomputer serienmäßig verbaut sind.

Diverse Lackierungen stehen zwischen 620,- und 1.540,- Euro zur Wahl, für die elektrische Sitzverstellung verlangt BMW 1.150,- Euro, für einen Tempomat260,- sowie 420,- Euro für die Park Distance Control. Ein Regensensor liegt bei 120,- Euro und die automatisch abblendenden Innen- und Außenspiegel bei 320,- Euro. Navigationssysteme stehen für 1.550,- Euro bis 3.270,- Euro bereit.

Stand: August 2008, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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