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Subaru Forester 2.0XT

Auch nach dem letzten Facelift klar ein Forester, klassisch in der Linienführung suggeriert er schon im Stand, dass ihm auch im harten Alltag so schnell nicht bange wird, robust und solide wie eine Burg. Obwohl, so wie er dasteht, sieht man ihm an, dass er ordentlich Bums haben muss. Und so geht es auch innen weiter, neben der guten Verarbeitung fiel bei unserem Testwagen als erstes die üppige Lederausstattung mit den schicken weißen Ziernähten bis ins Lederlenkrad auf. Schlüssel umgedreht und mit sonorem Sound melden sich die 240 PS im 2 Liter Boxermotor zu Wort und treiben den Forester vehement nach vorne. Dank Allrad und straffem Fahrwerk ist die Traktion wie auch die Straßenlage super, selbst die Karosserieneigung hält sich in Grenzen. Dazu eine feine Automatik, drei Fahrmodi und jede Menge Platz sowie alles was man so braucht. Nur die neuesten Assistenzsysteme wie Toter-Winkel- oder Spurhalte-Assistent werden nicht angeboten.

Die Modifikationen des letzten Facelift fallen eher gering aus, stehen dem Forester aber gut zu Gesicht. Besonders die grimmig dynamische Frontschürze deutet schon an, dass hinter dem großen Kühlergrill mit der Chromspange um das Firmenlogo ein Kraftpaket steckt. Der Unterfahrschutz erinnert dann aber auch gleich nochmals daran, dass dem Subaru auch im Gelände nicht Bange wird.

Dazu passt dann auch die ordentliche Bodenfreiheit und der trotz der großen Reifen noch üppige Platz in den dynamisch ausgestellten Radhäusern. Seitenschweller, Dachreling, ansteigende Gürtellinie und der Knick in der Fensterlinie, an den sich die weit in die Seite reichenden Rückleuchten anlehnen, sorgen auch in der Seitenansicht für den nötigen Schuss Sportlichkeit.

Den unterstreichen dann am Heck vor allem der große Dachkantenspoiler und die beiden dicken Auspuffrohre links und rechts im Unterfahrschutze der Heckschürze. Ein Blick auf das Foto der Rückansicht zeigt auch einen kleinen Schwachpunkt: das Heck verschmutzt sehr schnell und dann ist vom Bild der Rückfahrkamera nicht mehr viel zu erwarten.

Zum Glück sind die Dachsäulen allesamt recht dünn und so ist die Übersichtlichkeit des Forester sehr gut, auch das Ende der Front ist nahezu komplett einsehbar und so lässt sich das SUV auch nur mit den Außenspiegeln, vor allem unter zur Hilfenahme der Einparksensoren, einfach manövrieren.

Der Ein- und Ausstieg gelingt durch den hohen Hüftpunkt sehr gut, auch wenn es natürlich bauartbedingt etwas höher rauf geht. Die Frage nach dem Platzstellt sich eigentlich erst gar nicht, das Platzangebot ist üppig, auch die Kopffreiheit ist riesig, und das trotz des großen Glasschiebedaches, dass sich auch noch elektrisch öffnen lässt. Zudem gibt es gegen allzu viel Sonne eine Jalousie. Ist die jedoch nicht vors Glasdach gezogen, sieht man die doch recht unschönen Halterungen und die Technik des E-Daches. Die Windverwirbelungen bei geöffnetem Schiebedach sind – selbst wenn das große Teil ganz geöffnet ist – bis Tempo 100 zumindest sehr angenehm.

Die Sitze sind ausreichend groß, ordentlich ausgeformt und schön straff gepolstert, mit dem Lederbezug leidet aber der Seitenhalt doch deutlich. Die Verstellung geschieht auf der Fahrerseite elektrisch, der Beifahrer muss mit einer manuellen Verstellung vorlieb nehmen. Die Sitzheizung ist okay, wenn auch ein wenig langsam, sie kann in zwei Stufen gestellt werden.

Man sitzt vorn sehr gut und auch hinten reicht der Platz auch gehobenen Ansprüchen. Man kommt in Reihe zwei nicht nur bequem rein und auch wieder raus, selbst als 1,80 m Mensch hat man auch hinter einem 1,80 m großen Fahrer noch viel Platz, auch der Kopffreiraum ist dann noch prima, nur die Kopfstützen können nicht weit genug ausgezogen werden.

Lassen wir den Blick schweifen, so entdecken wir eine gefällige Gestaltung, vorne allem die weißen Ziernähte an den Sitzen, den Armauflagen, dem Lenkrad und an der Ledermanschette am Wählhebel machen sich sehr gut. Das gilt auch für die zahlreichen Applikationen in Alu-Optik. Leider wirken die meisten Schalter ein wenig antiquiert, nicht so der für den X-Mode oder die Drehschalter für Heizung und Lüftung, die kommen sehr modern rüber.

Alle Schalter sind schön in rot beleuchtet und obwohl es dazu noch ein gelbes Ambientelicht vom Dach herunter gibt, ist es eher dunkel im Auto. Und wenn man die Lichtintensität der Instrumentenbeleuchtung etwas zurück nimmt, wird das Bild vom Navi schlagartig schwarz weiß, das gefällt eher weniger gut.

Dafür ist das Navigationssystem einfach zu bedienen, man muss sich nur kurz damit beschäftigen und findet dann auch ohne Blick ins Bordbuch wie man was eingeben muss, man eine Routeführung wieder abbricht etc. Auch die Routenführung selbst ist in Ordnung, allerdings könnte es sich z.B. bei der Ansage „Am Kreisverkehr die zweite Ausfahrt nehmen“ die letzte Wiederholung sparen, denn die kommt etwas zu spät, man ist ohnehin schon aus dem Kreisverkehr raus.

Die Heizung ist auch okay, man muss sie nur etwas wärmer stellen als man eigentlich will, denn bei 21 Grad wird essonst nicht richtig warm, aber das variiert hin und wieder auch etwas. Die Scheibenwischer halten vorne wie hinten ein großes Sichtfeld frei.

Schade ist, dass das Radio nur mit eingeschalteter Zündung läuft. Die Zahl der Ablagen im Fahrzeug sind ausreichend, auch für große Flaschen ist in den Türen gesorgt. Das Fach in der Tür oben neben der Armlehne und Zuziehgriff ist mehr eine Verlegenheitslösung, vielleicht lässt sich dort eine Zigarettenschachtel sinnvoll unterbringen.

In beiden Sonnenblenden sind unbeleuchtete Make-up-Spiegel verbaut und noch einmal eine ausziehbare kleine Blende, mit der sich die Lücken hin zum Innenspiegel abdecken lassen. Das macht sich sehr gut bei tiefstehender Sonne, aber nur dann, wenn die Blende auch wirklich ganz runter geklappt ist, sonst verdecken sie den Innenspiegel.

Die Heckklappe kann per Knopfdruck elektrisch geöffnet und geschlossen werden, und zwar vom Schlüssel aus, vom Fahrersitz aus und an der Heckklappe direkt. Was dabei nicht ganz so glücklich gelöst ist, ist dass am Armaturenbrett die Taste „memory hold“ oben steckt und darunter die Taste zum eigentlichen Öffnen, da kommt man schnell mal auf die falsche Taste und schon geht die Heckklappe nicht mehr ganz auf. Das elektrische Rauf und Runter der Heckklappe geht einem im Alltag sehr schnell viel zu langsam. Das Lichtlein im Kofferraum ist zudem recht schwach.

Die Ladekante ist für ein solches Auto angenehm niedrig, sie ist anders als die Stoßstage sehr gut gegen Ladekratzer geschützt. Danach geht es glattflächig weiter und unter einem stabilen Boden ist dann noch mal eine Styroporbox mit Warndreieck, Verbandskasten etc. platziert. Der Wagenheber liegt im Inneren des Reserverades, das in unserem Testwagen allerdings nur als Notrad ausgeführt war.

Bei voller Bestuhlung gehen bereits 505 Liter in den Forster, wird der Subaru zum Zweisitzer, werden es 1.577 Liter. Um die Sitze umzuklappen reicht ein Zug und die Lehnen fallen geteilt 40 zu 60 nach vorne. Es bleibt aber eine Stufe nach vorne von fast 10 cm, vor allem mit schwerem Gepäck kaum zu überwinden. Und es bleibt nach vorne hin eine doch recht große Lücke, die man mit Gepäck füllen muss, falls das nicht schon von allein dort hin rutscht.
Das Umklappen lässt sich auch bequem vom Kofferraum aus bewerkstelligen, hier sind jeweils links und rechts Hebel montiert. Damit das Gepäck auch ordentlich an seinem Platz bleibt, verfügt der Forester über vier Verzurrösen.

Zwei dicke Auspuffrohre links und rechts – das lässt schon auf ordentlich Power schließen,und ordentlich Power will gut auf die Straße gebracht werden. Und wenn man dann auch noch über einen Subaru spricht ist eines klar: Allrad-Antrieb.

Damit bringt der Forster die Kraft sehr gut auf den Boden, egal ob die Straße nass oder trocken ist, ob es schneit oder ob man auf unbefestigten Wegen unterwegs ist. „Symmetrical AWD“ heißt der beim Subaru Forester und ist mit dem Active Torque Split AWD kombiniert.

Dieser passt fortlaufend die Verteilung des Antriebsmoments an die Vorder- und Hinterräder an. Dazu werden die drei Parameter Lenkradeinschlag, Schräglaufwinkel und Querbeschleunigung genutzt und so Reaktionen des Fahrzeugs auf das Einlenken erfasst. Differenzen der Drehzahl an Vorder- und Hinterrädern werden so schnell unterdrückt.

So werden Verspannungen in schnellen engen Kurven unterbunden und zudem neigen die Räder weniger zum Durchdrehen. Im Alltag heißt das nichts anderes als „Es geht richtig gut ab“. Vor allem im unteren Geschwindigkeitsbereich werden durch das Allrad-Assistenzsystems X-Mode die Möglichkeiten des Fahrzeugs besser genutzt und auf optimale Traktion Wert gelegt. Motormanagement, Lineartronic, AWD und Vehicle Dynamic Control werden miteinander vernetzt, so wird zum Beispiel bei Gefälle automatisch die Bergabfahrhilfe aktiviert – aber nur unterhalb von 20 km/h.

Alle Forester sind mit einer Niveauregulierung an der Hinterachse ausgestattet – bis auf den XT. Der verfügt über eine spezielle Fahrwerksabstimmung, die vor allem dem sportlichen Anspruch gerecht werden soll. Und so lässt es zwar das ein oder andere Schlagloch oder Bodenwelle nach innen durchgehen, dafür halten sich aber die Karosserieneigungen in Grenzen, man nimmt sie überhaupt nur durch die etwas höhere Sitzposition stärker zur Kenntnis. Und doch bietet der XT ausreichend Komfort, um auch längere Strecken rückenschonend zu bewältigen.

Dabei geht der Forester richtig flott selbst um engere Kurven, folgt willig der Lenkung, die sich auch im Slalomtest nicht verhärtet und so verhält sich das Fahrzeug ziemlich neutral. Die Lenkung zeigt sich dabei angenehm straff und zielgenau.

Wer flott fährt, der muss auch mal flott bremsen, und bei einer Notbremsung schmeißt sich der Forester vehement in die Eisen, bleibt dabei auch bei nasser Straße spursicher, und selbst auf schlechter Straße mit Schlaglöchern und wechselndem Belag bleibt er stets gut beherrschbar und sauber in der Spur.

Scheibenbremsen rundum, angesteuert über ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistenten sind serienmäßig und sosteht der Forester bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 nach gut 39 Metern. Ein Nachlassen der Bremsleistung war auch nach dem zehnten Versuch nicht festzustellen.

Ein Frage des Komforts definiert sich zum Teil zumindest auch durch diverse Features, die den Fahralltag einfach angenehmer machen. So besitzt auch der Forester einen Tipp-Blinker (einmal kurz antippen – dreimal Blinken), einen Regensensor (der arbeitet leider immer ein wenig zu schnell, obwohl er variabel einstellbar ist) und eine Lichtautomatik.

Der 4-Zylinder-Leichtmetall-Boxermotor entfaltet eine Leistung von 177 kW/240 PS. Damit wird der Japaner 221 km/h schnell und schafft den Sprint von Null auf 100 in gerade mal 7,5 Sekunden. Dabei wird der XT-Motor, der auf dem 2-Liter-Benziner basiert, selbst voll gefordert nur dezent kernig, läuft ansonsten sehr ruhig.

Der Zweiliter-Turbo mit Direkteinspritzung ist mit einem neuentwickelten Automatikgetriebe (Lineartronic) kombiniert. Und dieses CVT-Getriebe harmoniert prima mit dem 240 PS Motor, und das obwohl es sich dabei um eine stufenlose Übertragung handelt. Eine Zugkette sitzt in einem Ölbad zwischen zwei variablen Kegelscheibenpaaren. Die je nach Anforderung gespreizt oder gedrückt werden und so stufenlos für die richtige Übersetzung sorgen.

Durch den großen Unterschied zwischen kleinstem und größten Durchmesser wurde eine große Spreizung erreicht, weshalb das Leistungspotential des Motors optimal genutzt werden kann. So sind nicht nur hohe Geschwindigkeiten bei niedriger Drehzahl sondern auch spritzige Beschleunigungen in fast allen Drehzahlbereichen sowie niedrige Verbräuche möglich. Und anders als so oft kritisiert ist hier von dem sonst üblichen Aufheulen des Motors und der erst dann langsam einsetzenden Beschleunigung nichts zu spüren.

Subaru gibt einen Mixverbrauch von 8,5 Litern an, wir sind bei entsprechend langsamer Fahrt sogar auf 8 Liter gekommen, im „normalen Fahralltag “ eines Testfahrers lagen wir zumeist bei 9 Litern auf 100 Kilometern. Und etwas flotter – und das macht mit den 240 PS besonders viel Spaß – liegt der Mix schon bei 9,6 bis 10 Litern, deutlich höher geht es dann, wenn man auf der Autobahn den Pferden freien Lauf lässt – aber das ist ja klar.

Und man kann an einem ganz unscheinbaren Schalterchen im Lenkrad zwischen „i“, „s“ und „s#“ = Sport-Modus wählen, letzteres allerdings erst wenn eine gewisse Betriebstemperatur erreicht ist. Wechselt man auf den manuellen Modus, kann man im Sportmodus „s#“ sogar aus acht vordefinierten Gängen wählen, statt ansonsten sechs.

Durch die neue Ladeluftzufuhr durch einen eigenen Kanal, der hinter dem Kühlergrill beginnt konnte auf die Lufthutze auf der Motorhaube verzichtet werden. Auch wenn die einen nicht zu unterschätzenden optischen Effekt hatte, konnte durch deren Verzicht doch die Aerodynamik verbessert und Sprit gespart werden, auf der anderen Seite verfügte unser Testwagen nicht über eine Start-Stopp-Automatik.

Subaru hat die passive Sicherheit weiter optimiert, A- und B-Säulen sowie den ringförmigen Verstärkungsrahmen, die Strukturen der Fahrgastzelle, die Stoßfängertraverse sowie die Seitenschweller weiter optimiert und so eine Verformung der Fahrgastzelle bis hin zum Dach reduziert.

Darüber hinaus wurde der Fußgängerschutz verbessert und um die fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest zu erreichen hat der Subaru natürlich auch Front-, Seiten- (vorne) und Kopfairbags (vorne und hinten) sowie einen Fahrer-Knie-Airbag an Bord. Und natürlich verfügen alle Sitze über Dreipunktsicherheitsgurte und höhenverstellbare Kopfstützen.

Die Außenspiegel wurden neu gezeichnet um so den Toten Winkel zu reduzieren, einen Toter Winkel Assistent hat er nämlich nicht, auch nicht so Dinge wie einen Müdigkeitswarner, einen Spurhalteassistenten, ein Abstandradar etc. Ein Gespann-Stabilisierungssystem ist aber serienmäßig an Bord, nicht unwichtig, immerhin werden rund 60% aller Forester mit einer Anhängerkupplung geordert.

Mit insgesamt fünf Ausstattungsvarianten haben Sie beim Subaru Forester durchaus die Qual der Wahl, auch wenn nicht jede Variante mit jedem Motor kombiniert werden kann. So ist der von uns gefahrene 2.0 XT mit den heißen 240 PS nur in der Ausstattung Comfort für 39.900,- Euro und als Platinum für 43.000,- Euro erhältlich und stets an die Lineartronic gekoppelt.

Die Comfort-Ausstattung baut auf der Basis Active auf und hat zusätzlich bereits sechs Lautsprecher, einen Tempomat, 17 Zoll Alufelgen, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Lederlenkrad, den Start-Stop-Knopf, Rückfahrkamera und beheizbare Vordersitze. Das Subaru Intelligent-Drive mit zwei Programmen ist ebenfalls serienmäßig, beim XT mit den acht Schaltstufen.

Noch mehr bietet dann der Platinum. Hier sind auch ein Panorama-Glasschiebedach, Licht- und Regensensor, Xenonlicht, die elektrische Heckklappe, 18 Zöller, Ledersitze und Keyless Access serienmäßig.

Bei beiden XT sind zudem eine Ladedruckanzeige, Alu-Pedale und eine Harman/Kardon-Audioanlage serienmäßig, der Platinum hat dann auch das Navigationssystem bereits mit an Bord.

Wie alle Subarubietet auch der Forester seinen Kunden eine 5-Jahres-Vollgarantie bis zu einer Laufleistung von 160.000 km. Außerdem umfasst sie einen europaweiten Mobilitätsschutz, der auch bei einem Unfall einspringt.

Stand: Mai 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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