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ALPINE

Sitzprobe: Alpine A110

Mit der wieder eingeführten Marke Alpine und der Auferstehung der A110 hat die Renault Group ein wahrlich fulminantes Comeback zu verzeichnen. Dabei setzt die Neuauflage der Alpine A110 auf die Tugenden des Klassikers aus den 1960er- und 70er-Jahren. Wir durften nun erstmals in der A110 Platz nehmen.

Den Designern ist es auf eindrucksvolle Art gelungen, die Alpine DNA der Legende in die Gegenwart zu transportieren, das Fahrzeug aber dennoch super modern dastehen zu lassen.

Die runden Zusatzscheinwerfer und die abgerundete Fronthaube mit der markanten Längsrippe prägten schon die Ur-A110 und zählen erfreulicherweise auch heute zu den unverwechselbaren Merkmalen. In Anlehnung an den Klassiker, ist die Profilierung der Fahrzeugflanken sowie die schräg abfallende Heckpartie mit dem großen, weit in die Seiten gezogenen Rückfenster und den waagrechten Rückleuchten zu erkennen.

Damals undenkbar, können die Frontscheinwerfer der heutigen Alpine in LED-Technik ausgeführt werden und stechen mit ihrer x-förmigen Lichtsignatur besonders hervor.

Das mittig platzierte Auspuffendrohr mit verchromter sechseckiger Blende machtnicht nur optisch was her, die Franzosen versprechen mit der aktiven Sport-Abgasanlage satten Sound. Die Auspuffblende ist in den großen Heckdiffusor integriert, mit dem Alpine den Anpressdruck an der angetriebenen Hinterachse steigert. Den Abtrieb erhöht zusätzlich der durchgängig flache Unterboden. Außerdem leiten spezielle Einlassöffnungen im Frontstoßfänger die Luft ohne störende Verwirbelungen an den Vorderrädern vorbei und verringern so den Luftwiderstand.

Auf einen unschönen Heckspoiler konnten die Verantwortlichen dank dieses Aerodynamikpaketes verzichten. Der cw-Wert von 0,32 sichert der A110 ein Platz unter den windschlüpfigsten Seriensportwagen.

Der Aluminiumanteil bei Fahrwerk und Aufbau beträgt 96 Prozent. 44 Prozent des Fahrzeuggewichts lasten auf der Vorderachse, 56 Prozent auf der Hinterachse. Eine optimale Gewichtsverteilung ist garantiert. Mit 4,18 Meter Länge und 1,80 Meter Breite und einer Höhe von 1,25 Meter folgt die Neuauflage auch hier dem Urahn. Anders als in der klassischen Alpine ist der Motor nicht im Heck, sondern vor der Hinterachse untergebracht.

Der Mittelmotor-Zweisitzer bringt unter 1.100 Kilogramm auf die Waage, bei der PremièreEdition sind es 1.103 Kilogramm und so verspricht die Alpine mit dem verbauten 1,8-Liter-Turbobenziner eine herausragende Performance. Sind es doch 252 PS (185 kW) die die A110 in nur 4,5 Sekunden aus dem Stand heraus auf Tempo 100 beschleunigen. Maximal wird der Sportwagen sogar bis zu 250 Stundenkilometer schnell.

Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe übernimmt dabei die Kraftübertragung an die Hinterräder und setzt auf eine hohe Gangspreizung. Alternativ können die Fahrstufen auch mittels Schaltwippen am Lenkrad gewechselt werden.

Bei einer ersten Sitzprobe sei es uns erlaubt, die Verbrauchsangaben lediglich als Randbemerkung zu notieren. So gibt der Hersteller für die Alpine einen kombinierten Verbrauch von 6,1 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer an. Die CO2-Emissionen liegen bei 138 Gramm pro Kilometer.

Das Sportfahrwerk stellt drei Fahrprogramme zur Wahl, so kann mittels Tastendruck sowohl die Motor-, wie auch die Getriebe- und Gaspedalcharakteristik oder aber den Motorsound sowie die Eingriffsparameter des Elektronischen Stabilitätsprogramms ESP ganz nach belieben variieren. In allen Fahrmodi lässt sich das ESP für schnelle Runden auf der Rennstrecke sogar vollständigdeaktivieren. In diesem Zuge wechselt auch die Farbe und Grafik der digitalen Instrumenteneinheit.

Womit wir auch endlich mittendrin sind in der A110 Première Edition.

Bewusst minimalistisch, kommen auch hier die Leichtbaukomponenten zum Tragen. Vollnarbiges Leder, gebürstetes Aluminium oder Kohlefaser sowie eine tolle Cockpitgestaltung zeigen aber auf, auch konsequenter Leichtbau kann sehr gut aussehen. Zudem beweisen die Franzosen Liebe zum Detail. Das Sportlenkrad, die Aluminiumpedale und blaue Kontrastnähte untermalen darüber hinaus den sportlichen Charakter wie auch die Einstiegsleisten aus Edelstahl.

Einmal in die hervorragenden Schalensitze geglitten und wir wollen gar nicht mehr aussteigen. Das Gestühl von Sabelt setzt ebenfalls auf Leichtbauweise und so kommen die Sportsitze gerade mal auf 13,1 Kilogramm pro Stuhl. Zudem verfügen sie über wunderbar ausgeprägte Seitenwangen und sind mit gestepptem Leder bezogen. Eine weitere Hommage an die legendäre Alpine A110. Weiteres Merkmal ist auch die einteilige Sitzschale kombiniert mit einer frei liegenden Metallstruktur für die tragenden Teile.

Die scheinbar frei schwebende Mittelkonsole zieht ebenso den Blick auf sichwie der 7-Zoll Touchscreen, der tabletähnlich die Steuerung zahlreicher Funktionen erlaubt. Dennoch setzt die Alpine A110 auf fünf direkt darunter angeordnete Kippschalter.

Das On-Board-Infotainment umfasst neben dem Navigationssystem die Alpine Telemetrics Anzeige technischer Parameter in Echtzeit. Sollten Sie mit der A110 auf der Rennstrecke unterwegs sein, können Sie sogleich Rundenzeiten messen und speichern. Im modernen Zeitalter angekommen, kann das Smartphone über mySpin integriert werden. Das System ist kompatibel mit Android- und iOS-Smartphones.

Bei solch einem Fahrzeug wird der Kofferraum schnell zur Nebensache und erlaubt in der Alpine auch keine ausgiebigen Shoppingausflüge. Immerhin bekommen Sie im Gepäckabteil unter der Fronthaube 100 Liter und weitere 96 Liter hinter dem Motor unter.

Die auf 1.955 Fahrzeuge limitierte Startauflage der Première Edition wurde zu einem Preis von 58.000 Euro angeboten und war innerhalb von nur fünf Tagen ausverkauft. Doch die für Bestellungen verfügbare Alpine App können Sie nun auch nutzen, um die weiteren Modelle zu ordern. Werden voraussichtlich ab Ende 2018 die neuen Varianten „Pure” und „Légende” ausgeliefert.Und so können Sie die rassige Variante Pure zu einem Preis ab 54.200 Euro reservieren, während die etwas komfortorientiertere A110 Légende ebenfalls bei glatten 58.000 Euro los geht.

Stand: Juni 2018; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind; Innenraumfotos: Alpine

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