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Toyota Avensis Touring Sports

Mit dem neuen Avensis hat Toyota nicht nur den Namen von Combi auf Touring Sports geändert sondern auch in jeder Hinsicht einen großen Schritt nach vorne getan, nicht nur was die sportlich-dynamische Optik betrifft, deren moderne Linie sich auch im Innenraum nahtlos fortsetzt. Vor allem mit dem Optionspaket Teilleder/Alcantara, bei der nicht nur die Sitze sondern auch die Einlagen im Armaturenbrett und den Türen in Terracotta glänzen. Hinzu kommen neue, angenehm leise und kraftvolle Motoren, zahlreiche Fahrerassistenzsysteme, ein ausgewogenes Fahrwerk, eine kraftvolle Bremsanlage und nicht zuletzt eine umfangreiche Grundausstattung. 31.090,- Euro sind für unseren Testwagen ein fairer Preis.

Kam bislang der Toyota Avensis eher zurückhaltend daher, kann der Neue (geliftete) mit einem großen Schuss Dynamik punkten. Aus dem großen Logo heraus entwickeln sich über eine schmale Kühleröffnung die spitz auslaufenden Scheinwerfer. Darunter legt sich die Frontschürze maulähnlich um die weiteren Kühlluftöffnungen und die dominante, in Schwarz glänzende Spange, die auch das Nummernschild aufnimmt.

Zur Seite hin setzt sich die Linie in den Öffnungen mit den Nebellampen fort. Schwungvoll verlaufen die Seitenfenster mit Chromleisten umrandet nach hinten, die ausgestellten Radläufe finden in einem angedeuteten Seitenschweller ihre Verbindung.

Und auch am Heck überwiegt die sportliche Optik, angefangen bei der kleinen Antenne in Haifischflossenoptik, weiter über den Dachkantenspoiler, die schwungvollen Rückleuchten, die von einer Chromspange verbunden werden bis hin zu fast schon wieder dezenten Heckschürze, in der wir uns gut einen angedeuteten Diffussor hätten vorstellen können, aus dem dann auch ein dickes Auspuffrohr hätte schauen dürfen. Na man kann ja nicht alles haben …

Ob es innen so dynamisch weitergeht? Hier gab sich Toyota ja meist recht konservativ. Der Ein- und Ausstieg klappt vorne wie hinten schon mal sehr gut, und dann überrascht der neue Avensis schon auf den ersten Blick mit dynamisch-schicker Gestaltung und einem Ambiente, in dem man sich wohl fühlen kann.

Dazu tragen unter anderem die im Falle unseres Testwagens bestenspassenden Applikationen in einem schicken matt-schimmernden Terracotta-Ton. Und auch in den Sitzen taucht dann dieser Ton – na ja, so ganz exakt passt der dann doch nicht – wieder auf. Und zwar in den Löchern des gelochten Leders der Sitzbahnen, in den Ziernähten und als Zierstreifen in Lehne und Sitzfläche. Schade, dass man dann am Lenkrad auf weiße Ziernähte zurückgegriffen hat, denn ansonsten wurden sogar die Türverkleidungen mit dem bronzefarbenen Garn bedacht.

Die Sitze sind schön groß, gut ausgeformt und bieten guten Seitenhalt und gut verstellbar, dennoch hatte ich persönlich immer das Gefühl etwas zu hoch zu sitzen, und eine Sitzhöhenverstellung wird für den Comfort nicht angeboten. Das Raumgefühl ist üppig und auch hinten geht es geräumig zu, 1,80 m hinter einem 1,80 m großen Fahrer lässt noch üppig Freiraum sowohl im Kopf- wie auch im Beinraum. Allerdings liegen die Oberschenkel nicht ganz auf und auch der gebotene Seitenhalt lässt hinten zu wünschen übrig. Die Kopfstützen hinten reichen gerade so bis 1,80 m, gehen aber sehr streng rauszuziehen, fallen dafür aber fast von alleine – nach Drücken eines kleinen Knopfes – wieder rein.

Blöd, wenn man hinten sitzt stehen einem die riesigen Kopfstützen der Vordersitze direkt vor der Nase. Beim Raus bleiben die Füße ein wenig an der B-Säule, vor allem aber an der Türinnenverkleidung hängen.

Neben den terracottafarbenen Applikationen tauchen auch zahlreiche silberne Zierelemente auf, die ziehen sich bis ins gut und griffig ausgeformte Lederlenkrad, bei dem sogar der Pralltopf mit Leder bezogen ist, der verwendete Kunststoff greift sich gut an und ist gut verarbeitet, so macht der Toyota Avensis Kombi einen hochwertigen und schicken Eindruck. Die meisten Hebel und Schalter sind gut erreichbar, nur die für die Sitzheizung habe ich nicht gefunden, sollten die am Ende fehlen? Ja, zumindest dann, wenn man nicht die höchste Ausstattungsstufe wählt.

Über den großen Touchscreen wird nicht nur Radio und Navi bedient, z.B. auch das Einrichten eines Telefons geht schnell und wie alles andere auch rein intuitiv, da braucht es keinen Blick ins Benutzerhandbuch. Das Navi selbst wirft auch keine Fragen auf, am Anfang ist die Zielführung aber in so weitetwas irritierend, als dass es beim Wechsel von einer Autobahn auf die nächste erst mal verkündet: „Bitte verlassen Sie die Autobahn“.

Und hin und wieder hat es sich dann auch richtig verschluckt, wollte unbedingt von der Autobahn runter und irgendwie mitten durch die Stadt – über einige Ausfahrten hinweg kam stets dieser Befehl – war aber kein Stau und nichts, denn wir sind einfach der Beschilderung gefolgt und gerade aus auf der Autobahn an der Stadt vorbei.

Kommt man – was in den neuen Bundesländern noch immer oft vorkommt – auf eine leicht verlegte neue Autobahntrasse, dann gerät das Navi ebenfalls völlig aus dem Häuschen, es will umdrehen, neuberechnen, findet die Route nicht mehr, geistert irgendwo in der Landschaft rum – fragt immer wieder „Neuberechnen?“.

So ein bisschen Probleme hat auch noch die Fernlichtautomatik. Auf der einen Seite arbeitet sie sehr schön, erkennt aber auf der anderen Seite Fahrzeuge die aus einer Einmündung kommen nicht und auch in Kurven kann es sein, dass sie die entgegenkommenden Fahrzeuge einfach ignoriert. Ohnehin müssen sich Fahrer, die vor einem herfahren oder entgegenkommen, schon recht lange das Fernlicht gefallen lassen.

Wurde es dann im Rahmen unserer Testfahrten regnerisch und nebelig, reagierte die Fernlichtautomatik sehr empfindlich, häufig hieß es, das System sei gestört, man soll die Scheibe putzen – das tat der Scheibenwischer ja ständig – und das Problem ist dann auch noch, dass man nicht einfach manuell das Fernlicht einschalten kann – dazu muss man dann erst vom Automatik-Licht runter auf manuell. Es hat sich aber auch bei tollster Sicht und klarstem Wetter mit Sichtbeeinträchtigung gemeldet, trotz sauberer Scheiben. Überhaupt sehen wir im Bereich der Lichtautomatik noch Raum für Verbesserungen, nicht nur, dass er das Fernlicht auch schon mal aktivierte, während der Gegenverkehr gerade mal 25 Meter weit weg war, bei schlechtem Wetter oder Nebel schaltete die Automatik das Fahrlicht zu spät ein. Insgesamt kann man sagen, dass der Toyota Avensis ein sehr schön helles, weitreichendes und zugleich breit streuendes Fernlicht besitzt.

Auch die Reichweitenanzeige kann wieder voll punkten, denn während bei vielen Mitbewerbern nach Erreichen derscheinbar magischen 100 km-Grenze nur noch der Hinwies „geringe Reichweite“ oder „niedriger Tankfüllstand“ aufleuchtet, zählt sie im Toyota Avensis brav weiter nach unten.

Alle Hebel und Schalter sind gut in einem dezenten Blau beleuchtet, dazu kontrastiert fast ein wenig das Reinweiß von Tacho und Drehzahlmesser, aber es wurde nichts vergessen, auch nicht die Tasten im Lenkrad, die für die elektrischen Fensterheber und auch nicht die Tasten zum Öffnen der Tankklappe etc., auch wenn die ziemlich weit unten angebracht sind. Und Licht vorne in den Türen, das beim Öffnen angeht hat er auch. Und kaum ist es morgens mal ein bisschen kälter, geht auch die Reifendruck-Kontrollleuchte an, um schon nach wenigen Kilometern wieder zu erlöschen.

Kommen wir nun noch zum Ladeabteil, das diesen Avensis so praktisch macht. Die Heckklappe schwingt so weit auf, dass man sich als 1,80 m Mensch gerade so nicht an ihr stößt, unter dem soliden Klappboden kommt noch mal eine Plastikeinlage mit diversen Fächern zum Vorschein und darunter steckt anstelle des Reserverades das Reparaturset, der Verbandskasten, Wagenheber, Abschlepphaken und das nötigste an Werkzeug.

Links und rechts im Boden sind dann noch zusätzliche Fächer eingearbeitet, außerdem Verzurrösen und in die Seitenteile können Halterungen eingespannt werden, um die Seiten auch noch als Fach zu nutzen. Nur auf der linken Seite ist ein eher schwaches Lichtlein montiert, dass versucht den mit 543 Litern sehr großen Kofferraum auszuleuchten.

Und der lässt sich schnell auf bis zu 1.609 Liter vergrößern. Dazu reicht ein Zug und 1/3 zu 2/3 geteilt klappen die Rücksitzlehnen nach vorne, die entsehende Ladefläche ist eben und endet exakt auf Höhe der angenehm niedrigen Ladekante.

Der Toyota Avensis Kombi bietet einen guten Fahrkomfort, auch grobe Unebenheiten werden sauber weggefiltert, trotzdem steht genügend sportliches Potential bereit, um schnell durch die Kurven zu kommen. Dabei untersteuert er leicht und ist stets gut zu beherrschen. Auch Lastwechsel bringen ihn nicht aus der Ruhe.

Dazu reagiert er angenehm direkt auf die Lenkung, die zudem schön straff arbeitet, sobald es flotter dahin geht. In Kurven und selbst im Slalomtest zeigte sich die Seitenneigungwenig ausgeprägt. Beim Ausweichen kann das Untersteuern auch schon mal in ein nach außen drängendes Heck übergehen.

Assistenzsysteme wie Front-Kollisionswarner, Spurhalteassistent, Fernlichtassistent, Verkehrszeichenerkennung, wobei das System dem Fahrer Tempolimits und Überholverbote nicht nur optisch anzeigt, sondern auch darauf hinweist, wenn er die erlaubten Limits überschreitet, sind im Toyota Safety Sence System zusammengefasst.

Verlass ist auch auf die Bremsanlage, die aus Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten besteht, die über ABS mit elektronsicher Bremskraftverteilung und Bremsassistent angesteuert werden und gut zu dosieren ist und zugleich spontan anspricht.

Die Vollbremsung gelingt auch auf wechselndem Untergrund ziemlich stabil, allerdings mit starken Rubbeln und ggf. leichten Schwankungen, das Fahrzeug stabilisiert sich aber stets schnell von allein wieder. Auf trockenem Asphalt quietschen dann auch die Reifen ganz ordentlich. Dafür steht er aber auch aus Tempo 100 heraus nach guten 37 Metern, ein Nachlassen war nicht festzustellen.

Zwei Benziner und zwei Diesel stehen für den Toyota Avensis TS zur Wahl, wir durften im Test den stärkeren der beiden Diesel genießen, der übrigens aus dem Hause BMW stammt. Und das mit dem Genießen darf man ruhig wörtlich nehmen, denn schon allein die Laufruhe des 2-Liter-Vierzylinders mit seinen 105 kW / 143 PS ist echt prima. Vom Diesel hört man so gut wie gar nichts, er läuft nicht nur leise sondern auch sehr vibrationsarm, einzig untertourig wird er etwas brummig.

Selbst auf der Autobahn liegt er nicht nur ruhig, bei 130 hört man den Motor praktisch nur als leises Hintergrundbrummen. Daran ändert sich auch bei Tempo 200 nicht viel, allerdings geht ihm dann die Puste aus, erreicht er mit echten 200 ohnehin seine Topspeed, laut Tacho geht noch ein bisschen was. Den Sprint von Null auf 100 absolviert er in guten 9,8 Sekunden und zeigt sich auch sonst im Durchzug mit gutem Biss, den er nicht zuletzt seinem guten Drehmoment von 320 Nmverdankt, das er zwischen 1.750 und 2.250 U/min. zur Verfügung stellt.

Und das vor allem in den drei ersten Gängen knackig kurz übersetzte Sechsgang-Getriebe lässt auch Zwischensprints schnell gelingen. Auf kurzen und exakten Wegen ist es nicht nur gut geführt sondern auch passend abgestimmt, harmoniert gut mit dem Reihenvierzylinder mit variablem Turbolader und Common-Rail-Einspritzung.

Und so erfüllt er nicht nur die Euro 6 Norm sondern erfreute im Test mit 5,4 Litern im Mix bei flotter Fahrweise, auch wenn wir damit nicht ganz die Werksangaben erreicht haben, rund 14 Grad kältere Außentemperaturen ließen den Verbrauch um 0,2 Liter ansteigen. Mit etwas verhaltenerem Gasfuß waren dann auch 5,0 Liter drin. Bei konstant 130 auf der Autobahn konsumierte der 2.0 D-4D 5,7 Liter Diesel auf 100 km.

Toyota gibt den Mixverbrauch in Verbindung mit den 17-Zöllern mit 4,6 Litern an, der CO2-Ausstoß liegt dann bei 120 g/km. Der sechste Gang ist als Overdrive ausgelegt, das serienmäßige Start-Stopp-Sytsem arbeitete im Test einwandfrei.

31.090,- Euro nennt Toyota für den Avensis 2.0 D-4D in der Ausstattungslinie Comfort. Da sind dann neben den bereits geschilderten Features auch Nebelscheinwerfer, elektrisch einstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, 17 Zoll Alufelgen, Tempomat, Klimaautomatik, Multimedia-Audiosystem, Bluetooth, Ladefunktion für mobile Geräte über USB, Lenkradfernbedienung, Stoffsitze mit Alcantara-Einsätzen, LED-Blinkleuchten in den Außenspiegeln, elektrische Park- und Feststellbremse, elektrische Fensterheber vorne, Lederlenkrad und -schaltknauf bereits serienmäßig mit an Bord.

Topversion mit dem 2.0 D-4D ist der Executive für 36.340,- Euro, der Einstieg beginnt beim Avensis TS mit dem 1,6 Liter 132 PS-Benziner bei 24.640,- Euro. Metalliclacke kosten 570,- Euro Aufpreis, Perleffekt-Weiß 850,- Euro, das Navigationssystem Toyota Touch2&Go 590,- Euro, das Designpaket mit Voll-LED-Licht, Abbiegelicht, Alufelgen in Anthrazit glanzgedreht, dunkel getönte Scheiben hinten 1.040,- Euro, Leder-Alcantara 790,- Euro und eine Einparkhilfe vorne und hinten 690,- Euro, um nur einige angenehme und nützliche Dinge zu nennen.

Wie bei Toyota üblich werden dem Käufer eine Dreijahresgarantie bis 100.000 kmgewährt. Eine fahrabhängige Inspektionsanzeige steht zwar zur Verfügung, nach 20.000 km bzw. alle 12 Monate ist aber ein Service fällig. Die Versicherungseinstufungen lauten HPF 17, TK und VK 23.

Stand: Januar 2016, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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