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Tuscon-Nachfolger Hyundai ix35

Bewusst präsentierte Hyundai seinen neuen Sprössling in der Weltstadt Berlin, was unter uns Journalisten ehrlich gesagt für Unverständnis sorgte, schließlich handelt es sich bei dem neuen ix35 um ein kompaktes Sports Utility Vehicle (SUV). Hyundai positioniert den spürbar angewachsenen Tuscon-Nachfolger aber vielmehr als Stadtroader. Diesem Ziel wird sich der ix35 jedoch erst Ende des Jahres, dann mit Start-Stopp-System in Verbindung mit zwei neuen Einstiegsmotoren nähern können. Für uns bleibt er vielmehr ein dynamischer, schicker und moderner SUV, der mit einem hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis und einigen weiteren Vorteilen überzeugen kann, nur beim Fahrwerk sind dringend Verbesserungen nötig.

Während der Tuscon noch eher den Charme eines Raubeins und Offroaders hatte, ist der ix35 mit seiner sehr dynamischen und extravaganten Linienführung in einen modernen und absolut schicken Anzug gehüllt.

Der neue markante Hexagon-Kühlergrill mit großem Lufteinlass wird auch bei künftigen Modellen zum Markenzeichen. Die runden Nebelscheinwerfer sind in schnittige Chromeinfassungen integriert, die sich optisch an die Scheinwerfer anlehnen. Diese ziehen sich stark nach hinten und drücken, untermalt von den Erhebungen auf der Haube, pure Dynamik aus. Im Gesamten ist die Front recht hoch und wuchtig, die Radläufe wirken dagegen regelrecht zierlich.

An Schwung fehlt es jedoch auch der Seitenlinie nicht, die scharfe, unterbrochene Charakterlinie in Kombination mit der abfallenden sportlichen Dachführung, der ansteigenden Gürtellinie und der sich verjüngenden und schließlich spitz zulaufenden Fensterpartie lassen den Hyundai ix35 zu einem der Sportlichsten seiner Art werden. Nur die untere scharfe Kante über dem Seitenschweller will nicht so recht in den harmonischen Verlauf passen.

Wiederum wunderbar integriert, schafft der Dachkantenspoiler einen wunderbaren Übergang zum kompakten und ebenso schnittigen Heck. Die Rückleuchten präsentieren sich nicht minder schnittig wie die Frontleuchten, was auch für die Nebelschlussleuchten gilt.

Im Interieur zeigt sich der Tuscon-Nachfolger ebenfalls von einer frischeren und wertigeren Seite. Angreiffreundliche und ansprechende Kunststoffe, schickeApplikationen im Aluminium-Look, Chromakzente und feines Leder schaffen eine wunderbare Wohlfühlatmosphäre. Während in der Basis noch viel Schwarz auftrumpft, gefällt gerade in der Premium-Ausstattung die zweifarbige Ausführung, die je nach Geschmack in Braun und Beige oder Braun und Schwarz gehalten ist.

Die Sitze sind zwar neu und erfüllen für einen SUV absolut die in sie gesetzten Erwartungen, könnten für große Insassen aber gerne noch etwas größer und passend zur sportlichen Optik der Außenhaut mit mehr Seitenhalt versehen sein, ansonsten sind sie jedoch komfortabel und angenehm straff. Die Sitzposition ist SUV-typisch recht hoch, dennoch ist es mit der Rundumsicht nicht all zu gut bestellt, da die gesamten Dachsäulen sehr breit sind und die Fensterfront an sich recht schmal ausfällt.

Das neue Vier-Speichen-Lenkrad ist dank Höhen- und Weitenverstellung nicht nur praktisch sondern liegt angenehm dick gut in der Hand und sieht zudem richtig schick aus.

Ausführung, Platzierung und Optik der Bedienelemente ist ebenfalls vorbildlich. Groß ausgeführt, in guter Reichweite schön weit oben platziert und intuitiv in der Bedienung, wie auch der Touchscreen-Monitor mit dem man das Navigationssystem steuert oder auch die in chromumrandeten Röhren platzierten Rundinstrumente inkl. Bordcomputer.

Das Platzangebot für Insassen wie Gepäck ist im Vergleich zum Tuscon spürbar angestiegen. Während wir im Cockpit zwar gut eingepackt, jedoch keinesfalls beengt sitzen, können sogar in Reihe Zwei problemlos auch drei Großgewachsene nebeneinander Platz nehmen und bereits ab der Ausstattung Style werden wir hier von einer serienmäßigen Sitzheizung verwöhnt.

Der Kofferraum fasst nun 591 Liter und stellt voll ausgebaut bis zu 1.436 Liter Stauraum zur Verfügung. Hierzu müssen lediglich die Lehnen mittels einem Handgriff umgelegt werden, die entstehende Ladefläche ist nahezu eben. Weiteren Platz für Kleinigkeiten finden wir je nach Ausführung mit Reserverad oder Reifen-Reparatur-Set unter dem Ladeboden oder aber in den zahlreichen Ablagen im Fahrzeug, wie u.a. in den Türfächern, dem kühlbaren Handschuhfach, der Mittelarmlehne vorne und hinten, an den Rückseiten der Vordersitze sowie im Brillenfach und den Getränkehaltern.

Die Heckklappe schwenkt schön weit nachoben auf, nur die uns dort erwartende Ladekante ist bauartbedingt etwas höher, aber gut geschützt.

Sportlich-agil sollte das Fahrwerk werden und dass scheint Hyundai soweit wir das in den Straßen von Berlin erfahren konnten auch gelungen zu sein. Allerdings ging der ix35 mit einer so überraschenden Härte ans Werk, dass wir doch ziemlich den nötigen Komfort vermisst haben.

Wir hoppelten förmlich über die nach diesem Winter stark beschädigten Straßen und gerade starke Querrillen oder große Schlaglöcher dringen teilweise störend hart ins Innere. Mehr noch war es das akustische laute Poltern an der Hinterachse, was uns wirklich nervte. Eine Erfahrung, die wir so bisher bei Hyundai noch nicht gemacht haben. Wir hoffen und wünschen uns, dass diese Schwäche schnell beseitigt wird.

Doch es gibt nicht nur schlechtes in punkto Fahrwerk zu berichten, der ix35 lies sich dank elektrisch unterstützter Servolenkung spielerisch handeln, präzise lenken und zeigte sich durchaus von seiner wendigen Seite. Das elektronische Stabilitätsprogramm ESP kam in der Stadt sowie auf den Vorstadtstraßen zwar nicht zum Einsatz, mehr zu tun hatte da die Traktionskontrolle, die vor allem bei einem ungestümen Gasfuß das Durchdrehen der Räder beim Anfahren nicht ganz unterbinden konnte, Frontantrieb eben.

Absolut keine Traktionsprobleme mehr hatten wir mit der 4-WD-Variante, denn wie schon beim Tuscon können Sie auch beim ix35 zwischen zwei Antriebskonzepten 2WD-Fronttriebler oder 4WD mit Allradsystem wählen. Letzteres ist für einen Cityroader mit Sicherheit nicht nötig, lässt Sie aber andererseits bei unvorhersehbaren Hindernissen auch nicht im Regen stehen. Das Allradsystem Interactive Torque Management kann bis zu 50 Prozent der Antriebskraft variabel an die Hinterachse leiten.

Wiederum interessant für ein City-Kreuzer ist das Smart Parking Assist System, das im Hyundai ix35 Premiere feiert. Mittels Sensoren erkennt das System passende Parkflächen parallel zur Fahrbahn, sogenannte Parktaschen, und Möglichkeiten die sich auf der linken Seite befinden. Zum Vergleich, ein VW Tiguan erkennt nur erstere! Nun wird nur noch der Rückwärtsgang eingelegt, vorsichtig mit dem Gaspedal das Fahrzeug in Bewegung gesetzt und schon parkt dieses selbstständig ein.

Bestückt mitScheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet, und von ABS, einer elektronischen Bremskraftverteilung sowie einem Bremsassistent unterstützt sind die Vorraussetzungen für einen sicheres Bremsen gegeben. In der Stadt zeigte sich die Bremsanlage schon mal von ihrer guten Seite, ein fester Tritt ist nicht nötig, die Bremse spricht schnell an und ist auch angenehm in der Dosierung. Eine automatische Bergabfahrkontrolle sowie -anfahrkontrolle sind außerdem mit an Bord, Hilfen, die wir in der Stadt während der Präsentation nicht ausprobieren konnten.

Zunächst geht der neue Hyundai ix35 mit einem 163 PS-Benziner und zwei Dieselaggregaten mit 136 PS oder 184 PS ins Rennen, wobei der kleinere Selbstzünder voraussichtlich das Hauptvolumen einnehmen wird, für uns leider zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht zur Verfügung stand. Somit haben wir uns die beiden anderen Motoren als 4WD für Sie einmal näher angesehen.

Mit 120 kW / 163 PS befeuert, sorgt der 2.0 Benziner natürlich für guten Vortrieb, was 10,7 Sekunden (11,3 Sekunden = Automatik) für den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 belegen, dennoch fehlt ihm mit einem maximalen Drehmoment von 194 Newtonmetern das erst bei 4.600 U/min einsetzt, einfach der nötige Durchzug.

Hier entwickelt der Diesel wesentlich mehr Drehfreude und stellt je nach Getriebewahl ein maximales Drehmoment von 383 Nm (Schalter) oder 392 Nm (Automatik) bereits von unten heraus ab 1.800 Motorumdrehungen zur Verfügung und beschleunigt per Hand in runden zehn Sekunden und mit dem Automaten sogar noch mal 0,2 Sekunden schneller. Das sind zwar im Vergleich zum Benziner keine Welten, doch gerade in den vor allem subjektiv wahrgenommenen Durchzugswerten schlägt der Diesel den Ottomotor gehörig. In Verbindung mit der 6-Stufen-Automatik wirkt der Benziner gefordert rau und zäh. In der Topspeed schlägt der Diesel den Benziner mit 194 : 182 km/h bzw. 195 : 180 km/h mit der Automatik.

Sehen wir uns einmal den Verbrauch im Vergleich an. Hier können beide Motoren mit sehr guten Werten in ihrer Klasse punkten. Der 2.0 Benziner 4WD genehmigt sich mit dem Automatikgetriebe im Mix 8,4 Liter, der Handschalter ist hier rund ein halben Liter sparsamer. Beim Diesel macht dies sogar über einen Liter aus, hier schafft das 6-Gang-Schaltgetriebe 6,1 Liter. Der CO2-Ausstoßbeträgt hierbei nur 159 Gramm, da kommt die Automatik mit 189 g/km nicht heran. Für den Benziner gilt: 188 bzw. 200 g
Kohlendioxid pro Kilometer.

Die Diesel sind beide mit einem neue Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet und auf Wunsch auch mit einem ebenfalls neu entwickelten Sechsstufen-Automatikgetriebe erhältlich. Dieses schaltet sanft und gönnt sich nur bei Kickdown eine kleine Gedenksekunde. Im manuellem Modus schaltet die Automatik erfreulicherweise nicht zurück und lässt dem Fahrer somit die volle Freiheit. Auch für den Benziner ist diese Automatik verfügbar, serienmäßig ist das Benzin-Aggregat allerdings mit einem 5-Gang-Handschalter kombiniert. Dies ist dann wie auch der manuelle 6-Gang-Schalter mit einer Schaltanzeige ausgestattet.

Zahlreiche aktive wie passive Sicherheitselemente hat Hyundai im neuen ix35 serienmäßig verbaut, da wären zunächst das Antiblockiersystem mit elektronischer Bremskraftverteilung, das elektronische Stabilitätsprogramm ESP, die Traktionskontrolle TCS, ein Bremsassistent und erstmals auch Bremslichter mit Notfallfunktion, eine Berganfahrhilfe HAC und die Bergabfahrkontrolle DBC. Systeme die den Fahrer unterstützen und die Unfallgefahr erheblich minimieren.

Ist ein Crash jedoch nicht mehr zu verhindern, kommen Airbags für Fahrer und Beifahrer, Seitenairbags, Vorhangairbags die sich bis in den Fond erstrecken, Dreipunkt-Sicherheitsgurte rundum, vorne höhenverstellbar sowie mit Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, aktive Kopfstützen vorn und Isofix-Kindersitzbefestigung auf den äußeren Plätzen hinten zum Einsatz.

Hyundai hat, einmal abgesehen vom Fahrwerk, mit dem ix35 ein richtig tolles Auto auf die Räder gestellt, dass nicht nur gut aussieht, sondern auch einen großen Nutzwert bietet und das auf hohem Niveau. Doch was den neuen Hyundai-Zögling gegenüber seinen Mitbewerbern VW Tiguan, Ford Kuga, BMW X1 oder Toyota RAV4 absolut unschlagbar macht, ist der Preis!

Der ix35 startet mit dem 2.0 Liter Benzin-Aggregat in Verbindung mit 2WD bei 20.990,- Euro und die Basisausstattung Comfort bringt dann bereits so einiges an Ausstattung mit. Leichtmetallfelgen im 16-Zoll-Format, elektrisch verstell- und beheizbare sowie in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel, eine Zentralverriegelung mit schlüsselintegrierter Funkfernbedienung,elektrische Fensterheber rundum, Bordcomputer, Klimaanlage inklusive Pollenfilter und Umluftschalter, eine Audioanlage mit RDS-Radio, CD-Player inklusive MP3-Wiedergabefunktion, sechs Lautsprechern sowie Fernbedienung über Lenkradtasten und sogar eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Ja, und das alles bereits in der Einstiegsversion.

Die Variante Style ab 22.590,- Euro setzt mit schickem Stoff-/Leder-Bezug sowie Lederbezug für Lenkrad und Schalthebel, Außenspiegel mit integrierten Blinkleuchten und Nebelscheinwerfern nicht nur optisch eins drauf, sondern verwöhnt zudem mit einer Sitzheizung vorne UND hinten, ein Feature, das sich selbst Premiummodelle teuer bezahlen lassen. Nicht unerwähnt bleiben dürfen natürlich die Klimaautomatik, Lichtsensor, ein Fahrersitz mit einstellbarer Lendenwirbelstütze, beleuchtete Spiegel in den Sonnenblenden, ein Reserverad mit Serienbereifung und ein System zur Aktivierung eines spritsparenden Eco-Modus für die Automatikversionen sowie das Rückfahrwarnsystem.

Was will man mehr, fragen Sie sich jetzt sicher. Hyundai bietet mit der Ausstattungslinie Premium ab 26.390,- Euro für den 2.0 4WD und ab 30.590,- Euro für den 184 PS starken 2.0 CRDi 4WD die passende Antwort.

Ledersitze in Kombination mit einem Zwei-Ton-Innenraum, eine Geschwindigkeitsregelanlage, das Reifendruckkontrollsystem TPMS, Regensensor, Frontscheibenwischer mit Enteiser, speziell illuminierte, so genannte Supervision-Instrumente und Türeinstiegsleuchten vorne, das Smart Key System, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, dunkel getönten Scheiben ab der B-Säule und elektrisch einklappbare Außenspiegel.

Doch auf all diese Annehmlichkeiten müssen Sie auch in der Comfort oder Style-Version nicht gänzlich verzichten, mit gut geschnürten und vor allen Dingen preislich attraktiven Paketen bietet Hyundai auch diesen Versionen die Möglichkeit diese Features zu ordern.

Nur das Sechsstufen-Automatikgetriebe, das zweiteilige, elektrische Panorama-Hub-/Schiebedach sowie das Navigationssystem mit 6,5 Zoll TFT-LCD-Farbbildschirm inkl. Rückfahrkamera sind den beiden höheren Ausstattungen vorbehalten bzw. das Smart Parking Assist System der Premium-Version.

Wiederum in jeder Ausstattung serienmäßig enthalten, ist das vorbildlich geschnürte Garantiepaket. Hiermit gewährleistetHyundai 5 Jahre Fahrzeuggarantie und Euro-Service jeweils ohne Kilometerbegrenzung sowie eine fünfjährige Garantie auf die Lackierung sowie eine Übernahme aller Wartungskosten und nicht zu vergessen 12 Jahre gegen Durchrostung.

Stand: April 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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