// Fahrbericht / Unser Showcar Citroën C3 Picasso

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Unser Showcar Citroën C3 Picasso

Toll sieht der C3 Picasso aus, in strahlendem Weiß, mit den schwarz lackierten Applikationen, den Chromteilen und den 17 Zoll Alufelgen, gerade so als hätte er sich für den Catwalk schick gemacht. Und das beste ist, dass es beim Aussehen allein nicht bleibt, er ist innen sehr geräumig, bietet einen variablen Gepäckraum, eine längsverschiebbare Rücksitzbank und ein ansprechendes Cockpit. Bedienung und Erreichbarkeit sind tadellos und abgesehen davon, dass einen in richtig schnellen Kurven das ESP mächtig ausbremst kann man sich über das Fahrwerk ebenso wenig beschweren wie über die guten Bremsen. Der Motor schafft mit seinen 109 PS gute Fahrleistungen, läuft kultiviert und sparsam. Okay, mit 21.700,- Euro ist er nicht billig, dafür aber auch wirklich super ausgestattet.

Er sieht aus wie aus dem Schönheitssalon, unser Citroën C3 Picasso, in leuchtendem Weiß, mit schwarzen Applikationen und schicken Chromteilen. Vor allem aber die Niederquerschnittreifen auf den besonderen Alufelgen im 17 Zoll Format helfen mit, den Franzosen aus der Masse abzuheben und machen ihn fast zu einem Kunstwerk, einem Picasso eben. Aufgrund seiner ganz besonderen Form kann er das aber auch in vielen anderen Farben.

Dass ein nützlicher Van so schick aussehen kann, so sportlich und dynamisch und trotzdem die praktischen Seiten nicht vernachlässigt, das ist schon erstaunlich. An der rundlichen Front reicht die Schürze bis tief auf den Asphalt, die beiden Lufteinlässe und die zusätzlichen schwarzen Einsätze machen ihn zusammen mit den Frontscheinwerfern, deren Blinkereinsätze wie Augenbrauen nach hinten schwingen, unverwechselbar.

Als nächstes fällt die große Frontscheibe auf, die weit in die Seiten reicht und die zweigeteilte A-Säulen wieder vereint. Nach oben hin geht sie fast nahtlos in das große Sonnendach über, so kommt trotz getönter Scheiben viel Licht in den geräumigenInnenraum.

Schwarze Türgriffe mit Chromzierleisten korrespondieren mit den ebenfalls chromverzierten schwarzen Rammschutzleisten. Geradlinig und nur leicht ansteigend sorgt die hohe Gürtellinie für einen starken Body, darüber schwingt sich die Dachlinie in ganz sanftem Bogen in die nach hinten schräg stehende D-Säule. Hier schließen sich die glänzenden Rückleuchten an, aus deren schwarzem Rahmen sich die gewölbte Heckscheibe entwickelt.

Weitere Leuchten nimmt die aufgesetzte Stoßstange auf, mit dem letzten Schuss Chrom bildet der Heckklappengriff einen gelungen Schlusspunkt. Mit ihm lässt sich die Heckklappe leicht handeln, sie hinterlässt eine angenehm niedrige und gut geschützte Ladekante (die schwarz glänzende Stoßstange ist den Ladegütern aber schutzlos ausgeliefert) und öffnet leider nur so weit, dass sich 1,85 m Menschen schnell mal an ihr stoßen.

Wo wir schon am Kofferraum stehen, bleiben wir gleich hier und beschäftigen uns mit der rein praktischen Seite des C3 Picasso. Und das geht schon richtig gut los. Steht die Rückbank ganz hinten, passen immerhin noch 385 Liter rein, fährt man sie vor, werden schon mal 500 Liter draus. Wem das nicht reicht, der kann die Rückbank im Verhältnis 40 zu 60 geteilt umkappen. Dazu genügt ein Handgriff und gleichzeitig mit dem Vorklappen der Lehne senkt sich die Sitzfläche in den Fußraum ab, so können bis zu 1.506 Liter genutzt werden. Mit ebenem Ladeboden versteht sich. Um den durch die verschiebbare Rückbank ggf. entstehenden Schlitz zu verbergen, gibt es ein zusätzliche Klappe am Sitz.

Der Boden im Kofferraum ist ein stabiler, variabler Zwischenboden, unter ihm lässt sich bei Bedarf auch die Gepäckraumabdeckung verstauen, wenn man dachhoch beladen möchte. Hier ist auch das Werkzeug sauber verstaut. Für unseren Testwagen in der Version Exclusive kann ein Reisepaket geordert werden, bei dem auch noch die Lehne des Beifahrersitzes vorgeklappt werden kann und man so bis zu 2,40m lange Gegenstände transportieren kann. Eine Skidurchreiche gehört ebenfalls dazu und dank des Hakens seitlich im Kofferraum bleiben auch Tüten oder Taschen an ihrem Platz.

Rutschen wir eine Reihe nach vorne und genießen hier den Komfort der um 15 cm längsverschiebbaren Rückbank, in den man dank des bequemen Ein- und Ausstiegs ohne Probleme gelangt. Ist die Stellung ganz vorne, wird es für Erwachsene im Fußraum recht eng, steht sie ganz hinten, sind die Platzverhältnisse sehr üppig, nur der Kopffreiraum geht spätestens ab 1,85 m Körpergröße verloren, und dann reichen auch die Kopfstützen nicht mehr aus.

Jetzt fällt der Blick auf das gefällig gestaltete Cockpit und es hält uns nichts mehr in Reihe zwei, also nichts wie rein ins Vergnügen und Platz genommen auf den Vordersitzen. Die sind ausreichend große ausgefallen und man fühlt sich dank der guten Ausformung richtig schön eingepackt, die Sitzverstellung erfolgt manuell und trotz Lehnenverstellung per Hebel schön feinrastrig. Die Höhen- und Weitenverstellung des prima ausgeformten und mit Leder bezogenen Lenkrades könnte allerdings für große Fahrer noch ein Stück weiter reichen.

Zu den schicken hellen Nähten am Ledervolant gesellt sich auch eine schöne Aluapplikation, ihr silberner Glanz taucht auch an den Lüftungsdüsen und rund um den Schalthebel wieder auf, dazu noch ein schicker Materialmix u.a. mit schwarzem Klavierlack in der Mittelkonsole.

Schon während der Präsentation war es uns aufgefallen, im Rahmen des Test hat sich das wieder bestätigt, wir haben das aus anderen Modellen bereits bekannte Lenkrad mit der feststehenden Nabe ebenso vermisst wie die Sportsitze, die in zahlreichen Citroën-Modellen Einzug gehalten haben und die Modelle wohltuend aus der Masse abheben. Man kann halt nicht alles haben …

In der Mitte auf dem Armaturenbrett thront das halbtransparente Display mit den Anzeigen für Tacho, Drehzahl und Co. Die Bedienelemente in derMittelkonsole sind auf das notwendigste begrenzt, gut erreichbar, übersichtlich und einfach zu bedienen.

Für gute Sicht nach vorne sind die A-Säulen in zwei dünne Streben geteilt, die sehr breit ausgefallenen D-Säulen sorgen hingegen für starke Einschränkungen was die Sicht nach schräg hinten angeht. Ansonsten ist der Ausblick dank großer Glasflächen prima, öffnet man nur eines der Fenster, fängt der Fahrwind im Innenraum schnell an zu wummern. Mit dem riesigen Glasdach kommt noch mehr Licht nach innen, bei zuviel Sonne hilft eine elektrische Jalousie.

Von Ablagen und Fächern kann man eigentlich nie genug haben, der C3 Picasso stellt hier auch hohe Anforderungen zufrieden, allein das Handschuhfach bietet reichlich Stauraum und kann sogar auf Wunsch gekühlt werden. Klapptische in den Vordersitzlehnen, Lesespots und ein zusätzlicher Innenspiegel, eine Skiklappe und eine Schublade unter dem Beifahrersitz ist im Reisepaket für 350,- Euro erhältlich.

Der Citroën C3 Picasso findet einen feinen Kompromiss in Sachen Fahrwerksauslegung und gibt sich angenehm straff, kann nur grobe Bodenwellen und Schlaglöcher schlechter wegstecken. Und trotz des recht hohen Aufbaus halten sich die Karosserieneigungen in engen Grenzen, es könnte also richtig sportlich dahingehen mit dem Franzosen.

Könnte, wäre da nicht das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP, das besonders in engen Kurven extrem scharf eingreift und sportlich ambitionierten Fahrern etwas den Spaß nimmt, vor allem weil es auch nur bis Tempo 50 deaktiviert werden kann. Im Slalomtest bei Tempi unter 50 km/h sind die Eingriffe zwar immer noch spürbar, aber durchaus okay. Also gehen wir etwas ziviler in die scharfen Kurven und alle ist paletti.

Ein gutes Gefühl vermittelt auf jeden Fall die Lenkung des C3 Picasso, die mit einem Wendekreis von 10,60 Metern den Wagen ausreichend wendig macht. Dank geschwindigkeitsabhängiger Servolenkung ist sie stets gut angepasst, also leichtgängigbeim Rangieren und angenehm straff bei flotterer Fahrt. Dabei arbeitet sie stets ausreichend direkt und gibt eine gute Rückmeldung von der Straße.

Auf die ABS-Bremsanlage mit Scheibenbremsen rundum, vorn innenbelüftet, sowie elektronischer Bremskraftverteilung und Notbremsassistent ist in jeder Lege Verlass. Auch wenn Sie bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 schwarze Striche auf den Asphalt zeichnet, bleibt das Fahrzeug sauber in der Spur und steht nach guten 37 Metern, taucht dabei aber an der Vorderachse tief ein. Während der Vollbremsung schaltet sich automatisch die Warnblinkanlage ein, blinkt während das Bremsvorgangs deutlich schneller.

Mit dem Diesel unter der Haube ist der Citroën C3 Picasso in der Anschaffung ein gutes Stück teurer als die Benziner, spätestens im laufenden Betrieb macht sich der Diesel aber durch ein sehr angenehmes Fahren und vor allem in der Stadt ein deutliches Sparen bemerkbar. Und davon abgesehen erkennt man den Diesel nur im Stand an seinem Sound.

In Bewegung und erst recht im warmen Zustand läuft das Aggregat angenehm leise und kultiviert. Und er zieht spontan an, dreht willig hoch und erfreut mit guter Leistungsausbeute. Neben den 80 kW/109 PS, die der Vierzylinder-Sechszehnventiler mit Commonrail-Direkteinspritzung mobilisiert sorgt vor allem das maximale Drehmoment von 245 Nm bei 1.750 Nm für einen guten Durchzug, der Turbolader arbeitet angenehm gleichmäßig.

Und so geht es in 12,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, ASR hilft dabei gut die Antriebsräder unter Kontrolle zu halten. Bei ausreichenden 183 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Trotz Rußpartikelfilter und einem CO2-Ausstoß von nur 133 g/km (unser Testwagen war mit 17-Zöllern bestückt, mit 16 Zoll Reifen sind es sogar nur 130 g/km) schafft der Motor nur die Euro 4-Einstufung. Sein Verbrauch liegt in der Stadt bei 6,5 Litern, außerorts sind es 4,2 Liter Diesel auf 100 km und im Rahmen unserer Verbrauchsmessfahrt hat sichder C3 Picasso mit 4,9 Litern begnügt.

Außer auf langen Autobahnetappen, wo man ggf. mal den sechsten Gang vermissen könnte, kann man mit dem serienmäßigen Fünfgang-Schaltgetriebe sehr zufrieden sein. Es ist gut auf die Motorcharakteristik abgestimmt, der Schalthebel ist auf kurzen Wegen exakt und straff geführt.

Unser Testwagen war in der gehobenen Ausstattuingslinie Exclusive ausgeführt, und das bedeutet auch in Sachen Sicherheit ist eigentlich alles an Bord, was man so braucht: Gurte mit pyrotechnischen Straffern vorn, ISOFIX-Verankerungspunkte, Seitenaufprallschutz, Front- und Seitenairbags vorne sowie durchgehende Kopfairbags.

21.700,- Euro sind für einen Van der eigentlich ins Kleinwagensegment fällt ganz schön viel, aber wenn man berücksichtigt, dass der C3 Picasso auf gerade mal 4,07 Metern Länge richtig viel Auto bietet und eine üppige Ausstattung mitbringt, dann geht der Pries voll in Ordnung.

Denn eigentlich müssten wir Sie jetzt direkt an den Citroën-Händler verweisen, so umfangreich ist die Grundausstattung des Topmodells Exclusive. Neben elektrisch verstell, anklapp- und beheizbaren Außenspiegeln, Tempomat, ABS, ESP und ASR, Klimaanlage mit vollautomatischer Regelung, links und rechts getrennt sind auch Licht- und Regensensor, eine Einparkhilfe hinten, elektrische Fensterheber rundum, Lederlenkrad und Nebellampen bis hin zu einer Alcantara-Leder-Stoff-Polsterung an Bord. Und da haben wir mal nur die auffälligsten Dinge aufgezählt, da käme noch die Zentralverriegelung mit Fernbedienung dazu, das Radio mit CD-Player, der Bordcomputer, Drehzahlmesser, die Höhen- und Weitenverstellung des Lenkrads und, und. und.

Ein paar Extras gibt es dann aber doch noch, wie z.B. für 450,- Euro die Metallic-Lackierung, das Black-Paket mit schwarz lackierten Stoßfängereinsätzen und speziellen 17 Zoll Alufelgen oder das Panorama-Paket mit dem großen Glasdach und den hinten abgedunkelten Scheiben.

Mit derVollkasko-Einstufung 17 kommt selbst der Diesel, der ja zumeist einen Vielfahrerzuschlag hinnehmen muss, bei der Versicherung sehr gut weg. Alle 20.000 km soll der zahnriemengesteuerte HDi laut Werk zur Wartung gebracht werden.

Stand: Oktober 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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