// Fahrbericht / Suzuki Splash 1.0 mit Drei-Zylinder-Power.

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Suzuki Splash 1.0 mit Drei-Zylinder-Power.

Mit einem dezenten Facelift geht der Splash in die nächste Runde, behält sein markantes Design aber bei, auch innen sind die Veränderungen nur marginal. In unserem Testwagen war der kleine 1-Liter-Dreizylinder mit 68 PS verbaut, der dem Stadtflitzer Beine macht und im urbanen Bereich vollkommen ausreicht. Zivil bewegt kommt man auch mit 4,7 Litern im Mix aus, gibt man Stoff, sind es locker 7,5 Liter Super, er verträgt aber auch E10. Richtig flottes Fahren verlangt zudem häufiges Schalten, die Gänge sind eher lang ausgelegt. Schon ab 9.990,- Euro geht die Basis los …

Wenn nicht alle fünf Minuten die Modelle vollkommen überarbeitet werden, dann erhöht das nicht nur den Werterhalt eines Fahrzeugs. So ist es dann auch nicht tragisch, dass Suzuki den Splash seit seiner Markteinführung im Jahr 2008 nahezu unverändert ins Rennen schickt und auch mit dem aktuellen Jahrgang im altbekannten Kleid und dezentem Facelift daher kommt.

Nicht nur die Grundform mit der markanten Silhouette bleibt uns weiterhin erhalten, selbst die allgemein üblichen Retuschen an Front, Heck und den Außenspiegeln fallen nur dezent aus. So sind die neu eingefassten Nebelscheinwerfer – so das gewählte Modell denn welche hat – in einer modifizierten Schürze die auffälligste Veränderung. Auf Rammschutzleisten verzichtet Suzuki auch weiterhin, obwohl der Splash in seinem Haupteinsatzgebiet Stadt diese sicher gut gebrauchen könnte.

Auch am Heck ist es lediglich die Schürze, die dem aktuellenModell einen frischeren Look verpasst, dem neuen Modell aber vor allem mit den Luftaustrittsöffnungen links und rechts echt deutlich mehr Profil gibt und ihn optisch tiefer und breiter auf den Asphalt stellt. Das mickrige Auspuffendrohr schreit förmlich nach einer Blende.

Schauen wir also mal nach innen, doch auch hier sind Veränderungen allenfalls ausstattungsbedingt, aber das ist kein Nachteil, denn schon der Vorgänger hat uns gut gefallen. So geht es auch im aktuellen Splash durch große, weit öffnende Türen bequem rein und raus, vorne wir hinten.

Anders als im letzten Testwagen ging es diesmal innen allerdings ziemlich Grau in Grau zu, dafür glänzte die Blende rund um die Mittelkonsole in schwarzem Klavierlack. Als erstes zieht der große runde Tacho den Blick auf sich, dann der kleine oben am Armaturenbrett aufgesetzte Drehzahlmesser, alles ist solide verarbeitet, die Materialien machen einen guten Eindruck. Alles ist beleuchtet, sogar die Schalter im Lenkrad. Das ist mit angreiffreundlichem Leder bezogen, lässt sich aber nur in der Höhe verstellen, und einen Tipp-Blinker sucht man leider auch vergebens.

Wie gehabt sind die Sitze ausreichend groß, geben für einen Stadtflitzer genügend Seitenhalt und sich straff gepolstert. Die Lehne wird mittels Hebel verstellt, hier würden wir uns eine etwas feinere Rasterung wünschen, die Beinauflage ist für einen Kleinwagen prima, die Sitzposition leicht erhöht, trotzdem ist das gesamte Raumgefühl sehr angenehm, selbst die Kopffreiheit ist üppig und Fahrer- wie Beifahrersitzsind höhenverstellbar.

Für große Fahrer, die weit hinten sitzen bildet die breite B-Säule, die dann direkt am Kopf und somit im Sichtfeld steht, einen gewissen Nachteil. Und da auch die C-Säule recht breit ausfällt bleibt auch die Rundumsicht zusammen mit dem kleinen Heckfenster etwas eingeschränkt, wie die Einsehbarkeit des Endes der Front. Da der Kleine aber ziemlich wendig ist, lässt er sich problemlos durch den Großstadtdschungel manövrieren.

Und wenn Ihnen dabei doch mal heiß wird, dann kann das vielleicht daran liegen, dass Sie vergessen haben, die Sitzheizung wieder auszuschalten. Ein Komfortfeature, das längst nicht selbstverständlich ist in einem Kleinwagen.

Auch in der zweiten Reihe sitzt man auch als Erwachsener noch ganz bequem, der Kopfraum ist gut, die Knie stoßen bei einem 1,80 Menschen dann aber hinter einem ebenso großen Fahrer in die zum Glück weichen Rückenlehnen der Vordersitze.

Klappt man die geteilten Rücksitzlehnen nach vorne, senkt sich automatisch die Sitzfläche mit ab. So vergrößert sich der mit 178 Liter eher kleine Kofferraum, der aber gerade so eine Getränkekiste aufnehmen kann und mit einem großen Fach unter dem Boden aufwartet, auf bis zu 1.050 Liter.

Die Heckklappe könnte durchaus ein wenig weiter öffnen, vor allem an den Seiten besteht ab 1,80 m Körpergröße schon mal Anstoßgefahr. Und die Stoßstange ist gegen Ladekratzer ungeschützt, dafür hat man eine niedrige Ladekante vor sich, über die man den ebenen Laderaum einfach beschicken kann. Für allerlei Kleinkram undkleine wie große Flaschen bietet der Innenraum zahlreiche Ablagemöglichkeiten und Fächer.

Sind die Straßen okay, geht auch der Komfort des insgesamt eher straff abgestimmten Fahrwerks voll in Ordnung. Schlaglöcher und Bodenunebenheiten gibt der Splash aber spürbar nach innen weiter.

Man mit dem Splash außerhalb der City gerne mal etwas flotter unterwegs, mit zunehmendem Tempo schiebt der kleine Japaner aber auch zunehmend über die Vorderräder, so dass einem schnell mal die Straße ausgeht und man Mut braucht, oder man geht vorsichtshalber vom Gas oder lässt sich gar zu einem Angstbremser hinreißen – und schon ist der schöne Schwung weg.

In der Stadt arbeitet die Lenkung leichtgängig, mit zunehmendem Tempo wird sie straffer und angenehm direkt, sorgt für einen guten Fahrbahnkontakt. So geht der Splash willig der vorgegebenen Richtung nach, allerdings neigt sich die Karosserie bei hohem Kurventempo ordentlich, aber stets wacht das ESP über das Fahrzeug und greift spürbar ein.

Die Bremsanlage mit innenbelüfteten Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten wird über ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent gesteuert, lässt sich gut dosieren und spricht schnell an. Bei einer Vollbremsung aus Tempo 100, die der Suzuki auch auf schlechten Straßenabschnitten gut meistert, steht der Wagen wenn auch mit deutlichem Reifenquietschen nach etwas mehr als 40 Metern.

Unter der Haube unseres Testwagens werkelte ein Dreizylinder-Benziner mit 50 kW / 68 PS, der im normalen Fahrbetrieb und am Start richtigleise zu Werke geht, voll gefordert recht kernig klingt, dabei aber durchaus einen angenehmen Sound an den Tag legt.

Und wie macht sich der 996 cm³ kleine Motor mit 12 Ventilen und einem maximalen Drehmoment von 90 Nm im Alltag. Er kommt gut los, zieht ordentlich und ohne Hänger hoch, richtig schnell wird er aber nicht, das ist in der Stadt aber auch nicht so wichtig. Außerorts kann man gut mithalten, auf der Autobahn wird es ab 120 km/h etwas zäh, die Topspeed ist mit einigem Anlauf bei 160 km/ erreicht, von Null auf Hundert geht es in 14,7 Sekunden. Wer flott sein will muss häufiger Schalten.

Also mehr was zum Cruisen und Benzinsparen? Auf jeden Fall, denn lässt man den Kleinen rennen so schnell er kann, rinnen auch gleichzeitig locker, zwischen 7 und 7,5 Liter Super aus dem Tank, im normalen Mix sind wir mit 5 Litern ausgekommen, legt man es auf Benzinsparen an, waren es rund 4,7 Liter. Allerdings fehlt dem kleinen Motor auch die Unterstützung einer Start-Stopp-Automatik und eine Schaltempfehlung hat er auch nicht, die kann ein geübter Fahrer aber leicht verschmerzen.

So stößt der Dreizylinder 109 g CO2 pro Kilometer aus, erfüllt die Euro 5 Norm und kann auch mit dem preiswerteren E 10 betankt werden.

Wenn auch ein wenig hölzern geht der Schalthebel doch auf ausreichend kurzen und gut definierten Wegen durch die Schaltkulisse und die fünf Vorwärtsgänge, der Hebel liegt in angenehmer Höhe gut im Griff. Die Abstimmung ist mit Blick auf den Verbrauch ausgelegt, somit alles etwas länger, vor allem der fünfte Gang,da ist schon mal Zurückschalten angesagt.

Sechs Airbags (Front-, Seiten- und Vorhangairbags, letztere erst ab Variante Club) sorgen zusammen mit Sicherheitsgurten inkl. Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern vorn, Antiblockiersystem (ABS) und einer elektronischen Bremskraftverteilung (EBD) sowie Bremsasssistent, ISOFIX-Kindersitzbefestigungen und mit Ausnahme des Basismodells auch mit einem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP für Ihre Sicherheit.

Besonders erfreulich ist auch die Tatsache, dass es Suzuki geschafft hat, den Preis für den Stadtflitzer konstant zu halten. So startet der Splash 1,0 mit dem von uns gefahrenen Dreizylinder bei 9.990 Euro in der Basis-Ausstattung. Obwohl auch hier schon eine gute Ausstattung geboten wird, ist schon mit Blick auf einige wichtige Ausstattungsdetails die Variante Club für 11.990,- Euro noch empfehlenswerter.

Denn hier sind nicht nur die Vorhangairbags und das ESP gleich mit dabei, auch die Klimaanlage, das Lederlenkrad, der Drehzahlmesser, das CD-Radio mit Lenkradfernbedienung, Sitzheizung vorne, die elektrisch verstellbaren Außenspiegel, selbstverständlich auch beheizbar oder die Türgriffe und Außenspiegel in Wagenfarbe sind dann mit im Preis enthalten.

Beiden Varianten gemein ist die Grundausstattung mit Heckscheibenheizung, Heckschiebenwischer, getönten Scheiben, Servolenkung, Multifunktionsdisplay und Zentralverriegelung.

Als Extra ist eigentlich nur die Metallic-Lackierung für 380,- Euro zu nennen. Die Garantie von 3 Jahren bis 100.000 km inkl. Mobilitätsgarantie, die 12Jahre gegen Durchrostung sowie die Inspektions-/Wartungsintervalle von 15.000 km bzw. alle 12 Monate sind für beide Versionen identisch. Wie die Versicherungseinstufungen HPF 15, VK 16 und TK 15.

Stand: November 2012; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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