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BMW Z4 3.0 si

Zugegeben, der Leistungszuwachs von 34 auf jetzt 265 PS bewegt sich in den Fahrleistungen nur im Zehntel-Sekunden-Bereich, verbessert aber die Agilität und das Ansprechverhalten des Sechszylinders noch einmal – und vor allem macht es den Motor spürbar sparsamer. Optische Retuschen spielen sich vor allem an der Front- und Heckschürze ab, der nahezu unveränderte Innenraum passt wie angegossen. Und wie man sitzt, so liegt man, also mit dem Z4 optimal auf der Straße und nur ganz wilde Fahrer werden vom eigenen Heck überholt. Immer wieder neu ist die Faszination im Z4.

Wenn Ihnen bislang schon der BMW Z4 gefallen hat (oder auch nicht), dann wird sich daran beim aktuellen Modell nichts ändern, denn die optischen Modifikationen halten sich in engen Grenzen.

So sind an der Front vor allem die jetzt weißen Blinkergläser (gilt auch für die seitlichen Blinker unter dem BMW-Logo) zu erwähnen. Und nicht zu vergessen die komplett neu gestaltete Frontschürze, die in kleinen Sicken die Schräge der Scheinwerfer aufgreift und nach unten an den großen Lufteinlass weitergibt.

Sehr schön machen sich dabei die völlig integrierten eckigen Nebelscheinwerfer. Am absolut unverwechselbaren Gesamtbild ändert das alles aber nichts, das gilt auch für die Seitenansicht wo allenfalls die kleinen Leuchteinheiten im Radlauf auffallen, allerdings kaum bei der silbernen Lackierung.

In einem Zug mit dermodifizierten Heckschürze mit etwas mehr Kontur am unteren Ende wurden auch die Rückleuchten und vor allem deren Design geändert, besonders hier bewahrheitet sich wieder der Satz mit der Geschmacksache, ob man nun die neuen oder alten Scheinwerfer schöner findet.

Ob es nun daran lag, dass wir die bisherigen Auspuffendrohre als irgendwie zu einfach bemängelt haben oder nicht, auf jeden Fall sind sie jetzt chromummantelt wesentlich attraktiver.

Der Innenraum ist praktisch unverändert geblieben, warum auch nicht. Es geht sportwagentypisch tief runter, vor der Frontscheibe baut sich massiv die gewölbte Haube auf, allein dieser Ausblick ist eine tolle Sache.

Das Cockpit gefällt vor allem mit seiner üppigen Aluapplikation , bei der Sie auch noch unterschiedliche Dekors zur Auswahl haben. Darin sind wie gehabt die einfach zu bedienenden Schalter übersichtlich untergebracht, einzig der Lichtschalter wird etwas vom Lenkrad verdeckt. Der Monitor für Navi und Co. schwenkt aus der Armaturenbrettabdeckung heraus, ist prima ablesbar und lenkt den Blick kaum von der Straße ab.

Bestens ablesbar sind auch die Instrumente. Mit den Tasten der Fernbedienung u.a. fürs Radio hat uns persönlich das Lenkrad rein optisch nicht mehr ganz so gut gefallen, aber auch hier bestimmen letztlich Sie, wie Ihr Lenkrad aussieht. Immer aber ist es dick gepolstert und liegt optimal in der Hand.

Unverändert bieten die Sitze zwei Insassen ein sehr gutes Unterkommen,Straffheit und Seitenhalt sind prima, exzellent gelöst ist auch die Gurtführung. Alles wie gehabt eben, das gilt dann auch für den Blick über die Schulter, der schon nach wenigen Zentimetern am Verdeck endet, falls Sie denn mal geschlossen fahren.

Zwar ist das Verdeck absolut dicht und auch innen hochwertig verkleidet, den meisten Spaß bietet der Z4 aber nun mal offen. Und dann ist der Rundumblick tadellos und dank des kleinen einsetzbaren Windschotts fühlt man sich selbst bei kühleren Außentemperaturen im offenen Z4 pudelwohl, nicht zuletzt dank der leistungsstarken Klimaanlage und flotten Sitzheizung.

Schnell ist man auch mit der Bedienung des Navigationssystem vertraut, das einen dann sicher durch den Verkehr lotst und auch Staus erkennt und einen von der Autobahn herunter leitet, häufig aber auch ebenso schnell wieder drauf. Was es eher weniger mag ist, wenn man seine Befehle ignoriert, statt einer neuen Route ertönt viel zu lange der Rat: „Wenn möglich bitte wenden!“

Durch Hochklappen des Verdeckkastens kann der, wenn auch etwas zerklüftete Kofferraum von 240 auf 260 Liter vergrößert werden.

Bei einem reinrassigen Sportwagen wie dem Z4 3.0 si spielt der Komfort nur eine untergeordnete Rolle. Auf gepflegten Straßen ist er auch bestens, Schlaglöcher und Co. bleiben aber nie unentdeckt. Dafür glänzt der Roadster aber auch mit einer tollen Straßenlage, die zumindest auf trockener Straße, ganz enorme Kurvengeschwindigkeitenerlaubt.

Ein Sport-Schalter in der Mittelkonsole erweckt unsere Neugierde. Flugs gedrückt und schon reagiert der Motor noch einen Tick spontaner aufs Gas, wird die Lenkung noch direkter und wenn man eine Geschwindigkeit vom Tempomat abruft, wird die schneller erreicht. Drückt der Beifahrer verdeckt diesen Knopf, braucht man nicht nur ein feines Popometer, um die unterschiedlichen Stellungen zu erkennen.

So kommt man zackig um jede Ecke und auch im Slalomtest bleibt das Heck lange Zeit gutmütig, um dann aber fast schon unvermittelt quer zu kommen. Gut ,dass die Elektronik in Form von DTC/DSC (Traktions- und Stabilitätskontrolle) stets mit aufpasst und das Fahrzeug auf Kurs hält. Bei Nässe und einem ungestümen Gasfuß haben sie alle Hände voll zu tun.

Die Hände am Lenkrad haben einen direkten Draht zum Fahrzeug, der Z4 reagiert auf kleinste Lenkbewegungen direkt und exakt. Direkt und exakt setzt auch das Bremspedal über die ABS-Bremsanlage mit Scheibenbremsen vorn und hinten jeden Druck in gut dosierbare Bremsleistung um. Auch nach der 10. Vollbremsung aus Tempo 100 heraus zum Stillstand war kein Nachlassen festzustellen und der Bremsweg mit rund 34 Metern super.

34 ist auch eine heiße Zahl, wenn es um den Motor geht, denn der neue 3-Liter Sechszylinder leistet mit jetzt 195 kW / 265 PS ganze 34 PS mehr als der Vorgänger und dreht bis 7.000 Umdrehungen. Dazu wurde das Drehmoment von 300 auf jetzt 315 Nm bei 2.750 U/min erhöht. Mit Ausnahmeder Höchstgeschwindigkeit, die nach wie vor bei 250 km/h abgeregelt wird, macht sich dass natürlich nochmals positiv bei den Fahrleistungen bemerkbar.

So gelingt der Sprint von Null auf Hundert jetzt 0,2 Sekunden schneller und ist nach 5,7 Sekunden erledigt, für den Fahralltag sicher wesentlich interessanter ist die Tatsache, dass der neue Motor in allen von uns gemessenen Disziplinen ein paar Zehntel schneller ist, was dann auch den Fahrspaß noch einen Tick höher schraubt.

Das Aggregat spricht spontan an und hat mit dem 1.385 kg schweren Roadster keinerlei Mühe. Dabei wird der Vortrieb von einem herrlich animierenden Motorsound untermalt, von dem man vor allem bei geöffnetem Verdeck nur im unteren Geschwindigkeitsbereich etwas mitbekommt, jenseits der Tempo 100 wird er vom Winde verweht.

Häufig geht selbst bei richtig tollen Autos im Laufe der Zeit einiges von der Faszination im Alltag verloren und wird zur Gewohnheit, für mich schafft es der Z4 3.0 si immer wieder, diese Begeisterung neu zu wecken.

Großen Einfluss hat daran auch die knackig und exakt geführte Sechsgang-Schaltung, deren kurzer Schalthebel nur so durch die Gänge flutscht und förmlich von alleine in den nächsten Gang springt. Sie unterstützt das sportliche Fahren ganz enorm. Und genau hier lag bei unserem Testwagen auch ein kleiner Nachteil begraben, denn beim gemütlichen Cruisen, wo man doch eher gemächlich die Gänge wechselt, ließ sich der Schalthebel nur sehrstreng und mit einem spürbaren Holperer über die Mittelstellung bewegen.

Das einzige Manko, das sich leicht verschmerzen lässt, kann man den Z4 doch auch absolut schaltfaul bewegen und braucht beim Cruisen kaum einen Gangwechsel veranlassen. Die Abstufung des Sechsganggetriebes ist gelungen und offenbart beim Hochbeschleunigen bis zur Topspeed keinen Hänger. Fast schon unsportlich lang ist der Weg, den der Kupplungsfuß zurücklegen muss.

Die Überarbeitung des Motors hat aber nicht nur eine Verbesserung der Fahrleistungen zur Folge, sondern im Gegenzug konnte auch der Verbrauch spürbar reduziert werden. Allein auf unserer Normstrecke war das mit 8,3 Liter fast ein halber Liter weniger, bei reinem Stadtverkehr macht sich die Ersparnis mit fast einem ganzen Liter noch mehr bemerkbar.

Frontairbags mit Sitzbelegungserkennung beim Beifahrersitz und Seitenairbags, Dreipunktgurte mit Gurtstrammern und natürlich die Überrollbügel hinter den Kopfstützen sorgen auch bei offener Fahrt für den derzeit üblichen Insassen-Schutz.

Bei 40.400,- Euro steht der Preis des BMW Z4 3.0si und eine ordentliche Grundausstattung mit Klimaanlage, Alufelgen, Sport-Lederlenkrad und -schaltknauf, Nebelscheinwerfer, elektrisches Verdeck nebst elektrischen Fensterhebern und Außenspiegeln, Ledersitze, beheizte Scheibenwaschdüsen bis hin zum verchromten Doppelrohrauspuff gehört dazu.

Und wie so oft im Leben kosten die wirklich schönen Dinge wie Navi (3.450,- €),Klimaautomatik (530,- €), lederbezogene Interieurleisten (500,- €), Metallic-Lackierung (600,- €) oder die Voll-Lederausstattung (1.650,- €) extra, und wir haben hier nur mal ein paar Extras herausgegriffen.

Stand: August 2006, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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