// Fahrbericht / Audi A4 Cabrio 3.0 TDI

Audi

Audi A4 Cabrio 3.0 TDI

Es fügt sich nahtlos ins Familienbild ein, edel, elegant aber unspektakulär, mit einem feinen Innenraum mit hochwertiger Verarbeitung, tadelloser Bedienung und feinen Materialien, Sitzen, Licht usw. Komfortabel wie das elektrische Verdeck ist nicht nur die sanfte Automatik sondern auch der kräftige Dieselmotor und das Fahrwerk. Zusammen mit dem quattro-Antrieb sind tolle Leistungen möglich, man wird aber mehr zum Cruisen animiert, und das zahlt sich dann auch an der Tankstelle aus. So kann man gleich wieder was für die 45.400,- Euro sparen, die der Ingolstädter kostet.

Ein typischer Audi, auch als Cabriolet. Kein Wunder, übernimmt die offene Variante doch weitgehend die Linienführung und Stilelemente der Limousine.

Das gilt vor allem für die Front mit dem großen Singleframe Grill, den Scheinwerfern und der Frontschürze. Schnörkellos geht es über die Flanken in ein leicht eigenständiges Heck, bei dem vor allem die im Vergleich zur Limousine geänderten Scheinwerfer auffallen.

Harmonisch fügt sich das traditionelle Stoffdach ins Bild, der Audi macht offen wie geschlossen eine gute Figur. Edel, elegant, wenn auch nicht sonderlich aufregend. Für den gewissen Kick sorgen da schon eher die beiden dicken, wenn auch nach unten gebogenen Auspuffrohre, ein sicheres Indiz dafür, dass unter der Haube ein Diesel zur Sache kommt, und das nicht zu knapp.

Das Stoffverdeck zeigt sich, wie eigentlich der ganze A4, super verarbeitet, absolut dicht und per Knopfdruck zu öffnen und schließen. Und dassogar während der Fahrt, zumindest bis Tempo 30, da kann man doch endlich der verkehrsberuhigten Zone auch wieder etwas Gutes abgewinnen.

Geschlossen macht das Verdeck nur wenig Lärm, offen bleibt es im A4 Cabrio angenehm ruhig was die Windverwirbelungen angeht, und schließlich trägt man im Kofferraum ja auch noch ein aufklappbares Windschott mit sich rum.

Im Innenraum lehnt sich das A4 Cabrio zwar auch stark an die Limousine an und hier wie da tauchen die gleichen Bedienelemente, Instrumente etc. auf, aber in einigen Dingen macht der offene Audi doch einige feine Unterschiede.

So sind die Lüftungsdüsen allesamt rund im Cabrio, zwei außen und drei in der Mitte, und das allein sieht schon viel besser aus. Auch die Mittelkonsole wurde etwas anders integriert und bestückt, sonst gelten aber auch für das Cabrio die bekannten Audi-Tugenden. Top Verarbeitung, schicker Materialmix, gute Erreichbarkeit, einfache Bedienung, und das gilt bis hin zum Navigationssystem.

Lob verdienen sich auch die sportlichen Sitze, straff gepolstert, gut ausgeformt, groß dimensioniert und mit verlängerbarer Beinauflage. Einzig die Atmungsaktivität der Ledersitze lässt in so heißen Tagen wie während unserer Testfahrten etwas zu wünschen übrig. Serienmäßig ist ohnehin Stoffbezug angesagt, alternativ gibt es auch eine Stoff-Leder-Kombination.

Das Platzangebot ist vorne tadellos, ebenso der Ein- und Ausstieg, obwohl man sich natürlich fragt, warum Audi hartnäckig an den Halbschalengriffen festhält. Dank weit vorfahrender Sitze kommt man auch bei geschlossenem Verdeck ganzgut nach hinten und hat hier bis 1,80 m Körpergröße ausreichend Platz, dann stößt aber der Kopf am Dach an, bei großen Fahrern drücken die Knie in die harten Schalen der Vordersitze und im Schulterbereich wird es hinten schnell eng.

Was man vom Kofferraum eigentlich nicht behaupten kann, auch wenn der natürlich beim offenen Cabrio eingeschränkt ist. Aber das spielt hier keine große Rolle, 315 Liter sind genug, der Boden ist stabil und darunter gibt es weiteren Stauraum, anstelle des Reserverades.

Auch beim Cabrio vergisst man bei Audi nicht, alles was irgendwie wichtig sein könnte auch zu beleuchten, ob Dämmerlicht, Schalter und Instrumente oder auch den Fußraum, vorne wie hinten. Besonders bei der hellen Inneneinrichtung sieht das immer wieder toll aus.

Toll ist auch, wie sich die Klimaanlage merkt, was der Fahrer will. Und so wechselt sie nach jedem Öffnen oder Schließen des Verdecks in die zuletzt entsprechend gewählten Eingestellungen, schaltet also z.B. die Klimaanlage bei offenem Verdeck aus oder nach dem Schließen wieder an.

Damit haben wir ja schon mal einige Komfort-Merkmale abgehandelt, zu denen natürlich auch die Sitzheizung, die Zweizonen-Klimaanlage, die elektrische Bedienung für Fenster und Verdeck gehören.

Aber auch das Fahrwerk kann ganz komfortabel und so schwebt man auch über die meisten Straßenschäden gut hinweg. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, bei diesem Fahrzeug steht der Komfort eindeutig im Vordergrund, und so animiert das A4 Cabrio mehr zum Cruisen denn zum Schnell-Fahren, obwohl der Motor auch ganz anderskann.

Aber in letzter Konsequenz ist für den ganz schnellen Ritt die Abstimmung etwas zu weich, auf der Autobahn zuckt der Gasfuß in Kurven eher mal zurück (nicht falsch verstehen, ich meine bei über 230 km/h) und auch in schnellen Kurven mahnt das laute Quietschen der Reifen vor allzu viel sportlichem Ehrgeiz.

Dabei lag unser A4 Cabrio dank quattro-Antrieb schon sehr gut und schob auch im Slalomtest nur leicht über alle Viere, war praktisch nicht aus der Ruhe zu bringen. Und dabei ist es gleich, ob Sie ESP aktiviert haben oder nicht. Traktion gibt’s ohne Ende und notfalls sorgt die Automatik dafür, das kein Rad beim schnellen Ampelstart durchdreht.

Auch beim Bremsen zeigt der Audi was er kann, fein dosierbar und auf Wunsch fest zupackend kann man eigentlich nur über das etwas weit vorstehende kombinierte Brems-/Kupplungspedal meckern.

Die Kombination aus ABS, elektronischer Bremskraftverteilung, Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten sowie Tandem-Bremskraftverstärker ist ein sicherer Garant für konstant kurze Bremswege.

Insgesamt sind die komfortable Automatik, der kultivierte Motor und die sehr angenehme Lenkung, die nicht zu straff aber auch nicht zu leichtgängig arbeitet, einfach wie geschaffen für das gemütliche Dahingleiten – ganz besonders natürlich offen. Wer will, kann gegen Aufpreis ein Sportfahrwerk, als S Line auch mit 10 mm Tieferlegung ordern, das dann merklich straffer ausgelegt ist.

Der Motor könnte dabei eigentlich auch ganz anders. Sechs Zylinder, 171 kW / 233 PS, drei Liter Hubraum. Was ist das für ein Triebwerk, dasda leise und kultiviert seine Arbeit verrichtet. Die nach unten gebogenen Auspuffrohre verraten es schon, es muss ein Diesel sein. Hören tut man das aber nicht.

Ganz leise springt der 3-Liter-TDI an, und daran ändert sich auch dann nicht viel, wenn man ihm die volle Leistung abfordert, das dunkle Brummen bleibt immer angenehm. Und der V-6-Zylinder-Turbodiesel ist zu hervorragenden Leistungen fähig, auch wenn ihm die Automatik doch einiges von seinem Schwung nimmt, aber spätestens oberhalb der 200er Marke kann er es so manchem Sportwagen zeigen, erst bei 242 km/h hat der Vortrieb ein Ende.

Aus dem Stand heraus geht es ein wenig verhalten zu Sache, auch ein Verdienst der Automatik, die langsam und so sanft schaltet, dass man alles vergisst und sich mit der gemütlichen Fortbewegung sofort anfreundet. Okay, wer doch flotter fahren will, der kann in den Sportmodus wechseln, wonach sich spürbar mehr tut, das A4 Cabrio aber immer noch nicht zum Sportwagen wird, der Durchzug ist zwar prima, aber unspektakulär.

Richtig sportlich wird es erst, wenn man in den manuellen Modus wechselt und selbst die Gänge wählt. Das geht sehr schön über Wippen am Lenkrad oder über den Wählhebel, die Befehle werden schnell und doch sanft umgesetzt und so entfaltet der TDI sein ganzes Temperament. Nicht zuletzt zum Schutz des Motors schaltet die Elektronik vor Erreichen des Drehzahlbegrenzers selbst.

Und jetzt merkt man auch, dass der 3.0 TDI nicht nur 233 PS Leistung mobilisiert, sondern mit 450 Nm ein mächtiges Drehmoment entwickelt, und das zwischen 1.400 und 3.250 U/min.

Wennman erst einmal mit diesem Diesel gefahren ist, will man eigentlich keinen Benziner mehr. Erst recht nicht, wenn es dann hin und wieder mal zum Tanken geht. Mit 8,3 Litern auf 100 km unserer Normstrecke kann man für 233 PS mehr als zufrieden sein, wer viel in der Stadt unterwegs ist oder auf der Autobahn gerne Vollgaspassagen einlegt, der sollte mit 12 bis 13 Litern rechnen. Reine Überlandfahrten im gemütlichen Tempo lassen sich mit 6 Litern bewältigen.

Zwar erreicht der 3.0 TDI die Abgasnorm Euro 4, einen Partikelfilter besitzt er aber noch nicht.

Statt eines Reservereifens besaß unser Audi Cabriolet ein tire mobility system, das einen sofortigen Reifenwechsel überflüssig macht.

Front- und Seitenairbags sorgen im offenen A4 für Sicherheit, unterstützt von Dreipunktautomatikgurten und einem Überschlagschutz, der ggf. in Sekundenbruchteilen ausfährt.

45.400,- Euro sind kein Pappenstiel, aber das Audi A4 Cabrio mit dem 3-Liter-Sechszylinder-Turbodiesel ist es wert, gehört doch nicht nur das elektrische Verdeck und die Tiptronic mit dazu. Wer auf die Tiptronic verzichtet und die Sechsgang-Schaltung wählt, ist mit 43.400,- Euro dabei.

Dabei ist auch immer der quattro-Antrieb, Sportsitze, eine Komfort-Klimaautomatik, el. Außenspiegel, automatisch abblendender Innenspiegel, Alufelgen, höhenverstellbare Vordersitze, gebürstete Alu-Dekor-Einalgen, Lederlenkrad und Zentralverriegelung mit Fernbedienung, um nur die wichtigsten Dinge zu nennen.

Es geht aber auch noch mehr: eine Metallic-Lackierung schlägt noch einmal mit 650,- Euro zu Buche,Stoff-Leder-Sitze mit 980,- Euro und Ledersitze mit 1.680,- Euro. Dazu kommen noch diverse Pakete, wie z.B. das Exterieur-Paket für 1.260,- Euro, das Sportpaket für 1.165,- Euro oder die Exclusiv-Line für 3.950,- Euro.

Stand: Juli 2006, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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