// Fahrbericht / Vorhang auf für den neuen Kia Sportage

Kia

Vorhang auf für den neuen Kia Sportage

Der Begriff Sport Utility Vehicle abgekürzt SUV ist ebenso wenig wegzudenken wie die damit verbundene Fahrzeuggattung. Bereits seit einigen Jahren ist in diesem Segment ein stetig wachsender Trend zu vermelden und während es vor einiger Zeit noch die größeren Fahrzeuge waren, die alle begeisterten, sind es jetzt vielmehr die kleineren, kompakteren SUV, die an Beliebtheit gewinnen. Kia scheint mit dieser Entwicklung wahrlich mitzuwachsen und präsentiert nun die durch und durch neue und absolut gelungene dritte Kia Sportage Generation. So bullig wie er dasteht, so fährt er sich auch, vor allem, wenn der 2-Liter CRDi unter der Haube werkelt …

Sein Auftritt hat etwas Anmutiges und mit dem Vorgänger hat der neue Sportage nichts mehr gemein. Selbstbewusst und kraftvoll steht er vor uns, spiegelt die neue Kia-Designrichtung wieder und hebt sich von seinen zahlreichen Mitbewerbern deutlich ab.

Länger, breiter und flacher kommt der Neue wesentlich dynamischer daher. Seine Front wirkt regelrecht wuchtig, streckt stolz das neue Markengesicht dem Wind entgegen. Der markante, chromeingefasste Kühlergrill wird umrahmt von schnittig geformten Scheinwerfern, die gerade mit dem LED-Tagfahrlicht gut gefallen, und auch die schwungvollen Nebelscheinwerfer sind alles andere als dezent, was für die gesamte Frontschürze mit ihren verspielten Einsätzen gilt.

Mit einer sehr hohen Schulterlinie in Kombination mit einer rundum flachen Fensterpartie, den markanten Radläufen und dem kompakten hochgesetzten Heck wirkt er absolut kraftvoll. Die großen, auffälligen Rückleuchten setzen noch einmal einen starken Akzent.

Alles in allem versprüht der Sportage einen gewissen American-Flair, der auf unseren Straßen für eine willkommene Abwechslung sorgt und dem neuen Kia-Sprössling einen hohen Wiedererkennungswert garantiert.

Apropos, der neue Farbton Techno-Orange Metallic, den Sie auch auf unseren Fotos sehen, tut ein Übriges dazu und setzt den Sportage zusammen mit den silbernen und schwarzen Applikationen perfekt in Szene.

Auch beim Innenraum wurde nichts mehr beim Alten belassen, unddamit hat sich der Sportage nochmals erheblich gemausert und zudem an Qualität gewonnen. Klar strukturiert, aber mit dem richtigen Schwung ist das Cockpit nicht nur übersichtlich, sondern vermittelt einem auch – gerade in Verbindung mit der breiten Mittelkonsole – den gewissen SUV-Charakter.

Allerdings waren uns die Applikationen in Silber und schwarzem Klavierlack zu dezent und gehen etwas in dem vielen Grau unter. Was jedoch der intuitiven Bedienung mit groß dimensionierten und logisch angeordneten Tasten und Reglern keinen Abbruch tut. Auch die sportlich gezeichnete und groß ausgeführte Instrumententafel liefert keinen Anlass zur Kritik.

Ganz auf SUV-Niveau und somit voll in Ordnung geht auch das Gestühl, das auch für große Passagiere ausreichend groß dimensioniert ist und zudem genügend Seitenhalt bietet – auch wenn dieser vor allem bei flotter Fahrweise gerne größer sein dürfte. Die straffe Polsterung sorgt auch auf langen Strecken für angenehmes Sitzen.

Zufrieden waren wir außerdem mit den guten Platzverhältnissen, die uns vorne wie aber auch im Fond erwarten. Wer dann noch 425,- Euro investiert, kann sich und sogar die Insassen die hinten Platz nehmen mit einer Sitzheizung verwöhnen. Der Ein- und Ausstieg gelingt nun dank niedrigerer Türschwellen leichter und ist bequem zu meistern.

Bequem gelingt auch das Bestücken des Gepäckabteils, da die Ladekante für ein SUV angenehm niedrig ist und die Heckklappe weit nach oben schwingt. Durchaus sehen lassen kann sich auch das Stauvolumen, das bis zu 1.353 Liter betragen kann. Hierzu muss nur am Hebel der asymmetrisch geteilten Rückbank gezogen werden und schon ist die Lehne umgelegt, die entstehende Fläche ist jedoch ansteigend. Im alltäglichen Gebrauch kommt man aber auch wunderbar mit den 326 bzw. 564 Litern (bei dachhoher Beladung) aus. Unter dem Gepäckraumboden finden Sie weiteren Platz für allerlei weiteres Zeug. Aber auch die kleineren Gegenstände finden in zahlreichen Ablagen ihren Platz, sowie sich Getränkeflaschen problemlos vorne wie hinten verstauen lassen.

Bereits von außen ist zu erahnen, dass die wuchtige C-Säule die Sicht nach hintenerheblich einschränkt. Die Rückfahrkamera an der Heckklappe (Serie in Spirit, optional für Vision) die das Bild entweder auf ein 3,5 Zoll großes LCD-Display im Innenrückspiegel oder auf den 7-Zoll-Bildschirm des Navigationssystems überträgt, schafft hier Abhilfe.

Bei der Fahrwerksauslegung hat Kia wahrlich die goldene Mitte getroffen, angenehm straff liegt er gut in schnellen Kurven, bietet aber auch auf schlecht ausgebauten Straßen guten Komfort, und so fühlen wir uns auch auf der Autobahn richtig wohl. Wer zudem noch gerne abseits der Straßen unterwegs ist, sollte in jedem Fall das neue Allradsystem Dynamax ordern, das wahlweise für alle derzeit angebotenen Aggregate erhältlich ist, die Zweiliter-Dieselversion mit Automatikgetriebe ist sogar ausschließlich als Allradversion zu haben.

Das System verteilt dabei je nach Fahrsituation das Drehmoment variabel zwischen Vorder- und Hinterachse, was im normalen Fahrbetrieb zur Folge hat, dass das volle Drehmoment an die Vorderräder geleitet und somit unnötiger Kraftstoffverbrauch verhindert wird, somit liegt die Allradversion im Verbrauch erfreulicherweise nur minimal über der frontgetriebenen Variante.

Manuell hat der Fahrer die Möglichkeit, den „Lock”-Modus zu aktivieren und damit eine gleichmäßige Verteilung der Motorkraft auf Vorder- und Hinterachse festzulegen. Wird allerdings Tempo 40 überschritten, schaltet das System automatisch auf die variable Drehmomentverteilung zurück.

Mit dem Allradsystem Dynamax kann der Sportage auch abseits befestigter Wege seine Runden drehen, auch wenn schon der Blick in die technischen Daten zeigt, dass er vom echten Offroad-Einsatz weit entfernt ist: Bodenfreiheit 172 mm, Böschungswinkel vorn 22,7 Grad und hinten 28,2 Grad, Rampenwinkel 17,7 Grad, maximale Steigfähigkeit 44,2 Grad und der Neigungswinkel liegt bei 45,0 Grad.

Nachdem jedoch die meisten SUV-Fahrer zumeist urban unterwegs sind und weniger offroad, wird die frontgetriebene Version wohl das Rennen machen. Und mit dieser ist man auch sehr gut bedient, sie verfügt nicht nur über eine Bergan- und -abfahrhilfe, sondern sorgt im Alltag dank Traktionskontrolle TCS fürausreichend Grip und liegt mit Hilfe des serienmäßigen ESP auch im Grenzbereich sicher auf der Straße. Mit der elektrischen Servolenkung erreicht Kia eine weitere Kraftstoffverbrauchsreduzierung gegenüber dem Vorgängermodell, das noch mit einer hydraulischen Servolenkung arbeitete. Doch gerade im Stadtverkehr ist uns die Lenkung etwas zu unpräzise, erst mit zunehmendem Tempo wird sie straffer, direkter und damit gefühlvoller.

Das Bremssystem mit Scheibenbremsen rundum, vorn innenbelüftet, hinterlies auf unserem kurzen Ausritt einen soliden Eindruck. Das Anti-Blockier-System (ABS), die elektronische Bremskraftverteilung (EBD) sowie der Bremsassistent (BAS) stehen dem Sportage im Ernstfall sicher zur Seite.

Zu Beginn werden nur die beiden von uns auch gefahrenen Motorvarianten erhältlich sein: ein Benziner und ein Diesel, jeweils mit zwei Liter Hubraum, gegen Ende des Jahres folgen zwei kleinere und noch umweltbewusstere Aggregate. Während der aktuelle Benziner nur überarbeitet wurde, feiert der 2-Liter-Diesel im Sportage seine Premiere und ist im direkten Vergleich ganz klar unser Favorit.

Der Vierzylinder-CRDi sorgt mit seinen 136 PS und dem maximalen Drehmoment von 319 Nm, das bereits von unten heraus zwischen 1.800 und 2.500 Touren voll zur Verfügung steht für spritzigen Vortrieb und souveräne Fahrleistungen, die sich in folgenden Messwerten ausdrücken (Angaben für 2WD/Handschalter): 10,8 Sekunden von Null auf Tempo 100 und Topspeed 182 km/h.

Dabei kann der Motor mit einem Spritverbrauch von 5,5 Liter bei der 2WD/Schaltgetriebe-Variante überzeugen, die Allradversion liegt bei immer noch guten 5,7 Litern Diesel, nur die Automatik gönnt sich mit 6,9 Liter deutlich mehr. Auch bei den CO2-Emissionen hat sie mit 179 im Gegensatz zu 147 g/km deutlich das Nachsehen.

Der Diesel kann einfach rundum punkten, ohne störendes Dieseln oder Anfahrschwächeln, angenehm leise und vor allen Dingen mit ordentlichem Durchzug überzeugt das Aggregat im Gegensatz zum 163 PS starken Benziner.

Das Drehmoment von nur 195 Nm bei erst 4.600 Touren verhilft dem Sportage nur schwer aus den Puschen, der Ottomotor kommt hier vor allem beimDurchzug einfach nicht mit und enttäuscht regelrecht, auch wenn er von Null auf Hundert in 10,4 Sekunden und der Topspeed von ebenfalls 182 km/h dem Diesel noch Paroli bieten kann. Kommt hier noch die an sich sehr feine Automatik hinzu, hat man das Gefühl förmlich zu stehen. Mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe ist das zwar einen Hauch besser, allerdings ist auch hier der Durchzug mehr als schleppend. Und dieser Eindruck wird einem bereits bei kurzen Stadtfahrten vermittelt, ist man dann erst mal auf der Autobahn angelangt, kommt das angestrengte Aufheulen des Motors noch störend hinzu.

Der mögliche Spritverbrauch liegt zwischen 7,6 und 8,4 Liter je nach Antriebs- und Getriebewahl, im CO2-Ausstoss pendelt er sich zwischen 180 und 200 g/km ein. Wer nicht sofort in den 2-Liter-Turbodiesel einsteigen will, der sollte vielleicht doch bis Ende des Jahres und den dann auf den Markt kommenden 1.6 GDI warten, der zudem mit einem 6-Gang-Handschalter und wenn gewünscht auch einem Start-Stopp-System versehen sein wird. Gleiches gilt für den dann ebenfalls folgenden 1.7 CRDi, beide werden allerdings nur mit Frontantrieb erhältlich sein.

Doch an dieser Stelle noch mal kurz zurück zu der Getriebealternative, der sechsstufigen Automatik, die nicht nur wunderbar sanft und zeitnah schaltet und im Sport-Modus eine manuelle Gangwahl ohne Eingreifen der Automatik ermöglicht. Sie ist zusätzlich mit einem Eco Active Switch System ausgerüstet, das mittels Tastendruck aktiviert wird und dann automatisch in die ökonomischste Fahrstufe schaltet und so den Kraftstoffverbrauch senkt. Der frontgetriebene Diesel ist übrigens die einzige Kombination, für die es die optionale Sechsgang-Automatik nicht geben wird.

An der Karosserie wurde nicht nur optisch einiges verändert, sie wurde auch mit Blick auf die Sicherheit weiter verbessert und dementsprechend konzipiert. Diese Maßnahmen alleine schaffen jedoch noch kein sicheres Fahrzeug und darum hat Kia den neuen Sportage mit serienmäßigen Front- und Seitenairbags sowie Kopfairbags bestückt, die bis nach hinten reichen.

Dazu gesellen sich Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, aktive Kopfstützen und zahlreicheSysteme wie z. B. die Stabilitätskontrolle ESC inkl. Überschlagsensor, Bremsassistent, Berganfahrhilfe (Hillstart Assist Control, HAC) und Bergabfahrhilfe (Downhill Brake Control, DBC) sowie das adaptive Bremslicht (Emergency Stop Signal, ESS).

Wie von Kia nicht anders erwartet, bieten sie ihren Neuling zu einem durchaus fairen Preis an und warten zudem mit einer sehr umfangreichen Serienausstattung auf, die bereits bei der Basis „Attract“ elektrische Fensterheber rundum, eine Klimaanlage, ein MP3-fähiges CD-Radio, Leichtmetallfelgen sowie die Höhenverstellung für Lenkrad und Fahrersitz umfasst.

Während zur Zeit der Einstiegspreis bei 21.300,- Euro für den Benziner mit Frontantrieb liegt, wird Ende des Jahres der 1.6 GDI sogar die 20.000,- Euro-Marke unterschreiten. Der Zweiliter-Diesel startet bei 24.100,- Euro bzw. 25.600,- Euro inkl. Allradantrieb.

Und selbst die Topvariante „Spirit“ ab 26.300,- Euro für den Benziner und 29.100,- Euro für den frontgetriebenen 2.0 CRDi ist alles andere als überteuert und hat mit serienmäßigen Xenon-Scheinwerfern, einer Klimaautomatik, dem Navigationssystem inkl. 7-Zoll-Touchscreenmonitor, einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Multifunktionslenkrad, Smart Key, einer beheizbaren Frontscheibe, der Rückfahrkamera, dem klimatisierten Handschuhfach, einer Geschwindigkeitsregelanlage, Stoffsitzen inkl. Lederapplikation sowie der Sitzheizung für vorne und hinten einiges zu bieten.

Während die Basisausstattung Attract um eine Metallic-Lackierung für 410,- Euro und dem Komfort-Paket für 270,- Euro, das u.a. elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, ein tiefenverstellbares Lenkrad, Außenspiegel in Wagenfarbe und LED-Tagfahrlicht beinhaltet, erweiterbar ist, stehen der mittleren Linie Vision zahlreiche Sonderausstattungs-Pakete zur Wahl, die keine Wünsche mehr offen lassen sollten. Die einzelnen Optionen Teilledersitze, ein elektrisches Panoramadach und eine 6-Stufen-Automatik stehen wiederum auch für die Topvariante zur Wahl.

Die Herstellergarantie von sieben Jahren oder 150.000 Kilometer Laufleistung für das gesamte Fahrzeug inklusive Antriebsstrang sind stets im Preisinbegriffen. Ebenso die zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung ohne Kilometerbegrenzung sowie fünf Jahre Lackgarantie (oder 150.000 Kilometer) und drei Jahre Mobilitätsgarantie (ohne Kilometerbegrenzung).

Stand: August 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ähnliche Beiträge

Kommentare

Keine Kommentare for “Vorhang auf für den neuen Kia Sportage”

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Archive

banner